Dienstag, 6. September 2016
[Soz-Debatte] Auf absehbare Zeit gibt es keine Alternative zu den DGB-Gewerkschaften. Die Musik spielt da, wo die Masse der Kolleginnen und Kollegen Gewerkschaft sieht
Organisierung im großen Haufen als Voraussetzung für Widerstand
"... Soll man in eine Organisation eintreten, deren Ziele man nicht
vertritt? Diese Frage stellt die Zeitung an Linke. Kollegen in den
Betrieben stellen sich diese Frage gar nicht. Sie stellen sich die
Frage: Was nützt mir der Eintritt in die Gewerkschaft? Sie versprechen
sich besseren Schutz, Streikgeld. Viele dieser neu Eintretenden haben
sozialpartnerschaftliche Vorstellungen im Kopf wie ihre
Gewerkschaftsführungen! Allerdings mit einem Unterschied: Für die
Führungen ist die Sozialpartnerschaft mit Kapital und Staat etwas
Wesentliches, diese Ideologie ist so fest in ihren Köpfen, dass sie
sie mit ins Grab nehmen. Es ist die ideologische Grundlage ihrer
Macht. Die Kollegen müssen ihre Erfahrungen in und mit den
DGB-Gewerkschaften machen. Das ist notwendig, weil sie damit ihre
Vereinzelung aufheben, ein Kollektiv bilden und somit die
Voraussetzung für Widerstand und Kampf – allerdings unter dem Einfluss
und sogar unter der Führung von sozialpartnerschaftlichen Vorständen.
Aber durch dieses Tal des Leidens und der Enttäuschungen, das ihnen
mit diesen sozialdemokratischen Apparaten und Führungen bevorsteht,
müssen sie durch. Wenn sie ihre Interessen durchsetzen wollen, nehmen
sie nicht nur den Kampf gegen ihre Kapitalisten auf, sondern auch
gegen deren Sozialpartner. Diese Verhältnisse werden im
gewerkschaftlichen Alltagsablauf nicht deutlich, aber immer dann, wenn
Widerstand und Abwehr entsteht. Dann lernen die Kollegen, sich von
ihren Führungen zu emanzipieren und Selbstbewusstsein zu erlangen. Und
dass die Gewerkschaftsapparate Organe sind, die nicht nur von ihnen
finanziert werden, sondern auch ihre Interessen durchzusetzen
haben..." Debattenbeitrag von Dieter Wegner in der SoZ 09/2016
http://www.sozonline.de/2016/09/dgb-gewerkschaften/
Zur SoZ-Debatte siehe unser Dossier "Auf absehbare Zeit gibt es keine
Alternative zu den DGB-Gewerkschaften". Das im Betrag erwähnte Lob von
Kollege Hajek, dass man zwar wenig aus den etablierten Medien und auch
aus der lokalen Presse erfährt, «was sich in der gewerkschaftlichen
und gesellschaftlichen Landschaft real tut», aber wer will, (...) das
täglich bei Labournet erfahren! » kann, ist für uns natürlich
Verpflichtung. Wir bleiben dran!
http://www.labournet.de/?p=99228
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