“…
In letzter Zeit häufen sich Berichte von Flüchtlingsräten und
Abschiebungsbeobachtern über die zwangsweise Verabreichung sedierender
Medikamente, Fesselungen, Familientrennungen und das Schlagen von
Asylsuchenden. Insbesondere bei Abschiebungen in andere EU-Staaten komme
es zu drastischer Polizeigewalt. Seit einiger Zeit setzen die
Abschiebebehörden vermehrt auf Charterflüge: Auf Anfrage der
Linksfraktion im Bundestag teilte die Bundesregierung mit, dass im
bisherigen Jahr 2018 bereits dreimal so viele Asylsuchende per
Charterflug in andere europäische Staaten überstellt worden sind wie im
gesamten Jahr 2017. Im Unterschied zu Linienflügen gibt es dabei keine
Zeugen für Polizeigewalt. (…) In der Praxis schlägt sich das in einer
Verrohung der Abschiebepolitik nieder. Diese beschränkt sich nicht auf
die Ausübung direkter Gewalt. Vielfach wird die Ausreisepflicht ohne
Rücksicht auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Betroffenen
durchgesetzt, zum Teil offen rechtswidrig. (…) Dass Abschiebungen seit
2015 überwiegend unangekündigt stattfinden, versetzt Geflüchtete ohne
gültiges Aufenthaltsrecht in einen dauerhaften Angstzustand. In vielen
Sammelunterkünften rückt die Polizei Nacht um Nacht an, um Menschen zur
Abschiebung abzuholen. Mancherorts richten Geflüchtete Nachtwachen ein,
die warnen, wenn die Polizei kommt, andere tauchen unter oder halten
sich nachts nicht in den Unterkünften auf. Und wer sich gegen
Abschiebungen solidarisiert, wird kriminalisiert. (…) Das zeigt: Der
Staat geht hart gegen jene vor, die sich der brutalen Abschiebepraxis in
den Weg stellen. Aktivisten und Flüchtlingsräte rufen dazu auf, sich
mit den Betroffenen zu solidarisieren, und fordern eine lückenlose
Aufklärung der gesetzeswidrigen Polizeieinsätze…” Artikel von Ulla Jelpke in der jungen Welt vom 03.11.2018 Dienstag, 6. November 2018
In permanenter Angst. Bei Abschiebungen gehen Behörden immer brutaler vor. Initiativen rufen zu Solidarität mit Betroffenen auf
“…
In letzter Zeit häufen sich Berichte von Flüchtlingsräten und
Abschiebungsbeobachtern über die zwangsweise Verabreichung sedierender
Medikamente, Fesselungen, Familientrennungen und das Schlagen von
Asylsuchenden. Insbesondere bei Abschiebungen in andere EU-Staaten komme
es zu drastischer Polizeigewalt. Seit einiger Zeit setzen die
Abschiebebehörden vermehrt auf Charterflüge: Auf Anfrage der
Linksfraktion im Bundestag teilte die Bundesregierung mit, dass im
bisherigen Jahr 2018 bereits dreimal so viele Asylsuchende per
Charterflug in andere europäische Staaten überstellt worden sind wie im
gesamten Jahr 2017. Im Unterschied zu Linienflügen gibt es dabei keine
Zeugen für Polizeigewalt. (…) In der Praxis schlägt sich das in einer
Verrohung der Abschiebepolitik nieder. Diese beschränkt sich nicht auf
die Ausübung direkter Gewalt. Vielfach wird die Ausreisepflicht ohne
Rücksicht auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Betroffenen
durchgesetzt, zum Teil offen rechtswidrig. (…) Dass Abschiebungen seit
2015 überwiegend unangekündigt stattfinden, versetzt Geflüchtete ohne
gültiges Aufenthaltsrecht in einen dauerhaften Angstzustand. In vielen
Sammelunterkünften rückt die Polizei Nacht um Nacht an, um Menschen zur
Abschiebung abzuholen. Mancherorts richten Geflüchtete Nachtwachen ein,
die warnen, wenn die Polizei kommt, andere tauchen unter oder halten
sich nachts nicht in den Unterkünften auf. Und wer sich gegen
Abschiebungen solidarisiert, wird kriminalisiert. (…) Das zeigt: Der
Staat geht hart gegen jene vor, die sich der brutalen Abschiebepraxis in
den Weg stellen. Aktivisten und Flüchtlingsräte rufen dazu auf, sich
mit den Betroffenen zu solidarisieren, und fordern eine lückenlose
Aufklärung der gesetzeswidrigen Polizeieinsätze…” Artikel von Ulla Jelpke in der jungen Welt vom 03.11.2018
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