Sonntag, 30. Dezember 2018

»Sea Eye« rettet 17 Menschen


Die deutsche Rettungsorganisation ist nun auf der Suche nach einem sicheren Hafen



  • Von Fabian Hillebrand
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  • Lesedauer: 2 Min.
    • Die Seenotrettungsorganisation Sea Eye hat am Samstagmorgen 17 Menschen von einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer geborgen. Die Insassen, 16 Männer und eine Frau, seien auf das Schiff »Professor Albrecht Penck« gerettet worden, da sich das Holzboot in Seenot befunden hätte. Zwei Personen befinden sich in einem »auffällig reduziertem Bewusstseinszustand«.
      Laut der deutschen Organisation habe die libysche Küstenwache die Geretteten zuerst übernehmen wollen, nach Verhandlungen habe das Schiff die Schiffbrüchigen aber an Bord gehalten.
      Jetzt sucht das Schiff einen sicheren Hafen für die Geretteten. »Ich gehe davon aus, dass Herr Salvini uns nicht nach Italien lässt. Bleiben noch Malta, Spanien und Frankreich. Für die Geflüchteten sind es schwierige Überfahrten, daher hoffen wir, nicht allzu lang unterwegs zu sein«, sagte der Kapitän der Mission, Klaus Merkle, dem »nd« am Freitag.
      Kapitän der
      Kapitän der "Professor Albrecht Penck": Klaus Merkle
      Die »Professor Albrecht Penck« ist das erste zivile Seenotrettungsschiff, das unter deutscher Flagge fährt. Die Organisation verspricht sich davon mehr Unterstützung durch die deutschen Behörden. »In vielen Ländern werden die europäischen Werte inzwischen geschliffen, auch bei uns teilweise. Aber ich glaube schon, dass mein Heimatland immer noch oben mitspielt in der Einhaltung von Menschenrechten«, sagt Merkle. Erst am Freitagmorgen erreichte das Schiff die Rettungszone vor der Küste Afrikas. Nach langer Blockade sind inzwischen wieder drei Rettungsorganisationen im Mittelmeer aktiv, die katalanische »Open Arms« brachte kürzlich gerettete Flüchtlinge nach Spanien, die Sea-Watch 3 hatte am 22. Dezember 32 Flüchtlinge aufgenommen und harrt seitdem auf dem Meer aus, wartet auf einen sicheren Hafen.
    • Es seinen immer noch zu wenig Rettungsschiffe für solch ein riesiges Suchgebiet, meint Merkle. »Ich habe kaum andere Schiffe gesehen, keine von Frontex oder der Mission Sophia. Wir sind alleine hier.«
      Merkle plädiert für eine schnelle Lösung für die Flüchtlinge auf der »Sea Eye« und der »Sea-Watch«. »Europa muss eine Antwort finden, und die kann nicht in Blockade und Abschottung bestehen, sondern es muss ein System etabliert werden, in dem Menschen, die in Seenot geraten, geholfen wird. Die Leute dürfen auch nicht nach Libyen zurückgebracht werden. Die Zustände dort sind unmenschlich.«
      Trotz der unklaren Situation der Seenotretter ist Merkle froh, dass sie wieder vor Ort sind. Schlißlich sei es wichtig, »den Salvinis und Orbans nicht das Feld zu überlassen«.

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