![[11. Juli 2020] Aktionstag in Zürich: Antikapitalistischer Aufruf „Wir tragen eure Krise nicht!“](https://www.labournet.de/wp-content/uploads/2020/07/plakat-zh110720.jpg)
„…
Mit
diesem Aufruf wollen wir alle Menschen dazu ermutigen, sich zu
organisieren oder sich Bestehendem anzuschliessen. Am 11. Juli wollen
wir gemeinsam in der ganzen Stadt Zürich sichtbar machen, dass es an der
Zeit ist, all unsere Kämpfe zu verbinden und Solidarität zu leben. Nur
gemeinsam können wir die Schlagkraft entwickeln, um das bestehende
System zu überwinden. (Eine Karte mit Aktionen und den Aufruf in
verschiedenen Sprachen findet ihr unter wirtrageneurekrisenicht). Die
ökonomische und ökologische Krise verschärft sich ungebremst: Die
Arbeitslosigkeit steigt und die Rechte der Arbeitenden werden ausser
Kraft gesetzt. Menschen verlieren durch sich häufende Umweltkatastrophen
ihre Lebensgrundlage. Die Gewalt gegen FTIQ+ nimmt zu. Durch die
rassistisch motivierte Asylpolitik der EU und der Schweiz verlieren
hunderte Menschen ihr Leben auf der Suche nach Schutz. Im Zuge der
CoVid19-Pandemie und der Klimakrise verstärkt sich die Ausbeutung der
Mehrheit der Bevölkerung. Währenddessen verteidigt systemische Gewalt
mit immer offensichtlicheren Mitteln den Status quo. (…) Auch in der
Schweiz haben sich in den vergangenen Monaten, neben den schon
bestehenden Bewegungen und Organisationen, immer mehr Kollektive und
Netzwerke gegründet. So wird dieser Gesamtscheisse eine Alternative
geboten und Selbstbestimmung zurück erlangt: Die Trotzphase sowie die
Care Work Unite-Kampagne besteht aus Menschen, die bezahlte oder
unbezahlte Care-, Betreuungs- oder Pflegearbeit leisten und kämpft für
faire Arbeitsbedingungen dieser #systemrelevanten Aufgaben. Unter dem
Motto «Solidarität gegen Corona» wurden selbstorganisierte
Unterstützungsangebote zu arbeitsrechtlichen, juristischen und
gesundheitlichen Fragen aufgebaut. Das Migrant Solidarity Network (MSN)
setzt sich für entrechtete Menschen in der Schweiz ein. Diese Aufzählung
bietet nur eine vage Vorstellung der sich organisierenden Menschen und
soll ein Vorgeschmack sein, auf was alles noch folgen kann...“ – aus dem
Aufruf „Wir tragen eure Krise nicht!“ auf der Aktionsseite 
zum Aktionstag am 11. Juli. Siehe dazu auch einen der ausführlichen
Aktionsberichte – sowie den Hinweis auf den Hashtag zum Aktionstag mit
zahlreichen Meldungen:
„Wir tragen eure Krise nicht!“ am 11. Juli 2020 bei der Revolutionären Jugend Zürich
(Facebook) ist einer der Berichte über die zahlreichen Aktionen an diesem Tag, in dem informiert wird: „… Heute
am 11.7. haben wir im Rahmen des Aktionstages „Wir tragen eure Krise
nicht“ der Economiesuisse einen Besuch abgestattet. Dabei wurde ihre
Fassade mit unseren Heldinnen und Helden der Arbeit geschmückt. Die
Economiesuisse bildet die Spitze der Wirtschaftslobby in der Schweiz.
Sie vereint unter sich rund 100 Gewerbeverbände und setzt sich für die
wirtschaftlichen Interessen der Bosse ein. Diese Interessen
stehen im absoluten Widerspruch zu den Interessen der
Arbeiterinnen.Während der Corona-Krise tritt dieser Widerspruch zwischen
den Klassen ganz klar zu Tage. Doch wieso rückt die Economiesuisse
gerade in der Corona-Krise in unseren Fokus? Während der Pandemie sprach
sich die Economiesuisse stets für ein schnelles Hochfahren der
Wirtschaft aus. Die möglichen Folgen, etwa einer zweiten Welle der
Pandemie, wurden klein geredet, ohne Rücksicht auf unsere Gesundheit.
Sie sagen, dass Firmen und Geschäfte eigenständige Schutzkonzepte
ausgearbeitet hätten, und somit bereit seien für eine Wiederöffnung. Die
Realität sieht anders aus. Die Menschen müssen in vollgestopften Bussen
und Zügen zur Arbeit fahren. Abstandsregeln kann man in vielen
Bereichen, zum Beispiel auf dem Bau, unmöglich garantieren, da diese
schlicht nicht umsetzbar sind. Zudem fordern sie immense Gelder für die
Rettung der Wirtschaft – das heisst für die Rettung ihrer Profite. Im
gleichen Atemzug behaupten sie, man müsse sich in Zukunft besser
überlegen, wie und wo man öffentliche Gelder einsetze. Zwischen den
Zeilen liest man in ihren Forderungen nur „Sparmaßnahmen“ – das heißt
für die Verschlechterung unserer Lebensbedingungen. Was dies zur Folge
hat, sehen wir gerade jetzt in der Krise so eindeutig wie noch nie. Das
in den letzten Jahren kaputtgesparte Gesundheitswesen ist nicht in der
Lage, der Krise stand zu halten. Operationen müssen aufgeschoben werden,
Schutzmaterial war so gut wie keines vorhanden und aufgrund von
Personalmangel erlebt das Gesundheitspersonal massive Einschränkungen
ihrer erkämpften Arbeitsrechte. Das gilt nicht nur für die Schweiz,
sondern insbesondere auch für Länder wie Italien, Spanien oder
Großbritannien...“
- „#ZH1107“
ist der Hashtag auf Twitter, auf dem zahlreiche Aktionsberichte vom
Tage in verschiedenster Form (Videoberichte, Fotos, Kurzmeldungen)
dokumentiert sind, die vor allem deutlich machen, dass es eben viele
konkrete Aktionen waren, die am Samstag in Zürich stattfanden – und
auch, dass diese von zahlreichen verschiedenen Gruppierungen organisiert
worden sind…
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