Samstag, 6. Juli 2019

Auch in der 20. Protestwoche werden enorme Menschenmengen auf den Straßen Algeriens sein – die Opposition zum Militärregime formuliert Ziele. Und verzeichnet Erfolge trotz Repression




Am 5. Juli ist Jahrestag in Algerien: 1962 wurde das Land unabhängig,  
nach einem enormen und extrem harten Kampf gegen die Kolonialmacht  
Frankreich. Und am selben Tag – eben wieder ein Freitag – wird es die  
20. Freitagsdemonstrationen geben, wöchentliche Massendemonstrationen,  
die zusammen mit den Dienstagsprotesten der Studierenden der Kern der  
Bewegung sind. Eine Bewegung, die auch mit zunehmender Repression  
(Polizeiangriffe, Verhaftungen, Verfolgung insbesondere von  
Amazigh-Emblemen und Drohungen des Oberkommandos) nicht unterdrückt  
werden kann, sondern zunehmend versucht – und dabei Fortschritte macht  
– zusammen zu kommen und gemeinsame Ziele zu formulieren. Die  
Aussetzung der geplanten Wahlfarce, eine Reihe von Rücktritten – bis  
in die staatstragenden Gewerkschaften hinein beispielsweise – und  
Festnahmen wegen Verdacht auf Korruption sind ebenso Zugeständnisse an  
diese Bewegung, wie die diversen Veränderungen, die etwa in den  
Gewerkschaftsgesetzen gemacht wurden. Eine wachsende Zahl von  
Organisationen hat sich, speziell im Verlauf des Juni 2019, mehrfach  
getroffen, um eine bessere Zusammenarbeit mit politisch gemeinsam  
formulierten Zielen zu finden – gegen das Regime, dessen  
„Dialog“-Angebote zu Recht als Selbstverteidigung bewertet werden.  
Siehe zur Entwicklung in Algerien die aktuelle Materialsammlung „Das  
algerische Regime zwischen Zugeständnissen und Repression – die  
Demokratiebewegung antwortet mit wachsendem Zusammenschluss“ vom 05.  
Juli 2019
http://www.labournet.de/?p=151218

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