Montag, 13. Januar 2020

„Guten Tag, Angola, wir sind vom Internationalen Währungsfonds. Wir würden mit Ihnen gerne über unsere Bibel reden, besonders über Buch Eins - schmerzhafte Reformen“

In diesen Tagen macht vor allen Dingen das Verfahren gegen die Tochter 
des ehemaligen Staatspräsidenten Isabel dos Santos auch außerhalb 
Angolas Schlagzeilen: Die reichste Frau Afrikas bekam ihre (besser 
wohl: Einige ihrer) Konten eingefroren wegen des laufenden 
Betrugsverfahrens gegen sie und ihren Ehemann. Ein Zeichen für 
zumindest zwei Dinge auf einmal: Die „Veteranen-Bereicherung“ der MPLA 
ist nach beinahe 4 Jahrzehnten offensichtlich ans beginnende Ende 
gelangt. Und die neuen Kräfte, die da am Werk sind, wollen die seit 
langem eingeschlagene Förderung der Privatwirtschaft wesentlich 
aktiver und systematischer vorantreiben als bisher – auch gedrängt von 
den Problemen, die die auf Erdöl basierende Wirtschaft erlebt. 
Weswegen man mit dem Internationalen Währungsfonds zusammen arbeitet – 
dessen Schreibtisch-Sturmtruppen ihr übliches Programm umsetzen 
wollen, ganz ohne auf Änderungen im Ton bei Sonntagsreden Rücksicht zu 
nehmen. Die jüngsten Streiks der Ölarbeiter bei Halliburton – einer 
der neuen wichtigen „Partner“ des staatlichen Ölkonzerns Sonangol – 
seien, so ein Sprecher der Regierung, nur der Anfang, man werde mehr 
davon erleben, wenn erst das Programm mit dem IWF „umgesetzt“ werde, 
aber damit werden man leben müssen – und können. Zur aktuellen 
Entwicklung in Angola eine kleine Materialsammlung, in der versucht 
wird, das Abkommen mit dem IWF in den Rahmen des Veränderungsprozesses 
nach dem Ende des Santos-Regimes zu stellen
https://www.labournet.de/?p=160868

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