Shisha für alle
Schönen Gruß an die Emiratis – die Katarer freu’n sich dusselig
Foto: Suhaib Salem/REUTERS
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Es hatte sich abgezeichnet, ich musste wieder nach Bad Godesberg. »Salafistenhochburg« heißt zwar saudischer Einfluss. Aber Golf ist Golf, es ist Fußball. Die Shisha-Bar war wieder gut gefüllt, das Ambiente bekannt: großer Bildschirm, bequemer Sessel, verqualmte Luft. Ich treffe erst in Halbzeit zwo ein, doch der Fallrückzieher von Torschützenkönig Almoez Ali (neun Treffer) zum 1:0 wird ebensooft wiederholt wie das 2:0 von Hatim Abdelaziz: Distanzschuss links oben in den Knick.
Mit etwas mehr Zeit hätte ich mich gerne mit Martin Böttger getroffen, der das engagierte Portal »Beueler Extra-Dienst« betreibt und den Asien-Cup schon begleitete, als die großen Medien ihn noch weitgehend ignorierten. Mit Blick auf die Vorrundenbegegnung Katar gegen Saudi-Arabien war bei ihm von »angeblichen Zufällen der Gruppenauslosungen« die Rede. Ich hob eine Augenbraue, interessante These. Das Motiv war da – dem AFC und der FIFA muss, auch zur WM 2022 hin, an einer Verständigung der Länder gelegen sein. Allein: Eine mutmaßlich geschobene Auslosung, das passt gut in den Blog, für die Zeitung will das wasserdicht belegt sein. Doch selbst wenn, was hat es ihnen genutzt? Den VAE als Gastgeber war an Völkerverständigung nicht gelegen. Gegen Katar fuhren sie großes Besteck auf: Einreiseverbote für Sportfunktionäre, angedrohte Haftstrafen für Fans, Zulassen von Schuhwürfen und am Ende ein verzweifelter Einspruch, um selber nachzurücken. So wurde der Finalsieg zum doppelten Triumph: sportlich verdient, zudem ein politischer Punktsieg gegen die Boykotteure des Landes – und das auf deren Boden. Schlimmer hätte es für die saudisch-emiratische Phalanx nur kommen können, hätte sich Iran statt Japan für das Finale qualifiziert.
Wer im Herbst die Testspielerfolge Katars gegen Ecuador (4:3), die Schweiz (1:0) und Island (2:2) nicht ernst nahm, weiß spätestens jetzt: Mit dem Gastgeber der WM 2022 ist sehr wohl zu rechnen. In Godesberg muss man bis dahin nur noch das Hupen üben.
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