Dossier

Wir
hoffen, eine Zeitenwende einzuleiten – Die Verantwortung für das Klima
darf nicht nur auf den Schultern von Schulkindern lasten. Erwachsene
müssen sich anschließen.
“Intellektuelle und Wissenschaftler
unterstützen den Aufruf von “Fridays for Future”: (…) Am Freitag den 20.
September werden wir auf Bitte der jungen Menschen, die rund um die
Welt Schulstreiks organisieren, unsere Arbeitsplätze und Wohnungen
verlassen, um einen Tag lang Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern,
die große, existenzielle Bedrohung der gesamten Menschheit. Es wird ein
eintägiger Klima-Streik sein und der Auftakt zu einer Woche mit
Klima-Aktionen auf der ganzen Welt. Wir hoffen, damit eine Zeitenwende
einzuleiten. Und wir hoffen, dass sich uns viele Menschen anschließen
und ihre Büros, Bauernhöfe und Fabriken verlassen; dass Politiker ihren
Wahlkampf unterbrechen und Fußballstars ihre Spiele; dass sich
Schauspieler abschminken und Lehrer ihre Kreide niederlegen; dass Köche
ihre Restaurants schließen und für die Protestierenden kochen; und dass
Rentner ihren Alltagstrott unterbrechen. Damit unsere führenden
Politiker endlich diese Botschaft hören: Jeden einzelnen Tag verursacht
unser Lebensstil eine ökologische Krise, die eine gesunde, sichere
Zukunft auf unserem Planeten unmöglich macht. (…) Wir hoffen, dass
Gruppen aus allen Bereichen des Umweltschutzes, des Gesundheitswesens,
der Sozial- und Entwicklungshilfe sich anschließen werden. Aber unsere
größte Hoffnung ist, einfach zu zeigen, dass die, die etwas gegen diese
Krise tun und die, die schon jetzt am härtesten davon betroffen sind,
von Millionen von Menschen unterstützt werden, an denen das wachsende
Grauen über unsere ökologische Misere nagt, die sich aber bisher eher im
Hintergrund gehalten haben. Es könnte ein paar Anläufe brauchen um
diese Mengen auf die Straße zu bringen, aber wir haben nicht viel Zeit.
Unser Fenster für wirksamen Klimaschutz schließt sich schnell…” Aufruf zum Klimastreik am 20.9.2019 veröffentlicht am 24. Mai 2019 bei der Süddeutschen Zeitung online 
mit den internationalen Erstunterzeichnern. Siehe die
Aktionsseite zum globalen Streik am 20.9.2019 
und
die Sonderseite bei “Fridays for Future” 
(und nun auch
https://www.klima-streik.org/ 
) sowie zum Hintergrund unser Dossier:
“Fridays for Future”: Schulstreiks für mehr Klimaschutz und den
Aufruf
“Klimagewerkschafter/innen zum Appell von Fridays for Future „Streikt
mit uns“ am 20. September 2019: Aufruf an Kolleginnen und Kollegen: Wir
sind gefordert – Seid auch dabei!” (für den noch Unterschriften
gesammelt werden!). Hier dokumentieren wir alle Infos zum Klimastreik
sowie die gewerkschaftspolitische Debatte um die Form der Teilnahme:
- [Aufruf zum Mitzeichnen] Gewerkschafter*innen fordern: Für einen offiziellen Streikaufruf für den 20.9.!
“Für den 20. September ruft Fridays for Future (FFF) zu einem
“globalen Streik” unter dem Motto #AlleFürsKlima auf. Häufig fällt in
dem Zusammenhang das Wort vom “Generalstreik für das Klima”. Als
Gewerkschafter*innen begrüßen wir den Aufruf von FFF, dass sich die
Gewerkschaften und alle Beschäftigten an den Klimastreiks beteiligen
sollen. (…) In dem Sinne finden wir es einen Fortschritt, dass Frank
Bsirske, der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, am 5.
August in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) angekündigt hat:
“Wir werden zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufrufen. Es geht
darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres
Handeln der Politik beim Klimaschutz.” Diese Unterstützung für FFF ist
ein wichtiger erster Schritt. Doch das reicht noch lange nicht aus.
Bsirske hat – wie viele seiner Kolleg*innen aus anderen
Gewerkschaftsführungen – verkündet: “Wir rufen natürlich nicht zu einem
ordentlichen Streik auf, das geht nicht. Es wird auch nicht jeder seine
Arbeit unterbrechen können. Aber wer kann, sollte ausstempeln und
mitmachen.” Wir halten diese Aussage für falsch: Denn wer kann
tatsächlich ausstempeln oder Urlaub nehmen? Sicher nur eine kleine
Minderheit aller Beschäftigten und sicher nicht die große Masse.
Gewerkschaften haben in der Vergangenheit immer wieder politisch
gestreikt: gegen die Rente mit 67 und erfolgreich für Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall. Nur eine aktive Haltung der Gewerkschaften kann die
Trennung zwischen Umwelt- und Gewerkschaftsbewegung aufheben. (…) Aus
diesem Grund wenden wir, die Unterzeichner*innen, uns mit diesem
Statement an die Spitzen von ver.di, IG Metall und allen Gewerkschaften,
auch außerhalb des DGB: Ruft offiziell zu einem ordentlichen Streik
auf! Die Zukunft aller Arbeiter*innen ist vom Klimawandel betroffen!
Gleichzeitig wenden wir uns auch an alle Kolleg*innen in den Betrieben
und in gewerkschaftlichen Basisstrukturen: Lasst uns gemeinsam nach
Lösungen suchen, wie wir uns am 20.9. kollektiv am Klimaprotest
beteiligen. Betriebs- und Personalräte können zu Betriebs- und
Personalversammlungen aufrufen, gewerkschaftliche Betriebsgruppen und
Vertrauensleutekörper können Betriebsgruppentreffen und offene
Versammlungen einberufen, um eine gemeinsame Beteiligung zu diskutieren
und zu organisieren. Zugleich können diese Versammlungen – genauso wie
gewerkschaftliche Ehrenamtlichen-Strukturen auf Bezirks-, Landes- und
Bundesebene – ebenfalls Aufrufe an die Gewerkschaftsspitzen richten, zu
einem ordentlichen Streik aufzurufen…” Aufruf
mit dringender Bitte zum Mitzeichnen und Verbreiten vom 20. August 2019
von und bei der Basisgewerkschaftsgruppe ver.di aktiv
- Hunderte Gewerkschafter*innen fordern gewerkschaftlichen Streikaufruf zum Klimastreik am 20.9.
“Einen Monat vor der globalen Klimastreik-Demonstration von Fridays
for Future (FFF) am 20. September unter dem Motto #AlleFürsKlima haben
Basisgewerkschafter*innen die Spitzen der Gewerkschaften ver.di, IG
Metall und aller Gewerkschaften in und außerhalb des Deutschen
Gewerkschaftsbundes (DGB) aufgefordert, für den 20. September zu einem
offiziellen Streik aufzurufen. (…) Inzwischen haben hunderte
Gewerkschafter*innen aus dutzenden Betrieben sowie Vertreter*innen
gewerkschaftlicher Basisgruppen, Vertrauensleutekörper, Betriebsrats-
und Tarifkommissionsmitglieder, bis hin zu gewerkschaftlichen
Fachbereichsvorständen sich der Aufforderung zu einem offiziellen Streik
angeschlossen. Dasselbe gilt für einzelne Gliederungen von Fridays for
Future und Aktivist*innen des Frauen*streiks. Ausgegangen war die
Unterschriftenliste von der Kampagne “Auslagerung und Befristungen
verbieten”, an der Basisgewerkschaftsgruppen wie “ver.di aktiv” oder die
“Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht” beteiligt sind. Die
Unterzeichnenden machten zugleich Vorschläge für eine aktive Beteiligung
am 20.9.:
“Betriebs- und Personalräte können zu Betriebs- und
Personalversammlungen aufrufen, gewerkschaftliche Betriebsgruppen und
Vertrauensleutekörper können Betriebsgruppentreffen und offene
Versammlungen einberufen, um eine gemeinsame Beteiligung zu diskutieren
und zu organisieren. Zugleich können diese Versammlungen – genauso wie
gewerkschaftliche Ehrenamtlichen-Strukturen auf Bezirks-, Landes- und
Bundesebene – ebenfalls Aufrufe an die Gewerkschaftsspitzen richten, zu
einem ordentlichen Streik aufzurufen.”
“Zugleich ist klar: Auch wenn es am 20.9. zu großen Streiks kommen
sollte, ist die Klimakatastrophe noch lange nicht abgewendet. Deshalb
muss der 20.9. uns als Auftakt dienen, um Kolleg*innen zu sammeln und
eine Debatte über eine konkrete Kampfstrategie der
Arbeiter*innenbewegung zu beginnen.”
Pressemitteilung vom 23.8.2019 (per e-mail) der Kampagne “Auslagerung
und Befristungen verbieten”, der Basisgewerkschaftsgruppe “ver.di aktiv”
und der “Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht”
- Ein politischer Klimastreik ist möglich. Gewerkschaften
könnten durchaus mehr tun, als ihre Mitglieder zum Ausstempeln
aufzufordern
“Am 20. September 2019 wird ein globaler Klimastreik stattfinden.
Der Nochvorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, sagte dazu,
man werde »zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufrufen.« Um dann
einzuschränken: »Wir rufen natürlich nicht zu einem ordentlichen Streik
auf, das geht nicht. (…) Aber wer kann, sollte ausstempeln und
mitmachen. Ich werde jedenfalls hingehen.« Ausstempeln zum Klimastreik,
das wirft Fragen auf. Die angegebene Begründung ist mau: Ordentlicher
Streik – »das geht nicht«. Auch der DGB signalisierte auf seiner
Homepage Unterstützung für die Forderung von Fridays for Future. Aber
auch er schränkte ein: »Ein Streik ist eine Arbeitskampfmaßnahme, zu der
Gewerkschaften nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen aufrufen
können. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich mit den Aktionen
von Fridays for Future solidarisieren und an Demonstrationen teilnehmen
wollen, sollten das geltende Arbeitsrecht beachten und sich für diese
Zeit freinehmen.« Was sind diese »ganz bestimmten Voraussetzungen«,
unter denen die Gewerkschaften – jenseits der Tarifverhandlungen – zum
Streik aufrufen dürfen? Konkreter: Ist für den 20. September ein von den
Gewerkschaften aufgerufener politischer (General-)Streik
ausgeschlossen, oder wäre er möglich? Ein*e Streikteilnehmer*in ist nur
dann ziemlich sicher vor rechtlichem Ärger, wenn eine Gewerkschaft zu
diesem Streik aufgerufen hat, daher ist die Frage von Bedeutung. Ihre
Beantwortung hat mindestens zwei Seiten: eine juristische und eine
politische. Beide können ohne ihre historische Dimension kaum verstanden
werden. (…) Die Rechtsprechung seit den 1950er Jahren ist ohne die
personellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit also kaum zu verstehen und
mitverantwortlich für die weit verbreitete Einschätzung, »politische
Streiks« seien in Deutschland verboten. Doch selbst im ursprünglichen
Urteil von 1952 durch das Landesarbeitsgericht (LAG) Freiburg hieß es:
»Sollte durch vorübergehende Arbeitsniederlegung … gegen hohe Preise
demonstriert werden, dann könnte dieser politische Streik wohl kaum als
verfassungswidrig angesehen werden.« Die hier angeführten »hohen Preise«
bezogen sich direkt auf den Auslöser des letzten deutschen
Generalstreiks vom 12. November 1948, denn die Preishöhe hatte damals
die Lebensgrundlage von Millionen Menschen bedroht. Die Lebensgrundlage
steht auch beim Klimastreik im Mittelpunkt. Nur geht es nicht um – heute
– zu hohe Preise, sondern um eine – morgen – verwüstete Welt. Für eine
rechtliche Bewertung ist aber entscheidend, dass unser Handeln jetzt
erforderlich ist, und nicht erst, wenn unser aller Lebensgrundlage in
fünf, zehn oder 30 Jahren unwiederbringlich dahin ist. In der Logik des
Urteils von 1952 wäre wohl auch ein massiver Klimastreik »nicht
verfassungswidrig«. (…) Kann vor diesen Hintergründen ein von
Gewerkschaften ausgerufener politischer (General-)Streik, der sich für
die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit einsetzt,
verfassungswidrig sein? Es scheint mir plausibel, dass er es nicht ist.
Vielleicht könnten sich die Rechtsabteilungen des DGB und der
Gewerkschaften mal darüber unterhalten – und es hilft sicher bei der
Entscheidungsfindung, wenn sie ein paar engagierte Jugendliche zu der
Diskussion einladen. Zur Frage politischer Streiks gehört aber auch,
dass die juristische Argumentation – vor allem hinsichtlich eines
Generalstreiks – nicht unbedingt die entscheidende ist. Denn was würde
passieren, wenn der DGB und seine Gewerkschaften auf den ganzen
Rechtskram pfeifen und einfach für den 20. September zum Generalstreik
aufrufen würden? Und wenn die Mitgliedschaft mitziehen würde? (…) Ein
Generalstreik, der ausgerufen und befolgt wird, demonstriert durch sich
selbst seine demokratische Legitimität. Er ist an sich der Beweis, dass
der Staat gegen die Interessen »seiner« Bevölkerung handelt – der oben
angeführte Art. 20 (4) (Recht auf Widerstand) ist eine Art bürgerlicher
Zerrspiegel dieser Auffassung…” Artikel von Uwe Fuhrmann in ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis vom 20.8.2019
. Siehe dazu auch:
- vier Argumente für einen gewerkschaftlichen Klimastreik
Thread von Uwe Fuhrmann am 20.8.19 bei Twitter
: “Weil dieses Medium ja durch Kürze glänzt hier abschließend als teaser vier Argumente für einen gewerkschaftlichen Klimastreik:
1. Das restriktive deutsche Streikrecht steht in personeller
& ideologischer Tradition des NS. Symbol ist NS-Karrierist &
erste Präsident des Bundesarbeitsgerichtes Hans-Carl-Nipperdey. Das muss
nicht so bleiben. Trotzdem schließt die Rechtslage politische Streiks
nicht aus.
2. Trotz der gerichtlichen Illegalisierung gab es immer wieder
politische Streiks zu verschiedenen Themen, die nicht bestraft wurden.
Nötig ist dafür immer die Bereitschaft der Arbeitenden,
gesellschaftliche Relevanz und eine soziale Mobilisierung.
3. Ein Generalstreik, der ausgerufen und befolgt wird, demonstriert
durch sich selbst seine demokratische Legitimität. Er ist an sich der
Beweis, dass der Staat gegen die Interessen »seiner« Bevölkerung handelt
4. Es geht um alles – aber eine Julia Klöckner wird vermutlich selbst
dann noch Konzernlobbyarbeit betreiben, wenn der Nordseestrand an ihrem
Ministerium angelangt ist. Was also bleiben für Alternativen zum Streik?“
- “IG Metall im Dialog mit Fridays for Future-Bewegung” auch über (heilige) Arbeitsplätze – daher Klimastreik erst nach 2050?
“… „Wir stehen als IG Metall auch in Zukunft in einem engen
Austausch mit der Fridays for Future-Bewegung“, sagte Jörg Hofmann nach
seinem Treffen mit Rhonda Koch und Ferdinand Klemm, verantwortlich für
Gewerkschaftskontakte der Bewegung in Berlin. Zusammengekommen war man,
um einen Meinungsaustausch zu starten und Vorschläge für eine weitere
Zusammenarbeit zu erarbeiten. Diese wird es geben – denn beide Seiten
eint das Ziel, die drohende Klimakatastrophe abzuwenden. „Dazu, auch das
eint uns, ist es elementar, dass die Ziele des Pariser
Klimaschutzabkommens, in dem sich die Welt zu einer drastischen
CO2-Reduktion verpflichtet hat, auch eingehalten werden“, so der Erste
Vorsitzende der IG Metall. Einigkeit besteht auch in einem
weiteren Punkt: Klimaschutz darf nicht auf Kosten von Beschäftigung
gehen. Der ökologische Umbau der Wirtschaft muss sozial und demokratisch
gestaltet werden, Beschäftigung und gute Arbeit müssen in einer
ökologischen Wirtschaft erhalten und aufgebaut werden. „Es geht um einen
ökologischen, sozialen und demokratischen Wandel unserer Gesellschaft“,
so Jörg Hofmann. Welche Schritte zur Erreichung dieses Ziels dazu im
Einzelnen notwendig, auf welchem Weg und in welcher Geschwindigkeit die
Zwischenziele bis 2050 erreichbar sind – darüber, und auch das wurde
beim Gespräch deutlich, gibt es durchaus unterschiedliche Sichtweisen.
So würde es aus Sicht der IG Metall zu massiven Beschäftigungsproblemen
führen, sollte schon 2035, wie Fridays for Future fordert,
CO2-Neutralität erreicht werden müssen…” Meldung der IG Metall vom 19. August 2019
- Die IG Metall twitterte dazu am 8. Aug. 2019
: “Wir
sind im Austausch mit #FFF, wie wir die Aktivitäten am 20.09.
unterstützen können. Die IG Metall Jugend hat auf ihrer Konferenz im
Frühjahr ihre Solidarität mit #FFF bekundet. Wir sind uns der doppelten
Verantwortung bewusst, Klima und Arbeitsplätze gleichermaßen zu
schützen!“
- GEW Berlin ruft (am 19.8. auf Twitter
) ihre Mitglieder zur Unterstützung der Demo auf – und die Bildungssenatorin, von Maßregelungen abzusehen
- Shutdown For Climate: Am 20. September wird gestreikt – auch im Netz! Digitaler Klimastreik – mach mit!
“Am 20. September nehmen wir unsere Seiten vom Netz – mach mit!...” Ein Aufruf
, dem sich das LabourNet wohl nicht anschliessen wird: Streiken ja, unsere wichtigen Infos vorenthalten: Nein
- Das Streikrecht herausfordern, um den Planeten zu retten
“Die Debatte über einen Generalstreik gegen die drohende
Klimakatastrophe ist in Deutschland in vollem Gange – vor allem wird
diskutiert, ob sich die Gewerkschaften ernsthaft daran beteiligen
sollten oder nicht. Dürfen wir das oder nicht? Warum dies die falsche
Frage ist und welche Schritte wir zur Durchsetzung eines politischen
Streiks gehen müssen. (…) Noch immer existiert bei vielen
Gewerkschafter*innen die Vorstellung, dass Klima und Ökologie nichts mit
den Interessen der Arbeiter*innen zu tun hätten oder gar ein zentrales
Anliegen der sie vertretenden Gewerkschaften sein sollte. Doch jeden Tag
häufen sich weitere erschreckende Berichte oder Studien darüber, wie
die jetzigen und künftigen Auswirkungen der Naturzerstörungen oder des
Klimawandels die große Mehrheit der Menschheit beeinträchtigt und
bedroht – vor allem arbeitende Menschen auf der ganzen Welt. Das
“ureigenste Feld” der Gewerkschaften, die Wirtschaft, ist weder
theoretisch noch praktisch zu trennen von den biogeophysikalischen
Prozessen, die dem Wirtschaften zugrunde liegen. (…) Klar sind bei den
Vorbehalten gegen einen politischen Streik für das Klima nicht nur die
rechtlichen Fragen relevant. Die Angst von Teilen der
Gewerkschafter*innen, dass eine grün angemalte Neuauflage des
neoliberalen Kapitalismus nur noch mehr Stellenabbau, schärfere
Prekarisierung und Verarmung mit sich bringen würde, ist mehr als
berechtigt. Genau an dieser Schnittstelle von sozialen und ökologischen
Fragen gilt es deshalb, konsequente Forderungen aufzustellen. Eine
radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich mit einer
Verteilung der Arbeitsstunden auf alle Arbeitenden und Arbeitslosen
würde Schluss machen mit Langzeitarbeitslosigkeit und Hartz IV auf der
einen und Burnouts durch Überarbeitung auf der anderen Seite. Diese
Maßnahme sollte für alle Arbeiter*innen gelten, unabhängig von ihrem
Aufenthaltsstatus. So können auch Geflüchtete, die momentan unter extrem
prekären Bedingungen leben und arbeiten, Arbeit finden, zum Beispiel in
einem massiv ausgebauten öffentlichen Verkehrssystem. Das schafft Raum,
die Wirtschaft auf neuer Grundlage demokratisch zu organisieren. Genau
hier gilt es, nicht nur den Kampf um das richtige politische Programm
für unsere Gewerkschaften zu führen, sondern um die Köpfe in den
Betrieben, um das Bewusstsein der Kolleg*innen. (…) So wie vielerorts
noch Verunsicherung und nur eine vage Sympathie mit dem Vorhaben
vorherrschen, gibt es andernorts auch mutige Kolleg*innen in
verschiedensten Sektoren und Betrieben, die sich gar nicht abschrecken
lassen und sich klar vorgenommen haben, den politischen (General-)Streik
für den Erhalt eines intakten Planeten in die eigenen Hände zu nehmen.
Selbst einige offizielle Gewerkschaftsstrukturen zeigen sich nicht
abgeneigt (…) Die Legitimität der Entscheidung ist ganz klar an der
Basis in den jeweiligen Betrieben verortet. Doch wenn die Basis
tatsächlich mutig die Sache in die Hand nimmt, was ist dann also mit dem
drohenden finanziellen Bankrott der Gewerkschaften durch Sanktionen der
Gerichte, sollten sie tatsächlich einen massenhaften Aufruf von ver.di
und anderen DGB-Gewerkschaften im Einzelfall für illegal erklären? Wir
müssen die Frage richtig herum stellen. Selbst wenn die Gewerkschaften
zu saftigen Geldstrafen verurteilt werden sollten: Worin besteht die
Notwendigkeit sie zu zahlen? Die deutschen Gewerkschaften vertreten
mächtige Sektoren der internationalen Arbeiter*innenklasse. Ihre
Kampfkraft ist potenziell so groß, dass es ein Leichtes wäre, sie zu
verteidigen und die Strafzahlungen erneut mit den Kampfmethoden der
Arbeiter*innenklasse wie Massenstreiks, Besetzungen, Demonstrationen
etc. abzuwehren. (…) Gleichwohl ist klar, dass ein einzelner Streiktag,
selbst wenn er die gesamte Wirtschaft lahmlegen würde, niemals allein
die fundamentalen Veränderungen herbeiführen kann, die die
Klimakatastrophe erforderlich macht. Es geht darum, eine internationale
Massenbewegung aufzubauen, die weitere Generalstreiks umsetzt und im
Zuge dessen schrittweise Klassenmacht erzeugt. Letztendlich müssen wir
Arbeiter*innen die Gewerkschaften von der Bürokratie zurückerobern, um
selbst über den Kurs unserer Organisationen bestimmen zu können. Die
Durchsetzung des politischen Streiks ist dafür ein erster Schritt. (…)
Wir sehen heute, wie wir oben beschrieben haben, die ersten regen
innergewerkschaftlichen Debatten über die Notwendigkeit politischer
Streiks. Auf diese Dynamik müssen wir aufbauen. Denn ohne Druck von
unten werden Bsirske und Co. ganz bestimmt nicht zu einem Generalstreik
aufrufen – und zwar völlig unabhängig davon, ob es technisch legal ist
oder nicht. Deshalb ist es die Aufgabe aller kämpferischen
Gewerkschaftssektoren und der gesamten Linken, die Debatte über den
Klimastreik in die Betriebe, Schulen und Universitäten zu tragen.
Betriebsgruppen sollten offene Versammlungen organisieren, Betriebs- und
Personalräte sollten zu Betriebs- und Personalversammlungen der
gesamten Belegschaft aufrufen – um über Mittel und Wege der Teilnahme am
Streiktag am 20.9. zu diskutieren, aber auch, um zu thematisieren, wie
die Gewerkschaftsführungen dazu gezwungen werden können, einen
offiziellen Streikaufruf zu formulieren und effektiv für den Klimastreik
zu mobilisieren…” Beitrag von Robert Müller vom 15.8.2019 bei Klasse Gegen Klasse 
- Mit Klima in die Offensive a.k.a Last chance for communism
“… Seit einem halben Jahr streiken die Schüler*innen von
Fridays for Future (FfF) – international und zu Hunderttausenden. Dieser
Generationenwechsel hat nicht nur die Klimabewegung verändert. Was mit
dem Hambi in 2018 begann, führt Fridays for Future weiter: Sie haben das
gesellschaftliche Wahrnehmungslevel der Klimakrise schlagartig erhöht
und diese zu der zentralen gesellschaftlichen Auseinandersetzung
gemacht. Sie fordern den Status Quo heraus: Der vermeintliche
gesellschaftliche Konsens der Kohlekommission, der dem
Kohle-Bewegungszyklus den Deckel drauf setzen sollte, konnte sich dank
der Forderungen von FfF gar nicht erst als solcher etablieren. Und die
FfF-Bewegung politisiert, ganz nebenbei, Hunderttausende junge Menschen –
in Deutschland und international. (…) Der Global Strike könnte nicht
nur aus Perspektive der Klimagerechtigkeitsbewegung einer der
Kristallisationspunkte 2019 werden, sondern es ebenfalls schaffen, sich
in anderen sozialen Kämpfen und Bewegungen zu verankern. Wir wollen aber
nicht nur Mitstreiter*innen aus anderen Kämpfen gegen die Klimakrise
auf die Straße bringen, sondern vor allem junge Menschen, die sich
gerade an der Klimakrise politisieren, für andere Kämpfe gewinnen. Der
Global Strike ist eine Möglichkeit, mit der Klimakrise als
Querschnittsthema und gemeinsamen strategischen Bezug unser Kämpfe zu
verbinden. Mit Zivilem Ungehorsam für Radikalisierung, Zuspitzung und
Empowerment auf der einen Seite und Verankerung in unterschiedlichen
Themenfeldern und Kämpfen können wir einen Unterschied machen und Klima
zur gesamtgesellschaftlichen, antikapitalistischen Frage machen. Als
radikale Linke können wir gemeinsam eine intersektionale Vision von
Klimagerechtigkeit als Antwort auf eine der fundamentalsten und
existenziellsten Krisen des 21. Jahrhunderts entwickeln…” Stellungnahme der Klima-AG der Interventionistischen Linken vom August 2019
- [Der Funke: Musterresolution für Gewerkschaften] Schüler,
Studierende, Azubis, Arbeiter und Angestellte: Gemeinsam gegen den
Klimawandel streiken!
“Am 20. September steht der nächste globale Klimastreik an. Die
Organisatoren von Fridays for Future (FfF) rufen dabei alle Generationen
dazu auf, sich am Streik zu beteiligen. Auch die
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat sich mit der Klimastreikbewegung
solidarisiert. Ihr Vorsitzender Frank Bsirske ruft die Mitglieder auf,
sich an den Demonstrationen zu beteiligen. Wird die Bewegung nun eine
neue Dimension annehmen? Wie können wir es schaffen, dass möglichst
viele Menschen während der Arbeitszeit auf die Straße gehen? Wir
schlagen im Folgenden konkrete Schritte vor. (…) Anfang August rief der
ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske in der WAZ seine Gewerkschaft zur
Teilnahme an den Demonstrationen auf, schränkte dann aber die Art der
Beteiligung ein: „Wir rufen natürlich nicht zu einem ordentlichen Streik
auf, das geht nicht. Es wird auch nicht jeder seine Arbeit unterbrechen
können. Aber wer kann, sollte ausstempeln und mitmachen. Ich werde
jedenfalls hingehen.“ (…) Der Klimawandel ist ein kollektives Problem,
deshalb können wir es auch nur kollektiv lösen. Je mehr Menschen auf die
Straße gehen und je mehr Maschinen, Computer, Kaufhäuser und Betriebe
stillstehen, das heißt je mehr Menschen wirklich streiken, desto größer
wird der Druck auf die Kapitalisten und ihre politischen Vertreter in
den Parlamenten und Ministerien. Damit so ein Massenstreik gegen den
Klimawandel am 20. September erfolgreich sein kann, muss dieser im
Vorfeld gut organisiert werden. Deshalb ist es vollkommen richtig, dass
ver.di die Bewegung unterstützt. Aber Unterstützung kann so und so
aussehen. Sie kann ein Lippenbekenntnis sein, sie kann aber auch
ernsthaftes praktisches und politisches unter die Arme greifen sein.
Letzteres scheint die Gewerkschaftsführung leider nicht im Sinn zu
haben. Das Ausstempeln oder das Verlängern der Pause durch
Einzelpersonen ist kein kollektives Druckausüben auf die
Verantwortlichen des Klimawandels. Nicht jeder ist wie Frank Bsirske in
der Position, einfach mal den Betrieb zu verlassen, ohne Konsequenzen
fürchten zu müssen. (…) Die Gewerkschaften sind eigentlich in der
Position, einen wirklichen Streik zu organisieren und ihre Mitglieder
sowie die Belegschaften insgesamt vor Konsequenzen durch die Bosse und
den Staat zu schützen. Dazu brauchen wir auch klar und verständlich
formuliertes gewerkschaftliches Informationsmaterial, das erklärt, warum
Klimaschutz und Verteidigung von Arbeitnehmerinteressen
zusammengehören. Statt also lediglich Individuen dazu aufzurufen, an den
Demonstrationen teilzunehmen, müssten Betriebs- und
Personalversammlungen organisiert werden, um möglichst viele Arbeiter
und Angestellte in Betrieben und im öffentlichen Dienst für die
Teilnahme am weltweiten Klimastreik zu mobilisieren. (…) Heute ist es
legal, den Lohnabhängigen den Arbeitsplatz zu streichen, sie obdachlos
zu machen, ihnen ein anständiges Essen vorzuenthalten, sie aufs übelste
auszubeuten, sie in Kriegen niederzumetzeln und es ist ebenso legal die
Existenzgrundlage der Menschheit zu vernichten. All das sind politische
Handlungen der herrschenden Klasse, welche ihre eigenen Gesetze
schreibt. Warum sollten wir uns weiter das Recht nehmen lassen, uns
gegen diese Verhältnisse aufzulehnen, mit den effektivsten Mitteln – dem
politischen Streik und dem Generalstreik? Politische Streiks und
Generalstreiks sind die nächsten logischen und notwendigen Schritte, um
die Klimastreikbewegung zu einer wirklichen Kraft zu machen, welche uns
der Lösung des Klimawandels näherbringt. Eine solche Entwicklung würde
zum Wiedererstarken der Arbeiterbewegung führen und damit die
potenzielle Macht der Arbeiterklasse demonstrieren…” Beitrag vom 13. August 2019 der Redaktion der funke
und deren Musterresolution zur Verfügung die bei
Betriebs-/Personalräten, Vertrauensleutekörpern und Untergliederungen
der Gewerkschaften eingebracht werden kann:
- Der/die Betriebsrat / Personalrat / Vertrauensleutekörper /
Gewerkschaftsuntergliederung erkennt die Bedrohung durch die Folgen des
Klimawandels an und verurteilt die Tatenlosigkeit von Politik und
Wirtschaft. Uns ist bewusst: Die sich anbahnende Klimakatastrophe trifft
die Normal- und Geringverdiener am härtesten. Daher unterstützten wir
den Aufruf zum Klimastreik der Fridays-for-Future Bewegung am 20.
September. Es ist höchste Zeit, dass wir den Kampf um die Zukunft des
Planeten nicht mehr nur unseren Kindern überlassen, sondern Schulter an
Schulter mit ihnen kämpfen!
Zurzeit ist der politische Streik in Deutschland verboten. Aber es
gibt dennoch eine legale Möglichkeit, an den Protesten während der
Arbeitszeit teilzunehmen: Wir fordern die Betriebs-/Personalräte auf,
eine außerordentliche Betriebs-/Personalversammlung am 20. September mit
dem Schwerpunktthema umweltpolitische Entwicklungen und Folgen für den
Betrieb einzuberufen. Weiter soll der Betriebs-/Personalrat von seinem
Hausrecht Gebrauch machen und die Betriebs-/Personalversammlung auf die
Straße verlegen, wo der Klimastreik stattfindet.
Darüber hinaus fordern wir den DGB und seine Einzelgewerkschaften
auf, mit aller Kraft für den Klimastreik am 20. September zu
mobilisieren und ihn aktiv mit vorzubereiten!
- GEW: (@gew_bund bei Twitter: Die GEW begrüßt die
FFF-Demonstrationen am 20. September und bittet ihre Gliederungen, sich
vor Ort zu engagieren. “… Darüber hat der GEW-Vorstand FFF-Vertreter*innen in einem Gespräch informiert und die Unterstützung der Gewerkschaft angekündigt.” Tweed bei Twitter vom 14. Aug. 2019

- 20. September: weltweiter Klimastreiktag – Tut sich was, auch in den deutschen Gewerkschaften?
“Seit Mitte Juni gibt es den Aufruf von Fridays for Future zu dem
weltweiten Klimastreiktag am 20. September 2019. (…) Seid dem dieser
Aufruf erschienen ist, hat sich in den Gewerkschaften doch einiges
bewegt. Die Initiative „Gewerkschafter*innen für Klimaschutz“ veröffentlichte kurz danach einen Aufruf,
um für die Beteiligung der Gewerkschaften an dem Klimastreiktag zu
werben. Dieser Aufruf, in dem auch die Möglichkeit von
Solidaritätsstreiks erwähnt wird, ist inzwischen weit verbreitet und hat
sicherlich auch zu Diskussionen in den Gewerkschaften Anlass gegeben.
Die Initiative „Workers for Future“ veröffentlichte im Juli einen
Aufruf, in dem allerdings „nur“ zu einer individuellen Beteiligung
aufgerufen wird. Die IG Metall rief für Ende Juni zu einer großen
zentralen Demonstration unter dem Titel „Fairwandel“ nach Berlin auf, an
der etwa 50.000 Menschen teilnahmen. Das spezielle an dem Aufruf zu
dieser Demonstration war die Aussage der IG Metall, das es zu
erheblichen Änderungen kommen wird, vor allem aber nicht nur in der
Automobilindustrie, diese aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten
vollzogen werden dürften. Das ist eine andere Haltung wie die von der IG
BCE, die die Arbeitsplatzverteidigung, auch der klimaschädlichsten
Arbeitsplätze, zu ihrer Hauptforderung gemacht hatte. (…) Anfang August
gab es dann endlich die ersten Äußerungen von Seiten der
Gewerkschaftsvorstände auf den Aufruf zum weltweiten Klimastreiktag am
20. September. Zu erst wagte sich der Vorsitzende von ver.di, Frank
Bsirske, aus der Deckung. (…) Er rief die Mitglieder von ver.di auf,
sich an den Demonstrationen am 20. September zu beteiligen, allerdings
sollten sie nicht vergessen, sich vorher auszustempeln. Streiks dürfe es
nicht geben, das sei nun mal in Deutschland nicht möglich. Wenige Tage
später, am 7. August, gab es eine ähnliche Erklärung des Dachverbandes,
des DGB, in dem explizit darauf hingewiesen wurde, dass das Arbeitsrecht
beachtet werden müsse. Überraschend ist diese eindeutige Haltung
gegenüber politischen Streiks nicht, und dies wäre es sicherlich, wenn
die Gewerkschaften an diesem Tag dazu aufrufen würden.(…) Wichtig ist,
dass diese „Überlebensfrage“ endlich auch in den Betrieben ankommt und
zum Thema wird. Denn eins ist sicher: Auf einem toten Planeten gibt es
keine Arbeitsplätze.” Beitrag von Helmut Born, ehemaliger Betriebsratsvorsitzender, vom 10. August 2019 bei ‘Die Freiheitsliebe’
- Schulstreiks: Unterstützung von den Gewerkschaften
“… Der nächste Schritt werde eine internationale Mobilisierung Ende
September sein. Rund um den UN-Sondergipfel zum Klimaschutz in New York
solle es dann vom 20. bis zum 27.9. eine Streik- und Aktionswoche geben.
In Deutschland wird es am 20. September zum Auftakt in
vermutlich über 100 Städten Demonstrationen und Streiks geben. Auch
Berufstätige werden von den Schüler ausdrücklich aufgerufen, sich zu
beteiligen. Aus den hiesigen Gewerkschaften kommen dazu erstaunlich
positive Signale. Zwar mag man nicht zum Streik aufrufen, da die
Apparate das aus den 1950er Jahren stammende gerichtliche Verbot
politischer Streiks verinnerlicht haben. Allerdings fordert Frank
Bsirske, Vorsitzender Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, laut Spiegel
seine Mitglieder auf, sich an den Demos zu beteiligen. Wer kann, solle
sich frei nehmen. Er wolle auch kommen. Vom Gewerkschaftsdachverband DGB
gibt es ebenfalls Unterstützung, wie die Zeit berichtet
.
Die Politik müsse beim Klimaschutz aufs Tempo drücken. Die regionalen
und lokalen Kontakte mit der Schülerbewegung sollen ausgebaut werden.” Artikel von Wolfgang Pomrehn vom 09. August 2019 bei telepolis 
- DGB: “Die Forderung von Fridays for Future teilen wir, denn
auf einem toten Planeten kann es keine Arbeitsplätze geben” – außerhalb
der Arbeitszeit
“… Für uns ist auch klar: Klimaschutz geht nur sozial. Der Weg in
eine kohlenstoffarme Zukunft ist alternativlos, er muss gerecht
gestaltet sein und darf niemanden zurücklassen. Mit einem Paket aus
einer ambitionierten Klimaschutzpolitik und einer aktiven
Strukturpolitik bietet der Wandel große Chancen für neue und nachhaltige
Beschäftigung und Gute Arbeit. Wer sich mit demokratischen Mitteln für
seine politischen Ziele einsetzt und für mehr Klimaschutz demonstriert,
verdient Respekt und hat unsere Unterstützung. Wir sind in Gesprächen
mit Fridays for Future und werden diese auch fortsetzen. Austausch
zwischen dem DGB und Fridays for Future gibt es bereits in etlichen
DGB-Bezirken und -Regionen. Wir haben vereinbart, überall dort, wo es
Kontakte zwischen den lokalen Fridays-for-Future-Gruppen und unseren
DGB-Regionen gibt, auf Veranstaltungen vor Ort gemeinsam mit den Aktiven
von Fridays for Future über die besten Wege für mehr Klimaschutz zu
sprechen. Wer sich mit demokratischen Mitteln für seine politischen
Ziele einsetzt und für mehr Klimaschutz demonstriert, verdient Respekt
und hat unsere Unterstützung.
Ein Streik ist eine Arbeitskampfmaßnahme, zu der Gewerkschaften nur
unter ganz bestimmten Voraussetzungen aufrufen können. Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, die sich mit den Aktionen von Fridays for Future
solidarisieren und an Demonstrationen teilnehmen wollen, sollten das
geltende Arbeitsrecht beachten und sich für diese Zeit freinehmen.” DGB-Meldung “Fridays for Future: Die Politik muss beim Klimaschutz aufs Tempo drücken” vom 07.08.2019
- Generalstreik für Klimaschutz: Dem Ernst der Lage angemessen
“… Ist die Lage heute beim Klimawandel so ernst, dass ein
Generalstreik gerechtfertigt wäre? Ja. Die junge Generation wächst auf
einem Planeten auf, dessen Erhitzung sich wahrscheinlich auf etwa 3,2
Grad begrenzen ließe: wenn ab sofort und schnell alle Vereinbarungen des
Pariser Abkommens umgesetzt würden. Was nicht passiert. Stattdessen ist
eine Erwärmung um 6 bis 8 Grad nicht auszuschließen. Und das, wo laut
Weltklimarat schon bei 1,5 bis 2 Grad Hunderte Millionen Menschenleben
auf dem Spiel stehen. Veranschaulicht: 140 Millionen entsprechen
mindestens 100-mal Tschernobyl. Das ist das optimistischste, kaum mehr
zu erreichende Szenario. Gerechtfertigt wäre ein Generalstreik also. Ist
er auch erlaubt? Politischer Streik gilt in Deutschland als verboten.
Doch das Grundgesetz schränkt das Streikrecht tatsächlich gar nicht ein –
genauso wenig, wie es das Völker- und Europarecht tut. Und: Das
„Verbot“ beruht lediglich auf einem einzigen Gutachten zu rechtswidrigen
Zeitungsstreiks im Jahr 1952. In einem Urteil zu den Streiks hieß es
dagegen: „Sollte durch vorübergehende Arbeitsniederlegung für die
Freilassung von Kriegsgefangenen oder gegen hohe Besatzungskosten oder
gegen hohe Preise demonstriert werden, dann könnte dieser politische
Streik wohl kaum als verfassungswidrig angesehen werden.“ Die
wissentliche Gefährdung von Millionen Menschenleben durch politische
Untätigkeit kommt in der Aufzählung nicht vor, dürfte aber „hohen
Preisen“ mindestens ebenbürtig sein. Der letzte Generalstreik war 1948:
Wenn es nach Fridays for Future geht, wird sich das bald ändern.” Kommentar von Anett Selle vom 4. August 2019 bei der taz online
- [Nix Streik, aber Demo] IG BAU ruft zur Beteiligung an Klimaschutz-Demo auf
“Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ruft dazu
auf, sich an der Klimaschutz-Demonstration am 20. September zu
beteiligen. An diesem Tag soll ein Paket mit Klimaschutzmaßnahmen vom
Klimakabinett der Bundesregierung beschlossen werden. Deshalb hat die
Fridays for Future-Bewegung zu einer Demo aufgerufen. (…) Wir fordern
die Arbeitgeber auf, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich
an den Demos zu beteiligen“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert
Feiger. „Die IG BAU hat schon früh den Umweltschutz in ihrer Satzung
verankert. Zu den darin aufgeführten Aufgaben der IG BAU zählt unter
anderem, dass sich die Gewerkschaft gegenüber Wirtschaft und Politik für
nachhaltig umweltverträgliches Handeln einsetzt.“ (…) „Als Gewerkschaft
müssen wir deutliche Zeichen für die Zukunft setzen. Die Teilnahme an
der Klima-Demo im September ist dafür eine weitere gute Gelegenheit. Ich
erwarte, dass auch die Kolleg*innen in den Betrieben und auf Baustellen
mit Aktionen unmissverständlich klar machen: Klimaschutz ist nicht
verhandelbar! Die Natur gibt keine Fristverlängerung“, sagte der
Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Vertreter der IG BAU in
der Klima-Allianz Dietmar Schäfers. „Bereits im Frühjahr haben wir uns
daher dem Fünf-Punkte-Plan der Klima-Allianz angeschlossen. Das Ziel die
Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, muss jetzt
schnellstens mit einem Sofortprogramm umgesetzt werden. Wir hinken
gefährlich hinterher.“ Pressemitteilung vom 06.08.2019
- Fridays for Future: Verdi-Chef Bsirske ruft zur Teilnahme am „Klimastreik“ auf [mit Ausstempeln]
“Verdi
ruft zur Teilnahme am „Klimastreik“ von Fridays for Future auf. Aber
nicht während der Arbeitszeit. Bsirske: Ausstempeln und mitmachen. Die
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft ihre rund zwei Millionen
Mitglieder dazu auf, sich am Klimastreik von Fridays for Future zu
beteiligen. Die Jugendorganisation will am 20. September bundesweite
Streiks für mehr Klimaschutz organisieren. „Wir werden zur Teilnahme an
den Veranstaltungen aufrufen. Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir
brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim
Klimaschutz“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der WAZ…” Artikel von Stefan Schulte vom 05.08.2019 bei der WAZ online
(im Abo) – lt. der Spiegel-Meldung dazu
sagte Bsirske wörtlich: “Wir
rufen natürlich nicht zu einem ordentlichen Streik auf, das geht
nicht”, sagte Bsirske. “Es wird auch nicht jeder seine Arbeit
unterbrechen können. Aber wer kann, sollte ausstempeln und mitmachen.
Ich werde jedenfalls hingehen.” Siehe dazu:
- Streikforscher Jörg Nowak zu Klimademos: “Ökologische Fragen innerhalb der Gewerkschaften umstritten”
“Warum nicht einfach mal das ganze Land an einem Freitag lahmlegen?
Streikforscher Jörg Nowak erklärt, warum Joko Winterscheidts Idee mit
den Gewerkschaften schwer umzusetzen ist.
Mit einem Streikaufruf “an alle” hat der Entertainer Joko Winterscheidt
den jungen Klimaaktivisten von “Fridays for Future” den Rücken gestärkt.
“Warum geht nur ihr auf die Straße? Warum sind es nicht die Leute, die
am Freitag in einem Büro sitzen”, rief er am Donnerstag Hunderten
Teilnehmern des ersten großen “Fridays for Future”-Kongresses in
Dortmund zu. “Warum legt man nicht einfach mal – steile These – dieses
Land lahm an einem Freitag?” Alle zeigten immer begeistert auf das, was
die jungen Aktivisten bisher geleistet hätten, “aber viel zu viele
bleiben zuhause”. (…) [Nowak] Dies wäre ein politischer Streik, da er
sich nicht auf Konflikte zwischen Arbeit und Kapital bezieht, oder nur
sehr vermittelt. Ob ein solcher Streik verboten ist, lässt sich immer
erst im Nachhinein feststellen. Ob gewerkschaftliche Streiks gegen die
Klimakatastrophe illegalisiert werden, wird erheblich von den
politischen Kräfteverhältnissen abhängig sein – und ob es Kläger gibt,
die sich der öffentlichen Meinung stellen wollen. Ob ein solcher Streik
als illegal erklärt wird, hängt sicher auch davon ab, wie lange er
dauern wird. Der Streik gegen den Nato-Doppelbeschluss etwa dauerte nur
10 Minuten, auch daher wurde von einer Kriminalisierung abgesehen.
Sollte ein Streik gegen die Klimakatastrophe einen ganzen Tag oder
länger andauern, steigt die Wahrscheinlichkeit der Kriminalisierung. (…)
Ein guter Teil der Gewerkschaftsbasis unterstützt ökologische
Forderungen – aber viele Funktionäre und ein ebenso erheblicher Teil der
Basis neigen dazu, unökologische Praxen zu unterstützen, um
Arbeitsplätze zu erhalten. Das war zum Beispiel beim
innergewerkschaftlichen Konflikt um “Ende Gelände” sichtbar, und ist
seit Anfang der 70er Jahre ein umstrittenes Thema in den deutschen
Gewerkschaften. Daher ist es eine umfassende Unterstützung der
Gewerkschaften für einen Klimastreik fraglich. (…) dies könnte zu
Konflikten innerhalb des DGB führen. Denkbar ist eine Teilnahme oder ein
Aufruf von einzelnen Gewerkschaften. So ist Verdi grundsätzlich – auch
aus Brancheninteressen – wie z.B. öffentlicher Nahverkehr – Klimathemen
gegenüber offener. Die IG Metall ist stark mit der Autoindustrie und
deren Zulieferern für Bleche wie z.B. der extrem energieintensiven und
gesundheitsschädlichen Aluminiumindustrie verbunden. Und sie hängt
direkt von häufig sehr umweltschädlichen Erzminen im brasilianischen
Amazonasgebiet ab. Diese Zusammenhänge werden ungern von der IG Metall
thematisiert und das Elektroauto dient gegenwärtig eher als Fetisch, um
die problematische Struktur der Autoindustrie zu verdecken. (…)
Angesichts der gegenwärtigen breiten Mobilisierung und Diskussion zum
Thema Klima halte ich solche Bündnisse durchaus für denkbar – wenn auch
wahrscheinlich zunächst auf lokaler oder regionaler Ebene. Aber das kann
durchaus eine starke Eigendynamik entwickeln. Für einen Generalstreik
in Deutschland sehe ich derzeit wenig Grundlagen – aber politische
Entwicklungen beschleunigen sich enorm in den letzten Jahren, daher
würde ich derzeit nichts ausschließen…” Interview von Jan Schüßler mit Jörg Nowak vom 2. August 2019 bei ZDF Heute 
- Fridays for Future Sommerkongress: Alle müssen streiken
“Die meisten Leute verstehen nun, dass der Planet brennt. Jetzt
müssen alle handeln. FFF plant einen Generalstreik, die Politik stellt
sich noch quer. Fridays for Future – FFF. Sommerkongress. Etwa 1.400
Menschen sind aus über 200 Orten zu der mehrtägigen Veranstaltung in
Dortmund angereist; die Hälfte minderjährig. Über 200 Veranstaltungen
mit Gewerkschaftler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen,
Klimaschutz-Lobbyist*innen, Prominenten stehen auf dem Programm. Die
Stimmung ist angespannt. Denn anders als viele, die den Klimawandel wie
ein Phänomen from outer space betrachten, lesen die vorwiegend jungen
Menschen die Berichte des Weltklimarats. Die verheißen nichts Gutes. (…)
Anne Klein-Hitpaß vom Thinktank Agora Verkehrswende, die an der
Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft arbeitet, ist da
optimistischer. Die jungen Leute hätten gar keine Ahnung, wie sehr sie
störten. Fridays for Future sei es zu verdanken, dass sich das ganze
Land in Sachen Klimawandel nun positionieren müsse. Positionieren indes
reicht nicht. Schließlich steht auf den Schildern von FFF nicht: „Wir
streiken, bis ihr euch positioniert.“ Auf den Schildern steht: „Wir
streiken, bis ihr handelt.“ (…) Nun also statt Schulstreik
Generalstreik. Aber politischer Streik: ist der in Deutschland nicht
verboten? (…) Das juristisch umstrittene Verbot von Generalstreiks
basiert auf einem Gutachten von 1955. Dort steht, Streiks seien nur im
Rahmen von Tarifforderungen zulässig. Verfasst hat es der damalige
Präsident des Bundesarbeitsgerichts, Hans Carl Nipperdey – ein
Karrierist im Dritten Reich. Bis heute wird sein Gutachten als
generelles Verbot politischer Streiks in Deutschland interpretiert.
„Klimaschutz, da darf uns der Mund nicht verboten werden“, sagt Luca
Samlidis von Fridays for Future. „Da geht es um die Zukunft unser aller
und derjenigen, die nach uns auf diesem Planeten leben wollen.“ Zuletzt
fand 1948 ein Generalstreik statt. Geht es nach Fridays for Future, wird
sich das am 20. September 2019 ändern.”Artikel von Anett Selle vom 2.8.2019 bei der taz online 
- Klimastreik: Mehr Recht durch Rechtsbruch. Für den 20.
September ruft die Klimabewegung zum internationalen Streik auf – in den
Schulen und in den Betrieben.
“… Im März belehrte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die
Studentin Luisa Neubauer, eine Organisatorin der »Fridays for
Future«-Demonstrationen in Berlin: »Sie sagen, dass Sie für das Klima
streiken, aber in Deutschland kennen wir keinen politischen
Generalstreik. Unser Streikrecht richtet sich immer auf Forderungen, die
ein Arbeitgeber liefern kann.« Man muss dem Wirtschaftsminister fast
dankbar sein. Denn damit hat er den politischen Streik überhaupt wieder
zu einem Thema gemacht. Er hätte ja auch einfach sagen können: »Schüler
dürfen nicht streiken. Es gibt die Schulpflicht, und wer dagegen
verstößt, muss mit Sanktionen rechnen.« Aber nein, Altmaier spricht über
den politischen Streik, den wir in Deutschland »nicht kennen«. Neubauer
ließ sich von den Belehrungen Altmaiers nicht beeindrucken: »Als das
Streikrecht erfunden wurde, kannte man die Klimakrise ja noch nicht.«
(…) Ich weiß nicht, ob Schülerinnen oder Schüler schon ihre Eltern
gefragt haben: »Warum streikt nicht auch ihr unter dem Motto ›Es gibt
keinen Planeten B‹?« Denn auch für die, die in den Betrieben arbeiten,
gibt es keinen Planeten B. Das müsste für sie ein Grund sein, für eine
Umstellung der Produktion auf umweltfreundliche Produkte zu
demonstrieren. (…) Die erste Voraussetzung für eine Verbesserung des
Streikrechts ist, dass die Einschränkungen des deutschen Streikrechts
noch viel mehr zum öffentlichen Thema werden und als das bezeichnet
werden, was sie sind: ein Skandal.¹¹ Entscheidend ist aber, dass sich
die abhängig Beschäftigten über die gegenwärtigen Verbote hinwegsetzen.
Streikrecht durch Rechtsbruch – so ist das gesamte Streikrecht
entstanden. Es ist unverständlich, dass dem Bundesarbeitsgericht immer
noch kein Fall vorliegt, der diesem die Gelegenheit gibt, seine
Rechtsprechung zu ändern. Streikrecht ist Richterrecht. Nur wenn die
Gerichte einen Fall zu entscheiden haben, in dem die derzeit geltenden
Grenzen übertreten wurden, können sie ihre Rechtsprechung überprüfen und
diese Grenzen erweitern. Notwendig ist also ein Verstoß gegen die
geltende Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, den man allerdings
auch – im Vorgriff auf die zu erwartende Änderung der Rechtsprechung und
auch als Ausdruck der Ablehnung der bisherigen Rechtsprechung – als
vollständig legales Verhalten betrachten kann, wie es die Gewerkschaften
schon 1986 getan haben.” Abdruck
des erweiterten und redaktionell bearbeiteten Vortrags von Rechtsanwalt
Benedikt Hopmann bei der jungen Welt vom 5. Juli 2019 
- Klimagewerkschafter/innen zum Appell von Fridays for Future
„Streikt mit uns“ am 20. September 2019: Aufruf an Kolleginnen und
Kollegen: Wir sind gefordert – Seid auch dabei!
“Greta Thunberg, Luisa Neubauer und viele andere junge Menschen von Fridays for Future rufen für den 20. September ’19 zu einem weltweiten Klimastreiktag auf
.
(…) Dies verstehen wir auch als Aufruf an Gewerkschaften, Betriebsräte,
Arbeitnehmer*innen aktiv zu werden und sich für den Klimaschutz und
zukunftsweisende Arbeitsplätze einzusetzen. Auch wir wollen wie die
Eltern und WissenschaMler (Parents und Scientists for Future) unseren
Beitrag dazu leisten, dass der 20. September Auftakt zu einer Wende hin
zu einer sozialen und ökologischen Gesellschaft wird. An diesem Tag
können Betriebsversammlungen stattfinden, Aushänge gemacht und
Flugblätter verteilt werden. Es können Warnstreiks für einen Ausbau des
öffentlichen Verkehrs und der Erneuerbaren Energien organisiert und für
die Beteiligung an den Demonstrationen mobilisiert werden. Wir rufen
alle Kolleginnen und Kollegen dazu auf, kreativ mitzuwirken, damit die
Gewerkschaften und Beschäftigte aktiver Teil der Klimabewegung werden.” Aufruf der Klimagewerkschafter/innen mit Erstunterzeichner/innen
– mittlerweile mehrfach aktualisiert, siehe unser Dossier: Initiative Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für Klimaschutz
Übrigens: Eine streikpolitische und -rechtliche Debatte gab es auch zum
Frauenstreik 2019 – siehe unser Dossier:
Streiken
ist unser gutes Recht! Rechtliches und praktische Tipps für Streiks und
andere Arbeitskämpfe in Deutschland (nicht nur zum Frauenstreik)
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