Montag, 26. November 2018

Reportage vom „Gelbe Warnwesten“-Protest auf den Pariser Champs-Elysées und einige Anmerkungen zur Natur dieser Protestbewegung – auch in Antwort auf manche Kritiker



„Kommen wir also zum Kern der Sache: Nein, es handelt sich bei dem  
derzeit zu beobachtenden Phänomen nicht an und für sich um eine  
„rechte Bewegung“. Es handelt sich im Übrigen auch nicht um eine linke  
Bewegung. Denn die Natur dieser Protestbewegung ist nicht eine  
politische, in dem Sinne, dass selbige – die Bewegung als solche -  
einem gesamtgesellschaftlichen Programm (linker oder rechter Art),  
einer allgemeinen gesellschaftlichen Vision oder Perspektive zustimmen  
würde. Eine erkennbare Annäherung an parteipolitische Organisationen,  
gar die Unterordnung unter selbige, würde die Protestbewegung im  
Übrigen schnell abtöten. Es handelt sich in Wirklichkeit um eine  
soziale Bewegung. Die Frage ist dabei nur, welches soziale Interesse,  
oder eher: welche sozialen Interessen dabei vertreten werden, und  
welche sich dabei am Ende durchsetzen könnten. Und die Antwort darauf  
lautet: Es handelt sich um eine ziemlich diverse Gemengelage…“ – aus  
den inhaltlichen Anmerkungen von Bernard Schmid zum Echo auf seinen  
ersten Bericht in dem Beitrag „Reportage vom „Gelbe  
Warnwesten“-Protest auf den Pariser Champs-Elysées und einige  
Anmerkungen zur Natur dieser Protestbewegung – auch in Antwort auf  
manche Kritiker“ vom 26. November 2018 - mit einigen Fotos von ihm -  
über das zweite Protest-Wochenende der Gelbjacken…
http://www.labournet.de/?p=140603


Die gelben Jacken in Frankreich provozieren: Zuerst die  
Staatsmacht, dann aber auch Debatten – auch in der BRD

Die Hunderttausende, die in Frankreich vor allem am 17. November 2018  
demonstriert, blockiert und protestiert haben, sind eine massive  
Herausforderung – zunächst für die französische Regierung. Die darauf  
mit Polizei (und auf La Réunion auch mit der Armee) reagiert. Sie sind  
aber auch – wie viele solcher vielschichtigen Bewegungen  
(beispielsweise aus der jüngeren Zeit die Proteste der LKW-Fahrer in  
Brasilien, oder die Anti-Korruptionskampagne in Indien, die mit dem  
Wahlsieg der Hindu-Fundamentalisten endete) - eine Herausforderung für  
die Gewerkschaften, soziale Bewegungen und linke Organisationen. Die  
französischen Gewerkschaften hatten sich am ersten Aktionswochenende  
eher „heraus gehalten“, zwar die Steuerpolitik der Regierung Macron  
kritisiert, aber nicht zur Teilnahme an den Protesten aufgerufen. Was  
die Rechten umso eifriger taten, zumal sie bei der Organisation der  
Aktionen bereits „im Boot“ waren. In der zweiten Woche versuchen  
Gewerkschaften und Linke schon weitaus mehr, eigene Positionen zu  
verbreiten, zumal die Proteste auch thematisch breiter werden und  
schlicht das Thema „Armut“ auf die Tagesordnung setzen. Auch im  
Ausland, inklusive der BRD wird versucht, diese Bewegung zu verstehen  
und entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Weswegen es nicht  
überraschend ist, dass nach unserer ersten Veröffentlichung dazu  
„„Frankreich: „Gelbe Westen“ protestieren – spektakulär, doch mit  
welchen Inhalten und welchen Zielen?“ von Bernard Schmid am 19.  
November 2018 sich Leserinnen und Leser meldeten, die darauf  
hinwiesen, dass es eben auch andere als diese Einschätzung gebe. Wir  
dokumentieren Beiträge aus Frankreich und der BRD
http://www.labournet.de/?p=140605

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