Dossier

“
Im
Kreis Gütersloh wurden zum Stand 8. Juni, 0 Uhr, 705 (7. Juni: 695, 6.
Juni: 694) laborbestätigte Coronainfektionen erfasst. Die Zahl der
bestätigten Neuinfektionen hat sich damit seit Freitag um 13 erhöht. (…)
Der Anstieg um zehn Fälle von Sonntag auf Montag stehe überwiegend im
Zusammenhang mit Infektionen von Personen, die bei Tönnies tätig seien
beziehungsweise die in deren Umfeld leben, teilt die Kreisverwaltung mit.”
Meldung “Überwiegend Tönnies-Mitarbeiter: 13 neue Corona-Fälle übers Wochenende” vom 08.06.2020 im Haller Kreisblatt online 
– wir erinnern an “Tönnies Schlachthof, April 2020. Tausende Arbeiter – null Infektionsschutz.”
Video vom 15.05.2020 bei youtube vom arbeitsunrecht TV

. Siehe dazu:
- Demo am 17.7.20: Stoppt Tönnies & Co! Keine
Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs am Werkstor in Rheda-Wiedenbrück /
Tönnies beantragt Lohnkostenerstattung / Tönnies-Beschäftigte in
Quarantäne: Das große Warten
- Tönnies beantragt Lohnkostenerstattung
“Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer
haben beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Anträge auf
Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt.
Das bestätigte ein Sprecher des LWL dem SPIEGEL. Hintergrund sind die
Quarantänemaßnahmen, nachdem sich nachweislich rund 1400
Tönnies-Arbeiter am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück mit dem Coronavirus
infiziert hatten. Das Infektionsschutzgesetz sieht die Erstattung der
Lohnkosten vor, wenn Gesundheitsämter einen Betrieb schließen und
Quarantäne anordnen. Die Löhne müssen vorerst von den Unternehmen
bezahlt werden und können bis zu einem Jahr rückwirkend erstattet
werden. Die Anträge würden jetzt nach Eingang abgearbeitet, sagte der
LWL-Sprecher. Es sei noch völlig offen, um welche Summen es sich
handelt. Dabei gibt es Hinweise, dass die vielen Corona-Fälle in dem
Unternehmen auch mit den Bedingungen dort zu tun haben könnten…“ Meldung vom 10.07.2020 beim Spiegel online
, siehe dazu:
- Tönnies und die doppelt vergessenen Unsichtbaren an den Fließbändern der Fleischindustrie
“… Wirklich interessant an den Ausführungen von Stegner
sind nicht die Träumereien von einem inhaftierten Fleischbaron, sondern
dieser Passus: „So jemand braucht nicht staatliche Hilfe durch
Steuergelder.“ Also das ist doch das Mindeste, werden die in den Details
unbelasteten Bürger an dieser Stelle unterstreichen, hervorheben und
als Selbstverständlichkeit abheften wollen. Irrtum. Denn genau um
Steuermittel geht es jetzt – und Tönnies hat, wohl auch vor dem
Hintergrund der Debatte seine Person betreffend, den Finger auf eine
große, offene Wunde für die Politiker gelegt (was er nicht hätte machen
müssen, er hätte das auch auf sparsamer Flamme betreiben können und
würde dennoch an den Tropf mit den Steuergeldern kommen). Um was genau
geht es?…” Beitrag vom 13. Juli 2020 von und bei Stefan Sell 
- Tönnies – So steht Deutschlands größter Schlachtereikonzern finanziell da
“Wegen des Corona-Ausbruchs drohen Tönnies hohe
Entschädigungsforderungen. Doch Unternehmer Clemens Tönnies macht es
schwer, die Ertragslage seines Imperiums zu entschleiern. (…) Für den
ostwestfälischen Schlachtereikonzern, in dem sich mehr als 1550
Mitarbeiter mit dem Coronavirus infizierten, könnte es in den kommenden
Wochen tatsächlich teuer werden: Eine Kostenübernahme für Corona-Tests
in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf hat das Unternehmen bereits
zugesagt, Vertragskündigungen von Handelsketten könnten folgen.
Möglicherweise drohen sogar Entschädigungszahlungen an Barbesitzer oder
Fitnessstudios, wie sie zuletzt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil
(SPD) ins Spiel brachte. Selbst die Bundeswehr wird Tönnies für ihren
umfangreichen Einsatz möglicherweise eine Rechnung schreiben. (…) Doch
Geschäftszahlen, die dem Handelsblatt vorliegen, zeigen: Den Bestand des
Unternehmens, mit einem Marktanteil von 30,3 Prozent größter
Schweineschlachter Deutschlands, dürfte dies alles kaum gefährden. Zum
Jahresende 2018, so zeigt der Geschäftsbericht, lagen 335 Millionen Euro
an flüssigen Mitteln in der Konzernkasse der Ostwestfalen. Zudem fanden
sich zum Bilanzstichtag 778 Millionen Euro Eigenkapital in der
Konzernbilanz. (…) Dabei macht es Tönnies Beobachtern schwer, die
Ertragslage seines Imperiums zu entschleiern. Wer nach Angaben über den
Gewinn sucht, muss unter anderem in Kopenhagen beim „Erhvervsstyrelsen“
vorstellig werden, dem dänischen Gewerbeamt, in dessen Register die
„Tönnies Holding Verwaltungs ApS“ als persönlich haftender
Gesellschafter eingetragen ist. Seit 2017 residiert die
Komplementärgesellschaft des Konzerns nicht mehr in Rheda-Wiedenbrück,
sondern im dänischen Brörup. Doch so verschachtelt der als „ApS &
Co. KG“ geführte Gesamtkonzern auch immer aufgebaut ist, sicher ist
eines: Für Schäden durch den Corona-Ausbruch haftet zunächst allein das
Unternehmen. Persönlich würden die Gesellschafter erst dann zur Kasse
gebeten, wenn es zur Insolvenz käme – wonach es nicht aussieht. (…)
Dabei glaubt das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“, dass Clemens und Robert
Tönnies jeweils ein Vermögen von zwei Milliarden Euro besitzen. Ein
Teil des familiären Immobilienvermögens befindet sich laut
Geschäftsbericht außerhalb des Konzerns. So hat Clemens Tönnies in den
vergangenen Jahrzehnten in seiner Doppelrolle als Geschäftsführer und
Gesellschafter offenbar gut verdient…“ Artikel von Christoph Schlautmann und Katrin Terpitz vom 29.06.2020 im Handelsblatt online 
- Tönnies-Beschäftigte in Quarantäne: Das große Warten
“Seit drei Wochen sind viele, die bei Tönnies arbeiten, in
Quarantäne. Ihr Unmut richtet sich gegen die Behörden und gegen ihre
Arbeitgeber. (…) Viele sitzen seit drei Wochen in ihren Unterkünften und
sind schlecht gelaunt. Sie wissen nicht, wann sie wieder rausdürfen.
Sie wissen nicht, ob sie für die Zeit der Quarantäne Geld bekommen.
Manche kriegen nicht genug Essen, sagen sie, weil die Subunternehmen,
bei denen sie angestellt sind, zu wenig liefern. (…) Bei den Rumänen
eskaliert die Situation an diesem Montag, ein Mann schreit die Soldaten
an, die Dolmetscherin versucht zu übersetzen: Immer nur Tests, keine
Ergebnisse. Dann verschwindet er im Haus und kommt nicht wieder. Die
anderen Bewohner protestieren ebenfalls, lassen sich dann aber den
Wattestab in den Mund stecken. Zweimal die Woche testen Feuerwehrleute,
Soldaten, Angestellte von sozialen Trägern und Freiwillige die Arbeiter
und ihre Kontaktpersonen. Sie fahren in sogenannten mobilen Teams zu den
Wohnungen, klingeln, fragen nach Symptomen, nehmen Abstriche und
schicken sie ins Labor. Was sie nicht dabeihaben: Informationen. Wie
lange dauert die Quarantäne noch? Warum darf mein Mitbewohner schon
wieder raus und ich nicht? Werden wir diesen Monat bezahlt? Wann können
wir wieder arbeiten? Sie verweisen dann auf eine Telefonnummer, die
Hotline des Gesundheitsamts. Die Arbeiter sagen, dort erreichen sie
selten jemanden, oft scheitere es auch an der Sprache. Brzozowski sagt,
dass sich auch eine deutsche Freundin für ihn erkundigt habe –
erfolglos. „Ich habe keine Informationen.“ (…) Eine Mitarbeiterin
versucht, die unterschiedlichen Fälle zu erklären. Besonders kompliziert
ist es bei denjenigen, die Kontakt zu Infizierten hatten, der Kreis
schätzt die Zahl auf 4.500. Wann war der Kontakt? Und vor allem: Wie
schafft man es, die Menschen in den engen Unterkünften zu isolieren? Wer
mit Covid-19 aus Ischgl nach Hause kam, hatte sehr wahrscheinlich ein
eigenes Zimmer für die Quarantäne. Was aber, wenn die Menschen in
Stockbetten schlafen, sich Küchen und Toiletten mit bis zu einem Dutzend
anderen teilen? Seit Anfang Juli isoliert der Kreis die positiv
Getesteten in einer separaten Unterkunft. (…) Wie viele andere Arbeiter
lebt Marek in einem geschlossenen System. Mitarbeiter von DSI überwachen
die Arbeit im Werk, sie notieren Stunden und Strafen – und sie stellen
die Unterkunft. Das ist nicht per se illegal, aber es führt zu
Abhängigkeit. Die Miete und alle anderen Kosten werden direkt vom Lohn
abgezogen. Am Ende des Monats bleiben den Arbeitern oft nicht viel mehr
als 1.000 Euro, auch wenn sie sechs Tage die Woche arbeiten. „Die Miete
kostet über 100 Euro im Monat“, sagt Marek. „Aber wir haben
unterschrieben, dass sie für jeden Krankheitstag 10 Euro einbehalten
dürfen.“ Ein Vertrag, der bis April 2020 lief und uns vorliegt,
bestätigt Mareks Aussage. Wer unentschuldigt fehle, zahle 100 Euro
Strafe pro Tag. So sagen es mehrere Mitarbeiter. Ein Arbeiter erzählt,
dass dann ein DSI-Angestellter in die Unterkunft käme, mit einem
Steckbrief, ein A4-Papier mit ausgedrucktem Foto. Die Arbeiter nennen
diese Angestellten „Jagdhunde“. Man werde ausgeschimpft und nach den
Gründen befragt. In einer aktuellen Lohnabrechnung finden wir den Posten
„Abzug-Abmahnung“. Es sind 100 Euro. Marek sagt, DSI trickse, wo es
gehe. Für die GEZ-Gebühr zahlen alle 5 Euro pro Monat – egal ob 4
Menschen in der Unterkunft wohnen oder 8. Auch dieser Posten taucht auf
einer Lohnabrechnung auf, die wir einsehen können. Zudem sei die
Abrechnung der Arbeitszeit oft nicht korrekt. (…) Die Arbeiter berichten
auch von Kollegen, die auf der Straße landen, wenn sie gekündigt
werden. „Wenn du arbeitest, ist alles gut“, sagt die Sozialarbeiterin
Kukiełka über die Subunternehmer-Struktur. „Aber wenn du krank wirst,
bist du nicht nur arbeitslos, sondern sofort auch obdachlos.“ In
Quarantäne sind die Subunternehmen für die Versorgung der Arbeiter
verantwortlich. Marek sagt, dass sie so lange Essen bekommen hätten, bis
die Ersten aus der Quarantäne entlassen wurden. Die hätten für die
anderen einkaufen sollen. Er rechnet damit, dass ihnen das Essen vom
Gehalt abgezogen wird.” Artikel von Jonas Seufert und Lukasz Grajewski vom 11.7.2020 in der taz online 
- “Zustände sind erbärmlich”: So müssen Tönnies-Arbeiter leben
“Verschimmelte Wände, bis zu acht Personen in einem Zimmer, eine
Toilette für 20 Mann: Mit der Corona-Krise kommen die Bedingungen ans
Licht, unter denen Werksarbeiter in der Fleischindustrie arbeiten. Die
Initiative “WerkFAIRträge” dokumentiert seit Jahren diese Zustände. Der
massenhafte Corona-Ausbruch bei der Tönnies-Fleischfabrik in
Rheda-Wiedenbrück hat ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in dem
Industriezweig geworfen. Die Unterbringung der Arbeiter, die mit
Werkverträgen das Gros der Produktion stemmen, ist mitunter unwürdig.
Ein Zustand, den die Interessengemeinschaft “WerkFAIRträge” schon seit
Jahren anprangert. Inge Bultschnieder kämpft seit 2012 für bessere
Bedingungen für die zumeist osteuropäischen Beschäftigten. Während eines
Krankenhausaufenthalts teilte sie sich ein Zimmer mit einer Bulgarin,
die bei Tönnies arbeitete. Diese berichtete ihr von den schweren
Arbeitsbedingungen, den vielen Überstunden und der miserablen
Wohnsituation der Arbeiter aus Osteuropa. Bultschnieder gründete
daraufhin eine Bürgerinitiative und organisierte Demonstrationen. Vor
allem die Ignoranz, mit der Öffentlichkeit und Politik der Situation
seit Jahren begegnen, bringt Bultschnieder auf: “Es interessiert
niemanden, ob die Menschen hier in den Häusern krank werden. Die
Zustände sind erbärmlich! Solche Bilder kennt man nur aus den ärmsten
Ländern der Welt, nicht aber aus Deutschland”, sagt Bultschnieder
schockiert. “Im Keller steht das Wasser, der Geruch ist abartig und die
Wände sind schwarz.” Fotos, die ntv vorliegen und in diesem Artikel zu
sehen sind, dokumentieren exemplarisch die Mängel in der Unterbringung
der Arbeiter. Vier bis acht Personen teilen sich ein Zimmer, schlafen in
Doppelstockbetten, bis zu 20 Mitarbeiter nutzen eine einzige Toilette.
Die Wände sind schimmelig – die Zustände der Wohnungen, in denen die
osteuropäischen Werksarbeiter von Tönnies leben mussten, sind nicht nur
katastrophal, sondern auch gesundheitsschädlich…” Beitrag mit Bildern vom 09. Juli 2020 bei ntv.de
, siehe auch: „IG WerkFAIRträge“
:
Interessengemeinschaft für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen für
Werkvertragsarbeiter_innen in Rheda-Wiedenbrück und Umgebung
- Shut Down Schweinesystem ruft zum bundesweiten Aktionstag
gegen den Tönnies-Konzern auf / Aktion gegen Arbeitsunrecht stellt
Mietwucher-Sammelanzeige an Generalstaatsanwaltschaft Hamm / Tönnies
soll Produktion erhöht haben – trotz Corona
- Shut Down Schweinesystem: Bündnis ruft zum bundesweiten Aktionstag gegen den Tönnies-Konzern auf
“… Unter dem Motto „Shut Down Schweinesystem! — Gegen
Rassismus, Leiharbeit und Lohndumping!“ haben sich Gruppen aus Berlin,
Köln, Bielefeld, Göttingen, Osnabrück und Münster zusammengeschlossen,
um gegen die untragbaren Zustände in der Fleischindustrie aktiv zu
werden und sich mit den Beschäftigten zu solidarisieren. Bereits an
diesem Wochenende fanden Protestaktionen vor dem Tönnies-Werk in
Rheda-Wiedenbrück, in Köln auf der Rheinbrücke und in Osnabrück statt
(Bilder siehe unten). Für die kommenden Wochen kündigt die Kampagne
weitere Aktionen und einen bundesweiten Aktionstag an. Anlass zur
Gründung der Kampagne ist der Corona-Ausbruch beim Tönnies Konzern im
Kreis Gütersloh. „Es ist keine Überraschung, dass sich das Coronavirus
unter der Belegschaft des Konzerns ausbreitet, denn diese ist in
Sammelunterkünften zusammengepfercht und muss sich im ‚Schichtsystem‘
Betten teilen“, sagt Jonas Thalberg, Sprecher der Kampagne. „Die nun
empörten Stimmen aus der Politik, haben die ausbeuterischen Verhältnisse
über Jahre unterstützt und von ihnen profitiert. So erhielt die lokale
CDU Rheda-Wiedenbrück sechsstellige Summen an Spendengeldern von
Tönnies. Dass Sigmar Gabriel vom SPD-Bundespolitiker zum bezahlten
Berater von Tönnies geworden ist, spricht für das Verhältnis der Politik
zur Wirtschaft.“ so Thalberg weiter. „Wir als Kampagne erklären uns
daher ausdrücklich solidarisch mit den Arbeiter*innen des
Schweinesystems Tönnies, die ökonomischer Ausbeutung und rassistischer
Stigmatisierung ausgesetzt sind!“ …“ Pressemitteilung vom 05.07.2020 bei Shut Down Schweinesystem
, siehe für weitere Infos die Aktionsseite des Bündnisses 
- Aktion gegen Arbeitsunrecht stellt Mietwucher-Sammelanzeige an Generalstaatsanwaltschaft Hamm
“Anzeigen wegen Mietwuchers durch Subunternehmen und
Vermieter können von Jedermann gestellt werden. Die Aktion gegen
Arbeitsunrecht hat mit ihrem Rechtsanwalt Eberhard Reinecke eine
Sammelanzeige bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm gestellt (pdf
hier). Dieses Vorgehen ist im Fall des Mietwuchers möglich, da
Staatsanwaltschaften hier zur Aufnahme von Ermittlungen verpflichtet
sind, sobald Hinweise auf diese Straftat vorliegen. Wir rufen
ausdrücklich Jeden, der Kenntnis von Sammelunterkünften und Wuchermieten
hat, dazu auf, unsere Anzeige als Muster zu nutzen und Anzeige bei der
zuständigen Staatsanwaltschaften zu stellen. Auf gewerblich betriebenen
Wucher stehen nach §291 Strafgesetzbuch (StGB) zwischen einem halben bis
zu zehn Jahren Haft…” Beitrag von Jessica Reisner vom 6. Juli 2020 bei Arbeitsunrecht 
- Tönnies soll Produktion erhöht haben – trotz Corona
“… Die Firma Tönnies soll in ihrem Schlachtbetrieb in
Rheda-Wiedenbrück ab Mai die Produktion erhöht und damit die massenhafte
Verbreitung des Coronavirus begünstigt haben. Das berichtet ein
Fleischkontrolleur, der dort arbeitet. Es seien “pro Woche 10.000
Schweine mehr als zu dieser Jahreszeit üblich geschlachtet” worden, sagt
der Mann, der sich anonym an den SPIEGEL gewendet hat. Die Redaktion
konnte sich anhand von Dokumenten von seiner Glaubwürdigkeit überzeugen.
Anfang Mai wurde ein Schlachthof der Firma Westfleisch in Coesfeld
aufgrund eines Corona-Ausbruchs geschlossen. Knapp 300 Beschäftigte
hatten sich infiziert. Die Tiere, die dort nicht verarbeitet werden
konnten, seien nach Rheda-Wiedenbrück gekommen, so der Kontrolleur. Die
Beschäftigten im Zerlegebereich hätten “Schulter an Schulter” gestanden,
da bei solchen Produktionsmengen die Arbeitsschritte nur so in der
geforderten Geschwindigkeit ausgeführt werden könnten. “Damit die
Arbeiter eineinhalb Meter Abstand halten können, müsste das Förderband
halb so schnell laufen. Stattdessen wurde zuletzt sogar noch mehr
geschlachtet als sonst.” Mitte Mai ließ der Kreis Gütersloh mehrere
Tausend Beschäftige des Schlachthofs in Rheda-Wiedenbrück auf das
Coronavirus testen. Es gab damals bereits sieben infizierte Arbeiter…“ Artikel von Lukas Eberle vom 03.07.2020 beim Spiegel online 
- Rumänische Tönnies-Arbeiter: “Bis zum lieben Gott fressen dich die Heiligen!”
“Immer mehr Menschen wagen es, über Zustände im
Fleischbetrieb Tönnies und Machenschaften beteiligter Subunternehmen zu
reden. Die rumänische DW-Redaktion ist den Informationen in Deutschland
und Rumänien nachgegangen. (…) Einige unserer Gesprächspartner schildern
ihre Erfahrungen ruhig, andere sind aufgeregt. Bei ihren Anrufen sind
oft Stimmen im Hintergrund zu hören. Stimmen von Menschen, die auch zu
Wort kommen wollen. Viele sind seit Jahren bei Tönnies beschäftigt,
andere erst seit einigen Monaten. Über rumänische Subunternehmer seien
sie nach Deutschland gekommen, erzählen sie. Subunternehmer, die – wie
DW-Recherchen in Rumänien und Deutschland zeigen – über ihre Firmen zu
Hause und hierzulande Zehntausende Frauen und Männer aus Rumänien in der
gesamten Bundesrepublik als günstige Arbeitnehmer vermitteln. Die
Masche läuft denkbar einfach: Über Anzeigen in Rumänien werden
Arbeitskräfte gesucht – für Spargelstechen, Erdbeerernte oder
Schlachthöfe. Dann wird noch im Herkunftsland ein Vertrag fertiggemacht.
Der kostet den Arbeitnehmer für gewöhnlich 100 Euro. Auch die
Transportkosten per Bus müssen oft vom Arbeitnehmer beglichen werden
(240 Euro für Hin- und Rückreise). Der Mindestlohn von 9,35 Euro pro
Stunde wird garantiert, heißt es in allen Annoncen. Allerdings werden 7
Euro pro Tag Wohnkosten – also rund 200 Euro für ein Bett in der
Sammelunterkunft – und weitere “Nebenkosten” fällig. Obwohl laut Vertrag
versprochen wird, Überstunden extra zu bezahlen, finden sich diese
nicht immer auf dem monatlichen Lohnzettel: viele Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer erzählen, dass sie 700 bis 900 Euro netto pro Monat
verdient hätten. In einigen Fällen sei ein Teil der Überstunden bar “auf
die Hand” ausgezahlt worden – also am deutschen Fiskus vorbei. (…) Den
Mut, nachzufragen, ob auch alles auf dem Lohnzettel richtig sei, hatten
die Wenigsten. Wagten sie es dennoch, hätten Schichtleiter, Vorarbeiter
und Subunternehmer – allesamt ebenfalls Rumänen – immer und für alles
eine Erklärung parat gehabt. Bis hinauf zu den deutschen Vorgesetzten
oder gar zum “großen Chef” hätte es sowieso keinen Zugang gegeben. “Bis
zum lieben Gott fressen dich die Heiligen” – dieser bekannte rumänische
Spruch kehrt häufig in unseren Gesprächen zurück. Und noch etwas wird
klar: nicht alle Subunternehmer stehen pauschal in der Kritik. Es seien
aber die vielen “schwarzen Schafe”, denen endlich das Handwerk gelegt
werden müsse, hören wir immer wieder. Ein Unternehmen wird dabei
auffallend oft genannt: MGM, eine Agentur in Ostwestfalen, deren
Eigentümer Dumitru Miculescu heißt. Die Recherchen in Rumänien zeigen,
dass Miculescu mehrere Firmen in Deutschland und Rumänien kontrolliert,
die von Arbeitsvermittlung bis hin zu Immobilien breit aufgestellt sind.
Seine Karriere begann im südrumänischen Landkreis Dâmbovița mit einer
Schweine- und Geflügelzucht. Laut übereinstimmenden Medienberichten
wurde er 2011 in einem Korruptionsprozess rechtskräftig zu einer
anderthalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Trotzdem liefen
Miculescus Geschäfte ungehindert weiter. Gut vernetzt konnte der
Geschäftsmann Familienmitglieder und Freunde in wichtige Ämter
platzieren – und so ein Geflecht von Firmen, lokalen Medien und
staatlichen Behörden kontrollieren. Als erfolgreicher Unternehmer wurde
Miculescu auch politisch aktiv. Je nach Interessenslage in der Region
wechselte er dabei mehrmals querbeet die Parteizugehörigkeit, von links
nach rechts und zurück. Unliebsame Konkurrenten und politische Gegner
soll er mehrfach unter Druck gesetzt und sogar bedroht haben, wird uns
berichtet. Genützt hat es ihm scheinbar nicht viel: Ohne sichtliche
Erfolge kehrte Miculescu der Politik 2016 den Rücken. Seitdem
konzentriert er sich auf sein stetig wachsendes Firmen-Netzwerk in
Deutschland. Miculescus Ruf, Kritiker zu bedrohen und Arbeitnehmer unter
Druck zu setzen, begleitet ihn auch in Ostwestfalen. Mit seinem
erfolgreichen “Geschäftsmodell” – inklusive Lohndumping und Wuchermieten
in den eigenen Immobilien für “seine” Werkverträgler – geriet Dumitru
Miculescu auch in Deutschland in die Schlagzeilen, vor fünf Jahren in
der Zeit, in den letzten Tagen im “Kölner Stadt-Anzeiger” oder im
“Spiegel”. Eine Interviewanfrage der DW blieb leider erfolglos…“ Beitrag
von Robert Schwartz (Berlin), Cristian Stefanescu (Bukarest), Adrian
Mogos (Bukarest) vom 02.07.2020 bei der Deutschen Welle 
- „Shut down Tierindustrie“: 30 Aktivist*innen vom Bündnis
„Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ besetzten am 4. Juni die
Tönnies-Schlachtfabrik in Rheda-Wiedenbrück
“30 Aktivist*innen vom Bündnis „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“
besetzen seit den frühen Morgenstunden das Dach des umstrittenen
Tönnies-Schlachthofs in Rheda-Wiedenbrück sowie dessen
Hauptzufahrtsstraße. Sie fordern eine dauerhafte Schließung der
Schlachtfabrik und die Abschaffung der Tierindustrie. Für 11:30 Uhr ist
außerdem eine Kundgebung vor dem Schlachthof angemeldet. Die
Aktivist*innen haben ein Transparent mit der Aufschrift „Shut down
Tierindustrie“ vom Dach heruntergelassen. Auf der Zufahrtsstraße sind
mehrere Personen aneinandergekettet. Die Polizei ist vor Ort. Der
Schlachthof ist derzeit noch geschlossen: Mitte Juni war bekannt
geworden, dass sich mehr als 1.500 Mitarbeiter*innen mit Corona
infiziert hatten. Die umgebenden Landkreise mussten daher einen neuen
Lockdown hinnehmen, die Wut ist groß. Heute ab 11:30 Uhr ist eine
Kundgebung angemeldet, zu der über hundert Menschen erwartet werden.
Trotz anhaltender Proteste wird befürchtet, dass der Betrieb bald wieder
aufgenommen werden soll. Wir sind noch mitten in der Pandemie“, sagt
Isa Suhr vom Bündnis gegen die Tierindustrie. „Um Arbeiter*innen und
Anwohner*innen zu schützen, muss der Schlachthof dauerhaft geschlossen
bleiben…“ Pressemitteilung vom 04.07.2020 von und bei bei Gemeinsam gegen die Tierindustrie
, siehe auch:
- Tönnies Schlachtfabrik besetzt, Ticker:
“17:25 Uhr: Die 3 Genoss*innen wurden soeben freigelassen und wurden unter Beifall von der Solidaritätsmahnwache empfangen.
15:30 Uhr: Vor der Polizeiwache in Gütersloh versammeln sich
einige Menschen um für die Freilassung der drei Aktivist*innen zu
demonstrieren. Diese wurden vor etwa 2 Stunden mit Handschellen
abgeführt und in Gewahrsam genommen.
13:45 Uhr: Die drei Aktivist*innen wurden mit Handschellen
abgeführt und in die Polizeiwache in Gütersloh gebracht. Wir verurteilen
dieses unnötige Verhalten der Polizei aufs Schärfste! (…)
12:20 Uhr: Die Aktivist*innen der Straßenblockade haben sich
mit der Mahnwache zusammengetan. Mehr als 100 Menschen demonstrieren
vereint gegen Tönnies.
12:10 Uhr: Die Aktivist*innen vom Dach sind jetzt alle frei.
11:50 Uhr: Die Polizei verhält sich durchgehend unkooperativ
der Presse gegenüber. Journalist*innen wurden nicht in die Nähe der
Aktion gelassen, dadurch wurde eine unabhängige Berichterstattung
erschwert. Außerdem wurde einem Journalisten angedroht, die Kamera
abgeben zu müssen, wenn er weiter ihre willkürliche Kontrolle
dokumentiere.
11:45 Uhr: Die Dach-Aktivist*innen, wollten nach Absprache mit
der Polizei ohne Repressionen das Gelände verlassen. Nachdem dies
zugestanden wurde, wurden sie kurz darauf wegen “Verstoß gegen das
Vermummungsverbot” gestoppt – eine Person wird derzeit festgehalten! (…)
04.10 Uhr: 25 Aktivist*innen blockieren die Hauptzufahrt
04.00 Uhr: 4 Aktivist*innen gelangen auf das Dach und dropen ein Banner mit der Aufschrift “Shut Down Tierindustrie!” Ticker vom 04.07.2020 bei Gemeinsam gegen die Tierindustrie 
- Fotos von der Aktion
ebd.
- Subunternehmen: Aufregung um plötzliche Kurzarbeit bei
Tönnies / Kreis Gütersloh: Tönnies-Subunternehmen lassen Mitarbeiter in
Quarantäne im Stich
- Subunternehmen: Aufregung um plötzliche Kurzarbeit bei Tönnies
“Gewerkschafter werfen Subunternehmen des Schlachthofs vor,
Mitarbeiter mit fragwürdigen Methoden in Kurzarbeit zu drängen – und
zwar “unverzüglich”. (…) MGM hat seinen Sitz in Bodes Nachbarort Schloß
Holte-Stukenbrock und ist eines jener Subunternehmen, die für die
Fleischfabrik Tönnies Arbeitskräfte zur Verfügung stellen.
Gesellschafter Dumitru Miculescu ist zugleich Geschäftsführer der MTM
Dienstleistung GmbH. Die beiden Unternehmen haben nicht nur dieselbe
Adresse, sondern bieten auch die gleiche Leistung an, “die
Fleisch-Grobzerlegung und Schlachtung in industriellen Betrieben”.
Gewerkschaften schätzen, dass die beiden Firmen jeweils mehrere Hundert
Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigen, die im Auftrag von Tönnies
Schweine und Rinder zerschneiden. Seit dem massiven Coronavirus-Ausbruch
im Tönnies-Werk müssen sie in ihren Unterkünften bleiben. Diese
Subunternehmen wollen für ihre Mitarbeiter nun offenbar Kurzarbeit
beantragen. Der Süddeutschen Zeitung liegt eine Mitteilung der beiden
Geschäftsführer “an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma MTM”
vor, in der sie ankündigen, dass “ab dem 20. Juni 2020 bis auf weiteres
Kurzarbeit eingeführt” werde. (…) In dem Schreiben heißt es, “für den
Arbeitnehmer” solle nun “Kurzarbeit Null” gelten. Man werde
“unverzüglich” bei der Arbeitsagentur einen Antrag stellen.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben dann in der Regel
Anspruch darauf, dass ihnen die Arbeitslosenversicherung mindestens 60
Prozent ihres Gehalts zahlt. Der Arbeitgeber spart sich diese Kosten. In
der Mitteilung der MTM-Chefs heißt es sogar, dass alle Leistungen, die
Arbeitnehmer “zu späteren Zeitpunkten” bekämen, “entsprechend der
verkürzten Arbeitszeit ermittelt” würden. Gemeint seien etwa
“Urlaubsentgelt” oder “Entgeltfortzahlung”. Das heißt: Wer jetzt nicht
arbeitet, hat später auch weniger Anspruch. Eine Regelung, sagt Armin
Wiese von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, der in anderen
Unternehmen wohl kaum ein Betriebsrat zustimmen würde. Der
Gewerkschafter Szabolcs Sepsi vom DGB-Projekt “Faire Mobilität” sagt,
dass mehrere Mitarbeiter von MGM und MTM bereits gebeten worden seien,
Kurzarbeitsbescheide zu unterschreiben – und zwar mit Nachdruck. Auf
seiner Facebook-Seite warnt das Projekt die Arbeiter in rumänischer
Sprache davor, sich auf solche Vereinbarungen einzulassen. Sie hätten
ein Recht auf ihr volles Gehalt. Zumal dieses im Augenblick gar nicht
von den Subunternehmen selbst gezahlt wird: Wenn ein Gesundheitsamt
einen Betrieb schließt, muss der Staat laut Infektionsschutzgesetz für
die Löhne aufkommen…” Artikel von Kristiana Ludwig und Lina Verschwele vom 2. Juli 2020 in der Süddeutschen Zeitung online 
- Kreis Gütersloh: Tönnies-Subunternehmen lassen Mitarbeiter in Quarantäne im Stich
“Der Kreis Gütersloh kritisiert die Quarantäne-Versorgung durch die
Subunternehmen des Tönnies-Konzerns. Nun haben die Behörden die Polizei
eingeschaltet. (…) 7000 Tönnies-Mitarbeiter mussten Mitte Juni in
Quarantäne. Das Unternehmen ist für die Versorgung der direkt bei dem
Schlachtkonzern angestellten Mitarbeiter zuständig, die Subunternehmer
für ihre jeweiligen Werkvertragsarbeiter. Adenauer hatte vor einer Woche
Vertreter aller Tönnies-Subunternehmen einbestellt und sie
aufgefordert, dieser Fürsorgepflicht nachzukommen. Der Landrat
verdonnerte die Dienstleister außerdem dazu, die Auslieferungen an ihre
Mitarbeiter zu dokumentieren und zuständige Ansprechpartner zu nennen.
Am Ende hätten zwar alle Dienstleister zugesagt und ein entsprechendes
Dokument unterschrieben, teilte der Kreis nun mit. Dennoch sei die
Versorgung nicht spürbar besser geworden. „Es kann nicht sein,
dass nun 60 Einsatzkräfte vom Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, den
Johannitern und dem THW im Dauereinsatz sind“, so Adenauer. Zudem
würden den Krisenstab „immer wieder teils groteske Details“ vom Umgang
der Subunternehmer mit ihren Angestellten und deren Angehörigen
erreichen. Einige davon seien an die Polizei zur weiteren Veranlassung
weitergeleitet worden, teilte der Kreis mit. Details zu den
Vorkommnissen und dazu, um welche Subunternehmen es konkret ging, wollte
ein Sprecher jedoch nicht kommentieren, solange die Vorwürfe nicht
bestätigt sind. Das Polizeipräsidium Bielefeld verwies lediglich auf die
Mitteilung des Kreises…” Artikel von Michael Verfürden vom 1.7.2020 im Handelsblatt online
(im Abo)
- Kantinen-Video: Mitarbeiterin des Caterers erhält fristlose
Kündigung / Fahrer in Quarantäne lieferten Waren aus, auch in die
Niederlande
- Kantinen-Video: Mitarbeiterin eines Caterers erhält fristlose Kündigung
“Klage vor dem Arbeitsgericht eingereicht – Frau soll
Aufnahme von Tönnies-Kantine in sozialen Netzwerken verbreitet haben.
Bei der Firma erhielt die Mitarbeiterin bereits Hausverbot, teilt das
Arbeitsgericht Bielefeld mit. In einem Gütetermin habe die Klägerin am
9. Juni nicht bestritten, das Video gepostet zu haben. Das
Kantinen-Video hatte im Internet für viel Wirbel gesorgt – insbesondere
weil zunächst nicht klar war, wann die Sequenz aufgenommen worden war…” Meldung vom 30.06.2020 im Westfalenblatt online 
- Neue Vorwürfe im Corona-Skandal um Tönnies: Fahrer in Quarantäne lieferten Waren aus
“Im Corona-Skandal um den Fleischkonzern Tönnies gibt es
neue Vorwürfe: Fahrer einer Spedition sollen nach WDR-Recherchen am 20.
Juni 2020, einem Samstag, per SMS Tourenaufträge erhalten haben, die am
Sonntag (21.06.2020) starteten. Das Brisante: Diese Fahrer am Standort
Rheda-Wiedenbrück standen eigentlich – wie alle anderen – unter
Quarantäne. Sie wurden indes doch losgeschickt, um Waren auszuliefern.
Ein Tönnies-Sprecher sagte dazu, dass an besagtem Sonntag 14 Touren von
außerhalb des Betriebsgeländes gestartet sind. Die Fahrer seien noch am
selben Tag aufgefordert worden, ihre Tour zu beenden. Über die
Tourdaten, Kunden und Zielorte wollte der Sprecher keine Auskunft geben.
Dass die Fahrer überhaupt losgeschickt wurden, erklärt das Unternehmen
in einer Email mit Unklarheiten über den Status der Fahrer am
Wochenende. “Nachdem geklärt werden konnte, dass hier eine Quarantäne
vorliegt, wurden die Touren gestoppt”, sagte ein Tönnies-Sprecher. Damit
widerspricht sich das Unternehmen selbst, denn zuvor hatte ein Sprecher
dem WDR geschrieben, dass die Quarantäne bereits am Samstag (20. Juni)
geklärt gewesen sei. Der Kreis Gütersloh will der Sache nun nachgehen.
(…) Am gleichen Wochenende hatten Tönnies beziehungsweise Lkw der zum
Konzern gehörenden Spedition Tevex in den Niederlanden für ein gewisses
Aufsehen gesorgt. Auf einem Umschlagplatz für Obst und Gemüse in Venlo
tauchten am Samstag zuerst vereinzelt, dann über die Tage bis zu 80 Lkw
mit Aufliegern von Tönnies und Tevex auf. Fahrer des Spediteurs Matthias
Weiße machen Fotos und Videos. Sie stellen sich Fragen: Corona-Alarm in
Gütersloh und hier sitzen Fahrer vor ihren Tönnies-Anhängern? Der WDR
fragte nach: Die Tönnies-Anhänger waren zu einem Geschäftspartner in die
Niederlande gebracht worden. Der hatte die Ware umgepackt und für die
Kunden zusammengestellt. (…) Externe Logistikpartner – mit solchen
arbeitet Tönnies regelmäßig zusammen. Das weiß Gewerkschafter Michael
Wahl, der speziell Arbeitskräfte in der Logistikbranche betreut. Er
sagte, die externen Fahrer hielten sich auf dem Werksgelände auf, seien
mit anderen Mitarbeitern in Kontakt. Gegenüber dem WDR betonte Wahl: “So
wie wir die Fahrer immer wieder sprechen, erzählen sie uns, dass sie in
die Betriebsabläufe genauso eingebunden sind, wie die Fahrer von
Tevex-Deutschland.” Die Anstellungsbedingungen bei den Subunternehmen
seien einfach schlechter. Man entledige sich einem Teil der
Verantwortung. “Und das ist ein System, das wir in der ganzen Logistik
kennen, das sich sehr stark dem ähnelt, was wir aus der Fleischindustrie
kennen”, so Wahl…” Beitrag vom 30.06.2020 beim WDR 
- [Faire Mobilität bittet um Geschenkpakete für die in
Quarantäne ausharrenden Mitarbeiter] Überwältigt von der großen
Solidarität / Das System Tönnies. Ausbeutung, Rassismus,
kapitalistisches Massenschlachten
- [Faire Mobilität bittet um Geschenkpakete für die in Quarantäne ausharrenden Mitarbeiter] Überwältigt von der großen Solidarität
“Im Zuge des Corona-Ausbruchs im Fleischkonzern Tönnies hat
eine Gruppe von Gewerkschaften dazu aufgerufen, als Zeichen der
Solidarität Geschenkpakete für die in Quarantäne ausharrenden
Mitarbeiter zu packen. Die Unterstützung durch die Bürger ist groß.
Szabolcs Sepsi von der Beratungsstelle Faire Mobilität fordert mehr
Respekt für die harte Arbeit der Tönnies-Beschäftigten: „Sie trifft
keine Schuld an der aktuellen Situation, aber sie haben sehr unter
dieser zu leiden.“ Es habe bereits Rückmeldungen von Anfeindungen und
Ausgrenzungen gegeben. „Rumänen und Bulgaren haben uns berichtet, dass
ihnen der Zutritt zu Geschäften verwehrt wird“, sagt der 32-Jährige.
„Wir haben bereits seit vergangener Woche überlegt, wie wir etwas für
die Beschäftigten tun und die Öffentlichkeit mit einbeziehen können“,
berichtet Sepsi. Da die Menschen in ihren Wohnungen festsitzen und mit
Lebensmitteln bereits versorgt werden, entstand beim Deutschen
Gewerkschaftsbund die Idee, die Paketaktion ins Leben zu rufen. „Als der
Lockdown verkündet wurde, wollten wir das Projekt so zügig wie möglich
auf die Beine stellen“, berichtet Helferin Nicole Panek von Pro Arbeit.
Weitere Unterstützer der Aktion sind die Interessensgemeinschaft
Werkfairträge, die Gewerkschaft Nahrung und Genuss, die IG Metall, Verdi
und Annelie Buntenbach, ehemaliges Mitglied im DGB-Bundesvorstand...” Meldung vom 26.06.2020 im Westfalenblatt online
, siehe dazu:
- “Im Zuge des #Corona-Ausbruchs im Fleischkonzern #Tönnies haben
Gewerkschafter*innen dazu aufgerufen, als Zeichen der Solidarität
Geschenkpakete für die in Quarantäne ausharrenden Mitarbeiter*innen zu
packen. Die Unterstützung ist groß. Über 800 Pakete sind in etwa zwei
Tagen auf unserem Solidaritätsaufruf hin gepackt worden! Der Kreis
Gütersloh und OWL zeigen beeindruckende Solidarität mit den
Beschäftigten des Tönnies Schlachthofes in Quarantäne.” Faire Mobilität am 27.6. bei Twitter

- Das System Tönnies. Ausbeutung, Rassismus, kapitalistisches Massenschlachten
“Im März 2020 mussten zwei junge Männer je 250 Euro Strafe
zahlen, weil sie (mit Abstand) zu zweit am Aasee in Münster gegrillt
haben. Mir kam das absurd und willkürlich vor, während die Lokalzeitung
„Westfälische Nachrichten“ (WN) die Kriminalisierung als angemessenes
Durchgreifen geradezu abfeierte. Viele Menschen wurden in den letzten
Wochen kriminalisiert, weil sie die aus meiner Sicht überwiegend
sinnvollen Abstands- oder andere Corona-Regeln nicht eingehalten haben.
Anders als die oben erwähnten Studenten, wurde der Fleischproduzent
Westfleisch bisher nicht belangt, obwohl sich im Westfleisch-Schlachthof
in Coesfeld im Mai 2020 mindestens 283 Arbeiter*innen mit dem
Corona-Virus infiziert haben, weil Westfleisch nicht dafür gesorgt hat,
dass die überwiegend aus Rumänien kommenden Schlachtarbeiter*innen die
Hygiene- und Abstandsregeln einhalten können. Offenbar noch dramatischer
ist die Situation für die Menschen, die für Tönnies in
Rheda-Wiedenbrück unter extrem unwürdigen Bedingungen Tiere am Fließband
töten und zerstückeln. „Die Tönnies Unternehmensgruppe hatte 2019 einen
Jahresumsatz von 7,3 Milliarden Euro. Dafür mussten 20.800.000 Schweine
und 440.000 Rinder gewaltsam sterben“, so die gemeinnützige
Organisation „Liberation Now“ am 21. Juni 2020. (…) Welche Strafe muss
nun der dafür verantwortliche Milliardär, Rassist und Superspreader
Tönnies voraussichtlich zahlen? Nothing! Wie nennt sich das?
Klassengesellschaft. Der Kampf für eine klassenlose, gewaltfreie,
herrschaftslose Gesellschaft ist auch das solidarische Eintreten für
Ökologie und eine sozial gerechte Welt, in der es keinen Kapitalismus,
keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, keinen Rassismus und
keine industriellen Massenschlachtungen mehr gibt.” Kommentar von Bernd Drücke vom 23. Juni 2020 in der Graswurzelrevolution 
- Mehr als 2000 Infizierte / Tönnies-Arbeiter könnten sich bei
WestCrown-Kollegen angesteckt haben / NRW-Gesundheitsminister: Einige
Tönnies-Arbeiter durch “Lappen gegangen”
- Corona-Ausbruch bei Tönnies: Jetzt schon mehr als 2000 Infizierte
“Nach dem Corona-Ausbruch bei dem Schlachthof Tönnies ist
die Zahl der nachweislich Infizierten weiterhin gestiegen. Lag die Zahl
der Infizierten gestern noch bei 1952, stieg diese am Mittwoch auf 2054
an. Derzeit würden 27 Patienten in Krankenhäusern stationär behandelt –
drei müssten beatmet werden…” RND/dpa-Meldung vom 24.06.2020 
- Tönnies-Arbeiter könnten sich bei WestCrown-Kollegen angesteckt haben
“Der Virus-Ausbruch bei Tönnies könnte in Zusammenhang mit
Infizierten des Konkurrenten stehen. Mitarbeiter der Firmen sollen sich
bei einem Gottesdienst getroffen haben. (…) Laut Darstellung des
Unternehmens Tönnies und des Kreises Gütersloh infizierten sich einzelne
Mitarbeiter bei dem Gottesdienst und kehrten danach in den Betrieb
zurück. Der Erreger wurde möglicherweise von WestCrown-Mitarbeitern aus
dem nahe gelegenen Dissen in die Kirche getragen. Während Tönnies nahezu
den gesamten Ausbruch Mitte Mai auf die Kirchengemeinde zurückführt,
antwortete die Kreisverwaltung dem Bericht zufolge, die Infektionskette
sei nicht lückenlos aufgeklärt. Laut Auskunft des Landkreises Osnabrück
sollen sich auch Mitarbeiter beider Unternehmen in einem Restaurant
getroffen haben…” Meldung vom 25. Juni 2020 in der Zeit online 
- Minister: Einige Tönnies-Arbeiter durch “Lappen gegangen”
“Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kann nach
eigenen Angaben nicht ausschließen, dass manche Tönnies-Mitarbeiter
nicht auf Corona getestet worden sind. Es könne sein, dass “uns 20, 30
durch die Lappen gegangen sind”, sagte Laumann am Donnerstag in einer
Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Er verteidigte aber das
Vorgehen der Behörden…” dpa-Meldung vom 25. Juni 2020 in der Süddeutschen Zeitung online 
- [Mehr als 1500 nachweislich Infizierte] “In Kernbereichen”:
Tönnies verspricht Abschaffung der Werkverträge [hatten wir schon mal
vor Jahren] / Übersicht für Verbraucher: Wo steckt das Tönnies-Fleisch
drin? / Tönnies-Mitarbeiter berichtet über Corona-Verstöße im Mai
- “In Kernbereichen”: Tönnies verspricht Abschaffung der Werkverträge [hatten wir schon mal vor Jahren]
“Clemens Tönnies zählte zu den lautesten Verfechtern von
Werkverträgen in der Fleischindustrie. Nach dem Corona-Ausbruch in
seinem Betrieb will er sie weitgehend streichen – dabei müsste er das
bald ohnehin. (…) Deutschlands größter Schlachtbetrieb will demnach bis
Ende 2020 alle Werkverträge “in allen Kernbereichen der
Fleischgewinnung” abschaffen und die Mitarbeiter in der
Tönnies-Unternehmensgruppe einstellen. Das teilte Tönnies in
Rheda-Wiedenbrück mit. Der Tönnies-Konkurrent Westfleisch hatte
angekündigt, bis Ende des Jahres sogar sämtliche Mitarbeiter selbst
einzustellen und auf Werkvertragsanbieter zu verzichten. Tönnies will
laut Ankündigung noch weitere Schritte gehen, um die Situation seiner
Arbeiter zu verbessern. So solle flächendeckend eine digitale
Zeiterfassung an allen deutschen Standorten für die Arbeiter eingeführt
werden. (…) Außerdem will das Unternehmen nach eigenen Angaben
ausreichenden und angemessenen Wohnraum für die Beschäftigten der
Unternehmensgruppe an den Standorten schaffen. Auch dieser Punkt soll
möglichst bis zum 1. Januar 2021 umgesetzt werden. Nach Angaben eines
Tönnies-Sprechers könne es aber beim Thema Wohnen in den verbleibenden
sechs Monaten bis Ende 2020 ein Zeitproblem geben…” Meldung vom 23.06.2020 beim Spiegel online
, siehe dazu:
- Nachhaltigkeitsstrategie: Tönnies schafft Werkverträge ab
“Nach Westfleisch verkündet auch Tönnies, keine Werkvertragsarbeiter
mehr beschäftigen zu wollen und besseren Wohnraum zu schaffen. Die
bayerischen Tönnies-Werke sind derzeit auch gestoppt. (…) Die Tönnies
Unternehmensgruppe verkündete am Dienstag die Fortsetzung der
t30-Nachhaltigkeitsstrategie, wozu auch die Themenbereiche Arbeit,
Wohnen und Ressourcenschutz gehören: Abschaffung von Werkverträgen in
allen Kernbereichen der Fleischgewinnung – Direkteinstellung dieser
Mitarbeiter in die Tönnies Unternehmensgruppe; Zügige Schaffung von
ausreichend und angemessenem Wohnraum für die Beschäftigten der
Unternehmensgruppe an den Standorten; Flächendeckende digitale
Zeiterfassung an allen deutschen Standorten der Unternehmensgruppe;
Integrationsprogramme zur Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz an
unseren Standorten; Aus- und Fortbildungsprogramme mit Schwerpunkt für
übernommener Mitarbeiter. Die genannten Regelungen werden ab sofort
angegangen und sollen möglichst ab dem 1. Januar 2021 gelten, so das
Unternehmen…” Artikel von Alfons Deter vom 23.06.2020 bei topagrar.com 
- Hand drauf. Die frühen Versprechen des Clemens Tönnies
Artikel von Anne Kunze vom 24. Juni 2020 in der Zeit online
(leider nur im Abo)
- Das Elend der Fleischarbeiter im reichen Deutschland
“Abhängigkeit. Ausbeutung. Konzerne der Fleischindustrie
machen Kasse auf Kosten von Werkvertragsarbeitern. Ein Beschäftigter
berichtet über seine Erlebnisse. Auch über mangelnden Corona-Schutz in
der Tönnies-Fabrik. (…) Tönnies-Mitarbeiter: “Wenn ich keinen Beweis
habe, dass ich Corona habe, soll ich trotzdem zur Arbeit gehen” (…)
Tönnies-Mitarbeiter ohne Testergebnisse nach Bulgarien zurückgekehrt…” Beitrag vom 23. Juni 2020 bei web.de 
- Tönnies-Mitarbeiter müssen in Bulgarien in Quarantäne
“Erst kürzlich hat Bulgarien die Quarantänepflicht für
Einreisende aus Deutschland aufgehoben. Für Heimkehrer, die bei Tönnies
gearbeitet haben, gilt sie aber…” Agenturmeldung vom 23. Juni 2020 in der Zeit online 
- [Mehr als 1500 nachweislich Infizierte] Lockdown in Gütersloh
“Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies
schränken die Behörden das öffentliche Leben im gesamten Kreis Gütersloh
nun doch massiv ein. Erstmals in Deutschland werde ein Kreis wegen des
Corona-Infektionsgeschehens wieder auf die Schutzmaßnahmen
zurückgeführt, wie sie im März gegolten hätten, sagte
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Die Maßnahmen gelten zunächst bis
zum 30. Juni – auch für den benachbarten Kreis Warendorf, dort aber
nicht flächendeckend. (…)Von 7000 Mitarbeitern der Firma Tönnies in
Rheda-Wiedenbrück wurden 1553 positiv getestet, die meisten in der
Abteilung Fleischzerteilung. Hinzu kämen laut Laschet einige Fälle aus
dem familiären Umfeld der Betroffenen, deren Zahl aber noch nicht
bekannt sei. Bei Nicht-Mitarbeitern von Tönnies im Kreis Gütersloh habe
man nur 24 Infizierte, so Laschet. Der Ministerpräsident warf dem
Branchenriesen mangelnde Kooperationsbereitschaft vor. Daher hätten die
Behörden die Herausgabe von Daten der Werkarbeiter von Tönnies
durchgesetzt. “Da wurde nicht mehr kooperiert, da wurde verfügt”, so
Laschet. Dass das Unternehmen den Datenschutz angeführt habe, sei kein
Argument. Aus Infektionsschutzgründen wäre Tönnies gesetzlich
verpflichtet gewesen, die Daten der Beschäftigten zu übermitteln. Fragen
des Schadenersatzes gegen die Firma Tönnies könnten nach der Krise
geprüft werden…” Meldung vom 23.06.2020 bei tagesschau.de 
- Übersicht für Verbraucher: Wo steckt das Tönnies-Fleisch drin?
“Schon bei dem Gedanken, ein Stück Fleisch auf dem Teller
zu haben, welches zuvor im Schlachtereiunternehmen Tönnies verarbeitet
wurde, ist vielen nicht wohl zumute. Schließlich entpuppte sich
Deutschlands größter Schlachtbetrieb als Coronavirus-Brutstätte. Doch
Tönnies-Fleisch ist nicht leicht auszumachen. (…) Und wenn es ganz dumm
läuft, gibt es das Coronavirus noch oben drauf. Denn in Deutschlands
größtem Schlachtbetrieb, Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, wütet das
Coronavirus. Eigenen Angaben zufolge werden hier pro Tag 750 Tonnen
frisches Fleisch und 100 Tonnen Tiefkühl-Convenienceprodukte produziert
und verarbeitet. Einen sehr hohen Marktanteil hat Tönnies im
Schweinefleisch-Segment: Der betrug 2019 satte 30,3 Prozent, was rund
16,7 Millionen Schweine-Schlachtungen entspricht. Und eben hier wurden
jüngst 1331 Mitarbeiter des Unternehmens positiv auf das Coronavirus
getestet. Das entspricht einem Fünftel der Belegschaft, welche derzeit
komplett unter Quarantäne steht. Lässt sich das Tierwohl beim
Fleischkonsum meist noch ausblenden, hört für die meisten beim
Coronavirus der Spaß auf. Sprich, viele Verbraucher wollen auf Produkte
aus dem Hause Tönnies und generell auf Fleisch aus Großbetrieben
verzichten. Aber wo steckt eigentlich überall Tönnies-Fleisch drin? Bei
verpacktem Fleisch müssen Verbraucher auf dem Etikett eine Information
darüber finden, in welchem Land beziehungsweise in welchen Ländern die
Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden, wie die Verbraucherzentrale
Nordrhein-Westfalen informiert. Zudem muss sich bei Fleischprodukten ein
Identifikationszeichen samt Code auf der Verpackung befinden. Laut
Recherchen der Verbraucherschützer sind mit dem Tönnies-Unternehmen in
Rheda-Wiedenbrück folgende Kennzeichen verbunden: (…) Tönnies beliefert
täglich viele Supermärkte und Discounter wie Rewe, Aldi und Lidl. Bei
den Discountern stehen die Produkte unter den Markennamen “Landjunker”
und “Meine Metzgerei” im Frischeregal. Zu Tönnies gehört auch die “Zur
Mühlen”-Gruppe, die seit 2017 vollständig Teil des Konzerns ist. Aus dem
Hause “Zur Mühlen” kommen folgende Marken…“ Beitrag bei ntv vom 22.06.2020 
- Tönnies-Mitarbeiter berichtet über Corona-Verstöße im Mai
“… Noch vor drei Wochen habe man in der Fabrik – bis auf
Maskenpflicht und aufgestellte Desinfektionsmittelspender – gearbeitet
wie in “normalen Zeiten”– auch deshalb, weil es nach wie vor viele
Aufträge gegeben hätte. “Wir haben eng an eng an den Fließbändern
gearbeitet, ungefähr mit 50 Zentimetern Abstand. In der Kantine waren
immer ungefähr 300 Leute, auf den Treppen war immer Gedränge”, erzählt
der Mitarbeiter, der anonym bleiben will. Teilweise seien die Masken
auch abgesetzt worden, ohne dass es geahndet worden sei. Zwar hat
Tönnies offiziell ein Hygiene-Konzept, unterteilt zum Beispiel
Mitarbeiter in Gruppen, hat Pausenzelte eingerichtet. Auf die Vorwürfe
des Arbeiters reagierte die Firma trotz WDR-Anfrage bis Sonntagabend
(21.06.2020) aber nicht. Doch auch der Arbeitssschutz fand Mängel:
Zwischen dem 11. und 18. Mai wurden Kontrollen durchgeführt. Das
Ergebnis: zu geringe Abstände. Erst bei einer späteren Überprüfung Ende
Mai sei alles in Ordnung gewesen, teilte die Bezirksregierung Detmold
mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit einigen Tagen gegen
Tönnies unter anderem wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das
Infektionsschutzgesetz. (…) Die besondere Rolle der Fleischfirma zeigt
sich bei den Zugeständnissen der Behörden: In einer Antwort auf eine
Anfrage der Grünen-Fraktion an die Stadt Rheda-Wiedenbrück, die Westpol
vorliegt, werden spezielle Regeln für Tönnies beschrieben. Der Kreis
Gütersloh und das Land NRW “haben in Abstimmung festgestellt, dass
Tönnies einen Versorgungsauftrag als Unternehmen mit kritischer
Infrastruktur hat”. Dies führe dazu, dass “nicht an allen Stellen der Mindestabstand gewährleistet werden kann.”…“ Beitrag von Raphael Markert und Bernd Neuhaus vom 21.06.2020 beim WDR 
- [Mehr als 1300 positive Tests, die komplette Belegschaft in
Quarantäne] Heil will Tönnies für Corona-Ausbruch zahlen lassen /
Tönnies und Corona: “Ein Staat im Staat” / …
- [Mehr als 1300 positive Tests, die komplette Belegschaft in Quarantäne] Heil will Tönnies für Corona-Ausbruch zahlen lassen
“7000 Menschen sind bereits isoliert, Kitas und Schulen
geschlossen: Der Corona-Ausbruch im nordrhein-westfälischen
Rheda-Wiedenbrück beschäftigt die Behörden vor Ort – aber auch die
Politik in Berlin. (…) Nach Angaben des Kreises Gütersloh, in dem
Rheda-Wiedenbrück liegt, wurden die Reihentests auf dem Tönnies-Gelände
am Samstag abgeschlossen. Demnach lagen zunächst 5899 Befunde vor. Davon
waren 1331 positiv, also mehr als ein Fünftel. Die komplette
Tönnies-Belegschaft steht derzeit unter Quarantäne…” Artikel vom 22.06.2020 beim Spiegel online 
- Tönnies und Corona: “Ein Staat im Staat”
“Die Arbeitsbedingungen in vielen Fleischbetrieben sind ein
Problem, nun leiden Arbeiter auch noch unter wachsendem Rassismus. Zwei
Tönnies-Mitarbeiter berichten. Nach wenigen Minuten ploppt die erste
Whatsapp-Nachricht auf, sie kommt von einem Mann, der hier Marius
Popescu* heißen soll. Die SZ hat in einer Facebook-Gruppe für Rumänen in
Nordrhein-Westfalen nachgefragt, wer über die Arbeit in der
Fleischindustrie sprechen will. Seit 2015 hat Popescu für die Firma
Tönnies gearbeitet, bis er vor rund drei Wochen in Quarantäne musste.
Auf das Fleischunternehmen blicken nun viele im Land, weil sich mehr als
1000 Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert haben. Popescu spricht ruhig
und abgeklärt. Es sei ja nicht alles an der Branche schlecht, sagt er.
Vieles, was er berichtet, erklärt allerdings, warum kaum jemand in
Schlachtfabriken arbeiten will. Für Tönnies hat Popescu erst Fleisch
verpackt, später selbst geschnitten. Er berichtet von 200 Stunden Arbeit
im Monat und Unterkünften, in denen sich vor der Pandemie drei bis
sieben Personen ein Zimmer teilten. Beides scheint ihn nicht zu
schockieren. “Natürlich ist die Arbeit hart.” Früher war Popescu Soldat,
das sei leichter gewesen. Er habe vielleicht ein Zehntel so schwer
gearbeitet wie bei Tönnies. Anfangs habe er geglaubt, die Arbeit nicht
zu schaffen – das industrielle Schlachten erschien ihm zu brutal.
Mittlerweile sieht er seinen Job bei Tönnies als Rampe. Über die Arbeit
dort will er in Deutschland einen besseren Job in einer anderen Branche
finden. Wirklich verwundert klingt Popescu nur bei einem Thema. Schon
vor rund sechs Wochen seien er und seine Frau auf Corona getestet
worden. Danach seien sie weiter zur Arbeit gegangen. Erst zwei Wochen
später hätte ihnen jemand die Ergebnisse mitgeteilt: Popescus Frau war
positiv. Warum die Auswertung so lange dauerte, kann er nicht verstehen.
Auch nicht, dass es danach keine weiteren Tests gegeben habe, und auch
keine Informationen. (…) Auch andere Arbeiter sagen der SZ und der
Beratungsstelle Faire Mobilität, dass es schon seit Längerem einzelne
Corona-Fälle bei Tönnies gegeben habe. Nach Marius Popescu melden sich
weitere Arbeiter bei der SZ, die meisten sind aufgebracht. Andrei
Amariei* schreibt, er wolle Menschen warnen – vor der Ausbeutung auf
Schlachthöfen wie dem von Tönnies. Amariei ist aus dem Geschäft
ausgestiegen. (…) Besonders empört seien die Betroffenen in Quarantäne
jetzt über die Behauptung, sie seien am langen Wochenende verreist und
hätten so bei ihrer Rückkehr das Virus eingeschleppt. De facto hätten
viele gearbeitet: “Es gab kein langes Wochenende für die
Fleischindustrie”, sagt Sepsi. “Die Aussage ist einfach falsch und sie
schürt Rassismus.” Schon jetzt gebe es mehr Ausgrenzung: Menschen
berichteten ihm, dass Arztpraxen keine Tönnies-Mitarbeiter mehr hinein
ließen. Supermärkte sollen Menschen abgewiesen haben, die sie für
Rumänen hielten. “Auch in Cosfeld war das schon so”, sagt Sepsi. Für
Andrei Amariei ist das keine große Überraschung. Er sagt: “Rumänen
standen immer schon am untersten Ende der sozialen Leiter, auch Polen
und Türken schauen auf uns herab.”…” Artikel von Lina Verschwele vom 21. Juni 2020 in der Süddeutschen Zeitung online 
- Das Tönnies-Desaster
“Mehr als 1000 Infektionen, fehlende Adressen und
verlorenes Vertrauen: Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik
lassen die Behörden ihrem Ärger über den Konzern freien Lauf. Chef
Clemens Tönnies versucht die Vorwärtsverteidigung. (…) Am Donnerstag
hatten die Behörden alle Kräfte und sogar die Bundeswehr mobilisiert, um
der Masseninfektion in dem Schlachthof Herr zu werden. Am Freitag
verfügte der Kreis, dass alle rund 6500 Tönnies-Mitarbeiter am Standort
Rheda-Wiedenbrück mitsamt allen Haushaltsangehörigen in Quarantäne
müssen – auch die Verwaltung, das Management und die Konzernspitze. (…)
Der Krisenstab, das ist zumindest die Version von Kuhlbusch, bat die
Werksleitung um eine komplette Liste. Sie kam wohl am Freitag um die
Mittagszeit. Doch es fehlte ein Drittel. Was folgte, war “gutes
Zureden”, das aber zu nichts führte. “Irgendwann sagt man so:
Feierabend”, poltert Kuhlbusch. Man habe sich die nötigen Befugnisse
gesichert, den Werkschutz mitgenommen und sei in die Verwaltung
eingedrungen. Um 1.30 Uhr in der Nacht fanden Kuhlbuschs Mitarbeiter in
den vorhandenen Unterlagen schließlich die gesuchten Adressen. Ein
seltsamer Vorgang. Warum fehlten die Adressen? Waren sie nicht zu
finden, oder wollte man sie nicht hergeben? Handelte es sich bei den
Betroffenen überhaupt um festangestellte Mitarbeiter, oder nicht
vielmehr um jene mobilen Fleischhauer-Truppen, die an mehreren Orten in
Nordrhein-Westfalen gleichzeitig arbeiten und eher verstreut wohnen?
Allerdings könnte der ostentative Zorn der Behörden auch dazu dienen,
eigene Versäumnisse zu übertünchen…” Artikel von Thomas Kirchner vom 20.6.2020 in der Süddeutschen Zeitung online 
- Tönnies: NRW-Mitarbeiter dürfen nicht in Sachen-Anhalt aushelfen
“Der Schlachthof des Tönnies-Konzerns in Weißenfels
(Burgenlandkreis) darf vorerst keine Mitarbeiter des stark von Corona
betroffenen Standorts in Nordrhein-Westfalen bei sich arbeiten
lassen. Das teilte der Landkreis am Freitag mit. Das Verbot betreffe
alle Arbeitskräfte, die seit dem 5. Juni in dem Tönnies-Schlachthof im
nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück gearbeitet hätten. Bis zum 3.
Juli dürften die Betroffenen die Schlachterei in Weißenfels nicht
betreten. Ziel sei es, Menschen im Burgenlandkreis vor einer
potenziellen Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, teilte der
Landkreis mit. (…) Auch in Weißenfels gab es vor knapp einem Monat knapp
1200 Tests für die Mitarbeiter, die beim Fleischkonzern in Weißenfels
oder Subunternehmern angestellt oder zur Veterinär- und
Lebensmittelüberwachung unmittelbar im Schlachtbetrieb tätig waren.
Damals verliefen alle Tests negativ.“ Beitrag vom 19.06.2020 bei Tag24 
- Corona-Ausbruch bei Tönnies: Druck auf Fleischindustrie wächst
“… Nach der vorübergehenden Schließung des
größten deutschen Schlachtbetriebs von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück
nach einem Corona-Ausbruch mit aktuell 730 Infizierten geraten die
Fleischproduktion und ihre Arbeitsbedingungen stärker in die Kritik.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nannte die Nachrichten aus
Rheda-Wiedenbrück “schockierend”. Dort sei zu erleben, was passiere,
“wenn mit Arbeitnehmern aus Mittel- und Osteuropa bei uns nicht fair
umgegangen wird”. In der ARD sagte er, die Branche müsse Verantwortung
übernehmen “für anständige und menschenwürdige Arbeitsbedingungen”. Er
fühle sich bestätigt, den Kurs, in der Fleischindustrie aufzuräumen,
konsequent umzusetzen, so der SPD-Politiker. Werk- und
Leiharbeitsverträge werde es in den Fleischfabriken nicht mehr geben.
“Wir werden das Grundübel beenden”, so Heil. Im Sommer wolle er auch ein
Gesetz vorlegen, das eine digitale Erfassung der Arbeitszeit in der
Fleischindustrie vorschreibt. (…) NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef
Laumann kündigte an, die Branche wissenschaftlich untersuchen zu lassen.
“Mein Ministerium wird eine wissenschaftliche Expertise auf den Weg
bringen, die den Ursachen des Ausbruchs in Gütersloh epidemiologisch auf
den Grund geht”, so der CDU-Politiker. Ausgewertet wurden nach
Informationen vom Donnerstag bisher 1106 Ergebnisse eines von den
Behörden angeordneten Reihentests. Im Tönnies-Stammwerk müssen in den
nächsten Tagen noch rund 5300 Mitarbeiter getestet werden…“ Beitrag vom 19.06.2020 bei tagesschau.de 
- Pressekonferenz und Buchvorstellung am 18.6.2020 in
Rheda-Wiedenbrück: Nicht nur Clemens Tönnies steht am Pranger sondern
auch das „System Tönnies“ / Tönnies: Corona-Fälle im Kreis Gütersloh
kein Wunder. Jetzt Ursachen bekämpfen!
- Pressekonferenz und Buchvorstellung am 18.6.2020 in
Rheda-Wiedenbrück: Nicht nur Clemens Tönnies steht am Pranger sondern
auch das „System Tönnies“
“Die Stadt Rheda-Wiedenbrück war am Donnerstag in ziemlichem
Aufruhr. Die Zentrale des Tönnies-Werkes ist in Rheda-Wiedenbrück, mit
7.000 Beschäftigten, in der Mehrzahl WerkvertragsarbeiterInnen. Der
Landrat Adenauer hatte die Schließung der Schulen und Kitas verfügt,
weil über 6.000 Corana-Infizierungen festgestellt worden waren, und
längst noch nicht alle waren getestet worden! Kinder und Eltern aus
Rheda-Wiedenbrück machten zwei Protestaktionen gegen Tönnies, einmal vor
den Toren des Betriebes und eine zweite im Zentrum der Stadt. Die Wut
auf Tönnies ist groß. Schon wieder dürfen die Kinder nicht zur Schule
und in die Kitas! Und dem Kreis droht womöglich ein neuer lock down.
Clemens Tönnies hat in seiner Villa Polizeischutz bekommen! Am
Donnerstag war auch die Buchvorstellung und Pressekonferenz zum Buch:
Das Schweinesystem. Aufhebung der Werkverträge und des
Subunternehmertums! Zu zweit fuhren wir von Hamburg nach
Rheda-Wiedenbrück. Wir waren ja Herausgeber dieses Buches. Schon die
Taxi-Fahrerin sagte: Ich hasse Tönnies! Bisher war Clemens Tönnies sehr
beliebt als großer Mäzen und großzügiger Spender, mit Ehrungen der Stadt
und des Kreises überhäuft! Aber die Stimmung ist umgeschlagen…” Bericht von Dieter Wegner vom 19.6.2020 bei Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg
von Pressekonferenz und Buchvorstellung am 18.6.2020 in
Rheda-Wiedenbrück von “Das Schweinesystem”, herausgegeben von Jour Fixe
Gewerkschaftslinke Hamburg bei Die Buchmacherei
(Siehe Details zum Buch und eine Leseprobe)
- Tönnies: Corona-Fälle im Kreis Gütersloh kein Wunder. Jetzt Ursachen bekämpfen!
“Mietwucher, Schein-Werkverträge und industrieller Rassismus /
Kriminogenen Sumpf jetzt austrocknen: Illegale Arbeitnehmerüberlassung
und Mietwucher bekämpfen! / Warum unternehmen die zuständigen
NRW-Behörden nichts? / Industrieller Rassismus: Wir verurteilen die
Äußerungen des Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Die
Aktion gegen Arbeitsunrecht wundert sich nicht über die Corona-Fälle
rund um den Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück. Im Gegenteil: Wir
wundern uns darüber, wie es dem größten europäischen Schweineschlachter
gelungen ist, solange ohne registrierte Corona-Fälle durch zu kommen.
Wir fragen uns warum die zuständigen Behörden nichts gegen die zu Grunde
liegenden Vergehen unternehmen: illegale Arbeitnehmerüberlassung und
Mietwucher. Armin Laschet traut sich offensichtlich nicht, dem Schalke
04-Boss und Schweine-Baron Tönnies den Kampf anzusagen. Wir haben
bereits am 15. Mai 2020 ein Video auf youtube
verbreitet, das die Kantine im Tönnies-Stammsitz Rheda-Wiedenbrück
zeigt. Mitten im Lock-down lässt man die Leute weiter arbeiten, als wäre
nichts geschehen. Das zu Grunde liegende Problem ignorieren die
zuständigen Behörden: illegale Arbeitnehmerüberlassung
(Schein-Werkverträge) und Mietwucher. Am 23.4.2020 haben wir über
unseren Anwalt Eberhard Reinecke Anzeige beim Hauptzollamt Bielefeld
Anzeige wegen illegaler Arbeitnehmerüberlassung gestellt. Zuvor haben
wir den NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann informiert. (…) Wir sind
zu der Überzeugung gelangt, dass rund um die industrielle
Fleisch-Produktion in Deutschland ein kriminogenes Milieu aus
General-Unternehmern und Sub-Unternehmern wuchert. Rund um deutsche
Schlachhöfe geschieht systematische Ausbeutung von Menschen, denen
Grundrechte aufgrund ihrer Herkunft verwehrt bleiben – weil sie aus
abgehängten Regionen in Osteuropa stammen. Wir vermuten, dass dieser
industrielle Rassismus durch Sonntagsreden, antrainierte Toleranz-Gesten
und Multi-Kulti-PR lediglich verdeckt wird…” Pressemitteilung der aktion ./. arbeitsunrecht vom 18. Juni 2020 
- [Mindestens 730 Tönnies-Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück mit dem Coronavirus infiziert] Wut auf Tönnies
“Mindestens 730 Tönnies-Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück
haben sich mit dem Coronavirus infiziert – die industrielle
Fleischproduktion bietet gute Bedingungen für die Viren. Die Wut der
Menschen in der Region wächst. (…) “Stoppt die Ausbeute bei Tönnies”,
steht auf dem Schild, das Ritschel an ihr Lastenrad geklebt hat.
Dutzende weitere Menschen halten Plakate hoch, “Wir woll’n zur Schule”
ist darauf zu lesen. Oder “Clemens spielt Onkel Dagobert, wir spielen
wieder allein.” Denn die Schulen und Kitas im Kreis sind geschlossen.
Wegen Tönnies. Wegen seines Schlachthofs, derzeit Corona-Hotspot Nummer
eins in Deutschland. (…) Der Ausfall in Rheda lässt sich womöglich
kompensieren; andere Tönnies-Werke sollen nun umso mehr Tiere töten und
verarbeiten. Und in manchen Schlachthöfen von Konkurrenten, die auch
schon Masseninfektionen erlebt haben, wird inzwischen wieder gearbeitet.
Doch der extrem große Corona-Ausbruch bei Tönnies wirft Fragen auf:
Was, wenn sich die Beschäftigten nicht so stark in den Unterkünften
anstecken, sondern in der Fabrik? Wie infektionssicher sind
Schlachthäuser überhaupt noch, so wie sie derzeit betrieben werden?…” Reportage von Claus Hecking und Florian Gontek aus Rheda-Wiedenbrück vom 18.06.2020 beim Spiegel online 
- 657 Tönnies-Mitarbeiter in Rheda mit Corona infiziert – (bisher nur) der Schlachtbetrieb eingestellt
- [Ticker] Corona-Ausbruch bei Tönnies: Die Entwicklung und die Reaktionen
“+++18:07+++ Kreis bestätigt: 657 Tönnies-Mitarbeiter mit
Corona infiziert +++17.30+++ 7000 Mitarbeiter bei Tönnies in Quarantäne.
Reaktion von NRW Gesundheitsminister Laumann erwartet. Eltern und
Kinder im Kreis enttäuscht und traurig. Kreis will Shutdown unbedingt
verhindern. (…) +++ 13.17 Uhr +++ Massenhafter Corona-Virus-Ausbruch bei
Tönnies in Rheda. Wie der Kreis Radio Gütersloh bestätigt hat, ist bei
400 Mitarbeitern des Fleischkonzerns das Virus nachgewiesen worden. Der
Krisenstab des Kreises tagt und sucht nach Lösungen. Landrat Sven-Georg
Adenauer will alles dafür tun, um einen Shutdown zu verhindern. Der
Betrieb bei Tönnies wird so weit wie möglich heruntergefahren. Nach
HK-Informationen sollen Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wieder
geschlossen werden. Um 15 Uhr wollen Landrat Adenauer, der Leiter des
Krisenstabes und Vertreter von Tönnies in einer Pressekonferenz
Einzelheiten schildern. Bei 400 von 500 getesteten Tönnies Mitarbeitern
ist das Coronavirus nachgewiesen worden. 500 weitere Testergebnisse
sollen noch folgen. Die Tönnies-Krisennachricht trifft nicht nur die
Stadt Rheda-Wiedenbrück. Viele Tönnies-Fleischarbeiter sind auch in
Unterkünften in Nachbarkommunen untergebracht: Zum Beispiel in
Gütersloh, Herzebrock-Clarholz, Harsewinkel oder Langenberg. Was für
Konsequenzen die aktuelle Entwicklung hat, auch darüber wird der Kreis
in seiner Pressekonferenz ab 15 Uhr informieren…“ Ticker bei Radio Gütersloh ab dem 17.06.2020 
- Corona-Ausbruch bei Tönnies: Mehr als 600 Infektionen in Fleischfabrik
“Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind
in der Produktion mehr als 650 Menschen positiv auf das Corona-Virus
getestet worden. In manchen Teilen geht der Betrieb aber erst einmal
weiter. Beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind in der
Produktion mehr als 650 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet
worden. Das hat der Kreis Gütersloh am Mittwochabend (17.06.2020)
mitgeteilt. Rund 7.000 Mitarbeiter müssten in Quarantäne. (…)Der Kreis
Gütersloh hatte am Mittwochnachmittag (17.06.2020) die Schließung des
Betriebs verfügt. Schlachtschweine werden zwar nicht mehr angenommen.
Die Zerlege-Abteilung ist geschlossen. Dennoch läuft die Produktion
vorerst weiter. Am Mittwochabend erschienen mehrere hundert Beschäftigte
zur Spätschicht. Sie sollen das in den Kühlhäusern gelagerte Fleisch
verarbeiten. Das geschehe in Absprache mit dem Gesundheitsamt, sagte ein
Konzernsprecher. Dies könne zwei Tagen dauern. Erst dann werde das
Tönnies-Werk komplett geschlossen. Ob diese Mitarbeiter auch infiziert
sind, müssen neue Tests ergeben…” Beitrag vom 18.06.2020 beim WDR 
- Nach Corona-Ausbruch bei “Tönnies”: Laschet irritiert mit Aussagen über “Rumänen und Bulgaren”
“Schleppen “Rumänen und Bulgaren” den Corona-Erreger ein?
So wird eine Äußerung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nach einem
Ausbruch in einem “Tönnies”-Schlachthof verstanden. Sein
Gesundheitsminister muss ihm beispringen. (…) Im Fall des Ausbruchs bei
“Tönnies” ist noch vollkommen ungeklärt, wie “lokal” das Geschehen
bleibt und auch wie das Virus in den Schlachtbetrieb eingetragen wurde
und sich dort ausbreiten konnte. Ob es beispielsweise an der Missachtung
von Hygiene- oder Abstandsregeln durch Schlachthof-Mitarbeiter oder das
Unternehmen lag, muss noch untersucht werden. “Tönnies” selbst geht
bislang davon aus, dass osteuropäische Beschäftigte das Virus aus ihrer
Heimat mitgebracht haben könnten. Ein weiterer Faktor für die
Verbreitung seien die niedrigen Temperaturen in den Zerlegebereichen.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schloss sich
dem Konzern an und legte sich bei der Ursache für den Ausbruch schon
einmal fest – eine Äußerung von ihm sorgte für Irritationen, bisweilen
sogar für Empörung. Am Rande eines Treffens in Berlin machte er auf eine
Frage nach der Rolle der bisherigen Lockerungen für das
Infektionsgeschehen bei “Tönnies” die aus seiner Sicht Verantwortlichen
aus: “Das sagt darüber überhaupt nichts aus”, sagte Laschet zu den
Lockerungen. “Weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der
Virus herkommt. Das wird überall passieren. (…) Das hat nichts mit
Lockerungen zu tun, sondern mit der Unterbringung von Menschen in
Unterkünften und Arbeitsbedingungen in Betrieben.”…” Artikel vom 18. Juni 2020 beim Stern online
(siehe das Laschet-Video bei Twitter
)
- Tönnies muss Produktion teilweise runterfahren
“Der Fleischkonzern Tönnies muss in Teilen seines Betriebes
die Produktion herunterfahren. Das ist das Ergebnis eines
Krisengesprächs zwischen Konzernchef Clemens Tönnies und Güterslohs
Landrat Sven-Georg Adenauer am Dienstag (16.06.2020). Anlass ist
die hohe Zahl an Corona-Infektionen im Werk Rheda – mittlerweile etwa
100. Das Corona-Virus hatte sich offenbar bei der Arbeit in der
Schweinezerlegung und nicht, wie erst gedacht, in den Unterkünften der
Werksarbeiter verbreitet. (…) Außerdem soll es weitere Massentests
auf dem Firmengelände geben. Der Kreis Gütersloh will das alles
beobachten und bei einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen
zusätzliche Maßnahmen ergreifen. (…) Sei ein Lockdown nötig, wenn
Tönnies “die Dinge nicht in den Griff bekommt, dann würde ich einen
Lockdown ins Auge fassen für die Firma Tönnies, aber nicht für Kommunen
im Kreis”, ergänzte Adenauer.“ Beitrag bei WDR vom 16.06.2020 
- Coronavirus in Tönnies-Fleischfabrik: “Unsere Betriebe sind nicht für die Pandemie gebaut”
“Mit über 650 Corona-Fällen ist ein Tönnies-Schlachthof bei
Gütersloh zum Hotspot geworden. Anwohner protestieren, Manager
versuchen zu beschwichtigen – doch der Fleischfabrikant bleibt für
deutsche Supermärkte unentbehrlich…” Artikel von Claus Hecking und Florian Gontek, Rheda-Wiedenbrück, vom 17.06.2020 beim Spiegel online 
- Siehe zum Hintergrund unser Dossier: Corona-Infektionen: Politiker kritisieren Ausbeutung in Schlachthöfen – Verschärfung der Arbeitsschutzgesetze gefordert sowie das Dossier Fallen Werkverträge (leider nur) in der Fleischindustrie Corona zum Opfer?
- Und zur Konkurrenz:
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