
„…
Das
liegt auch daran, dass wir in einer schnelllebigen Zeit leben. Wirklich
neu ist, dass die Jugend aktiv geworden ist. Ein Grund ist, dass die
jungen Menschen heute in einer ganz anderen Subkultur und
Informationswelt leben als die Machtelite. Die Machthaber sprechen in
ihrem kommunikativen Verhalten eher die ältere Generation an. So gesehen
leben die Jugendlichen und die Machtelite in zwei verschiedenen
Welten. Hier erleben wir eine kulturelle Dissonanz. Die Jugend denkt
global. Die Machthaber sind einem konservativen Denken und Verhalten
verhaftet. Sehen Sie sich die Wahlkampfteams der neuen Kandidaten an,
alles junge Leute. Auch die Kandidaten sind jung. Was auch neu ist: Die
Generation der 30- und 40-Jährigen ist wieder auf Demonstrationen zu
sehen. Wenn auch Menschen dieser Altersgruppe sich Protesten
anschließen, wohl wissend um das Risiko, hat das hohe Bedeutung…“ aus dem
Gespräch „„Die Jugend ist aktiv geworden“ am 02. August 2019 in der taz online 
,
das Bernhard Clasen mit Alexander Kynew führte zur Frage, was bei den
aktuellen Protestens anders sei als bisher gewohnt. Siehe dazu auch
einen Beitrag über soziale Ursachen der aktuellen Proteste:
- „Die instabile Stabilität“ von Felix Jaitner am 28. Juli 2019 in neues deutschland online
kommentiert zu den Protesten: „… Nichts
soll vor den Kommunalwahlen in der russischen Hauptstadt am 8.
September daran erinnern, dass die pünktlich zum Anpfiff der
Fußballweltmeisterschaft 2018 verabschiedete Erhöhung des
Renteneintrittsalters die größte Protestbewegung seit Jahren auslöste.
Dies könnte ja unliebsame Erinnerungen wecken. Denn mit der Weigerung
der Moskauer Bevölkerung, den jüngst beschlossenen Wahlausschluss der 57
Oppositionskandidaten zu akzeptieren, steht plötzlich nicht nur das
Schreckgespenst Protest wieder vor der Tür. Vor den Regionalwahlen, in
denen, außer in Moskau, auch über 16 Gouverneure in der Provinz
abgestimmt wird, droht die Politisierung einer weitgehend apolitischen
Gesellschaft. Die Furcht der Staatsmacht ist berechtigt: Von 2014 bis
2018 sanken die real verfügbaren Einkommen der Bevölkerung. Das
Durchschnittseinkommen in Russland betrug 2017 ganze 600 Euro, dafür
haben die 98 russischen Milliardäre ein größeres Vermögen als die
gesamten Ersparnisse der Bevölkerung…“
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