Dienstag, 6. September 2016

«Das können wir gegenüber Deutschland nicht rechtfertigen»


"«Es ist schwer erträglich, solche Zustände zu sehen. Deshalb darf es 
nur ein Ziel geben: Solche Zustände darf es in Europa nicht mehr 
geben.» Das sagte die schweizerische Bundesrätin Simonetta Sommaruga 
am 11. August 2016 bei strahlendem Sonnenschein am «Medienanlass» 
ihres Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Sie sagte es 
wie immer mit leicht bebender Stimme und fast war man geneigt, ihr die 
Erschütterung abzunehmen – aber eben nur fast. Como ist die letzte 
italienische Bahnstation vor der Grenze zum schweizerischen Südkanton 
Tessin. In Como sind Hunderte Geflüchtete gestrandet. Sie lagern unter 
prekären Bedingungen am Bahnhof und im Park davor – unterstützt, so 
gut es eben geht, von solidarischen Leuten aus Como selbst, aber auch 
aus der Schweiz, vor allem aus dem Tessin..." Beitrag von Heiner Busch 
vom 19.8.2916 beim Grundrechtekomitee
http://www.grundrechtekomitee.de/node/806

Siehe dazu: Das Leiterspiel von Como. Mehr als 500 Flüchtlinge stecken 
in Como fest. Die Schweiz weist sie an der Grenze ab, selbst wenn sie 
ein Asylgesuch stellen. Unterwegs nach Chiasso mit Hassan und Ali.

"Hassan Muhammad und Ali Mustafa* steigen aus dem Zug und schlendern 
den Perron entlang zum Bahnhofsgebäude in Chiasso. Am oberen Ende des 
Zugs stehen bereits zwei Schweizer Grenzwächter und erwarten sie. Als 
hätten beide Seiten ihre Rollen einstudiert, streckt Hassan dem 
bulligen Grenzwächter ein paar Blätter Papier entgegen, der nimmt sie 
entgegen und bedeutet ihnen zu warten. Es ist der zweite Versuch der 
beiden siebzehnjährigen Eritreer, in der Schweiz Asyl zu beantragen. 
(…) Mit der Schweizer Grenze schliesst sich das letzte Nadelöhr 
Europas in Richtung Norden. «Wir haben grosse Probleme zu bewältigen», 
sagt der Helfer Alessandro Deitone. Es ist bereits dunkel, Deitone 
sitzt in einem Kreis von etwa 150 Menschen – Geflüchtete und einige 
AktivistInnen aus Como. «Die Grenze ist zu, Menschen werden 
deportiert, hier in Como schlaft ihr draussen im Park. Wir wollen 
versuchen, eine gemeinsame Lösung für alle zu finden. Ihr selber 
solltet über euer Leben entscheiden, nicht die Schweizer oder die 
europäischen Regierungen.»...."  Artikel von Meret Michel (Text) und 
Florian Bachmann (Fotos), in der WOZ vom 18.08.2016
http://www.woz.ch/1633/fluechtlinge/das-leiterspiel-von-como

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