“Von
der »Mittelspur auf die Überholspur« will die Ausbildungsreferentin der
Industrie- und Handelskammer (IHK), Anne Neidhardt, die duale
Berufsausbildung bringen. Die Mittelspur, das sind die derzeit noch
knapp 6900 unbesetzten Stellen. »Jedes dritte Berliner Unternehmen
konnte Ausbildungsplätze 2019 nicht besetzen«, erklärt Neidhardt zum
Start des Ausbildungsjahres 2019/20 am Donnerstag auf einer
Pressekonferenz der Kammer. (…) Hintergrund der vielen unbesetzten
Stellen ist laut dem Bereichsleiter Fachkräfte & Innovation,
Constantin Terton, unter anderem die Tatsache, dass die Zahl der Plätze
in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen ist – bei
gleichzeitig stagnierenden Bewerbungszahlen. Dennoch bleiben auch in
diesem Jahr wieder zahlreiche Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Warum
sie durch das Raster fallen, müsse künftig genauer untersucht werden, so
Terton. Die Anerkennung von Ausbildungsberufen in der Gesellschaft
müsse vorangetrieben werden, fordert Anne Neidhardt. Die IHK habe die
Politik bereits zu weiteren Maßnahmen aufgefordert, um die duale
Ausbildung attraktiver zu machen. Dazu gehöre etwa der im Bundesgesetz
festgelegte Umgang mit Auszubildenden, deren Eltern Bezüge des
Jobcenters erhalten: »Das Azubi-Gehalt darf nicht länger mit eventuellen
Hartz-IV-Ansprüchen der Familie verrechnet werden«, konkretisiert
Beatrice Kramm. Knapp 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Berlin
leben in Bedarfsgemeinschaften. »Sie wären eventuell die ersten
Personen aus der Familie, die ein Einkommen jenseits von Hartz IV
generieren könnten«, erklärt Constantin Terton. Werde ihnen das
weggenommen, sei das »eine sehr starke Motivationsbremse«, so Terton
weiter…” Beitrag von Vanessa Fischer bei neues Deutschland vom 1. August 2019 Montag, 5. August 2019
Motivationsbremse Hartz IV. Noch Tausende Ausbildungsplätze unbesetzt – IHK fordert mehr Anreize für duale Ausbildung
“Von
der »Mittelspur auf die Überholspur« will die Ausbildungsreferentin der
Industrie- und Handelskammer (IHK), Anne Neidhardt, die duale
Berufsausbildung bringen. Die Mittelspur, das sind die derzeit noch
knapp 6900 unbesetzten Stellen. »Jedes dritte Berliner Unternehmen
konnte Ausbildungsplätze 2019 nicht besetzen«, erklärt Neidhardt zum
Start des Ausbildungsjahres 2019/20 am Donnerstag auf einer
Pressekonferenz der Kammer. (…) Hintergrund der vielen unbesetzten
Stellen ist laut dem Bereichsleiter Fachkräfte & Innovation,
Constantin Terton, unter anderem die Tatsache, dass die Zahl der Plätze
in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen ist – bei
gleichzeitig stagnierenden Bewerbungszahlen. Dennoch bleiben auch in
diesem Jahr wieder zahlreiche Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Warum
sie durch das Raster fallen, müsse künftig genauer untersucht werden, so
Terton. Die Anerkennung von Ausbildungsberufen in der Gesellschaft
müsse vorangetrieben werden, fordert Anne Neidhardt. Die IHK habe die
Politik bereits zu weiteren Maßnahmen aufgefordert, um die duale
Ausbildung attraktiver zu machen. Dazu gehöre etwa der im Bundesgesetz
festgelegte Umgang mit Auszubildenden, deren Eltern Bezüge des
Jobcenters erhalten: »Das Azubi-Gehalt darf nicht länger mit eventuellen
Hartz-IV-Ansprüchen der Familie verrechnet werden«, konkretisiert
Beatrice Kramm. Knapp 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Berlin
leben in Bedarfsgemeinschaften. »Sie wären eventuell die ersten
Personen aus der Familie, die ein Einkommen jenseits von Hartz IV
generieren könnten«, erklärt Constantin Terton. Werde ihnen das
weggenommen, sei das »eine sehr starke Motivationsbremse«, so Terton
weiter…” Beitrag von Vanessa Fischer bei neues Deutschland vom 1. August 2019
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