Sonntag, 27. Mai 2018
„So wird manipuliert“ – Der schwarze Freitag der spanischen Fernsehjournalistinnen von RTVE
Es gibt sie noch, oder wieder: Journalistinnen und Journalisten, die
gegen Gleichschaltung, Zensur und die verantwortlichen
Programmdirektionen rebellieren – zumindest beim spanischen
Staatsfernsehen RTVE. Der „schwarze Freitag“ 11. Mai 2018 war der
dritte dieser Reihe, in der Journalistinnen und sie unterstützende
Journalisten komplett schwarz gekleidet vor die Kameras traten. Im
Protest gegen Zensur, ungleiche Bezahlung und einen weiteren ganzen
Katalog von Alltäglichkeiten, inklusive der Produktion von Fake News.
„Asi se manipula“ ist der Twitter-Kanal, über den zu solchen Aktionen
mobilisiert wird – und die „Geschichten“, die zu solchem leider
unüblichen Protest geführt haben, sind einfach. Beispiel? Wenn ein
Sprecher der Regierung von demonstrierenden Rentnern sagt „die sollen
sich selber…“ (ihr wisst schon, was), dann darf das nicht gesendet
werden. Mit solch genialen Begründungen wie, es widerspreche dem
Bestreben nach politisch korrekter Sprachverwendung. Entstanden aus
der Beteiligung vieler Journalistinnen der RVTE am Frauenstreiktag 8.
März 2018 ist die Aktion „Schwarzer Freitag“ zum Sorgenkind einer
Regierung geworden, die beispielsweise konsequent vermeiden möchte,
dass Berichte und Beiträge über die wachsende Armut in Spanien
veröffentlicht werden. Oder über die Zunahme serienweiser Prozesse
gegen die Meinungsfreiheit, inklusive Musiker, Künstler und
Beschäftigten des Bildungswesens. Die Blockade der Regierungspartei PP
im April 2018 gegen die Umsetzung personeller Veränderungen, die
bereits im Oktober 2017 beschlossen worden waren, wurde dann zum
letzten auslösenden Ereignis dieser Aktion.
Zum schwarzen Freitag bei RTVE vier aktuelle Beiträge (zum schwarzen
Freitag bei ARD und ZDF usw. keine) und ein Hintergrundbeitrag von
menschen machen medien (ver.di)
http://www.labournet.de/?p=131997
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