Mittwoch, 7. September 2016

Staatliches Lohndumping. Streik bei Charité-Servicetochter CFM


"Am heutigen Mittwoch ruft ver.di die rund 2.800 Beschäftigten der 
Charité Facility Management GmbH (CFM) zum Warnstreik auf. Damit 
startet die Gewerkschaft einen zweiten Anlauf, Tarifverträge bei der 
Dienstleistungstochter des Berliner Uniklinikums durchzusetzen. 
Bereits 2011 hatten die Kolleginnen und Kollegen monatelang gestreikt, 
doch damit lediglich einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde 
erreicht. Die CFM-Spitze hatte den Arbeitskampf seinerzeit mit harten 
Bandagen geführt. Streikende wurden drangsaliert, Beschäftigte 
eingeschüchtert und zum Streikbruch animiert. Daher ist Solidarität 
das Gebot der Stunde. (...) Denn Ausgliederung und Tarifflucht in 
Servicebereichen der Krankenhäuser ist nichts als staatlich 
organisiertes Lohndumping. So muss ein Großteil der CFM-Beschäftigten 
trotz 40-Stunden-Woche und harter Arbeit ergänzendes Arbeitslosengeld 
II beantragen. Bruttolöhne von 1.500 bis 1.660 Euro für eine 
Vollzeitstelle sind der Standard – 30 bis 40 Prozent weniger als zu 
Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes. Das, was die Krankenkassen 
und das Land bei der Finanzierung der Kliniken einsparen – wenn sie 
überhaupt etwas sparen –, muss der Staat mit der anderen Hand wieder 
ausgeben. (...) Der »Aufstand der Töchter« in Berlins Krankenhäusern 
ist daher mehr als ein bloßer Tarifkonflikt. Es geht darum, wohin sich 
die Gesundheitsversorgung in diesem Land entwickelt. Zeit also, klar 
Position zu beziehen." Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 
07.09.2016
http://www.jungewelt.de/2016/09-07/036.php

Siehe Infos zum Streik und der Solidemo in unserem Beitrag
http://www.labournet.de/?p=103923

Und zum »Aufstand der Töchter« unser Dossier
http://www.labournet.de/?p=103916

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