Sonntag, 28. Juli 2019
Hetzjagd auf Flüchtlinge aus Syrien in Istanbul: Parteiübergreifend...
„... Die Menschen verlassen aus Angst vor einer Abschiebung das Haus
nicht mehr, erläutert die Politikerin: „Direkt nach dieser Erklärung
des Innenministers begann der Gouverneur von Istanbul eine regelrechte
Hexenjagd auf Schutzsuchende. Zunächst wurden arabische Werbetafeln an
Geschäften heruntergenommen und dann Razzien in den Läden
durchgeführt. Es werden systematisch Personenkontrollen durchgeführt,
so dass die Menschen, die Angst vor Abschiebung haben, das Haus
praktisch nicht mehr verlassen können. Der Gouverneur hat erklärt,
dass illegal eingereiste und straffällige Flüchtlinge abgeschoben
werden und in anderen Provinzen als Istanbul registrierte
Schutzsuchende bis zum 20. August Zeit hätten, dorthin zurückzukehren.
Aber man beschränkt sich in der Praxis nicht darauf. Es existieren
Berichte, dass Schutzsuchende dazu gezwungen werden, Erklärungen über
ihre ‚freiwillige Ausreise‘ zu unterzeichnen. Obwohl es das
internationale Recht verbietet, Personen gegen ihren Willen in Länder
abzuschieben, in denen für sie Lebensgefahr besteht, werden sie zur
Rückkehr gezwungen. Es werden Busse mit Schutzsuchenden, welche die
Entscheidung zur Rückkehr ‚gefällt‘ haben, gefüllt; sie werden
zunächst in Abschiebelager und dann über den Cilvegözü-Grenzübergang
nach Idlib oder Efrîn geschickt. Wir kennen die flüchtlingsfeindliche
Politik der AKP-MHP-Regierung. Sie versucht, ihre Wahlniederlage in
Istanbul vor allem mit der Unzufriedenheit der Menschen über die
Schutzsuchenden in Istanbul zu erklären und hat begonnen, eine noch
feindlichere Politik gegenüber Schutzsuchenden ins Feld zu führen...“
– aus dem Beitrag „HDP: Hexenjagd auf Flüchtlinge hat begonnen“ am 24.
Juli 2019 bei Politika zur Kritik der HDP an der Hetzjagd auf Menschen
aus Syrien durch die türkische Regierung. Zur Anti-Flüchtlingspolitik
in der Türkei, wer wie daran teilnimmt – und wer sich widersetzt –
eine aktuelle Materialsammlung
http://www.labournet.de/?p=152131
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