Dienstag, 6. September 2016

EU-Kommission: Apple muss bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen - Konzern droht Europa



"... Apple-Chef Tim Cook hat sich stets deutlich geäußert. Der Konzern 
trickse nicht bei seinen Steuerzahlungen, beteuerte Cook immer wieder. 
"Was wir machen, ist legal", sagte er gerade. In einem Interview 
nannte er die Steuervorwürfe mal "politischen Scheiß". Die Europäische 
Kommission sieht das anders. Sie hat nun entschieden: Apple muss in 
Europa bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen. Zinsen kommen 
noch dazu. Die Kommission hat sich die Jahre 2003 bis 2014 angesehen 
und entschieden, dass die Steuerdeals zwischen Irland und Apple in 
dieser Zeit illegal waren. Dublin habe Apple einen unfairen Vorteil 
gewährt. Das verstößt gegen EU-Recht. 2003 habe der Konzern nur einen 
effektiven Steuersatz von einem Prozent gezahlt. "Bis 2014 ging dieser 
Steuersatz weiter auf 0,005 Prozent zurück", sagte die zuständige 
EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Wenn mein Steuersatz bei 0,005 
Prozent läge, würde ich mich fragen, ob meine Steuererklärung korrekt 
ist", sagte sie. Der Mini-Steuersatz bedeutet: Für jede Milliarde Euro 
Gewinn hat Apple in Irland nur 50 000 Euro Steuern gezahlt. (...) Die 
Entscheidung der Brüsseler Behörde ist noch nicht rechtskräftig. Der 
irische Finanzminister kündigte an, vor dem Europäischen Gerichtshof 
gegen die Brüsseler Entscheidung zu klagen. Er widerspreche der 
EU-Kommission vehement, sagte Minister Michael Noonan. Die Klage sei 
nötig, um die Integrität des irischen Steuersystems zu schützen..." 
Artikel von Bastian Brinkmann vom 30. August 2016 bei der Süddeutschen 
Zeitung online
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-kommission-apple-muss-bis-zu-milliarden-euro-steuern-nachzahlen-konzern-droht-europa-1.3141673

Siehe dazu einige Reaktionen im Dossier
http://www.labournet.de/?p=86558

Siehe auch unser Dossier: Ermittlungen der Kommission: EU geht gegen 
Steueroasen in Europa vor [?]
http://www.labournet.de/?p=60198

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