„Bei
einer erneuten Gewalttat von Hindu-Extremisten gegen religiöse
Minderheiten in Indien ist ein 17 Jahre (anderen Angaben zufolge 18)
alter Muslim lebendig verbrannt worden. Die Hindus hatten den
Jugendlichen namens Mohd Khalid mit Kerosin übergossen und angezündet,
nachdem er die Lobpreisung des Hindugottes Ram verweigert hatte,
berichtete der asiatische katholische Pressedienst Ucanews laut
Kathpress am Mittwoch. Khalid sei in einem Krankenhaus in Varanasi im
Bundesstaat Uttar Pradesh seinen schweren Brandverletzungen erlegen. Der
emeritierte katholische Bischof von Bijnor, Gratian Mundadan, sprach
gegenüber Ucanews von einem schockierenden Vorfall, der “die
friedliebenden Menschen dieses Landes in Angst und Schrecken” versetze.
Die indische Bundesregierung sowie die Regierung des Bundesstaates
werden von der hindu-nationalistischen Partei BJP geführt. Christen und
Muslime werfen der BJP vor, im Namen der Religion begangene Gewalttaten
zu dulden. Dazu zählen etwa von “Kuhrächern” verübte Morde an Muslimen
zum Schutz der im Hinduismus heiligen Kühe. Seit Beginn der zweiten
Amtszeit von Indiens Premierminister Narendra Modi am 30. Mai habe es
eine Serie von Gewalttaten gegen Christen in Uttar Pradesh und fünf
weiteren Bundesstaaten gegeben, klagte Ende Juni der indische Ableger
der Organisation für Religionsfreiheit “Alliance Defending Freedom”...“ – aus der Meldung „Hindu-Extremisten verbrennen muslimischen Jugendlichen“ am 31. Juli 2019 bei Standard.de „Modi hat gewonnen – aber was ist mit Indien?“ von Aditi Roy Ghatak am 08. Juli 2019 bei qantara.de
„Is India Displaying Signs of Neo-Fascism?“ von Kamalakar Duvvuru am 29. Juli 2019 bei Countercurrents
- „Notiz zum Besuch des deutschen Botschafters in Indien
Walter J. Lindner bei der Organisation RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh)
am 17.07.2019 und meinen Aktivitäten dazu:
„Von verschiedenen Menschen und Organisationen bin ich auf den Besuch des deutschen Botschafters in Indien Walter J. Lindner bei der Organisation RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh) am 17.07.2019 aufmerksam gemacht worden. (Immer wieder wenden sich Menschen an mich in meiner Funktion als Vorsitzender der Parlamentariergruppe Südasien, auch wenn es sich um Fragen bzgl. Indien dreht. Indien ist – trotz des Namens der Parlamentariergruppe – allerdings explizit nicht Teil der Parlamentariergruppe Südasien, sondern es gibt eine eigene Parlamentariergruppe Indien. Nichtsdestotrotz habe ich mir im vorliegenden Fall die Fakten angeschaut.) Es gibt erhebliche Kritik am offiziellen Treffen des deutschen Botschafters mit dieser hindunationalistischen, auch paramilitärisch auftretenden Organisation RSS. Dem RSS werden Übergriffe vor allem auf Muslime in Indien zugeschrieben und die RSS bezieht sich offensichtlich bis heute positiv auf Hitler. Insofern reicht der Hinweis des Botschafters Walter J. Lindner nicht aus, dass die Organisation RSS in ihrer Geschichte nicht unkontrovers war. Der Botschafter schrieb am 17.07.2019 auf Twitter: “Visit of Headquarters of RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh) in Nagpur and long meeting with its Sarsanghchalak (Chief) Dr Mohan Bhagwat. Founded 1925, it is world’s largest voluntary organization – though not uncontroversialy perceived throughout its history.” Ich sehe nicht, dass das Agieren von RSS “nur” in der Geschichte “nicht unkontrovers” war, nein gerade heutzutage stellt das Agieren der RSS ein offensichtliches politisches Problem dar. Alle verfügbaren Fakten und Berichte zeigen, dass RSS eine enge Verbindung zur Regierungspartei BJP in Indien hat, und weiterhin an ihrem hindu-nationalistischen, paramilitärischen Agieren festhält. Die spätere Erklärung des Botschafters Lindner in der indischen Presse macht deutlich, dass Lindner den RSS als normalen (?) Teil des “Mosaiks” Indiens empfindet. “The [RSS] is one part of the mosaic that makes up India. You can’t deny that this is a mass movement and whether one likes it or not, it is out there.” Wo ist die rote Linie mit wem sich der offizielle Vertreter Deutschlands in Indien trifft? Durch das jetzige Treffen mit dem deutschen Botschafter hat eine hochproblematische und extrem nationalistische Organisationen eine (politische) Aufwertung bekommen. Wegen dieses Besuchs des deutschen Botschafters Lindner bei der RSS habe ich das Auswärtige Amt kontaktiert. Durch die Vermittlung eines Staatssekretärs habe ich am 29.07. ein Telefonat mit der zuständigen Beamtin im Auswärtigen Amt geführt. Dieses Telefonat verlief allerdings sehr unbefriedigend, da die Beamtin keine Auffälligkeit dieses Treffens erkennen konnte und das Treffen als normal und im breiten politischen Spektrum der Treffen des deutschen Botschafters in Indien einstufte. Dies sei die Position des Auswärtigen Amtes. Um das sehr deutlich zu sagen: Dieses Treffen des deutschen Botschafters in Indien Walter J. Lindner mit der RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh) in Nagpur wurde als Aufwertung der RSS verstanden und ist politisch hoch problematisch. Insofern mache ich mir die Kritik, die an diesem Treffen geübt wird, zu eigen. Ich fordere die Bundesregierung auf, sich explizit von diesem Treffen zu distanzieren. Ich werde nun durch eine schriftliche Frage die offizielle Position der Bundesregierung zu diesem Treffen abfragen. Ansonsten muss ich feststellen, dass die Bundesregierung offensichtlich eine hindu-nationalistische, auch paramilitärisch agierende und geschichtsrevisionistische Organisation für satisfaktionsfähig hält, ich tue das nicht. Das Problem ist somit offensichtlich keines nur des Botschafters in Indien sondern der Bundesregierung insgesamt“. (Als Ergänzung zu dieser abschließenden und nahe liegenden Vermutung: Der oberste Chef des Botschafters hat ja gerade bei seiner Südamerika-Reise sich so angeregt mit Brasiliens Bolsonazi unterhalten, mit Kolumbiens Krieger Duque und was es dann noch so an – wie Adolf Hitler, gewählten – Faschisten, Rechtsradikalen und sonstigen Vollstreckern des Kapitalverlangens – passt also. Zurücktreten geht nur durch demokratischen Druck).
- Siehe zum deutschen Botschafter und seiner keineswegs neutralen Rolle zuerst: „Während die Horden der RSS quer durch Indien täglich Pogrome veranstalten – besucht der deutsche Botschafter ihren Boss, den Nazi-Fan“ am 24. Juli 2019 im LabourNet Germany – dort auch bereits der Link zu einer Petition für seinen Rücktritt
- Und zum Chefminister in Uttar Pradesh (den sogar ein deutscher Botschafter kennen könnte) die ausführliche Materialsammlung: „Die Truppen des Yogi Adityanath – der indische Hindu-Fundamentalismus kämpft gegen den schlimmsten Terror: Abweichende Meinungen, sozialer Protest, Gewerkschaften… Entsteht im aktuellen Widerstand dagegen eine neue Einheit?“ am 20. September 2018 im LabourNet Germany
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