Mittwoch, 17. Juni 2015
[Chiapas98] Außer der Reihe: Solidaritätserklärung mit der VVN/BdA - Aufruf zur Unterstützung
Hallo alle zusammen,
gegen die fortgesetzte Diffamierung der VVN-BdA durch den bayrischen VS,
die jetzt auch den Entzug der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt in
München zur Folge haben soll, hat der bayrische Landtagsabgeordnete
Florian Ritter (SPD) eine Erklärung formuliert, die Mitte Juni von den
Erstunterzeichner_innen aus Bayern in einer Pressekonferenz vorgestellt
werden wird.
Sie kann ab sofort auch bundesweit unterschrieben werden und wir
wünschen uns ganz viele Unterschriften. Ihr findet den link weiter unten.
Herzliche Grüße, Conny
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Liebe Freundinnen und Freunde,
wir wenden uns mit einer Erklärung gegen die Nennung der Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten im
Verfassungsschutzbericht des Freistaats Bayern.
Dafür bitten wir um Ihre und Eure Unterstützung.
Die gemeinsame Erklärung "Für eine offene, demokratische Gesellschaft!
Gegen die Diffamierung der VVN-BdA!" kann man hier einsehen und
unterzeichen:
http://www.solidaritaet-vvn.de
Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr diesen Aufruf weiter tragen würdet.
Dies sind unsere Gründe:
70 Jahre nach der Befreiung durch die Alliierten sind Rassismus,
Antisemitismus und Neofaschismus immer noch in unserer Gesellschaft
präsent und eine Herausforderung für alle Demokratinnen und Demokraten.
Deshalb beteiligen sich viele von uns in Initiativen der Erinnerungs-
und Gedenkarbeit, in Initiativen gegen Rechtsextremismus, Rassismus,
Antisemitismus und menschenverachtende Ideologien oder unterstützen
deren Arbeit.
Eine der ältesten Organisationen, die sich in Deutschland gegen alte und
neue Nazis engagiert, ist die Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes/ Bund der Antifaschisten - VVN/ BdA. Die Initiative für die
Gründung der VVN ging unmittelbar nach dem Krieg von ehemals Verfolgten
unterschiedlichster Herkunft aus. Über weltanschauliche und
parteipolitische Grenzen hinweg waren Aufklärung und Mahnung, aber auch
die Vertretung der Interessen der Opfer des Naziregimes die erklärten
Ziele der VVN.
Auch heute noch sind einige bekannte Persönlichkeiten, die in der
Nazizeit Verfolgung und Lagerhaft erdulden mussten, in der VVN/ BdA
aktiv. Bundesweit bekannt ist Esther Bejarano, in Bayern besonders Ernst
Grube, Hermann und Hugo Höllenreiner sowie Martin Löwenberg. Trotz hohen
Alters klären viele von ihnen unermüdlich junge Menschen über die
Barbarei der Nazis und deren Folgen auf. Für dieses Engagement werden
sie hoch respektiert, geehrt, gewürdigt und sind vielfach ausgezeichnet.
Trotz dieses Engagements und trotz der anerkannten und respektierten
Arbeit der VVN/ BdA in zivilgesellschaftlichen Bündnissen gegen Rechts
wird der Verband in Bayern vom Verfassungsschutz als angeblich
"linksextremistisch beeinflusst" überwacht. In keinem anderen Bundesland
ist das sonst der Fall.
Das ist einerseits eine Diffamierung der Arbeit der in der VVN/ BdA
organisieren Überlebenden des Naziterrors und stellt sie auf die selbe
Stufe wie die ebenfalls im Bericht genannten Rechtsextremisten. Es
geschieht auch unter völliger Ausblendung der tatsächlichen Arbeit der
VVN/ BdA. Es bedroht die VVN/ BdA in ihrer Existenz, da der Entzug der
Gemeinnützigkeit droht und diffamiert auch alle, die sich seit Jahren
und Jahrzehnten gemeinsam mit der VVN/ BdA gegen rechtsextreme Umtriebe
engagieren.
Die vom bayerischen Innenminister vorgebrachten Argumente für die
Erwähnung der VVN/ BdA im Verfassungsschutzbericht sind weder
überzeugend noch schlüssig. Sie sind weniger von Tatsachen geprägt als
von der selben Ausgrenzungspolitik der Staatsregierung, mit der auch
schon gegen das Münchner A.I.D.A.-Archiv vorgegangen wurde.
Man kann im Widerspruch zur Staatsregierung nur feststellen, dass sich
die VVN/BdA große Verdienste um die Gedenk- und Erinnerungskultur und um
das bürgerschaftliche Engagement für eine bunte und tolerante
Gesellschaft, gegen Antisemitismus, Rassismus und Neofaschismus,
erworben haben.
Man muss aber nicht Mitglied der VVN/ BdA sein oder deren Positionen in
allen Punkten teilen, um die diffamierende Einschätzung des
CSU-geführten Innenministeriums zurückzuweisen. Ich möchte Euch daher
bitten, mit Eurer Unterschrift die gemeinsame Erklärung zur Streichung
der VVN/ BdA aus dem Verfassungsschutzbericht zu unterstützen. Die VVN/
BdA war und ist Teil des demokratischen Engagements gegen
nationalistisches und rassistisches Gedankengut, gegen Relativierung und
Verharmlosung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und für eine
lebendige Erinnerungskultur und ein weltoffenes Bayern.
--
Florian Ritter
Mitglied des Bayerischen Landtags
Bürgerbüro:
Alte Allee 2
81245 München
Telefon: 089 889 98195
Telefax: 089 889 98197
buero@florian-ritter.de
www.florian-ritter.de
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