während Deutschland aus guten Gründen aus der Atomenergie aussteigt, machen hiesige Unternehmen im Ausland weiterhin Geschäfte mit dem Atomrisiko. Der Industriekonzern Bilfinger etwa pfeift auf den Atomausstieg. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mannheim kassiert als technischer Dienstleister allein beim Bau des AKW Hinkley Point C mehr als eine halbe Milliarde Euro. In Flamanville in Frankreich ist Bilfinger mit daran beteiligt, ein Atomkraftwerk ans Laufen zu bringen, das aufgrund schwerer technischer Mängel noch vor seiner Inbetriebnahme den Status „Pannenreaktor“ erlangt hat. Der Konzern schreckt selbst davor nicht zurück, an französischen Uraltmeilern rumzuflicken, damit Frankreich gefährliche Laufzeitverlängerungen durchführen kann. Und das ist längst nicht alles, Bilfinger verkauft Atomtechnik von Mannheim in die ganze Welt.
Die Atomgeschäfte des Unternehmens sind grundsätzlich unvereinbar mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung, sie verstoßen darüber hinaus aber auch gegen das Vorsorgeprinzip, zu dem sich der Mannheimer Konzern im Umgang mit Umweltproblemen selbst verpflichtet hat. Der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen sieht das ganz genauso und fordert im Zuge der Jahreshauptversammlung am 24. Juni zusammen mit .ausgestrahlt Bilfingers Ausstieg aus der Nukleartechnik. Den entsprechenden Antrag der Kritischen Aktionär*innen gegen die Entlastung des Bilfinger-Vorstands und –Aufsichtsrates kannst Du hier nachlesen.
Aufgrund der Covid-19-Pandemie findet die Bilfinger-Hauptversammlung in diesem Jahr virtuell statt und wird live im Internet übertragen. Weil die Gefahren durch Bilfingers nukleares Geschäftsmodell aber ganz real sind, wird .ausgestrahlt gemeinsam mit Atomkraftgegner*innen vor der Konzernzentrale in Mannheim protestieren. Vielleicht bist Du in der Nähe und kannst dabei sein. Bring dann gerne auch Deine Anti-Atom-Fahne mit! Nähere Infos zur Teilnahme und den Abstandsregeln findest Du hier.
Herzliche Grüße
Angela Wolff und das ganze .ausgestrahlt-Team
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