“Es
sind schockierende Missstände, die die Nationale Stelle zur Verhütung
von Folter in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht aufzählt. Bei
einem unangekündigten Besuch Anfang des Jahres in der
Abschiebehaftanstalt im nordrhein-westfälischen Büren dokumentierte eine
Delegation zahlreiche Vergehen in der Anstalt. So wurden laut Bericht
mehrere Ausreisepflichtige rechtswidrig dauerhaft in Einzelhaft
untergebracht. Dafür gebe es jedoch keine gesetzliche Grundlage. Auch
sei die Einstufung als sogenannte »Gefährder« nicht ausreichend, um
derart weitgehende Sicherungsmaßnahmen anzuwenden. Schließlich könne
Einzelhaft eine »unmenschliche und erniedrige Behandlung darstellen« und
müsse »so kurz wie nur möglich« gehalten werden. Die Anti-Folter-Stelle
kritisiert zudem die Bedingungen auf der Isolierhaftabteilung als
menschenunwürdig. So werden zum Beispiel Gefangene bei den
Toilettengängen gefilmt und durch Bedienstete beiden Geschlechts
überwacht. Auch andere grundrechtseinschränkende Maßnahmen seien in
Büren unverhältnismäßig. Die Abschiebungshäftlinge würden etwa nicht nur
nachts, sondern auch tagsüber in ihren Räumlichkeiten eingeschlossen.
In mindestens einem Fall sei eine Person ohne Notwendigkeit fixiert
worden. Auch gebe es keine psychologische Betreuung, obwohl sich die
Ausreisepflichtigen in einer psychisch schwierigen Situation befänden
und eine erhöhte Gefahr von Selbstverletzungen oder Suizidversuchen
bestehe. Erst Anfang Juni hat sich in Büren ein 41-jähriger Georgier das
Leben genommen. Laut dem Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft
Büren e.V. soll er sich in Isolationshaft befunden haben…” Beitrag von Marie Frank bei neues Deutschland vom 1. November 2018 Dienstag, 6. November 2018
Massive Missstände in Abschiebehaft Büren: Bericht der Anti-Folter-Stelle rügt unverhältnismäßige und menschenunwürdige Maßnahmen gegen Insassen
“Es
sind schockierende Missstände, die die Nationale Stelle zur Verhütung
von Folter in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht aufzählt. Bei
einem unangekündigten Besuch Anfang des Jahres in der
Abschiebehaftanstalt im nordrhein-westfälischen Büren dokumentierte eine
Delegation zahlreiche Vergehen in der Anstalt. So wurden laut Bericht
mehrere Ausreisepflichtige rechtswidrig dauerhaft in Einzelhaft
untergebracht. Dafür gebe es jedoch keine gesetzliche Grundlage. Auch
sei die Einstufung als sogenannte »Gefährder« nicht ausreichend, um
derart weitgehende Sicherungsmaßnahmen anzuwenden. Schließlich könne
Einzelhaft eine »unmenschliche und erniedrige Behandlung darstellen« und
müsse »so kurz wie nur möglich« gehalten werden. Die Anti-Folter-Stelle
kritisiert zudem die Bedingungen auf der Isolierhaftabteilung als
menschenunwürdig. So werden zum Beispiel Gefangene bei den
Toilettengängen gefilmt und durch Bedienstete beiden Geschlechts
überwacht. Auch andere grundrechtseinschränkende Maßnahmen seien in
Büren unverhältnismäßig. Die Abschiebungshäftlinge würden etwa nicht nur
nachts, sondern auch tagsüber in ihren Räumlichkeiten eingeschlossen.
In mindestens einem Fall sei eine Person ohne Notwendigkeit fixiert
worden. Auch gebe es keine psychologische Betreuung, obwohl sich die
Ausreisepflichtigen in einer psychisch schwierigen Situation befänden
und eine erhöhte Gefahr von Selbstverletzungen oder Suizidversuchen
bestehe. Erst Anfang Juni hat sich in Büren ein 41-jähriger Georgier das
Leben genommen. Laut dem Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft
Büren e.V. soll er sich in Isolationshaft befunden haben…” Beitrag von Marie Frank bei neues Deutschland vom 1. November 2018
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