Montag, 18. Januar 2016

Der Butzbacher Hungerstreik und die gefangenensolidarische Bewegung



"Als Jenaer Soligruppe für die Gefangenen¬gewerkschaft haben wir den
Hungerstreik der Gefangenen in der JVA Butzbach vom 1. bis 11.
Dezember 2015 aktiv unterstützt. Wir wollen im Folgenden eine
Auswertung dieses Kampfes aus dem Jenaer Blickwinkel vorlegen und
unsere Perspektiven für
den weiteren Aufbau der Gefangenen- und gefangenensolidarischen
Be¬wegung ausformulieren..." Auswertungstext der GG/BO-Soligruppe Jena
vom Januar 2016
http://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2016/01/13/der-butzbacher-hungerstreik-und-die-gefangenensolidarische-bewegung/

Darin u.E. wesentlich: "... Entsprechend der repressiven Bedingungen
des Knastregimes bekamen wir kaum Neuigkeiten oder verlässliche
Informationen über und von den Gefangenen in Butzbach. Jürgen Rößner
sprach anfangs von 200 Beteiligten am Bummel- und Hungerstreik, einige
Zeitungen von über 100, die Behörden vermeldeten fünf Gefangene, die
die Anstaltsnahrung ver¬weigerten. Irgendwo dazwischen wird sich die
Beteiligung bewegt haben. Was in diesen Tagen genau passiert ist, ist
uns bis heute unbekannt. Am 10. Dezember besuchten dann zwei
Abgeordnete der Hessischen Links¬partei-Land¬tags¬fraktion die
Gefangenen in der JVA Butzbach. Anschließend erklärten die
Gefang¬enen, sie würden ihren Hungerstreik zum 11. Dezember beenden.
Wir wissen nicht, was in diesem Gespräch diskutiert wurde. Auch die
Genoss_innen vom Netzwerk für die inhaftierten Gefangenen und der
GG/BO konnten uns diese Frage nicht beantworten. (...) Der
Hungerstreik war nicht erfolgreich. Dennoch hat er einiges erreicht.
In der Pressemitteilung[6] der GG/BO aus Berlin wird auf die breite
und wohlwollende Medien¬berichterstattung und den Neueintritt
zahlreicher Gefangener in die GG/BO-Sektion der JVA Butzbach
hingewiesen. Zudem glauben wir, dass die Gefangenen durch ihren
offensiven Kampf erstens den Aufbau von Solidaritätsstrukturen
außerhalb der Gefäng¬nisse angetrieben haben und zweitens gezeigt
haben, dass den Gefangenen kollektive Kampf¬formen zu Verfügung stehen
und dass es möglich ist, sich auch hinter Gittern zu wehren. Damit
haben sie Fakten geschaffen..."

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