Mittwoch, 17. Dezember 2014

Das falsche „Wir“ und die Juden, wie sie sich der Antisemit vorstellt: Antisemitismus und Nationalismus

Bis zum 3.10. veröffentlichen wir hier vier kürzere Texte rund um das Thema Nationalismus, die als Beitrag der Gruppen gegen Kapital und Nation in der Bündniszeitung gegen die Einheitsfeierlichkeiten zum 3.10. erscheinen. Am 3.10. findet in Hannover eine Demo gegen die öffentlichen Feierlichkeiten statt, am 4.10. gibt es auf einem Workshop-Tag Gelegenheit, die Kritik an Nationalismus und einigem mehr mit uns zu diskutieren. Mehr Infos auf http://oct3.net/. Wer am 3. Oktober auf die Straße geht, um gegen das deutsche Nationalbewusstsein zu demonstrieren, der hält auch nichts von Rassismus und Antisemitismus. In dieser Zeitung werden viele Argumente zusammengetragen, warum diese Ideologien nicht nur eine Frage des Ausschlusses sind, also eine Frage der Ignoranz gegenüber allen Nicht-Bürgern. Entgegen der herrschenden Vorstellung, bei der Nation handele es sich um eine gute Sache, ist schon der Einschluss in eine solche Gemeinschaft eine Brutalität gegen die, die ihr angehören. Der folgende Beitrag thematisiert, wie die Härten, die mit diesem nationalen Einschluss notwendig verbunden sind, geistig verarbeitet werden und sich dann gegen das Jüdische richten können, also warum der falsche „Ausschluss“ aus dem falschen Einschluss folgen kann. Denn der Antisemitismus ist bei weitem nicht einfach „nur“ die Aggression gegen alles, was als jüdisch verstanden wird. Diese Ideologie kann man nur vernünftig verstehen und kritisieren, wenn man den Bezug, den der Antisemit in seinen Worten und Taten immer auch auf das nationale Wir nimmt, nicht außen vor lässt. In jeder antisemitischen Vorstellung darüber, was „der Jude“1 so anstellt, verbergen sich einige weitere Einsichten über diese Welt. Im Vorwurf etwa, der Jude würde nur hinter dem Geld her sein und sich dabei in der Finanzsphäre so richtig austoben, ist zwar eine Kritik am Kapital enthalten – genauer: am Finanzkapital. Diese Kapitalform wird als das schlechte Kapital vorgestellt, weil es in dieser Sphäre nicht zumindest auch darum ginge, etwas für die Gemeinschaft herzustellen, sondern ausschließlich darum, noch mehr Geld zu „scheffeln“. Damit ist aber das eigentliche Prinzip der kapitalistischen Ökonomie, die Kapitalakkumulation, nicht der Kritik ausgesetzt, sondern nur diese, seine bestimmte Form. An der kapitalistischen Aktivität, die in der Produktionssphäre Bleistifte und Waffen zum Ergebnis hat, nimmt der Antisemit keinen Anstoß – der Profitzweck, dem jedwede Produktion unter kapitalistischen Verhältnissen untergeordnet ist, stört ihn nicht. Manche Antisemiten mögen kritisch klingen, wenn sie etwas an „Ausbeutung“ auszusetzen haben. Bei ihnen ist aber der Bezug auf Ausbeutung nicht der eines vernünftigen Antikapitalismus: Der Lohn sichert zwar dem Vollzeit-Arbeiter im Durchschnitt ein Auskommen (und das mehr schlecht als recht). Allerdings kann die Kapitalistin, die diesen Arbeiter anstellt und bezahlt, ihn täglich solange arbeiten lassen, dass er über das hinaus, was er kostet, Waren herstellen kann und der Kapitalistin mehr Gewinn verschafft. Antisemiten hingegen haben einen anderen Bezug, wenn es bei ihnen um „Ausbeutung“ geht – etwa in der Behauptung, Kapitalisten der Produktionssphäre würden ihre Arbeiter nur ausbeuten, weil sie vom Finanzkapital (also innerhalb der Ideologie: von „den Juden“) durch so harte Bedingungen dazu gezwungen würden. Dabei gibt es eine unterstellte Einheit, die „den Juden“ aus Sicht des Antisemiten gegenüber steht: die Nation. Die Einheit der Deutschen – oder was auch immer der jeweilige Antisemit als seine eigene Nation versteht – ist beim modernen Antisemitismus stets unterstellt.2 Selten bezieht sich die Klage darauf, dass ein Jude einem Einzelnen geschadet habe. Die Vorwürfe zielen auf den unterstellten Schaden für die Nation, zu dem das Handeln der Juden angeblich führe. Diese falsche Vorstellung lässt sich so zusammenfassen: Der Jude bereichere sich am Vermögen der gesamten Nation, wenn er, statt „ehrlich“ arbeiten zu gehen, Finanzkapital vermehre – also Geld mache, ohne dass das noch einen weiteren Nutzen abwürfe. Er beeinflusse die Politik hinter den Kulissen zu seinen eigenen Gunsten und schade damit wiederum der Nation – die ohne diese schädliche Lobby andere politische Wege einschlüge. Der Jude verdürbe die Medien, die Kultur und was nicht noch alles, indem er kalkulierend und intrigant auch die gesellschaftlichen Bereiche, die eigentlich nicht zur Bereicherung vorgesehen wären, für seine Vorhaben missbrauche. Entweder für genau jene „sachfremde“ Bereicherung oder zumindest um Stimmung etwa in der Presse für seine Pläne zu machen. Oder er betreibe direkt die nationale Zersetzung, die Zersetzung etwa der Volksmoral, bzw. etwas gesitteter, aber nicht viel anders ausgedrückt, die Verrohung und Sexualisierung der Gesellschaft (gerne an Hollywood „festgemacht“). All das ginge auf Kosten der Nation – also der Zwangsgemeinschaft, die sich jeder Antisemit als die eigentliche, gute und richtige Einheit der Deutschen vorstellt. An dem zentralen antisemitischen Vorwurf an die Juden, sie würden sich auf Kosten der Nation bereichern, kann man gut zeigen, was am Standpunkt des (antisemitischen) Nationalisten alles zu kritisieren ist. Nicht nur ist es falsch, irgendjemanden dafür persönlich bzw. eine rassistisch zusammengefasste Gruppe in Haftung zu nehmen, wenn es „der Nation“ nicht gut geht. Wenn die Ökonomie nicht so läuft, wie sich das Nationalisten von „ihrer“ Wirtschaft erhoffen, wenn ihnen ihr Staat in der internationalen Konkurrenz nicht weit genug vorne steht und sie sich vielleicht auch an zu hohen Arbeitslosenzahlen stören, dann ist die Analyse, daran seien die Juden schuld oder sonst irgendwer, dem Erfolg zugeschrieben wird, ausgemachter Unsinn.3 Darum geht es ja gerade in Politik und Wirtschaft: möglichst erfolgreich zu sein, entweder bei der Kapitalakkumulation oder als Staat in der Konkurrenz um mehr Einfluss in der Welt. Sowohl die wenigen Erfolgreichen als auch die Masse, die materiell nichts zu lachen hat und arm bleiben wird, sind notwendiges Ergebnis kapitalistischen Wirtschaftens – und beide Seiten füllen jeweils ihre Funktion fürs Kapital aus. Abgesehen davon ist die Behauptung, Juden als solche handelten oder dächten etwas Bestimmtes, immer eine falsche Verallgemeinerung oder ganz falsch und alleine Ergebnis rassistischer Vorstellungen. Der Antisemit wirft dem Juden aber nicht nur vor, zu erfolgreich zu sein, sondern vor allem, sich dabei auf Kosten der Nation zu bereichern. Unterstellt ist dabei: Andere Kapitalisten vermehren „natürlich“ auch ihr Kapital, aber die guten, deutschen Kapitalisten würden sich dabei um ihre Arbeiter kümmern, würden selbstlos für gute Zwecke spenden, ihre Steuern (wenigstens meistens) ordentlich zahlen – kurz: sich im allgemeinen wie ordentliche Staatsbürger benehmen. Und das ließe der Jude eben vermissen: Ihm ginge es ausschließlich um Reichtum und Macht und nur für sich und seinesgleichen, nicht aber für Deutschland. An der antisemitischen Vorstellung lässt sich gut ablesen, welchen nationalen Maßstab Juden angeblich verfehlen und welchen Maßstab Nationalisten also umgekehrt an jedes „ordentliche“ Mitglied Deutschlands anlegen: Man kann schon ruhig seinen Interessen nachgehen – ganz im Sinne der herrschenden Ordnung und den entsprechenden Anforderungen. Geld verdienen in Konkurrenz zu allen anderen – ob als Kapitalistin oder als Arbeiterin, spielt dabei keine Rolle. Es geht darum, die Ellenbogen auszufahren. Als Konkurrenzsubjekt versagt man sowieso, wenn man sich nicht an den gefragten Egoismus hält. Wenn es aber um die Gemeinschaft geht, dann solle auch jeder zurückzustecken wissen. Opfer bringen ist hier durchaus gefragt und willkommen, hier soll man Einsicht haben auch in die eigene Beschränkung und sich das als hohe moralistische Pflicht denken. Man soll Steuern zahlen, egal ob man einverstanden ist mit den (auch) daraus finanzierten Staatsausgaben. Man soll am besten auch als Betroffener seinen Segen zu Kürzungen am Sozialstaat geben – denn die Kassen seien knapp und da müssten eben alle etwas kürzer treten. Der Staat gestalte schließlich seinen Haushalt im Sinne des Allgemeinwohls. Dass dieses Allgemeinwohl gerade nicht das Wohl aller meint, sondern einen konkurrenzfähigen Standort in all den Hinsichten, die solch einen Standort ausmachen, taucht nicht auf bei der moralistischen Forderung, mit dem Zurückstecken bei sich selber anzufangen. Und dieses Zurückstecken wird wohl bemerkt eingefordert für eine Gemeinschaft, die sich die wenigsten ausgesucht haben und über deren Prinzipien sowieso niemand mehr mitzubestimmen hat – auf Kapital und Nation sind alle von vornherein festgelegt. So sehr sich der Antisemitismus in seinen rassistischen Zuschreibungen gegen Juden richtet – tätlich oder gedanklich –, so sehr spiegeln diese Urteile über Juden indirekt also das Wunschbild oder die Idealvorstellung vom Denken und Handeln der Mitglieder des „eigenen“ Nationalkollektivs wider: Sich als Konkurrenzsubjekt aufzuführen, ginge prinzipiell schon in Ordnung, aber wenn es um die Nation geht, müsse jede*r Einzelne auch mal Verzicht üben – und Juden seien dazu eben nicht in der Lage. Antisemiten teilen also viele Grundlagen mit Nationalisten. Ein paar gedankliche Schritte muss man vom Nationalismus noch machen, um beim Antisemitismus herauszukommen – aber diese Schritte sind dem Standpunkt, die viele Leute als Nationalisten zu den bestehenden Verhältnissen einnehmen, gar nicht so fern. Man hinterfragt nicht die Nation, nimmt vielmehr an, dass der Staat tatsächlich in irgendeiner Weise für den Einzelnen da ist, einfach weil man als Staatsbürger dazu gehöre, statt zu erkennen, dass jeder Material ist für Kapitalvermehrung. Und der Staat sieht einen gerne mit dem dazugehörigen Staatsbürger-Bewusstsein: mit dem lässt man sich auf die Verwertung und die politische Gestaltung dieser Gesellschaft ein, heißt diese Prinzipien gut, trägt die eigenen Vorstellungen außerdem in konstruktiver Form und im Rahmen des Gebotenen vor, gibt sich aber mit jedwedem demokratischen Mehrheitsergebnis im Parlament oder bei einer Volksabstimmung zufrieden. Wenn man das alles bejaht und nicht hinterfragt hat, dann hat man wirklich ein Problem: Das bürgerliche Glücksversprechen zielt ja darauf ab, dass man „etwas aus dem eigenen Leben machen“ kann. Dass das vielen versperrt bleibt, führt fast zwangsläufig zu Enttäuschung – eben so lange man an den Prinzipien festhält, dass es sich irgendwie für einen selber lohnen müsse. Wenn das auf Dauer nicht der Fall ist, man aber als Nationalist auf die Nation eingeschworen ist, dann liegt es ganz schön nahe, sich auf die Suche nach Schuldigen zu machen.4 Dass diese entlang von rassistischer Einteilung ausgemacht werden, kann bei dieser Weltordnung nicht für Überraschung sorgen. Auch andere Rassismen befriedigen das Bedürfnis, jene ausfindig zu machen, die den eigentlich erwarteten nationalen Erfolg vereitelt hätten – im Rassismus z.B. gegen Osteuropäer, Sinti und Roma oder Menschen vom Kontinent Afrika oft mit der Vorstellung, die würden sich in ihrer Armut, aber auch „ihrer Faulheit“ in die Sozialversicherungssysteme „einschleichen“ und so dem Staat zu Lasten fallen. Den Juden wird hier entscheidend etwas anderes unterstellt: Sie wüssten nur zu gut um das Funktionieren des Systems. Sie würden dieses Wissen ausnutzen und sie hintertrieben eben jenes System durch unredliche, weil unehrliche, raffende Tätigkeit. Darin seien sie ganz schön aktiv – im Resultat ist das noch viel schlimmer und gefährlicher für die Nation. Die Enttäuschung, dass es sich auch für Nationalisten in der Regel eben nicht auszahlt, dazuzugehören, kann dann derart verquer und ideologisch vorgestellt schon mal nicht mehr daran liegen, dass das Glücksversprechen für die Massen nicht aufgehen kann. Sondern daran, dass andere nicht die Bürde auf sich nähmen, sich auch mal zurückzuhalten. Dass sich der Antisemitismus v.a. in Deutschland und Österreich seit 1945 nicht mehr ganz so offen zeigt, ändert daran nichts. Nach Auschwitz war mindestens für alle anderen führenden Staaten klar, dass Deutschland erstmal zu zeigen habe, wie man sich als Teil der „zivilisierten Welt“ aufführt, welche Mittel in der internationalen Konkurrenz zulässig sind und welche Ideologien nicht als Staatsprogramm in die Tat umzusetzen sind. Das ist gerade noch so der wahre Kern an der ansonsten absurden Idee, es gäbe ein Tabu, was öffentlich geäußerten Antisemitismus angeht: Eine zu offen feindselige Haltung gegen Juden war tatsächlich nach 1945 nicht mehr salonfähig. Weniger antisemitisch ging es deswegen noch lange nicht zu – was sich an Meinungsumfragen sowie an Leserbrief- und Diskussionen im Internet immer dann ablesen lässt, wenn ein Antisemit mal wieder Tacheles redet. Der Antisemitismus, wie er heute auftritt, hat sein Gewand über die Jahrzehnte perfektioniert: Er tritt auf in Gestalt von Schuldzuweisungen an Juden, sie hielten die Erinnerung an Auschwitz deswegen wach, um auch daraus noch Geld zu schlagen und um Deutschland „noch mehr“ Wiedergutmachungszahlungen abzuringen. Oder der Antisemit gibt vor, „nur Antizionist“ zu sein, also nur etwas gegen einen jüdischen Staat, nicht aber „gegen die Juden“ zu haben. An der Sorte Kritik, die am Staat Israel allzu oft geübt wird, kann man das oft als falsche Schutzbehauptung und damit als die gängigste Form modernen Antisemitismus entlarven – dann etwa, wenn an den Staat Israel ein Maßstab angelegt wird, der sonst nicht gilt: Militarismus, Rassismus, Nationalismus und einiges mehr werden an Israel kritisiert – wird Ähnliches von anderen, insbesondere vom „eigenen“ Staat des jeweiligen Nationalisten praktiziert, findet sich deutlich weniger oder gar kein Widerspruch. Oder es gibt gar Einsicht in die „Notwendigkeit“ von kriegerischen Auseinandersetzungen, wenn man die Notlage des eigenen Staates „eingesehen“ hat, also imperialistische Konkurrenz in seiner unmittelbar gewalttätigen Fassung dann doch wieder zu rechtfertigen weiß und Bomben für Menschenrechte etwas abgewinnen kann. Diese Fassung des modernen Antisemitismus in den NS-Nachfolgestaaten macht der nationalistische Antisemit, weil Auschwitz ein Problem für ihn darstellt: In jeder nationalen Ideologie geht es darum, dass die eigene Gemeinschaft doch irgendwie die beste ist oder zumindest sein sollte. Die „Heldentaten“ aktueller und vergangener Schlächtereien sind da nur eine Bebilderung. Auschwitz stört dieses Bild für Deutsche – umso mehr, weil es inzwischen weltweit ziemlich durchgesetzt als das Schlimmste gilt, was Menschen anderen angetan haben. All das wird ein Stück weit relativiert, indem die Opfer von damals zu den Tätern von heute gemacht werden – über den Umweg der nationalen Vergemeinschaftung im Kollektiv der Juden. Darin liegt der objektive Sinn, wenn so oft israelische Soldaten mit KZ-Wärtern verglichen werden. Weil das Ergebnis schon vorher feststeht, verwundert kaum, dass der Vergleich fast ebenso oft positiv ausfällt: Israel bzw. seine Armee ist so schlimm wie eben jene Wärter oder gleich die SS. Ganz unabhängig von der Tatsache, dass zwar im Nahen Osten mal wieder sichtbar wird, was passiert, wenn ein Staatsgründungsprojekt (das palästinensische) auf ein fertiges (das israelische) trifft und man sich in Sachen Territorium und einigen anderen Punkten nicht einig ist und wird. Mit dem Nationalsozialismus direkt hat das fast nur im Bezug auf die israelische Staatsgründung etwas zu tun, sonst ziemlich wenig. Auf Israel stürzen sich deutsche Antisemiten umso lieber, statt direkt über jene zu reden, die sie meinen: Juden – weil diese Antisemiten im Namen ihrer Gemeinschaft so tun können, als ginge es ihnen „nur“ um das Wohl ihrer Nation oder gleich aller anderen Nationen – außer Israel. Jeder Nationalismus, jeweils in seiner konkreten Gestalt, bereitet den Nährboden, auf dem offener oder versteckter Antisemitismus so gut gedeihen kann. Der 3. Oktober ist eine gute Gelegenheit – von denen es leider viel zu viele gibt – zu kritisieren, wie dieses Ja zum nationalen Wir immer den antisemitischen oder anderen Ausschluss wie den nationalen Einschluss brutal praktiziert. 1Warum auch diese Figur eine falsche Vorstellung ist, dazu unten mehr. 2Die eigene Nation ist nicht etwa eine ausgesuchte, sondern fast immer die, zu der die allermeisten Nationalisten qua Geburt per Staatsbürgerschaft erklärt wurden. Wie beim Nationalismus gibt es auch beim Antisemitismus nationale Unterschiede in der konkreten Ausgestaltung, in den konkreten Vorwürfen, die Juden gemacht werden. Die wesentlichen Eigenschaften beider Ideologien aber sind nicht nur in westlichen Staaten dieselben. 3Zwar gibt es bei der Schuldigen-Suche auch das (oft rassistische) Ergebnis, jemand wäre nicht erfolgreich genug. Das ist aber selbst nicht der Vorwurf, durch den Misserfolg nicht genug für die Nation zu leisten, sondern erst die Verlängerung, sich dann auf Kosten des (Sozial-)Staates zu erhalten. 4Notwendig ist das aber nicht – es gibt genug Ideologen, die Fehler im Aufbau System dafür verantwortlich machen, dass es nicht läuft, wie es sollte, also nicht Schuldige oder Gruppen von Schuldigen ausmachen bei der Fehlersuche.

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