Dienstag, 16. Juni 2020

Die US-Gewerkschaften stehen nach dem Polizeimord an George Floyd vor der klassischen Frage „Which side are you on?“: Nicht nur Häfen werden aus Solidarität bestreikt – der Gewerkschaftsbund will die Polizeiverbände bei sich

„... Die Arbeiter*innen der Häfen in New York und San Francisco (ILWU 
Local: 10,34,75,91) sowie die Beschäftigen der “Metro North” 
(Teamsters Local: 808) kündigten für heute, zeitgleich mit der 
Beerdigung von George Floyd, eine Arbeitsniederlegung an. Mit dem 
Aufruf solidarisieren sich die Arbeiter*innen auch mit den 
Protestierenden, die seit mehreren Tagen international gegen 
rassistische Polizeigewalt auf die Straßen gehen. Die temporäre 
Arbeitsniederlegung ist zwar kein Streik, strahlt aber trotzdem eine 
starke solidarische Botschaft der Arbeiter*innen mit den 
Protestierenden aus. Die Hafenarbeiter*innen haben eine lange 
Tradition der Unterstützung von Protestbewegungen. Schon vor 10 Jahren 
legten die Hafenarbeiter*innen des “ILWU Local:10” die Arbeit nieder 
und schlossen sich den Protesten gegen den Mord an Oscar Grant durch 
die Polizei an. Zwei Jahre zuvor (in 2008), legten viele der “ILWU 
Locals” die Arbeit nieder und streikten in Protest gegen den 
Irak-Krieg. Dabei wehrten sie sich auch gegen den bürokratischen 
Apparat der Gewerkschaft, der den Streik verhindern wollte. Diese 
Aktionen spiegeln sich gut in ihrem Motto wieder: „Ein Angriff auf 
Eine*n ist ein Angriff auf alle“. Seit Beginn der Proteste gab es 
schon viele Solidaritätsbekundungen von verschiedenen Gewerkschaften, 
doch hebt sich diese Arbeitsniederlegung stark von den anderen ab. Die 
Arbeiter*innen verschiedener Gewerkschaften schließen sich zusammen, 
um ein geschlossenes Zeichen der Solidarität auszustrahlen...“ – aus 
dem Beitrag „„USA: Hafen- und U-Bahn-Arbeiter*innen legen während 
George Floyds Beerdigung die Arbeit nieder“ von Ezra Bain am 09. Juni 
2020 bei Klasse gegen Klasse (übersetzt von Paul Kov) über die 
Aktionen der HafenarbeiterInnen. Siehe dazu weitere Informationen, so 
auch eine Meldung über einen Solidaritätsstreik im Verlagswesen, den 
Aufruf der HafenarbeiterInnen zum Proteststreik am 19. Juni („Tag der 
Sklavenbefreiung“) und drei Beiträge zur Haltung des 
Gewerkschaftsbundes AFL-CIO – inklusive, wir sind ja nicht so, dessen 
Versuch zur Selbstverteidigung in Fragen der Polizei-Kooperation...
https://www.labournet.de/?p=173724

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