Dossier
![[Demonstration am 13.10. in Berlin] #unteilbar. Für eine offene und freie Gesellschaft - Solidarität statt Ausgrenzung](http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/08/unteilbar_logo.jpg)
“
Es
findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und
Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar
war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und
Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen
angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt. Wir lassen nicht
zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt
werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter
eingeschränkt werden sollen. Das Sterben von Menschen auf der Flucht
nach Europa darf nicht Teil unserer Normalität werden. (…) Wir treten
für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte
unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe
selbstverständlich sind. (…) an vielen Orten sind Menschen aktiv, die
sich zur Wehr setzen gegen Diskriminierung, Kriminalisierung und
Ausgrenzung. Gemeinsam werden wir die solidarische Gesellschaft sichtbar
machen! Am 13. Oktober wird von Berlin ein klares Signal ausgehen.
Für
ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit! Für ein
solidarisches und soziales Miteinander statt Ausgrenzung und Rassismus!
Für das Recht auf Schutz und Asyl – Gegen die Abschottung Europas! Für
eine freie und vielfältige Gesellschaft! Solidarität kennt keine
Grenzen!”
Aufruf auf der Aktionsseite 
zur Demonstration für eine offene und solidarische Gesellschaft am
13.10.2018 in Berlin von weit über 300 Organisationen, Gruppen und
Einzelpersonen, zu denen auch LabourNet Germany gehört – weitere
Unterschriften werden dort entgegengenommen. Siehe dazu:
- #unteilbar jetzt auch in Sachsen – Solidarität statt
Ausgrenzung: Bündnis organisiert Demonstrationen am 6. Juli in Leipzig
und am 24. August in Dresden
“Zivilgesellschaftliche Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen
aus Sachsen haben sich im neuen Bündnis #unteilbar Sachsen
zusammengeschlossen. Mehr als 300 Organisationen, Vereine und
Persönlichkeiten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Politik haben den
Aufruf zur Demonstration und weiteren Aktionen in Sachsen
unterzeichnet. #unteilbar Sachsen steht für eine solidarische und freie
Gesellschaft und macht sich in Sachsen mit unterschiedlichen Aktivitäten
dafür stark. Der #unteilbar-Sommer in Sachsen startet mit einer
Demonstration am 6. Juli in Leipzig. Am 24. August – eine Woche vor den
Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg – folgt eine bundesweite
Demonstration in Dresden. Zudem unterstützt #unteilbar die Marktplatz-
und Konzerttour #WannWennNichtJetzt, die im Juli und August in Sachsen
in Zwickau, Bautzen, Annaberg-Buchholz, Plauen und Grimma stattfindet.
Mit diesen Aktionen im #unteilbar-Sommer setzt das Bündnis ein Zeichen
für eine offene und solidarische Gesellschaft in Sachsen und weit
darüber hinaus. #unteilbar Sachsen ist Teil des bundesweiten Bündnisses
#unteilbar, das im Oktober 2018 eine Viertelmillion Menschen in Berlin
mobilisieren konnte. Ana-Cara Methmann, Sprecherin von #unteilbar
Sachsen, betont: „Wir sehen in Sachsen dringenden Handlungsbedarf:
Rassismus und Menschenverachtung sind bereits gesellschaftsfähig.
Soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte für alle müssen weiter
erstritten werden.“ Rudaba Badakhshi, ebenfalls Sprecherin des
Bündnisses, ergänzt: „Vor der sächsischen Landtagswahl ist es für uns
besonders wichtig, ein solidarisches und soziales Miteinander
einzufordern und gemeinsam mit vielen Menschen zu demonstrieren.
#unteilbar heißt, dass unsere Kämpfe unteilbar sind – und das gilt auch
global. Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration
gegeneinander ausgespielt werden – für Solidarität, gegen Ausgrenzung!“ Pressemitteilung des Bündnisses #unteilbar Sachsen vom 2. Mai 2019
und der Aufruf zum Mitzeichnen
(LabourNet Germany gehört zu den Erstunterzeichnern). Siehe aktuellen Stand:
- Bundesweite Demonstration von #unteilbar am 24. August in Dresden – ein klares Zeichen gegen den Rechtsruck in Deutschland
“In weniger als vier Wochen geht das #unteilbar Bündnis wieder auf
die Straße. Die bundesweite Großdemonstration am 24. August in Dresden
wird der Höhepunkt des Sommers der Solidarität sein: Ein klares Zeichen
gegen den Rechtsruck – nicht nur in Sachsen, sondern weit darüber hinaus…” Pressemitteilung vom 30. Juli 2019
mit Infos zum Ablauf der Demo
- 7.500 Menschen bei #unteilbar Auftakt-Demonstration in Leipzig
“Mit einer Demonstration in Leipzig hat heute das #unteilbar-Bündnis
den Sommer der Solidarität im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen,
Brandenburg und Thüringen eingeläutet. Laut abschließenden Zahlen
beteiligten sich über den Tag verteilt 7.500 Menschen an der
Auftakt-Demonstration in Leipzig. Das zivilgesellschaftliche Bündnis
#unteilbar wird getragen von zahlreichen Gewerkschaften,
Wohlfahrtsverbänden und über 300 weiteren Organisationen, Vereinen und
Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wissenschaft. Mit dabei sind
auch Seenotrettungsorganisationen, Initiativen aus dem Gesundheits- und
Pflegebereich sowie die Klimabewegung Fridays For Future…” Pressemitteilung 2 vom 6.07.2019
- Laut vorläufigen Zahlen über 4.000 Menschen bei #unteilbar-Auftakt in Leipzig
“Mit einer Auftakt-Demonstration läutet das #unteilbar-Bündnis heute
den Sommer der Solidarität im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen,
Brandenburg und Thüringen ein. Laut vorläufigen Zahlen versammeln sich
aktuell bereits über 4.000 Menschen in Leipzig. Das
zivilgesellschaftliche Bündnis wird getragen von zahlreichen
Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und über 300 weiteren
Organisationen, Vereinen und Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft
und Politik. Mit dabei sind auch Seenotrettungsorganisationen,
Initiativen aus dem Gesundheits- und Pflegebereich sowie die
Klimabewegung Fridays For Future. Die Veranstalter*innen zeigen sich
sehr zufrieden mit der Resonanz. “Wir freuen uns, dass so viele Menschen
heute mit uns demonstrieren“, so Rudaba Badakshi, eine der
Sprecher*innen von #unteilbar. „Die sächsische Zivilgesellschaft sendet
heute ein starkes Signal der Geschlossenheit und Solidarität über die
Grenzen Sachsens hinaus“, ergänzt Felix Müller, ebenfalls Sprecher des
Bündnisses. Die Demonstration hat um 14:00 Uhr mit einer
Auftaktkundgebung in der Windmühlenstraße begonnen. Der Demozug endet um
17:00 Uhr am Clara-Zetkin-Park, wo die Teilnehmer*innen ein politisches
und kulturelles Programm erwartet. Die heutige Demonstration ist der
Auftakt zum Sommer der Solidarität mit zahlreichen Aktivitäten.
Höhepunkt ist die bundesweite Großdemonstration am 24. August in Dresden.” Pressemitteilung 1 vom 6.07.2019
- Sommer der Solidarität. #unteilbar-Auftaktdemonstration am 6. Juli in Leipzig – Infos zum Ablauf
“… Ab 14.00 Uhr wird in der Windmühlenstraße die Auftaktkundgebung
stattfinden. Im Anschluss wird sich die Demonstration in Bewegung setzen
und vorbei am Augustusplatz, dem Hauptbahnhof, dem Goerdelerring, dem
Museum in der Runden Ecke und dem Rathaus den Leipziger Ring passieren,
um anschließend über die Karl-Tauchnitz-Straße zur Abschlusskundgebung
in den Clara-Zetkin Park zu gelangen. Folgende thematische Blöcke werde
auf der Demonstration vertreten sein: Solidarity, Antifa, Klima,
Gesundheit, Queerfeminismus, Kunst & Kultur, sowie ein von
#unteilbar organisierter Block. Ab 17 Uhr wird eine Abschlusskundgebung
mit vielfältigem musikalischen Programm im Clara-Zetkin-Park (Nähe
Sachsenbrücke, AOK Wiese) stattfinden. Redebeiträge wird es u.a. geben
von: Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (Leipzig), LAG Queeres
Netzwerk Sachsen, Marktplatz- und Konzerttour #WannWennNichtJetzt,
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Leipzig Postkolonial, Paritätischer
Wohlfahrtsverband, Initiative Aufbruch Ost und Theaterregisseur Volker
Lösch. Musikalisch wird die Demonstration von Sarah Lesch, Vocalconsort,
Sir Mantis, Reiser und Linksrum begleitet. Am 6.7. ruft die Seebrücke
zu bundesweiten Aktionen für die Rechte von Geflüchteten und gegen die
Inhaftierung der Sea Watch Kapitänin Carola Rackete auf. Auf der
#unteilbar-Demo in Leipzig wird dazu aufgerufen, sich für dieses
Anliegen insbesondere im Solidarity-Block einzufinden…” Aus der
Presseinformation vom 2.7.2019 – Rund 300 Organisationen, Vereine und
Persönlichkeiten aus den Bereichen Bildung, Kultur und Politik haben den
Aufruf zu den Demonstration und weiteren Aktionen in Sachsen
erstunterzeichnet (LabourNet Germany gehört natürlich dazu), neue
Unterzeichner*innen kommen täglich hinzu – siehe Infos zur Demo in Leipzig bei unteilbar
- »Unteilbar ist nichts Abgeschlossenes«. Bündnis für eine
offene und solidarische Gesellschaft stellte eine Streitschrift vor und
diskutierte über Zukunft
“»Es war toll am 13. Oktober, aber wir haben den Kampf gegen
Rechtsruck und Faschismus noch nicht gewonnen.« Mit diesen Worten
begrüßte Christina Clemm, eine Mitinitiatorin der
»unteilbar«-Demonstration vom Herbst, am Montagabend im Berliner
HAU-Theater die Gäste im gut besuchten Saal. Viele waren gekommen, um zu
diskutieren, wie es nach der mit rund einer Viertelmillion Teilnehmern
überraschend großen Demonstration für eine »offene und solidarische«
Gesellschaft in Berlin weitergeht. (…) Anfang des Jahres werde es in
Berlin einen zweiten Ratschlag geben, wo das weitere Vorgehen
beschlossen werden soll. Nach Informationen von im Bündnis beteiligten
Organisationen ist der 16. Februar als vorläufiger Termin angesetzt. (…)
Einig waren sich die Teilnehmer laut Berichten darin, dass man eine
außerparlamentarische Bewegung sei und sich nicht von oben vereinnahmen
lassen wolle. Auch die inhaltliche Zusammenführung von Antirassismus und
der sozialen Frage werde weiter als wichtig erachtet. (…) Das Bündnis
verwies abseits der Strategiedebatte am Montag im HAU-Theater vor allem
auf seine jüngst im Ullstein-Verlag veröffentlichte Streitschrift. Das
rund 80-seitige Buch versammelt Reden, die auf den Kundgebungen der
Demonstration gehalten wurden. Die Einnahmen des Buchverkaufes sollen an
»unteilbar« gehen…” Bericht von Sebastian Bähr vom 04.12.2018 beim ND online 
- Fotorückblick: #unteilbar-Demo
“Eine viertel Million Menschen demonstrierte am 13. Oktober 2018 in
Berlin für eine offene und freie Gesellschaft – ein deutliches Zeichen
gegen nationalistische Stimmungen, Entsolidarisierung und Ausgrenzung.
Am kommenden Samstag, den 17.11. findet ein bundesweites
Auswertungstreffen der beteiligten Organisationen und Initiativen statt.
Nach viel positivem Feedback geht es jetzt um die Frage: “Wie geht es
weiter mit #unteilbar?”
Auf dass die Dynamik der Demo weitere Früchte trägt. Willkommener
Anlass für uns für diesen Fotorückblick. Viel Spaß beim anschauen.” Fotonachschlag beim Umbruch Bildarchiv 
- «Natürlich wird da was folgen» Eine Viertelmillion Menschen haben an «unteilbar» teilgenommen. Wie weiter?
“Wir sind jetzt erst mal am Durchatmen«, sagt Anna Spangenberg, die
Sprecherin des Unteilbar-Bündnisses. Das Bedürfnis nach Reflexionszeit
kann man der Aktivistin nicht verübeln. (…) Wohin die Reise für das
Bündnis geht, ist noch unklar. Für den 17. November lädt »unteilbar« zu
einem Treffen ein, um das weitere Vorgehen zu diskutieren. Ob die
Vorstellungen vereinbar sind, muss sich zeigen. »Wir müssen nun den
Schwung nutzen, diese außergewöhnlich breit getragene Bewegung noch
kraftvoller zu präsentieren, möglicherweise auch in vielen dezentralen
Aktionen«, wünscht sich etwa Ulrich Schneider vom Paritätischen
Wohlfahrtsverband. Eberle weist daraufhin, dass es kein Übergewicht der
Hauptstadtpolitik geben darf. »Wir können als IL noch nicht sagen, wie
es weitergeht – aber uns ist wichtig, dass sich das nicht nur in Berlin
entscheidet.« Eine weitere Frage betrifft die Ausweitung des Bündnisses.
Die Aufnahme von Großorganisationen würde zwar Ressourcen ausweiten,
doch kleinere, engagiertere und radikalere Kräfte verdrängen. So
marginalisiert die Beteiligung katholischer Großverbände möglicherweise
das marxistisch geprägte »Institut für Theologie und Politik«. »Jeder
Beteiligte hat die Kraft der Demo jetzt wieder zurück in seine Gruppe
genommen, das gab einen Schub«, sagt Spangenberg. Wenn »unteilbar« nun
mit diesem Schub weiter macht, würde die Möglichkeit bestehen, die
Begegnungsräume zu vervielfältigen und zu vertiefen. Fernab von Aufrufen
könnte man dort daran arbeiten, auch im Alltag der Menschen Solidarität
und Handlungsmacht erfahrbar zumachen. Die Repräsentation im
öffentlichen Diskurs wird vermutlich immer geringer ausfallen als bei
den Rechten, doch ab einem gewissen Punkt kann auch das Aufbäumen der
Zivilgesellschaft nicht mehr ignoriert werden. Das Potenzial für einen
Wandel ist da. Spangenberg lächelt: »Natürlich wird da was draus
folgen.«” Beitrag von Sebastian Bähr bei neues Deutschland vom 20. Oktober 2018
- Wie Weiter?
“Wir verstehen den Enthusiasmus nur allzu gut – er hat uns ebenso
erfasst! –, bitten euch aber um Verständnis dafür, dass wir nicht
sofort Antworten auf die Frage nach dem „Wie-Weiter“ in petto haben
können. Für eine verantwortungsvolle Beantwortung dieser Frage
brauchen wir als zivilgesellschaftliche und von viel ehrenamtlichem
Engagement getragene Initiative einige Wochen Zeit. Für #UNTEILBAR sind
sehr viele von uns an ihre Grenzen gegangen. Wir wollen uns gerade alle
erst einmal sammeln, die Demo nachbereiten – und anschließend in Ruhe
die Diskussion über mögliche Perspektiven angehen. Wir bitten euch
daher um ein wenig Geduld…” PM des Orga-Teams von #unteilbar 
- #Unteilbar: Eine wirkliche Massendemonstration. Und nun?
Wenn jemand behaupten würde, er hätte ziemlich genau so viele Menschen
bei dieser Demonstration erwartet, würde er vermutlich nicht nur von uns
Stirnrunzeln ernten – niemand hatte so viele erwartet. Und, wie immer
bei solchen wirklichen Massenveranstaltungen, kann man nun hinterher
kritisieren: Den Aufruf, wenn man möchte, die Teilnahme von
Organisationen, denen man ihr entsprechendes Engagement nicht glauben
mag und kann, und sicherlich auch einzelne Aussagen von Teilnehmerinnen
und Teilnehmer nahezu ohne Ende. Für alle Besserwisser – ob Amateure
oder Profis – ein reiches Betätigungsfeld. Was sich in etwa vergleichen
ließe, mit entsprechenden Kritiken am Weltsozialforum zu jenen Zeiten,
als es noch eine Bewegung darstellte, die sich wenig bis gar nicht um
irgendwelche Abschlusserklärungen kümmerte. Oder anders gefragt: Wer
macht sich noch die Mühe, Maiaufrufe des DGB einer Kritik zu
unterziehen? Eben. Die wesentliche Frage, die sich aus dieser
massenhaften Teilnahme an der Demonstration ergibt ist: Was hat die
Menschen dazu bewogen, hinzugehen? Und dementsprechend: Wo kann das
hingehen? Dazu haben wir vier Beiträge aus den Tagen nach der
Demonstration zusammen gestellt, zwei über Eindrücke, zwei über
Perspektiven:
- „Auch sie sind „unteilbar““ von Malene Gürgen am 14. Oktober 2018 in der taz
lässt einige DemonstratInnen zu Wort kommen über die Gründe, die sie zur Teilnahme bewegten, etwa so: „Emilia, Magdalena, Felicitas und Hanna, 15, gehen
zusammen auf die Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule in Lichterfelde.
Ihre halbe Schule sei heute hier, erzählen sie, inklusive des
Lehrerkollegiums, aber sie haben sich mit ihren Freundinnen lieber
abgesetzt, wollen als kleinere Gruppe mitlaufen. Sie sei die Erste
gewesen, die von der Demonstration gewusst habe, sagt Magdalena: „Ich
habe einen Bericht darüber im Radio gehört, das war direkt nach
Chemnitz.“ Sie habe ihren Freundinnen davon erzählt, und sofort hätten
sie beschlossen teilzunehmen. „Wir wollen zeigen, dass die Rechten nicht
dominieren“, sagt Hanna…“
- „Unteilbar und der progressive Neoliberalismus“ von Peter Nowak ebenfalls am 14. Oktober 2018 bei telepolis
zu den Möglichkeiten, die diese massenhafte Beteiligung eröffnet im
Rahmen der Debatte um die – nennen wir es höflich „distanzierte“ Haltung
Sarah Wagenknechts zum Demoaufruf: „Hier zeigt sich, dass sich eine
Großdemonstration wie “Unteilbar” eben nicht allein über die Aufrufer
kritisieren lässt. Man muss dann die Motivationen der unterschiedlichen
Akteure mit einbeziehen. Dass die Streikenden von Ryanair eine wichtige
Rolle auf der Demonstration spielten, ist nicht zu unterschätzen.
Handelt es sich doch bei dem Arbeitskampf um ein bisher erfolgreiches
Beispiel eines transnationalen Arbeitskampfes. Es wäre dann eigentlich
die Aufgabe von Linken, die sich gegen das Bündnis mit dem progressiven
Neoliberalismus wenden, hier eigene Organisationsvorschläge
einzubringen. So hat es Karl Marx vor ca. 150 Jahre gemacht, als er sich
vehement für die Trennung der damals neu entstehenden Arbeiterbewegung
vom Linksliberalismus stark gemacht hat. Auch aus diesen Gesichtspunkt
war Wagenknechts Kommentierung überflüssig und kontraproduktiv. Sie
trägt eben nicht dazu bei, deutlich zu machen, dass der Kampf gegen
Rassismus und der Kampf gegen kapitalistische Verwertung unteilbar ist.
Das aber wäre die Aufgabe einer linken Kritik. Auch die weniger
beachtete Kritik an einer angeblichen Querfront mit islamistischen
Verbänden gegen Teile des Demobündnisses orientiert sich nur an den
Aufrufern und hat mit der Dynamik der Demonstration, in der bestimmt
nicht für eine islamistische Gesellschaft geworben wurde, wenig zu tun…“
- „»In der Gesellschaft bewegt sich was«“ am 16. Oktober 2018 in der jungen welt
ist ein Gespräch von Peter Schaber mit Hannah Eberle von der
Interventionistischen Linken über die Perspektiven nach dieser
Demonstration, in dem sie unter anderem sagt: „Ich würde zunächst
sagen, das war natürlich keine linke Demonstration. Es ist gut, dass bei
all der Unterschiedlichkeit deutlich geworden ist, dass die Menschen
einen Punkt suchten, um zusammenzukommen und zu sagen: Das, was gerade
passiert, wollen wir so nicht weiter. Es ist deutlich geworden, dass die
Leute sich nicht nur gegen den Rassismus in Chemnitz, sondern eben auch
gegen den Rassismus der Regierung stellen. Und es wurde ein Einspruch
gegen Sozialabbau sichtbar, auch aus diesem Spektrum kamen ganz
unterschiedliche Gruppen: von der Taxi-Innung bis zu den Aktiven aus den
Arbeitskämpfen an der Charité. Man wusste im Vorfeld, dass das keine
linke Demonstration werden würde. Dennoch ist es sehr wichtig, dass
gerade die radikale Linke auf solchen Veranstaltungen anwesend ist. Und
wir sind zufrieden mit dem »Dagegenhalten«-Block. Wir konnten unsere
Redebeiträge unterbringen, etwa 1.500 Menschen liefen in unserem Block
mit. Und es gab sehr viele, die wie wir in ihrer Kritik deutlich weiter
gehen wollen und sagen: Es darf im Moment nicht um eine Verteidigung des
Liberalen gehen. »Unteilbar« war ein Anfang. Aber natürlich haben wir
dort nicht das Ruder herumgerissen. Wenn wir allerdings als radikale
Linke dort gar nicht hingehen und die Diskussionen mit den liberalen
Kräften nicht führen, dann können wir am Ende nicht erwarten, dass sich
etwas zum sozialistischen Guten wendet…“
- Zur Unteilbarkeit der Menschenrechte – Michèle Winklers Rede bei der Demonstration #Unteilbar
„Lasst uns auch nach dem heutigen Tag weiter streiten gegen
Diskriminierung, Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit. Lasst uns
einstehen für eine Welt, in der alle ihren Platz finden können und in
der Menschenrechte wirklich unteilbar sind!“ Die Rede beim Grundrechtekomitee 
- Das Programm
mit Redebeiträgen und Musik, u.a. mit Konstantin Wecker und Herbert Grönemeyer, für Digitalcourage wird Rena Tangens sprechen
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