“…
Bislang haben die Gewerkschaften in Westeuropa nicht oder nur äusserst
zurückhaltend auf die Klimakrise reagiert. Dabei werden die kommenden
klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen in erster Linie die
Lohnabhängigen treffen. (…) Da ist es ein wirklicher Lichtblick, dass
die IG Metall nach ihrer großen Demonstration für einen
sozialverträglichen Energie-, Verkehrs- und Industriewandel vom 29. Juni
mit 50.000 Teilnehmenden in Berlin eine gemeinsame Erklärung mit den
Umweltverbänden NABU und BUND veröffentlicht hat, in der ein schneller,
unumkehrbarer und sozial verträglicher Klimaschutz gefordert wird, der
sich uneingeschränkt hinter die Forderungen des Pariser
Klimaschutzabkommens stellt. (…) Die Mitglieder spüren die veränderte
gesellschaftliche Situation im Betrieb und im privaten Leben. Die
Klimakrise und die Debatten darüber sind Teil des Alltagslebens
geworden. Auch die Kinder der IG Metall-Mitglieder – und wir hoffen, die
sogar besonders – nehmen an den Aktionen von Fridays for Future teil.
Aber das ist nicht alles. Man kann fast sagen, dass der IG Metall,
Funktionär*innen wie einfachen Mitgliedern, der Arsch auf Grundeis geht.
Der sich abzeichnende radikale Umbau in der Industrie und in den
industrienahen Dienstleistungen wird die Welt der Gewerkschaft in einer
nie da gewesenen Weise umkrempeln. (…) Letztlich sind auch die
gemeinsamen Forderungen von Gewerkschaften und Umweltbewegung noch viel
umfassender und auch radikaler zu fassen als es in der aktuellen
gemeinsamen Erklärung anklingt. Investitionsprogramme, Umstellung
kompletter Produktionszweige und -Anlagen, das alles erfordert auch eine
Politik der Umverteilung der Vermögen von Oben nach Unten, um eine
ausreichende materielle Basis für Umbau, Umschulungen und
Umstrukturieren zu finanzieren. Diese Maßnahmen – wir verraten da jetzt
kein Geheimnis – sind eine Abkehr von der Marktwirtschaft in Richtung
geplanter Produktion im Interesse der Mehrheit. Das wird nicht anders
gehen, und es wäre im Sinne eines breiten, gesamtgesellschaftlichen
Aufbruchs in diese Richtung, auch einen politischen und kulturellen
Diskurs zu beginnen und auszubauen, der eine solche „neue soziale Idee“
umfassend mit Leben und auch Utopien versorgt. Wir schlagen als Titel
für diesen Diskurs „Wege zum Öko-Sozialismus“ vor. Ein weites Feld, ein
langer Weg – aber wir sind sicher, es wird sich lohnen.” Beitrag von Thies Gleiss vom 31. Juli 2019 bei bfsozialismus.ch Montag, 5. August 2019
Ökologie: Zarte Bande eines notwendigen Bündnisses zwischen Gewerkschaften und Klimabewegung in Deutschland
“…
Bislang haben die Gewerkschaften in Westeuropa nicht oder nur äusserst
zurückhaltend auf die Klimakrise reagiert. Dabei werden die kommenden
klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen in erster Linie die
Lohnabhängigen treffen. (…) Da ist es ein wirklicher Lichtblick, dass
die IG Metall nach ihrer großen Demonstration für einen
sozialverträglichen Energie-, Verkehrs- und Industriewandel vom 29. Juni
mit 50.000 Teilnehmenden in Berlin eine gemeinsame Erklärung mit den
Umweltverbänden NABU und BUND veröffentlicht hat, in der ein schneller,
unumkehrbarer und sozial verträglicher Klimaschutz gefordert wird, der
sich uneingeschränkt hinter die Forderungen des Pariser
Klimaschutzabkommens stellt. (…) Die Mitglieder spüren die veränderte
gesellschaftliche Situation im Betrieb und im privaten Leben. Die
Klimakrise und die Debatten darüber sind Teil des Alltagslebens
geworden. Auch die Kinder der IG Metall-Mitglieder – und wir hoffen, die
sogar besonders – nehmen an den Aktionen von Fridays for Future teil.
Aber das ist nicht alles. Man kann fast sagen, dass der IG Metall,
Funktionär*innen wie einfachen Mitgliedern, der Arsch auf Grundeis geht.
Der sich abzeichnende radikale Umbau in der Industrie und in den
industrienahen Dienstleistungen wird die Welt der Gewerkschaft in einer
nie da gewesenen Weise umkrempeln. (…) Letztlich sind auch die
gemeinsamen Forderungen von Gewerkschaften und Umweltbewegung noch viel
umfassender und auch radikaler zu fassen als es in der aktuellen
gemeinsamen Erklärung anklingt. Investitionsprogramme, Umstellung
kompletter Produktionszweige und -Anlagen, das alles erfordert auch eine
Politik der Umverteilung der Vermögen von Oben nach Unten, um eine
ausreichende materielle Basis für Umbau, Umschulungen und
Umstrukturieren zu finanzieren. Diese Maßnahmen – wir verraten da jetzt
kein Geheimnis – sind eine Abkehr von der Marktwirtschaft in Richtung
geplanter Produktion im Interesse der Mehrheit. Das wird nicht anders
gehen, und es wäre im Sinne eines breiten, gesamtgesellschaftlichen
Aufbruchs in diese Richtung, auch einen politischen und kulturellen
Diskurs zu beginnen und auszubauen, der eine solche „neue soziale Idee“
umfassend mit Leben und auch Utopien versorgt. Wir schlagen als Titel
für diesen Diskurs „Wege zum Öko-Sozialismus“ vor. Ein weites Feld, ein
langer Weg – aber wir sind sicher, es wird sich lohnen.” Beitrag von Thies Gleiss vom 31. Juli 2019 bei bfsozialismus.ch
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