Liebe
Freunde, niemand ist wütender auf die Kölner Sexualrandalierer und
Taschendiebe als unsere muslimischen Mitbürger. Die Täter sollten -
sobald sie überführt sind und soweit dies juristisch möglich ist -
abgeschoben werden. Gleichzeitig sollten Politik und Medien jedoch
aufhören, alle Flüchtlinge und Muslime unter Generalverdacht zu stellen
und immer offener gegen Muslime zu hetzen.
Laut BKA
begehen Flüchtlinge nicht mehr Straftaten als Deutsche. Der Anteil der
Sexualdelikte an ihren Straftaten liegt unter 1 %. Politik und Medien
müssen aufhören, die ekelhaften Ereignisse von Köln jeden Tag etwas mehr
aufzublasen! Viele Leute glauben inzwischen wegen der sensationsgeilen
Berichterstattung, in Köln habe es - neben den 381 angezeigten
widerlichen sexuellen Belästigungen und Grabschereien - auch noch
Hunderte von 'Vergewaltigungen' gegeben. Und nicht 3, was schlimm genug
ist. (Zahlen der Kölner Staatsanwaltschaft von heute morgen!).
Liebe Medien, berichtet endlich korrekt und ausgewogen! Hört auf zu
übertreiben! Das Ganze ist schlimm genug. Wenn betrunkene Deutsche die
widerlichen Taten begangen hätten, spräche längst niemand mehr darüber.
Und an die Gerichte appelliere ich: Bestraft Sexualdelikte härter! Das
bisherige Strafmaß ist im Vergleich zu anderen Delikten meist lächerlich
gering.
WARUM BERICHTEN DIE MEDIEN VIEL WENIGER ÜBER
ANTI-MUSLIMISCHE STRAFTATEN UND ANGRIFFE AUF FLÜCHTLINGE? Es gibt ja
nicht nur die kriminellen Sexualstraftäter und Taschendiebe von Köln.
Sondern auch 924 gefährliche Angriffe überwiegend Rechtsradikaler auf
Flüchtlingsheime. Das Medienecho hier ist erstaunlich gering. Stellt
Euch einmal vor, Muslime hätten im letzten Jahr 924 Anschläge auf
deutsche Heime verübt! Die Hölle wäre los.
Auch die
mörderischen Brandanschläge von Mölln, Solingen, Hoyerswerda, bei denen
in den 90er Jahren Dutzende Flüchtlinge verbrannten und verletzt wurden,
sollten die Politiker und Medien nicht so leicht vergessen. Oder die
schwangere Muslimin Marwa El Sherbini, die 2009 im Dresdner Landgericht
vor den Augen des Richters von dem islamfeindlichen Angeklagten mit 16
Messerstichen ermordet wurde. Oder die NSU-Morde usw.
Und
wieder machen rechtsradikale Schlägerbanden Jagd auf Ausländer. Schon
lange können junge Musliminnen bei Dunkelheit nicht mehr ohne Angst
durch Deutschlands Straßen gehen. Unsere muslimischen Mitbürger leben
inzwischen in ständiger Angst und Sorge. Warum wird beim Thema
Sicherheit mit zweierlei Maß gemessen? Nicht die 'Urdeutschen', sondern
unsere muslimischen Mitbürger leben in Gefahr. DAS ist die Realität in
Deutschland. Der Rassismus alter Zeiten ist wiederauferstanden.
DIE DÜMMLICHEN ANTI-MUSLIMISCHEN VERALLGEMEINERUNGEN MÜSSEN AUFHÖREN.
Zwei Beispiele zeigen, wie ungerecht Verallgemeinerungen sein können:
-Der Vatikan hat zwischen 2004 und 2014 immerhin 848 Priester wegen
Kindesmissbrauchs ihres Amtes enthoben. 2572 weitere wurden verurteilt.
Trotzdem hat niemand das Recht zu sagen, alle Seelsorger seien
Kinderschänder. Die Priester, die ich kenne, sind untadelige Menschen.
-Bush hat den Tod von einer Million Irakern und 220.000 Afghanen zu
verantworten. Trotzdem käme niemand auf die Idee zu behaupten, alle
US-Amerikaner seien Mörder. Die Mehrzahl der Amerikaner, die ich kenne
sind prima Männer und Frauen. Nur Bush und seine Kumpane gehören vor den
Internationalen Strafgerichtshof.
Im modernen Rechtsstaat gibt
es keine Sippenhaft wie einst unter den Nazis, wo die Gestapo selbst
die Kinder des Widerstandskämpfers Graf Stauffenberg abholte und
wegsperrte. Und auch keine Kollektivschuld, die man nach dem 2.
Weltkrieg allen Deutschen unterstellen wollte. Als Jugendlicher musste
ich mir diesen Vorwurf im Ausland ständig anhören. Franzosen standen
damals auf und gingen weg, wenn sie hörten, dass ich ein Deutscher, ein
"bloche", war. "Boche" war damals das schlimmste Schimpfwort der
Franzosen gegen die verhassten Deutschen.
Das humanitäre
Völkerrecht bestimmt in Artikel 33 des IV. Genfer Abkommens, dass
niemand für ein Verbrechen verurteilt werden darf, das er nicht
persönlich begangen hat. Daran sollten sich in diesen Tagen alle
erinnern, die versuchen, die anti-muslimische Massen-Hysterie weiter
anzuheizen. Und aufhören, mit Islam- und Ausländerfeindlichkeit
Wahlkampf zu betreiben.
WIR BRAUCHEN KEINE POLITIK A LA TRUMP,
LE PEN ODER ORBAN. Mir graut es vor Politikern, die die Ereignisse von
Köln zusammen mit dem Terrorproblem missbrauchen wollen, um wichtige
rechtsstaatliche Grundwerte auszuhebeln. Die unser Land nach rechts
drängen wollen. Die offenbar nur auf eine solche Gelegenheit gewartet
haben.
Der beste Patz Deutschlands ist in der Mitte. Weit weg
von rassistischer Hetze und dummen anti-muslimischen Vorurteilen. Weit
weg von der rechten Ecke. Manchmal fürchte ich, wir verlieren gerade
unseren moralischen Kompass. Euer JT
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