Mittwoch, 17. Dezember 2014

Solzhenizyns Lügen im „Archipel GULag“

Von Октоберкинд Квикс, Das Kultbuch der neuen russischen „Demokraten“ „Archipel GULag“, die mehrbändige Beschreibung der „Schrecken der Stalinschen Arbeitslager“, war der Grund für die Ausbürgerung Solschenizyns aus der Sowjetunion und die nachfolgende Übergabe des Nobelpreises an ihn. Die zahlreichen Neuausgaben dieses antisowjetischen, seinem Wesen nach auch russenfeindlichen Machwerks haben den Grundstein gelegt für den materiellen Wohlstand des Autors. Das ermöglichte ihm auch, einen Preis zu verleihen, der nun von einigen russischen Schriftstellern dankbar entgegengenommen wird. Ein literarisches Machwerk ohne Beweise Beim aufmerksamen Durchlesen des „Archipels“ kommt die Frage auf, wie A.I.Solschenizyn dieses Buch, das ja dokumentarischen Charakter beansprucht, schreiben konnte, wo er doch überhaupt keinen Zugang hatte zu Materialien, die, gelinde gesagt, geheimgehalten wurden. Ein Mensch, der gegen Ende des Großen Vaterländischen Krieges wegen antisowjetischer Tätigkeit verurteilt wurde, konnte folglich auch keinen Zugang zu den Archiven des sowjetischen Geheimdienstes erhalten. Und ein solch grundlegendes, mit dokumentarischen Fakten belegtes Buch auf der Grundlage von irgendwelchen Sekretärsgeschichtchen zu schreiben, ist unmöglich. Niemand verneint den künstlerischen Wert der Werke Dombrowskis oder Schalamows, doch „Archipel GULag“ verlangt geradezu eine historisch-dokumentarische Forschung. Das Buch verlangt die Wahrheit – sozusagen in letzter Instanz. Weißgardistische und NATO-Quellen können nicht als objektiv bezeichnet werden, da Stories von irgendwelchen durch die Sowjetmacht „Beleidigten“ und Überläufern immer voreingenommen sind. Wie zum Beispiel die in der „demokratischen“ Presse veröffentlichte Story über angebliche Gruppenvergewaltigungen an verhafteten tschetschenischen Soldaten im Sonderlager, welche durch Mitarbeiter des Innenministeriums begangen worden seien. Woher hat Solschenizyn denn beispielsweise die „dokumentarischen Tatsachen“ über die Anzahl der Erschossenen, über die Methoden der Unterbringung, über das Kontingent an Häftlingen in den Lagern genommen, wenn er den großen Teil seiner Haftzeit entweder im privilegierten Moskauer „Scharaga“[1] oder im onkologischen Lagerkrankenhaus verbracht hat? Horrorgeschichten aus der Giftküche von Goebbels 1942 brachte der Zentralverlag der NSDAP Franz Eher Nachf. in einer ausreichend großen Auflage eine Broschüre heraus von Kajetan Klug „Die größte Sklaverei der Weltgeschichte. Tatsachenbericht aus den Strafgebieten der G.P.U.“. Dieser Berliner Verlag wurde direkt vom Goebbelsschen Propagandaministerium (RMVP) und von der Reichspropagandaleitung (RPL) finanziert und war spezialisiert auf der Herausgabe von Propagandaschriften, entsprechend den Anforderungen der Kriegszeit. Insbesondere wurden „Untersuchungen“ veröffentlicht über angebliche „Greueltaten der jüdischen Bolschewisten in Katyn“ („Der Massenmord im Walde von Katyn. Ein Tatsachenbericht auf Grund amtlicher Unterlagen“[2]) und das Machwerk von Giselher Wirsing „Die Politik des Ölflecks. Der Sowjetimperialismus im zweiten Weltkrieg“[3], das später während des ganzen kalten Krieges der USA-Propaganda als Vorlage diente, und das Programmbuch von Heinrich Goitsch „Niemals!“[4] über die „künftige Vernichtung“ des Elektorats von Deutschland, Norwegen und Luxemburg durch dieselben „jüdischen Bolschewisten“. Die Broschüre „Die größte Sklaverei“ sorgte dann auch in Deutschland, und nicht nur dort, für eine Sensation: Die Beschreibung der Schrecken des Stalinschen „Realsozialismus“ brachte den deutschen Spießbürger dazu, sich für die „Panzerfaust“ zu entscheiden, und die Verbündeten, über eine Änderung der Krieges nachzudenken, d.h. von einem Krieg gegen die Nazis zu einem Krieg gegen den „Totalitarismus“ im allgemeinen. Für Glaubhaftigkeit und gefrorenes Blut, sorgten nicht nur die „Beweise“ von Augenzeugen, sondern auch die bei gefangengenommenen Dienstgraden des NKWD ausgeforschten Tatsachen, sowie Materialien, welche aus Archiven entnommen wurden, die den Nazis in die Hände gefallen waren. Seltsame Übereinstimmungen Man kann sich nur wundern über die textliche Übereinstimung des „Archipel GULag“ mit dem Nazi-Machwerk der „Größten Sklaverei“, womit im übrigen auch erklärt ist, daß Herrn Solschenizyn nicht viel mehr zur Verfügung stand, als diese Goebbelssche Propagandaschrift. Und so enthält auch der Begriff des „geistigen Eigentums“ nichts Beleidigendes, es handelt sich einfach eine Feststellung von Tatsachen. Es wäre auch nicht verwunderlich, daß Solzhenizyns Buch „Archipel GULag“ bedeutend umfangreicher ist als die vergessene Broschüre „Die größte Sklaverei…“, wenn die vor den Autoren stehenden Aufgaben nicht so völlig verschieden gewesen wären. Während es sich im ersten Fall um eine kompakte Horrorvision handelt, die Haß auf den Gegner schürt, in einen Tornister paßt, sollte im anderen Fall daraus ein mehrbändiger, langatmiger Schmalz für die familiäre Lektüre werden, der später einmal einen Ehrenplatz im Bücherregal erhält. Und diejenigen, für die „Die größte Sklaverei“ von K.Klug bisher noch kein Begriff war, sei empfohlen, ein paar Münzen lockerzumachen, um darin zu lesen. Falls ihr Gewissen das zuläßt… Oktoberkind Quix „Лимонка“, №147 http://thewalls.ru/truth/gulag.htm Zum gleichen Thema: „Der Gaukler“ Von Harry Thürk (2 Bände) Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1978 Und From Hitler to Hearst, from Conquest to Solzhenitsyn. http://www.mariosousa.se/LiesconcerningthehistoryoftheSovietUnion.html [1] Шарага (Scharaga) – nicht übersetzbare Bezeichnung für geheime Forschungslabore, wo hochqualifizierte Fachleute unter Kontrolle der OGPU arbeiteten. [2] Eine anonyme Broschüre von 20 Blatt mit 26 Seiten SW-Abbildungen, geheftet. Die Deutsche Nationalbibliothek nennt als Verleger: (NSDAP, Reichspropagandaleitung / Berlin). [3] Erschienen in Berlin, 1944. Der Autor dieser ebenfalls anonymen Broschüre wird mit „Vindex“ angegeben. [4] Erschienen im Zentralverlag der NSDAP Franz Eher Nachf., Berlin, 1944.

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