- Ebenso wichtig im Text: “… Aber gerade wegen der entsolidarisierenden Wirkung solcher Verhältnisse ist es notwendig, an einer verbindenden Perspektive gemeinsamer Interessen und kollektiven Handelns der Arbeitskraftverkäuferinnen und -verkäufer zu arbeiten. Nur wenn Krisenopfer und »Integrierte« ihre gemeinsamen Interessen erkennen, ihnen bewusst wird, dass ihre Existenzbedingungen zwar fragmentarischer, ihr ökonomischer und politischer Gegensatz zum Kapital jedoch profilierter geworden ist, können die entsolidarisierenden Effekte abgemildert werden. Auf Basis ausschließlich betrieblicher Orientierungen kann das kaum gelingen, denn zur Überwindung der Spaltungstendenzen wäre es notwendig, den Blick von der Mehrschichtigkeit der Interessenlagen der Lohnabhängigen nicht abzuwenden. Von vorrangiger Bedeutung wäre auch die Berücksichtigung der divergenten Erwartungshaltungen von beschäftigten Lohnabhängigen und Arbeitslosen. Verbunden werden müssen solche Prozesse mit einer Neuorientierung der gewerkschaftlichen Arbeit, mit einem Bekenntnis zu einem gesellschaftlichen Gestaltungswillen, also mit der Inanspruchnahme eines politischen Mandats, denn immer deutlicher zeigt sich, dass mit rein ökonomischer Interessenvertretung die Lebensansprüche für eine wachsende Zahl von Lohnabhängigen nicht zu sichern sind. Der Kreis der Ausgegrenzten und Benachteiligten wird immer größer, und dabei darf nicht ignoriert werden, dass diese Entwicklungen gesamtgesellschaftliche Ursachen haben, auf die auf Betriebs- und Branchenebene nicht eingewirkt werden kann. (…) Es müssen umfassende Bündnisse geschmiedet werden. Dabei ist es förderlich, die Konflikte in der Öffentlichkeit sichtbar werden zu lassen: Um eine (im günstigen Fall) breite Basis der Solidarität zu schaffen, müssen die Konflikte auf die Straße getragen werden…”
Samstag, 11. Mai 2019
Nach vorn denken. Die Gewerkschaften müssen Handlungsfähigkeit zurückerlangen. Dazu bedarf es politischer Kämpfe und der Bereitschaft, den gegenwärtigen Kapitalismus zu überwinden
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen