Von
Timo
Dorsch [1]
amerika21
Mexiko-Stadt. Mexikos Regierung hat sich
nach Protesten von Eltern verschwundener und mutmaßlich
ermordeter Studenten zur Einrichtung einer Sonderkommission
mit neuen Untersuchungsansätzen bereit erklärt und frühere
Aussagen der Generalstaatsanwaltschaft revidiert, nach denen
die Ermittlungen abgeschlossen seien.
Die 43 Lehramtsstudenten waren Ende September 2014 nahe der
Ortschaft Iguala festgenommen und verschleppt worden.
Seitdem sind sie verschwunden. In den Zwischenfall waren
verschiedene Polizeibehörden verwickelt.
Die Bundesstaatsanwaltschaft akzeptierte
[3] am 30. November nach
Protesten schließlich zehn neue Untersuchungsansätze, die
im September von der unabhängigen Expertengruppe GIEI, einem
Gremium der Interamerikanischen Menschenrechtskommission,
vorgeschlagen wurden. Seither gehen die Behörden nicht mehr
von der Verbrennung der Studenten auf der Müllhalde von
Cocula aus, sondern gehen nicht berücksichtigten Spuren
nach. Auch sollen aufgenommene Telekommunikationsdaten durch
das staatlich-militärische Überwachungsprogramm C4
ausgewertet werden.
Die vorherige Version, die der aus dem Amt geschiedene
Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam am 27. Januar diesen
Jahres als "historische Wahrheit" verbreitet hatte, wurde
damit auch von staatlicher Seite ad acta gelegt. Monatelang
stand der mexikanische Staat deswegen in der Kritik durch
die Eltern der Verschwundenen und verschiedene
Menschenrechtsorganisationen. Zuletzt
[4] wurde die These, die
jungen Männer seien von kriminellen Banden ermordet und
verbrannt worden, auch wissenschaftlich widerlegt.
Die Eltern hatten am 26. November – 14 Monate nach dem
Verschwindenlassen ihrer Söhne – an einer der
Hauptverkehrsachsen in Mexiko-Stadt nahe der Residenz von
Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto ein Zelt aufgestellt
[5] und eine
unbefristete "Mahnwache" angekündigt. Am Dienstag beendeten
sie die Aktion nach einem Gespräch mit Delegierten der
Regierung. Bei einer Pressekonferenz
betonten [2]
Sprecher der Eltern, ihr Kampf sei damit nicht beendet. Auch
gebe es kein Vertrauen in weitere staatliche Einrichtungen.
Die mit der Regierung erzielten Vereinbarungen seien jedoch
"ein guter Anfang", damit neue, umfassende Ermittlungen
aufgenommen würden.
Seit damals wird von den
Angehörigen und dem Menschenrechtszentrum Tlachinollan
kritisiert, dass die staatlichen Behörden die Vermissten
bereits für tot erklärt haben, als viele Fragen noch
ungeklärt waren. Damit seien bestimmte Szenarien,
Entwicklungen und Möglichkeiten bezüglich des Verbleibs
der Studenten ausgeblendet worden. Sowohl die Eltern als
auch die vielen Solidaritätsinitiativen haben immer wieder
darauf beharrt, die jungen Männer lebend wieder zu finden.
Links:
[1] https://amerika21.de/autor/timo-dorsch
[2] http://desinformemonos.org.mx/se-levanta-planton-de-los-43-en-reforma-advierten-que-su-lucha-no-termina/
[3] http://www.eluniversal.com.mx/articulo/nacion/seguridad/2015/11/30/caso-iguala-pgr-acepta-lineas-de-investigacion-del-giei
[4] https://drive.google.com/file/d/0B1ChdondilaHNzFHaEs3azQ4Tm8/view?pli=1
[5] http://www.telesurtv.net/news/Padres-de-normalistas-instalan-planton-indefinido-por-los-43-20151127-0058.html
[6] https://flattr.com/submit/auto?user_id=amerika21&url=https%3A%2F%2Famerika21.de%2F2015%2F12%2F137017%2Fsonderkomission-iguala&title=Regierung%20in%20Mexiko%20gibt%20Protesten%20nach%20Verschleppung%20von%20Studenten%20nach&d escription=Mexiko-Stadt.%20Mexikos%20Regierung%20hat%20sich%20nach%20Protesten%20von%20Eltern%20verschwundener%20und%20mutma%C3%9Flich%20ermordeter%20Studenten%20zur%20Einrichtung%20einer%20Sonderkommission%20mit%20neuen%20Untersuchungsans%C3%A4tzen%20bereit%20erkl%C3%A4rt%20und%20fr%C3%BChere%20Aussagen%20der%20Generalstaatsanwaltschaft%20revidiert%2C%20nach%20denen%20die%20Ermittlungen%20abgeschlossen%20seien.&language=de_DE&category=text
[1] https://amerika21.de/autor/timo-dorsch
[2] http://desinformemonos.org.mx/se-levanta-planton-de-los-43-en-reforma-advierten-que-su-lucha-no-termina/
[3] http://www.eluniversal.com.mx/articulo/nacion/seguridad/2015/11/30/caso-iguala-pgr-acepta-lineas-de-investigacion-del-giei
[4] https://drive.google.com/file/d/0B1ChdondilaHNzFHaEs3azQ4Tm8/view?pli=1
[5] http://www.telesurtv.net/news/Padres-de-normalistas-instalan-planton-indefinido-por-los-43-20151127-0058.html
[6] https://flattr.com/submit/auto?user_id=amerika21&url=https%3A%2F%2Famerika21.de%2F2015%2F12%2F137017%2Fsonderkomission-iguala&title=Regierung%20in%20Mexiko%20gibt%20Protesten%20nach%20Verschleppung%20von%20Studenten%20nach&d escription=Mexiko-Stadt.%20Mexikos%20Regierung%20hat%20sich%20nach%20Protesten%20von%20Eltern%20verschwundener%20und%20mutma%C3%9Flich%20ermordeter%20Studenten%20zur%20Einrichtung%20einer%20Sonderkommission%20mit%20neuen%20Untersuchungsans%C3%A4tzen%20bereit%20erkl%C3%A4rt%20und%20fr%C3%BChere%20Aussagen%20der%20Generalstaatsanwaltschaft%20revidiert%2C%20nach%20denen%20die%20Ermittlungen%20abgeschlossen%20seien.&language=de_DE&category=text
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