Sonntag, 11. August 2019

Tönnies als Beispiel: Wie Rassismus salonfähig gemacht wird



Am „Fall Tönnies“ – der keiner ist, weil ihn ja so viele, nicht  
zuletzt aus seiner Branche, so gut verstehen – kann man vieles lernen.  
Zum Beispiel: Wer andere rassistisch beleidigt ist kein Rassist, weil  
man ja weiß, dass er kein Rassist ist. Da kann man heute auf die  
früher übliche (auf ihre Art aber erhellende) Entschuldigung  
verzichten, dies oder jenes sei in alkoholisiertem Zustand geschehen,  
das wird heute ganz nüchtern vorgetragen. Und er habe sich ja auch  
entschuldigt. Aber wofür dann eigentlich? Und gar: Bei wem? Nicht bei  
denen jedenfalls, denen seine rassistischen Ausfälle galten. Also  
lernt man zweitens: Taktischer Rückzug bedeutet, sich bei jenen zu  
entschuldigen, die das Gleiche meinen. Schließlich drittens: Man  
beende das Ganze damit, dass eine Belohnung als Strafe dargestellt  
wird und kann weiter machen, wie bisher. Oder: Seit wann sind drei  
Monate Urlaub eine Strafe? Zum Fall Tönnies eine kleine  
Materialsammlung mit zwei Beiträgen – sowie einem, der solcherart  
Entschuldigungen behandelt. Und einem, der gleich zwei Dinge beweist:  
Dass Tönnies kein Einzelfall ist – und dass LabourNet Germany nicht  
die Pressestelle von Borussia Dortmund um Rat gefragt hat.
http://www.labournet.de/?p=152826

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