wir möchten Euch / Sie auf Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Nachrichten aus unseren Projektregionen aufmerksam machen:
Veranstaltungen
Vorstellung des »Uranatlas«
12.09.2019 | 19:00 – 21:00 Uhr | taz-kantine | Friedrichstraße 21, 10969 Berlin
Uranabbau und Atomenergie scheinen aus dem öffentlichen und medialen Interesse verschwunden zu sein. Ein Trugschluss: Trotz des Tiefpreises wird Uran zu Lasten der Bevölkerung und Umwelt, vor allem im Globalen Süden, weiterhin abgebaut. Atomkraftwerke werden als klimaneutrale Alternativen propagiert und Atomwaffen werden als Droharsenale aufgebaut.
Der »Uranatlas«, herausgegeben von der Nuclear Free Future Foundation, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, der RLS und Le Monde diplomatique, verdeutlicht die globale Dimension und das Risiko von Atomenergie. Er informiert über den Widerstand gegen Uranabbau und Kernkraft. Er bietet Zugang zu einer komplexen Materie. Gemeinsam mit internationalen Expert*innen werden die vielseitigen Facetten des Uranabbaus und der Atomenergie diskutiert und die gegenwärtigen Kämpfe thematisiert.
Mit Andreas Rosen (IPPNW), Makoma Lekalakala (Earthlife South Africa und Gewinnerin des Goldman Umweltschutzpreises 2018), Tadzio Müller (RLS).
Feminist Futures Festival
12.-15.09.2019 | Zeche Zollverein | Essen
Vom 12. bis 15. September findet in Essen das Feminist Futures Festival statt, das von der RLS gemeinsam mit dem Konzeptwerk Neue Ökonomie und dem Netzwerk Care Revolution organisiert wird. Feminist*innen aus aller Welt kommen zusammen, um bestehende Verhältnisse zu analysieren und neue Allianzen zu schmieden. In Workshops, Panels, Trainings und kulturellen Darbietungen wird es unter anderem um sexuelle Gewalt, Rassismus, Umweltzerstörung, Klassenpolitik, Queerness, Selbstbestimmung und internationale Solidarität gehen. Mit dabei sind auch Gäste vom afrikanischen Kontinent. Alle Informationen zum Festival wie auch die Möglichkeit, sich anzumelden, finden sich hier.
Buch und Diskussion: »Briefe aus Stein. Von Nazi-Deutschland nach Südafrika« von Steven Robins in Berlin und Erfurt im September
19.09.2019 | 19:00 Uhr | FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum | Adalbertstraße 95a, 10999 Berlin | Eine gemeinsame Veranstaltung des FHXB-Museum, des Metropol-Verlags, des Jüdischen Museum und der RLS | Die Veranstaltung findet auf Englisch mit deutscher Übersetzung statt.
23.09.2019 | 19:00 Uhr | Kleine Synagoge | An der Stadtmünze 5, 99084 Erfurt | Eine gemeinsame Veranstaltung der RLS Thüringen und Decolonize Erfurt | Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Das alte Foto kannte Steven Robins schon, als er in den 1960er- und 1970er-Jahren im südafrikanischen Port Elizabeth aufwuchs. Es zeigt drei ihm unbekannte Frauen. Erst später erfuhr er, dass das Bild die Mutter und die Schwestern seines Vaters im Jahr 1937 in Berlin zeigt, bevor sie in Auschwitz getötet wurden. Seit der Namensänderung von Robinski in Robins erzählte Steven Robins’ Vater nichts mehr über seine Vergangenheit in Europa, nichts über seine Flucht aus Nazi-Deutschland, nichts über das Schicksal seiner Familie – bis Steven, inzwischen ein junger Anthropologe, ihn im Jahr vor seinem Tod befragte. Doch die Informationen, die sein Vater mitteilte, waren dürftig. Schließlich fand Steven Robins Unterlagen über seine Familie in Archiven und entdeckte über hundert Briefe, die die Familie von 1936 bis 1943 aus Berlin an seinen Vater und Onkel geschickt hatte. Dabei las Steven Robins auch Worte der Frauen auf dem Foto.
„Briefe aus Stein“ ist die ergreifende Rekonstruktion einer Familiengeschichte. Die Hilferufe seiner im Nazi-Staat gefangenen Angehörigen erreichten Steven Robins’ Vater in Südafrika, der jedoch nicht helfen konnte und schließlich den Rückzug ins Schweigen wählte.
In seinem Buch untersucht Steven Robins auch die Komplizenschaft seines Fachgebietes, der Anthropologie, die ebenso wie die Eugenik und die Ethnologie die vermeintlich wissenschaftlichen Grundlagen für den nationalsozialistischen Rassismus legte. Steven Robins wird auf zwei Veranstaltungen das Buch vorstellen, welches im September im Metropol-Verlag erscheint.
Veröffentlichungen und Nachrichten
Zimbabwe currency madness, 'blessings' for the money changer
President Emmerson Mnangagwa’s statement on the reintroduction of the local currency as sole legal tender on June 24 came with a promise to restore “normalcy to our economy”. It would bring a boost of confidence in the economy and rein in on the runaway parallel money market rates, he claimed.
But some weeks now after the Zimbabwe dollar’s official return, it remains to be seen if indeed the rushed decision will yield any positive results and put an end to the crooked money exchange menace that has so far only fattened the pockets of privileged individuals.
Zimbawean Journalist Kennedy Nyavaya is providing an insight into this informal business sector.
Read the article here.
Home, sweet home?
Die ägyptischen Wissenschaftlerinnen Dina Wahba und Nayera Abdelrahman denken mit ihrer Arbeit neu über Migration und „home making“ nach. Sie wollen den engen Rahmen der Wissenschaft verlassen und breiter in die Gesellschaft wirken. Ihr Anliegen ist es, geschützte Räume für persönliche Begegnungen und kreative Ausdrucksformen im Kontext von Exil und Migration zu schaffen. Ein Workshop im März 2019 in Berlin war der Auftakt zu einer Serie von home making Veranstaltungen.
Tanja Tabbara sprach mit Dina Wahba und Nayera Abdelrahman.
Migration: Graffiti in Dakar
Video: Während Europäer*innen in viele Länder der Welt reisen können oder dort arbeiten, sind legale Wege aus dem globalen Süden nach Europa fast inexistent. Gleichzeitig ist die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern Afrikas hoch. So riskieren Menschen immer wieder die gefährliche Trans-Sahara-Route durch die Wüste und steigen in seeuntüchtige Boote über das Mittelmeer. Graffiti-Sprayer aus Yeumbeul, einem Vorort von Dakar im Senegal, protestieren mit ihrer Kunst gegen die Anti-Migrationsgesetze, die den Senegales*innen aufgezwungen werden und kommen mit Anwohner*innen ins Gespräch. Streetart ist ihre Möglichkeit, Debatten loszutreten und Menschen im benachteiligten Vorort eine Stimme zu geben.
Ein Video über ihre Arbeit.
Diskussion: Konflikt in Mali
Die RLS Westafrika veranstaltete im Juni eine Diskussionsrunde zum Konflikt in Mali. Als Redner*innen zugegen waren Alex Thurston, Bakary Sambe und Ibrahim Ag Ilbaltanat, die unterschiedliche Blickwinkel auf die Situation in Mali einbrachten. Gemeinsam mit ca. 50 Teilnehmer*innen, darunter viele Studierende, wurde nicht zuletzt die internationale Dimension des Konflikts und damit sowohl der Militäreinsatz als auch die Rolle Algeriens diskutiert.
Eine Zusammenfassung vom Büroleiter der RLS Westafrika, Armin Osmanovic
Holocaust-Reise
Vom 9. bis 18. Juni kamen 23 Teilnehmer*innen aus Südafrika, DR Kongo und Senegal mit einer Holocaust-Studienreise nach Polen und Deutschland, wo sie Erinnerungsorte besuchten und Gespräche zu Erinnerungspolitik und dem Holocaust führten. Die Reise wurde organisiert vom südafrikanischen Holocaust and Genocide Centre und von der RLS Westafrika und Südafrika unterstützt.
Ein Bericht von Armin Osmanovic, Büroleiter der RLS Westafrika
Hinweis
»Die nächste globale Schuldenkrise«
05.09.2019 I 17:30-20:30 I taz-kantine | Friedrichstraße 21, 10969 Berlin
Die Ergebnisse des „Schuldenreport 2019“ sind alarmierend: 122 Länder weltweit sind kritisch verschuldet und in drei Vierteln dieser Länder hat sich die Situation in wenigen Jahren deutlich verschlechtert. Wenn ein Großteil der Haushaltsmittel in den Schuldendienst fließt, dann wird es für Staaten schwer bis unmöglich, soziale Dienstleistungen wie Gesundheitsvorsorge oder Bildung aufrechtzuerhalten. Millionen von Menschen sind in ihrer Existenz bedroht!
Wir wollen mehr über das Ausmaß der globalen Schuldenkrise und über die Möglichkeiten politischen Handelns erfahren. Dr. Klaus Schilder, Referent für Entwicklungspolitik bei MISEREOR, präsentiert die Ergebnisse des Schuldenreports und die Empfehlungen an die Bundesregierung.
Dazu laden wir Dr. Elke Baumann aus dem Bundesministerium für Finanzen und Jürgen Kaiser vom Entschuldungsbündnis erlassjahr.de ein. Wir wollen ihre Einschätzung der globalen Schuldenkrise erfahren und mit ihnen über Handlungsoptionen diskutieren. Wie kann es beispielsweise sein, dass die deutsche Bundesregierung seit 2014 die Einführung eines international rechtlich verbindlichen Staateninsolvenzverfahrens blockierte, während 124 Länder in der UN-Vollversammlung dafür stimmten?
Eine Veranstaltung von SODI in Kooperation mit MISEREOR und erlassjahr.de.
Weitere Informationen hier.
Wir freuen uns, Euch / Sie bei der ein oder anderen Veranstaltung zu sehen und wünschen viel Spaß beim Lesen.
Das Afrikareferat der RLS
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