Im brasilianischen Senat fand diese Woche der letzte Teil des
parlamentarischen „Impeachment“-Prozesses gegen Dilma Rousseff statt. Am
Montag hielt sie ihr Verteidigungsplädoyer, welches sie nutzte, um
darauf hinzuweisen, dass sie das Verfahren für illegitim hält.
Das
Resultat der Schlussabstimmung im Senat stand zu Redaktionsschluss nicht
fest. Eine Entscheidung für eine Amtsenthebung gilt als wahrscheinlich,
für ihre Abwahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Sollte der
Senat die Amtsenthebung der gewählten Präsidentin bestätigen, wird
anschließend Michel Temer als Präsident vereidigt. Temer steht für ein
Ende der Sozialprogramme in Brasilien. Er selbst kann sich in den
nächsten acht Jahren nicht zur Wahl stellen, da er wegen illegaler
Wahlspenden verurteilt ist.
Für den Fall, dass sie nicht ihres Amtes
enthoben wird, hat Rousseff den Vorschlag gemacht, eine Volksabstimmung
über vorgezogene Neuwahlen abzuhalten.
Auch der Vorgänger Dilma
Rousseffs im Präsidentenamt, Lula da Silva, steht unter medialem
Dauerfeuer, weil ihm Korruption vorgeworfen wird. Lula, der seine
Kandidatur für die nächsten Präsidialwalen angekündigt hat, soll
letztendlich das passive Wahlrecht genommen werden. Dilmas‘ und Lulas
Arbeiterpartei PT hat in der Bevölkerung zwar an Zustimmung verloren,
eine Kandidatur wäre angesichts der unbeliebten Kandidaten der
Opposition aussichtsreich.
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