Überarbeitete Fassung des Referats zur Islam-Konferenz der Marx-Engels-Stiftung (24./25.04.2005)
Erstveröffentljchung in: Marxistische Blätter 4-05: Feindbild Islam
Aktuelle Vorbemerkung:
Vor dem Hintergrund der auch unter Marxisten weltweit kontrovers verlaufenden Diskussion über „Islam“, „islamischen Fundamentalismus“, o.ä. erscheint es mir nützlich auf einen schon älteren Diskussionbeitrag zurückzukommen, der die Frage des Islam einbettet in die Beurteilung aller drei abrahamitischen, monotheistischen Schwesterreligionen, die im heutigen Nahen Osten nicht nur ihre gemeinsame geschichtliche Wurzeln besitzen, sondern schon sehr früh auch in die damaligen sozialökonomischen und machtpolitischen Umbrüche und Kämpfe verwickelt waren.
So manches, was uns heute zu bewerten schwer fällt, lässt sich einfacher verstehen, wenn man sich diesen Ursprüngen wieder theoretisch annähert. Mir ist klar, dass eigentlich eine Überarbeitung – noch besser Neufassung – dieses bald 10 Jahre alten Beitrages nötig wäre. Doch da hilft derzeit nur ein tiefer Seufzer und das auch bei einem Atheisten nicht ganz vegessene „So Gott will!“ oder meinetwegen auch ein „Inschallah.“
Zeit ist derzeit besonders Mangelware und der Markt ist außerdem mit wichtigen Neuerscheinungen zu diesem Bereich gesättigt. Es wäre wichtig diese bei einer Neufassung wenigstens mitzureflektieren. „Schaun wir mal“, was mir dazu einfällt.
Hier nun ein erster Aufschlag.
Zeit ist derzeit besonders Mangelware und der Markt ist außerdem mit wichtigen Neuerscheinungen zu diesem Bereich gesättigt. Es wäre wichtig diese bei einer Neufassung wenigstens mitzureflektieren. „Schaun wir mal“, was mir dazu einfällt.
Hier nun ein erster Aufschlag.
Marxismus und Religionskritik
Der Islam ist eine der drei großen monotheistischen und abrahamitischen Religionen: des Judentums, des Christentums und eben des Islam. Bei allen Besonderheiten in Bezug auf Entstehung und Dogmengeschichte gilt für die Beurteilung aller drei verwandten Religionen das grundsätzliche von Marx und anderen materialistischen Religionskritikern entwickelte und gepflegte historisch-kritische , ja historisch-materialistische Herangehen an die Religion als „falsches Bewusstsein“. Die grundsätzliche Beurteilung der Religion durch den Marxismus – Leninismus als „Opium“ des Volkes, als Überbaubauphänomen und Instrument von Herrschaftsausübung gilt für den Islam ebenso wie für die beiden Schwester-Religionen.
Es wäre m.E. zu kurz gegriffen, würde man die Diskussion um den Islam vorrangig oder gar ausschließlich unter dem Stichwort des „ Kampfes gegen den Fundamentalismus“ auf der einen Seite oder der „Abwehr einer Islam-Phobie“ auf der anderen Seite diskutieren. Für Marxisten-Leninisten gilt nach meiner Meinung zunächst einmal die kritische Distanz und Bewertung zu allen Religionen, einschließlich der drei abrahamitischen. Erst danach ist es angezeigt, sich mit jeweiligen Besonderheiten, Aberrationen und fundamentalistischen Strömungen in dieser oder jener der drei Religionen oder innerhalb einer der dreien zu befassen.
Zu trennen ist die Frage nach dem religiös fundierten und motivierten Fundamentalismus von der Thematik des politischen Fundamentalismus bzw. der Ausnutzung religiöser fundamentalistischer Ideen und Kräfte für politische Zwecke, auch wenn sich religiöser und politischer Fundamentalismus oft wie zwei Zwillingsbrüder zu- und miteinander verkoppeln.
Zu trennen ist die Frage nach dem religiös fundierten und motivierten Fundamentalismus von der Thematik des politischen Fundamentalismus bzw. der Ausnutzung religiöser fundamentalistischer Ideen und Kräfte für politische Zwecke, auch wenn sich religiöser und politischer Fundamentalismus oft wie zwei Zwillingsbrüder zu- und miteinander verkoppeln.
Ich will deshalb zunächst an einige Schlüsselgedanken der marxistischen Kritik an der Religion überhaupt erinnern:
Erstens: F. Engels fasste in seiner Arbeit „Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft“ die grundsätzliche religionskritische Haltung des Marxismus so zusammen: „Nun ist alle Religion nichts andres als die phantastische Widerspiegelung, in den Köpfen der Menschen, derjenigen äußern Mächte, die ihr alltägliches Dasein beherrschen, eine Widerspiegelung, in der die irdischen Mächte die Form von überirdischen annehmen. In den Anfängen der Geschichte sind es zuerst die Mächte der Natur, die diese Rückspiegelung erfahren und in der weitern Entwicklung bei den verschiednen Völkern die mannigfachsten und buntesten Personifikationen durchmachen. …. Aber bald treten neben den Naturmächten auch gesellschaftliche Mächte in Wirksamkeit, Mächte, die den Menschen ebenso fremd und im Anfang ebenso unerklärlich gegenüberstehn, sie mit derselben scheinbaren Naturnotwendigkeit beherrschen, wie die Naturmächte selbst. Die Phantasiegestalten, in denen sich anfangs nur die geheimnisvollen Kräfte der Natur widerspiegeln, erhalten damit gesellschaftliche Attribute, werden Repräsentanten geschichtliche Mächte. Auf einer noch weitern Entwicklungsstufe werden sämtliche natürlichen und gesellschaftlichen Attribute der vielen Götter auf einen allmächtigen Gott übertragen, der selbst wieder nur der Reflex des abstrakten Menschen ist. So entstand der Monotheismus, der geschichtlich das letzte Produkt der spätern griechischen Vulgärphilosophie war und im jüdischen ausschließlichen Nationalgott Jahve seine Verkörperung vorfand. In dieser bequemen handlichen und allem anpassbaren Gestalt kann die Religion als unmittelbare, das heißt gefühlsmäßige Form des Verhaltens der Menschen zu den sie beherrschenden fremden, natürlichen und gesellschaftlichen Mächten, solange die Menschen unter der Herrschaft solcher Mächte stehn.“ (1)
Zweitens: In einem seiner „Altersbriefe über den historischen Materialismus“ schrieb F. Engels Conrad Schmidt: „Was nun die noch höher in der Luft schwebenden ideologischen Gebiete angeht, Religion, Philosophie etc., so haben diese einen vorgeschichtlichen, von der geschichtlichen Periode vorgefundnen und übernommnen Bestand, von – was wir heute Blödsinn nennen würden. Diesen verschiednen falschen Vorstellungen von der Natur, von der Beschaffenheit des Menschen selbst, von Geistern, Zauberkräften etc. liegt meist nur negativ Ökonomisches zugrunde: die niedrige ökonomische Entwicklung der vorgeschichtlichen Periode hat zur Ergänzung, aber auch stellenweise zur Bedingung und selbst Ursache, die falschen Vorstellungen von der Natur.“ (2)
Dass die Menschen zur Erklärung von Naturereignissen, die ihnen auf Grund nichtvorhandener naturwissenschaftlicher Kenntnisse unbegreiflich bleiben mussten, zu Erklärungsmodellen Hilfe nahmen, in denen “übernatürliche“ Mächte als Triebkräfte auftraten, gilt für viele Religionskritiker als eine zentrale Ursache für die Entstehung von religiösen Vorstellungen. Dieser Gedanke hat eine über Jahrhunderte zurückreichende philosophische Tradition; wir finden ihn bereits im Griechenland des 6. und 5 Jahrhunderts vuZ und in Rom des 1. Jahrhunderts vuZ. Demokrit, der erste materialistische Philosoph, äußerte die Meinung, dass die Religion auf der Furcht vor schrecklichen Naturereignissen beruhe. Bei dem der elatischen Schule angehörenden Philosophen Xenophanes von Kolophon und bei den Athenern Anaxagoras und Antiphon findet sich der Gedanke, dass die Menschen sich die Götter nach ihrem Bilde schufen. Auch der römische Dichter und Materialist Lucretius Carus ( 1. Jahrhundert vuZ) und nach ihm der römische Philosoph Papirius Statius äußerten ähnliche Vorstellungen. Plinius der Ältere (1. Jahrhundert vuZ) meinte, die Menschen hätten den Göttern menschliche Eigenschaften beigelegt, weil sie selber schwache und leidende Wesen seien.
Der sowjetische Religionswissenschaftler S.A. Tokarew zitierte in seiner 1968 in der BRD erschienenen Studie „Die Religion in der Geschichte der Völker“ Xenophanes mit folgender Passage: “Die Äthiopier behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thrakier dagegen stellen sich ihre Götter blauäugig und rothaarig vor …Wenn die Stiere und andere Tiere ihre Götter malen könnten, würden die Stiere ihre Götter stierähnlich darstellen, die Pferde dagegen pferdeähnlich.“ (3)
Die marxistische Religionskritik ist ohne solche philosophischen Vorläufer nicht denkbar, sie entwickelte sie aber weiter und überwand den rein anthropomorphen Ansatz. R. Steigerwald beschreibt das Anliegen der Marxschen Religionskritik und ihre Verbindung zur Vor-Marxschen Religionskritik so: “Marx übernimmt … die These vom anthropomorphen Charakter der Religion, verknüpft aber diese sofort … mit der Frage, was das denn für Menschen seien, die sich die Religion erzeugten, warum sie es täten. Und er antwortet. Die Menschen erzeugen darum die Religion, weil ihre gesellschaftlichen Bedingungen unmenschlich sind. Die Religion ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil die reale, diesseitige Verwirklichung dieses Wesens nicht gelingt. Dies ist darum so, weil die gesellschaftliche Entwicklung die umfassende Kenntnis und damit Beherrschung der menschlichen Lebensbedingungen noch nicht gestattet. Es sind dies noch geistlose Zustände. Die Religion aber ist der Geist dieser geistlosen Zustände.“ (4)
Dass die Menschen zur Erklärung von Naturereignissen, die ihnen auf Grund nichtvorhandener naturwissenschaftlicher Kenntnisse unbegreiflich bleiben mussten, zu Erklärungsmodellen Hilfe nahmen, in denen “übernatürliche“ Mächte als Triebkräfte auftraten, gilt für viele Religionskritiker als eine zentrale Ursache für die Entstehung von religiösen Vorstellungen. Dieser Gedanke hat eine über Jahrhunderte zurückreichende philosophische Tradition; wir finden ihn bereits im Griechenland des 6. und 5 Jahrhunderts vuZ und in Rom des 1. Jahrhunderts vuZ. Demokrit, der erste materialistische Philosoph, äußerte die Meinung, dass die Religion auf der Furcht vor schrecklichen Naturereignissen beruhe. Bei dem der elatischen Schule angehörenden Philosophen Xenophanes von Kolophon und bei den Athenern Anaxagoras und Antiphon findet sich der Gedanke, dass die Menschen sich die Götter nach ihrem Bilde schufen. Auch der römische Dichter und Materialist Lucretius Carus ( 1. Jahrhundert vuZ) und nach ihm der römische Philosoph Papirius Statius äußerten ähnliche Vorstellungen. Plinius der Ältere (1. Jahrhundert vuZ) meinte, die Menschen hätten den Göttern menschliche Eigenschaften beigelegt, weil sie selber schwache und leidende Wesen seien.
Der sowjetische Religionswissenschaftler S.A. Tokarew zitierte in seiner 1968 in der BRD erschienenen Studie „Die Religion in der Geschichte der Völker“ Xenophanes mit folgender Passage: “Die Äthiopier behaupten, ihre Götter seien stumpfnasig und schwarz, die Thrakier dagegen stellen sich ihre Götter blauäugig und rothaarig vor …Wenn die Stiere und andere Tiere ihre Götter malen könnten, würden die Stiere ihre Götter stierähnlich darstellen, die Pferde dagegen pferdeähnlich.“ (3)
Die marxistische Religionskritik ist ohne solche philosophischen Vorläufer nicht denkbar, sie entwickelte sie aber weiter und überwand den rein anthropomorphen Ansatz. R. Steigerwald beschreibt das Anliegen der Marxschen Religionskritik und ihre Verbindung zur Vor-Marxschen Religionskritik so: “Marx übernimmt … die These vom anthropomorphen Charakter der Religion, verknüpft aber diese sofort … mit der Frage, was das denn für Menschen seien, die sich die Religion erzeugten, warum sie es täten. Und er antwortet. Die Menschen erzeugen darum die Religion, weil ihre gesellschaftlichen Bedingungen unmenschlich sind. Die Religion ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil die reale, diesseitige Verwirklichung dieses Wesens nicht gelingt. Dies ist darum so, weil die gesellschaftliche Entwicklung die umfassende Kenntnis und damit Beherrschung der menschlichen Lebensbedingungen noch nicht gestattet. Es sind dies noch geistlose Zustände. Die Religion aber ist der Geist dieser geistlosen Zustände.“ (4)
Diese Charakterisierung der differentia specifica der marxistischen Religionskritik im Unterschied zur bürgerlichen, nicht-materalistisch begründeten Kritik an der Religion führt schließlich zu einer entscheidenden Konsequenz. Sie sieht die eigentlich Relevanz der Religionskritik nicht in der Auseinandersetzung um diese oder jene religiöse Lehrmeinung, sondern verortet sie auf dem Gebiet der Politik. Dazu noch einmal R. Steigerwald:
„Nicht der Kampf gegen die Religion ist die Hauptaufgabe, wie die bürgerlichen Aufklärer meinten, sondern der Kampf gegen jene Verhältnisse, die zur Bildung der Religion nötigen. Von der Religionskritik muß zur Gesellschaftskritik, zur Revolution vorangeschritten werden.“ (5)
In diesen Zusammenhang ordnet sich auch die bekannte These von der Religion als „Opium des Volkes“ ein, worauf die Marxsche Religionskritik viel zu oft fälschlicher Weise reduziert wird. Marx hatte damit nur eine Formulierung eines Bischofs der anglikanischen Hochkirche aufgegriffen, der von der Religion als „Opium für das Volk“ gesprochen hatte.Marx stellte nun aber anders als bürgerliche Religionskritiker vor ihm die Frage, warum das Volk dieses „Opium“ benutzte. und formulierte damit den Bezug zwischen Gesellschafts- und Religionskritik. Die entsprechende Passage im Zusammenhang gelesen heißt so:
„Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion … aber der Mensch , das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen. …. Der Kampf gegen die Religion ist … unmittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.
Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks. … Die Forderung , die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung einen Zustand aufzugeben, der der Illusion bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. …Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etablieren … Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der „Erde.“ (6)
„Nicht der Kampf gegen die Religion ist die Hauptaufgabe, wie die bürgerlichen Aufklärer meinten, sondern der Kampf gegen jene Verhältnisse, die zur Bildung der Religion nötigen. Von der Religionskritik muß zur Gesellschaftskritik, zur Revolution vorangeschritten werden.“ (5)
In diesen Zusammenhang ordnet sich auch die bekannte These von der Religion als „Opium des Volkes“ ein, worauf die Marxsche Religionskritik viel zu oft fälschlicher Weise reduziert wird. Marx hatte damit nur eine Formulierung eines Bischofs der anglikanischen Hochkirche aufgegriffen, der von der Religion als „Opium für das Volk“ gesprochen hatte.Marx stellte nun aber anders als bürgerliche Religionskritiker vor ihm die Frage, warum das Volk dieses „Opium“ benutzte. und formulierte damit den Bezug zwischen Gesellschafts- und Religionskritik. Die entsprechende Passage im Zusammenhang gelesen heißt so:
„Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion … aber der Mensch , das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen. …. Der Kampf gegen die Religion ist … unmittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.
Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks. … Die Forderung , die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung einen Zustand aufzugeben, der der Illusion bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist. …Es ist also die Aufgabe der Geschichte, nachdem das Jenseits der Wahrheit verschwunden ist, die Wahrheit des Diesseits zu etablieren … Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der „Erde.“ (6)
Dass die Religionen als „verkehrtes Weltbewusstsein“ ein Eigenleben und eine eigene theoriegeschichtliche Entwicklung durchlaufen, gehört ebenfalls zu den Grundaussagen des Marxismus – Leninismus. Sie sind nicht alle gleich, bieten ganz unterschiedliche Ansätze sowohl für die Kritik wie auch für die Kooperation an. Sie wandeln sich im Verlauf der Geschichte. Die Aussagen der jeweils „Heiligen Schriften“ unterliegen unterschiedlichen Interpretationen und einem Bedeutungswandel. Theologische Schulen bilden sich, welche diese oder jene Seite der jeweiligen Religion besonders akzentuieren oder der gesamten Lehre ihrer Interpretationslinie unterwerfen und sich heftigst bekämpfen können – bis hin zu physischen Vernichtung. Insbesondere wandelt sich über den geschichtlichen Verlauf die Verbindung zwischen den Religionen und herrschenden Klassen.
Welche Form von Religion oder Religiösität im Dienste der jeweils herrschenden zu einer favorisierten Form der ideologischen Beeinflussung der unterdrückten und beherrschten Klassen wird, hängt von hier nicht zu untersuchenden vielfältigen Faktoren ab.
Welche Form von Religion oder Religiösität im Dienste der jeweils herrschenden zu einer favorisierten Form der ideologischen Beeinflussung der unterdrückten und beherrschten Klassen wird, hängt von hier nicht zu untersuchenden vielfältigen Faktoren ab.
Soweit einige Bemerkungen zum grundsätzlichen Herangehen an Fragen der Religion aus marxistischer Sicht.
Nun zur Betrachtung des Islam im „Spiegel“ dieser marxistischen Betrachtungsweise.
Nun zur Betrachtung des Islam im „Spiegel“ dieser marxistischen Betrachtungsweise.
Historisch-ökonom.- kultur. Bedingungen, die zur Entstehung des Islam führten
Marx und Engels haben sich zwar nicht ausführlich aber dennoch durchaus eindeutig zu Fragen des Islam geäußert. Sie betrieben Studien zur „asiatischen Produktionsweise“, studierten die persische und türkische Geschichte und würdigten die Errungenschaften der arabisch- persischen Kultur- und Philosophiegeschichte. Engels verehrte und schwärmte für das Persische und lernte 1853 innerhalb weniger Wochen Persisch, um die Lyrik und Prosa im Original zu lesen.
Beide befassten sich immer wieder mit der Entwicklung asiatischer Völker und Staaten – insbesondere mit dem vom britischen Kolonialismus beherrschten subindischen Kontinent. Berühmt wurde besonders die Marx -Arbeiten „Die künftigen Ergebnisse der britischen Herrschaft in Indien“ bzw. „Die britische Herrschaft in Indien“ beide von 1853.
Marx schrieb für die New York Herald Tribune in den 50er Jahren viel Kommentare und Analysen über den russisch-türkischen Krieg und über die Politik Britanniens gegenüber China, Afghanistan (z.B. „ Die persische Kampagne in Afghanistan und die russische Kampagne in Mittelasien“ ) und über Birma.
Seit dieser Zeit befassten sich Marx und Engels auch mit dem Islam. Eine wichtige Arbeit auf die sie sich Mitte der 50er Jahre stützten, war die Arbeit des Franzosen Francois Berniers, der am Hofe des indischen Maharadschas Auranggzebs gelebt hatte.
In dieser Phase setzen sich Marx und Engels auch endgültig ab vom eurozentristischen Geschichtsbild Hegels, der „Geschichtsphilosophie“ und nicht „Geschichtsschreibung“ betrieb und in der Weltgeschichte die „Heilsgeschichte“ der Menschheit von ihrer Erschaffung und dem Sündenfall Adams und Evas bis zur Gott gegebenen Erlösung ansah.
Bei Hegels Interesse für die asiatische Geschichte dominierte ein von Goethes „Westöstlicher Diwan“ beeinflusstes idealisiertes Bild einer besonders „toleranten“ Ausprägung des persischen Islam. Von dieser Geschichtsbetrachtung war Marx zunächst als Hegel-Schüler auch beeinflusst. In den fünfziger Jahren, -so heißt es in einer Studie der Martin-Luther-Universität Halle von 1983 – „setzte (Marx) die Sachaussagen Hegels nicht in Zweifel, interpretierte sie aber ganz anders – ökonomisch-politisch – und nahm als Revolutionär für die Unterdrückten Stellung, ganz im Gegensatz zu Hegel, …“ (7)
Der Wechsel von der „Geschichtsphilosophie“ zur „Geschichtsschreibung“ vollzog sich mit Blick auf die Geschichte des Orients in Deutschland erst bei M. Duncker 1852 in der „Geschichte des Altertums“ und in England durch G. Rawlinson (1862 )Becker„The five great Monarchies of the Ancient Eastern World“. Damit wird auch eine objektive Grenze des Wissens über die Entstehungsgeschichte des Islam erkennbar, die Marx z.B. zu der falschen Annahme geführt hatte, das der „Schlüssel“ zum Verständnis der Geschichte des ganzen vorderen Orients und der Geschichte der Araber darin zu sehen, sei, dass es dort kein Privateigentum an Grund und Boden gegeben habe. Dies habe dann in Kombination mit Klimaveränderungen zum Zerfall der Wasserversorgung und der damaligen Siedlungen und Städte auf der arabischen Halbinsel geführt.
Beide befassten sich immer wieder mit der Entwicklung asiatischer Völker und Staaten – insbesondere mit dem vom britischen Kolonialismus beherrschten subindischen Kontinent. Berühmt wurde besonders die Marx -Arbeiten „Die künftigen Ergebnisse der britischen Herrschaft in Indien“ bzw. „Die britische Herrschaft in Indien“ beide von 1853.
Marx schrieb für die New York Herald Tribune in den 50er Jahren viel Kommentare und Analysen über den russisch-türkischen Krieg und über die Politik Britanniens gegenüber China, Afghanistan (z.B. „ Die persische Kampagne in Afghanistan und die russische Kampagne in Mittelasien“ ) und über Birma.
Seit dieser Zeit befassten sich Marx und Engels auch mit dem Islam. Eine wichtige Arbeit auf die sie sich Mitte der 50er Jahre stützten, war die Arbeit des Franzosen Francois Berniers, der am Hofe des indischen Maharadschas Auranggzebs gelebt hatte.
In dieser Phase setzen sich Marx und Engels auch endgültig ab vom eurozentristischen Geschichtsbild Hegels, der „Geschichtsphilosophie“ und nicht „Geschichtsschreibung“ betrieb und in der Weltgeschichte die „Heilsgeschichte“ der Menschheit von ihrer Erschaffung und dem Sündenfall Adams und Evas bis zur Gott gegebenen Erlösung ansah.
Bei Hegels Interesse für die asiatische Geschichte dominierte ein von Goethes „Westöstlicher Diwan“ beeinflusstes idealisiertes Bild einer besonders „toleranten“ Ausprägung des persischen Islam. Von dieser Geschichtsbetrachtung war Marx zunächst als Hegel-Schüler auch beeinflusst. In den fünfziger Jahren, -so heißt es in einer Studie der Martin-Luther-Universität Halle von 1983 – „setzte (Marx) die Sachaussagen Hegels nicht in Zweifel, interpretierte sie aber ganz anders – ökonomisch-politisch – und nahm als Revolutionär für die Unterdrückten Stellung, ganz im Gegensatz zu Hegel, …“ (7)
Der Wechsel von der „Geschichtsphilosophie“ zur „Geschichtsschreibung“ vollzog sich mit Blick auf die Geschichte des Orients in Deutschland erst bei M. Duncker 1852 in der „Geschichte des Altertums“ und in England durch G. Rawlinson (1862 )Becker„The five great Monarchies of the Ancient Eastern World“. Damit wird auch eine objektive Grenze des Wissens über die Entstehungsgeschichte des Islam erkennbar, die Marx z.B. zu der falschen Annahme geführt hatte, das der „Schlüssel“ zum Verständnis der Geschichte des ganzen vorderen Orients und der Geschichte der Araber darin zu sehen, sei, dass es dort kein Privateigentum an Grund und Boden gegeben habe. Dies habe dann in Kombination mit Klimaveränderungen zum Zerfall der Wasserversorgung und der damaligen Siedlungen und Städte auf der arabischen Halbinsel geführt.
Überliefert ist aus dieser Periode ein Briefwechsel zwischen Marx und Engels aus dem Frühsommer 1853, in dem sie nun ganz im Sinne einer realen Geschichtsschreibung auf die sozialökonomischen und kulturellen Entstehungsbedingungen des Islam eingehen. Dabei wird deutlich, dass sich vor allem Engels zu diesem Zeitpunkt durchaus gründlich und unter Nutzung der damals aktuellen Fachliteratur mit diesem Thema befasste. Engels verweist zunächst auf die Lektüre eines Buches des englischen Geistlichen Charles Forster „The historical Geography of Arabia“, das er und dann auch Marx für eine wirklich sehr fundierte Arbeit hielten.
„Gestern habe ich das Buch über die arabischen Inschriften gelesen, wovon ich Dir sprach. Das Ding ist nicht uninteressant, so eklig der Pfaff und Bibelapologet überall durchblickt. … Das Ding heißt: ´The historical Geography of Arabia` by the Reverend Charles Forster. „Das Beste, was dabei herauskommt, ist:
1. Die in der Genesis gegebne angebliche Genealogie von Noah, Abraham pp. ist eine ziemlich exakte Aufzählung der damaligen Beduinenstämme je nach ihrer größeren oder geringeren Dialektverwandtschaft pp. Die Beduinenstämme nennen sich bekanntlich bis heute immer Ben Saled, Beni Jussuff pp., d.h. die Söhne von dem und dem. Diese Benennung, aus der altpatriarchalischen Existenzweise hervorgehend, führt schließlich auf diese Art Genealogie. Die Aufzählung der Genesis wird plus ou moins bestätigt durch die alten Geographen, und die neueren Reisenden beweisen, dass die alten Namen, dialektisch verändert, meistens noch existieren. Dabei kommt aber heraus, dass die Juden selbst weiter nichts sind als ein kleiner Beduinenstamm wie die andern, den Lokalverhältnisse, Agrikultur pp., in Gegensatz zu den andern Beduinen brachten.
2. In Beziehung auf die große arabische Invasion, von der wir früher sprachen: dass die Beduinen gerade wie die Mongolen periodische Invasionen gemacht haben, dass das assyrische Reich und das babylonische durch Beduinenstämme gegründet sind, auf demselben Fleck, wo später das Kalifat von Bagdad, Die Gründer des babylonischen Reiches, die Chaldäer, existieren noch unter demselben Namen, Beni Chaled, in derselben Lokalität. … Damit verliert die mohammedanische Invasion viel von ihrem distinkten Charakter.
3. Die Araber scheinen, wo sie ansässig waren,. im Südwesten, ein ebenso zivilisiertes Volk gewesen zu sein wie die Ägypter, Assyrer pp., ihre Bauwerke beweisen das. Auch das erklärt manches in der muhammedanischen Invasion, Was den Religionsschwindel angeht, so scheint aus den alten Inschriften im Süden, in denen die altnational-arabische Tradition des Monotheismus (wie bei den amerikanischen Indianern) noch vorherrscht, und von der die hebräische nur ein kleiner Teil ist, hervorzugehn, dass Mohammeds religiöse Revolution, wie jede religiöse Bewegung, formell eine Reaktion war. vorgebliche Rückkehr zum Alten, Einfachen. …“ (8)
Marx antwortete darauf postwendend am 2. Juni 1853: „In Bezug auf die Hebräer und Araber war Dein Brief mir sehr interessant. Es lassen sich übrigens 1. allgemeines Verhältnis nachweisen bei allen orientalischen Stämmen, zwischen dem settlement des einen Teils derselben und der Fortdauer im Nomadisieren bei dem anders, seit die Geschichte geschieht. 2. Zur Zeit Mohammeds hatte sich der Handelsweg von Europa nach Asien bedeutend modifiziert, und die Städte Arabiens, die am Handel nach Indien etc. großen Anteil nahmen, befanden sich kommerziell im Verfall, was jedenfalls mit Anstoß gab. 3. was die Religion angeht, so wird sich die Frage in die allgemeine und darum leicht beantwortbare auflösen. Warum erscheint die Geschichte des Orients als eine Geschichte der Religionen?
Über die orientalische Städtebildung kann man nichts Brillanteres, Anschaulicheres und Schlagenderes lesen als den alten Francois Bernier (9 Jahre Arzt von Aurangzeb): ´Voyages contenant la description des Etats du grand Mogol etc.` …
Bernier findet mit Recht die Grundform für sämtliche Erscheinungen des Orients – er spricht von Türkei, Persien, Hindostan – darin, dass kein Privateigentum existiert. Das ist der wirkliche clef („Schlüssel – HPB) selbst zum orientalischen Himmel.“ (9)
„Gestern habe ich das Buch über die arabischen Inschriften gelesen, wovon ich Dir sprach. Das Ding ist nicht uninteressant, so eklig der Pfaff und Bibelapologet überall durchblickt. … Das Ding heißt: ´The historical Geography of Arabia` by the Reverend Charles Forster. „Das Beste, was dabei herauskommt, ist:
1. Die in der Genesis gegebne angebliche Genealogie von Noah, Abraham pp. ist eine ziemlich exakte Aufzählung der damaligen Beduinenstämme je nach ihrer größeren oder geringeren Dialektverwandtschaft pp. Die Beduinenstämme nennen sich bekanntlich bis heute immer Ben Saled, Beni Jussuff pp., d.h. die Söhne von dem und dem. Diese Benennung, aus der altpatriarchalischen Existenzweise hervorgehend, führt schließlich auf diese Art Genealogie. Die Aufzählung der Genesis wird plus ou moins bestätigt durch die alten Geographen, und die neueren Reisenden beweisen, dass die alten Namen, dialektisch verändert, meistens noch existieren. Dabei kommt aber heraus, dass die Juden selbst weiter nichts sind als ein kleiner Beduinenstamm wie die andern, den Lokalverhältnisse, Agrikultur pp., in Gegensatz zu den andern Beduinen brachten.
2. In Beziehung auf die große arabische Invasion, von der wir früher sprachen: dass die Beduinen gerade wie die Mongolen periodische Invasionen gemacht haben, dass das assyrische Reich und das babylonische durch Beduinenstämme gegründet sind, auf demselben Fleck, wo später das Kalifat von Bagdad, Die Gründer des babylonischen Reiches, die Chaldäer, existieren noch unter demselben Namen, Beni Chaled, in derselben Lokalität. … Damit verliert die mohammedanische Invasion viel von ihrem distinkten Charakter.
3. Die Araber scheinen, wo sie ansässig waren,. im Südwesten, ein ebenso zivilisiertes Volk gewesen zu sein wie die Ägypter, Assyrer pp., ihre Bauwerke beweisen das. Auch das erklärt manches in der muhammedanischen Invasion, Was den Religionsschwindel angeht, so scheint aus den alten Inschriften im Süden, in denen die altnational-arabische Tradition des Monotheismus (wie bei den amerikanischen Indianern) noch vorherrscht, und von der die hebräische nur ein kleiner Teil ist, hervorzugehn, dass Mohammeds religiöse Revolution, wie jede religiöse Bewegung, formell eine Reaktion war. vorgebliche Rückkehr zum Alten, Einfachen. …“ (8)
Marx antwortete darauf postwendend am 2. Juni 1853: „In Bezug auf die Hebräer und Araber war Dein Brief mir sehr interessant. Es lassen sich übrigens 1. allgemeines Verhältnis nachweisen bei allen orientalischen Stämmen, zwischen dem settlement des einen Teils derselben und der Fortdauer im Nomadisieren bei dem anders, seit die Geschichte geschieht. 2. Zur Zeit Mohammeds hatte sich der Handelsweg von Europa nach Asien bedeutend modifiziert, und die Städte Arabiens, die am Handel nach Indien etc. großen Anteil nahmen, befanden sich kommerziell im Verfall, was jedenfalls mit Anstoß gab. 3. was die Religion angeht, so wird sich die Frage in die allgemeine und darum leicht beantwortbare auflösen. Warum erscheint die Geschichte des Orients als eine Geschichte der Religionen?
Über die orientalische Städtebildung kann man nichts Brillanteres, Anschaulicheres und Schlagenderes lesen als den alten Francois Bernier (9 Jahre Arzt von Aurangzeb): ´Voyages contenant la description des Etats du grand Mogol etc.` …
Bernier findet mit Recht die Grundform für sämtliche Erscheinungen des Orients – er spricht von Türkei, Persien, Hindostan – darin, dass kein Privateigentum existiert. Das ist der wirkliche clef („Schlüssel – HPB) selbst zum orientalischen Himmel.“ (9)
Dann wieder die Gegenantwort von Engels an Marx: „Ich werde die Geschichte Muhammeds selbst erst dieser Tage vornehmen; bis jetzt scheint sie mir aber den Charakter einer beduinischen Reaktion gegen die ansässigen, aber verkommenden Fellahs der Städte zu tragen, die damals auch religiös sehr zerfallen waren und mit einem verkommenen Naturkultus ein verkommenes Judentum und Christentum vermischten.“ (10)
Die gemeinsamen Wurzeln von Thora, Evangelium und Koran
Gemeinsame Bräuche von Juden und Mohammedanern, wie etwa die obligatorische Beschneidung der Knaben, das Verbot von Schweinefleisch, das Verbot, Gott bildlich darzustellen sowie Menschen oder Tiere abzubilden, um keinen Anlass zum Götzendienst zu geben oder auch das Verbot von Weingenuss, bekunden die rituellen Gemeinsamkeiten. Darüber hinaus teilen Judentum, Christentum und Islam neben dem Monotheismus auch eine Vielzahl gemeinsamer Propheten, angefangen bei gemeinsamen Stammvater Abraham bis zum gemeinsamen (zwischen Islam und Christentum) Propheten Jesus.
Das alte Testament und als Evangelium werden auch vom Islam als göttlich inspirierte Schriften anerkannt. In Arabien existierten zu dieser Zeit viele Siedlungen mit jüdischen und christlichen Gemeinden, die sich in ihren Glaubensvorstellungen wechselseitig beeinflussten. Annemarie Schimmel kommt in ihrer kurzen Darstellung „Der Islam. Eine Einführung“ zu der Einschätzung, dass Arabien vielleicht sogar um die Wende des 6./7. Jahrhunderts christlich geworden wäre, wenn nicht Mohammed aufgetreten wäre.“ (11)
Diese Expertenmeinung deckt sich mit den alten Bewertungen der engen Verbindung zwischen Islam und Judentum durch Marx und Engels. Engels verwies in einem weiteren Brief an Marx auf diese enge Verwandtschaft.
„Dass die jüdische sogenannte heilige Schrift weiter nichts ist als die Aufzeichnung der altarabischen religiösen und Stammestradition, modifiziert durch die frühe Separation der Juden von ihren stammesverwandten, aber nomadischen Nachbarn, ist mir jetzt vollständig klar. Der Umstand, dass Palästina nach der arabischen Seite zu von lauter Wüste, Beduinenland, umgeben, erklärt die separate Entwicklung.
Aber die altarabischen Inschriften, Traditionen und der Koran, sowie die Leichtigkeit ,mit der sich nun alle Genealogien usw. auflösen lassen, beweisen, dass der Hauptinhalt arabisch oder vielmehr allgemein semitisch war wie noch bei uns die Edda und die deutsche Heldensage.“ (12) Der oft geschilderte und gerühmte freie und noch tolerante Umgang mit Anders- oder Nichtgläubigen ( hier den Juden) rührte ganz offensichtlich auch daher, dass die religiösen Auffassungen Mohammeds in dieser Zeit noch stärker als in der späteren kanonisierten Form des Koran einem eklektizistischem Gemisch von Lehrmeinungen und Legenden glich, die alle drei abrahamitischen Religionen (Judentum,. Christentum, Islam) mehr oder minder gemeinsam teilen.
Neben Marx und Engels befasste sich auch August Bebel zeitweilig sehr intensiv mit der Entstehungsgeschichte und der überragenden Rolle der arabischen Kultur im europäischen Mittelalter. Bebel schrieb in seiner bis heute relativ unbekannt gebliebenen Arbeit “Die Mohammedanisch Arabische Kulturperiode“, die er während seiner halbjährigen Haftperiode von 1877-1878 verfasst hatte: „Der Orient ist die Geburtsstätte der Religionen, die für die moderne Kultur, vorzugsweise in Betracht kommen. Judentum,. Christentum, Mohammedanismus gingen nacheinander aus einem Schoß hervor, und alle drei entstammen ein und derselben Völkerrasse, der semitischen. Eine dieser Religionen baute sich auf der anderen auf und entfaltete sich nach den Charaktereigentümlichkeit und dem Bildungsgrad der Völkerschaften, unter denen sie vorzugsweise sich ausbreitete, ihr eigentümliches Wesen. … Verfolgt man den Ursprung der drei Religionen weiter zurück, so findet die jüdische, als die ältesten von den dreien, in der Religion der alten Ägypter, die Moses als einer der Eingeweihten speziell kennen gelernt hatte, und diese wieder in der bramahnischen Religion der alten Inder ihre Quelle. Die eine der Entwicklung aus der altindischen, als der ältesten aller auf den Monotheismus begründeten Religionen, läuft in den Buddhismus und die Lehre des Zoroaster und des Confuzius (Kon-fut-se) aus.. Diese beiden Religionen bestehen noch heute im größten Teil Asiens und beherrschen nahezu die Hälfte des Menschengeschlechts. Die andere Entwicklungsreihe bilden, nächst der untergegangenen altägyptischen Religion, das Judentum, das Christentum und der Mohammedanismus. Die beiden letzteren haben sich wieder in verschiedenen Bekenntnisse und eine Menge mehr oder weniger untergeordneter Sekten gespalten. (13)
Das alte Testament und als Evangelium werden auch vom Islam als göttlich inspirierte Schriften anerkannt. In Arabien existierten zu dieser Zeit viele Siedlungen mit jüdischen und christlichen Gemeinden, die sich in ihren Glaubensvorstellungen wechselseitig beeinflussten. Annemarie Schimmel kommt in ihrer kurzen Darstellung „Der Islam. Eine Einführung“ zu der Einschätzung, dass Arabien vielleicht sogar um die Wende des 6./7. Jahrhunderts christlich geworden wäre, wenn nicht Mohammed aufgetreten wäre.“ (11)
Diese Expertenmeinung deckt sich mit den alten Bewertungen der engen Verbindung zwischen Islam und Judentum durch Marx und Engels. Engels verwies in einem weiteren Brief an Marx auf diese enge Verwandtschaft.
„Dass die jüdische sogenannte heilige Schrift weiter nichts ist als die Aufzeichnung der altarabischen religiösen und Stammestradition, modifiziert durch die frühe Separation der Juden von ihren stammesverwandten, aber nomadischen Nachbarn, ist mir jetzt vollständig klar. Der Umstand, dass Palästina nach der arabischen Seite zu von lauter Wüste, Beduinenland, umgeben, erklärt die separate Entwicklung.
Aber die altarabischen Inschriften, Traditionen und der Koran, sowie die Leichtigkeit ,mit der sich nun alle Genealogien usw. auflösen lassen, beweisen, dass der Hauptinhalt arabisch oder vielmehr allgemein semitisch war wie noch bei uns die Edda und die deutsche Heldensage.“ (12) Der oft geschilderte und gerühmte freie und noch tolerante Umgang mit Anders- oder Nichtgläubigen ( hier den Juden) rührte ganz offensichtlich auch daher, dass die religiösen Auffassungen Mohammeds in dieser Zeit noch stärker als in der späteren kanonisierten Form des Koran einem eklektizistischem Gemisch von Lehrmeinungen und Legenden glich, die alle drei abrahamitischen Religionen (Judentum,. Christentum, Islam) mehr oder minder gemeinsam teilen.
Neben Marx und Engels befasste sich auch August Bebel zeitweilig sehr intensiv mit der Entstehungsgeschichte und der überragenden Rolle der arabischen Kultur im europäischen Mittelalter. Bebel schrieb in seiner bis heute relativ unbekannt gebliebenen Arbeit “Die Mohammedanisch Arabische Kulturperiode“, die er während seiner halbjährigen Haftperiode von 1877-1878 verfasst hatte: „Der Orient ist die Geburtsstätte der Religionen, die für die moderne Kultur, vorzugsweise in Betracht kommen. Judentum,. Christentum, Mohammedanismus gingen nacheinander aus einem Schoß hervor, und alle drei entstammen ein und derselben Völkerrasse, der semitischen. Eine dieser Religionen baute sich auf der anderen auf und entfaltete sich nach den Charaktereigentümlichkeit und dem Bildungsgrad der Völkerschaften, unter denen sie vorzugsweise sich ausbreitete, ihr eigentümliches Wesen. … Verfolgt man den Ursprung der drei Religionen weiter zurück, so findet die jüdische, als die ältesten von den dreien, in der Religion der alten Ägypter, die Moses als einer der Eingeweihten speziell kennen gelernt hatte, und diese wieder in der bramahnischen Religion der alten Inder ihre Quelle. Die eine der Entwicklung aus der altindischen, als der ältesten aller auf den Monotheismus begründeten Religionen, läuft in den Buddhismus und die Lehre des Zoroaster und des Confuzius (Kon-fut-se) aus.. Diese beiden Religionen bestehen noch heute im größten Teil Asiens und beherrschen nahezu die Hälfte des Menschengeschlechts. Die andere Entwicklungsreihe bilden, nächst der untergegangenen altägyptischen Religion, das Judentum, das Christentum und der Mohammedanismus. Die beiden letzteren haben sich wieder in verschiedenen Bekenntnisse und eine Menge mehr oder weniger untergeordneter Sekten gespalten. (13)
Mohammeds anfängliche Ambivalenz gegenüber dem Judentum
Nach der Flucht aus Mekka nach Medina im Jahre 632 fand Mohammed dort offenbar günstigere Bedingungen für seine Lehre vor. Die Ursachen sieht Tokarew darin, dass die Bewohner von Medina auf sehr gespanntem Fuße mit der Aristokratie von Mekka standen und gern bereit waren, gegen sie zu Felde zu ziehen. Mohammed wurde von einigen der dortigen Stämme unterstützt, und er versuchte, die jüdischen Gemeinden auf seine Seite zu ziehen. Im Jahre 630 konnte er, nachdem er zahlreiche Anhänger gewonnen hatte, Mekka besetzen.
Rudi Paret, dessen Koran-Übersetzung noch heute als eine der wissenschaftlich fundiertesten in Deutschland gilt, beurteilt die Beziehung Mohammeds zum Judentum – nicht nur in Medina –jedoch weitaus kritischer als Tokarew. In seiner Arbeit „Mohammed und der Koran“ heißt es dazu:
„Die überwiegende Mehrzahl der Juden lehnte seine Botschaft auch nach einer persönlichen Fühlungsnahme … ab. Nur ein paar Einzelgänger, darunter ´Abdallah ibn Sallam, der in der späteren Überlieferung geradezu als Musterkonvertit gefeiert wird, wechselten zu ihm über. (14)
Juden und Christen als „Besitzer der Schrift“ stehen nach dem Koran auf einer dem Islam nahen Stufe, wenngleich damit auch sofort die Verurteilung der Juden und Christen einher geht, die diesen Schriften und Offenbarungen untreu geworden seien.
Das alte Testament , die jüdische Thora, und das christliche Evangelium werden auch vom Islam als göttlich inspirierte Schriften anerkannt. Christen und Juden , die derselben Kategorie, der „Leute der Schrift“, angehören, sind jedoch durch „Irrlehren“ ungläubig geworden. Sie gelten als Abtrünnige, die auch als solche bekämpft werden müssen.
Dazu heißt es im Koran Sure 9, 29, dass Krieg gegen diejenigen zu führen sei, die „eine Schrift besitzen,, wenn diese „die wahre Glaubenssatzung nicht anerkennen“.
Und in Sure 9, 30-35 wird dies ausführlich begründet:
„ Die Juden sagen, Ezra sei ein Sohn Gottes, die Christen sagen, der Messias sei ein Sohn Gottes. das ist ihre Rede mit ihren Mündern, ähnlich der Rede derer, die vordem ungläubig waren. Gott bekämpft sie, von wo aus sie auch lügen.
31. Sie nahmen ihre Gelehrten und Mönche zu Herren an neben Gott, und den Messias, den Sohn Marias, und doch ist ihnen nichts andres befohlen, als einen einzigen Gott zu verehren. Es gibt keinen Gott außer ihm; erhaben ist er ob dem, was sie ihm beigesellen.
32. Sie wollen das Licht Gottes mit ihren Mündern auslöschen, aber Gott will nicht andres, als sein Licht vollkommen machen, und sollte es zuwider sein den Ungläubigen.
33. Er ist es, der den Gesandten mit der Rechtsleitung gesandt und mit der wahren Religion, sie überwinden zu lassen, die Religionen alle, und sollte es zuwider sein den Götzendienern.“ (15)
Rudi Paret, dessen Koran-Übersetzung noch heute als eine der wissenschaftlich fundiertesten in Deutschland gilt, beurteilt die Beziehung Mohammeds zum Judentum – nicht nur in Medina –jedoch weitaus kritischer als Tokarew. In seiner Arbeit „Mohammed und der Koran“ heißt es dazu:
„Die überwiegende Mehrzahl der Juden lehnte seine Botschaft auch nach einer persönlichen Fühlungsnahme … ab. Nur ein paar Einzelgänger, darunter ´Abdallah ibn Sallam, der in der späteren Überlieferung geradezu als Musterkonvertit gefeiert wird, wechselten zu ihm über. (14)
Juden und Christen als „Besitzer der Schrift“ stehen nach dem Koran auf einer dem Islam nahen Stufe, wenngleich damit auch sofort die Verurteilung der Juden und Christen einher geht, die diesen Schriften und Offenbarungen untreu geworden seien.
Das alte Testament , die jüdische Thora, und das christliche Evangelium werden auch vom Islam als göttlich inspirierte Schriften anerkannt. Christen und Juden , die derselben Kategorie, der „Leute der Schrift“, angehören, sind jedoch durch „Irrlehren“ ungläubig geworden. Sie gelten als Abtrünnige, die auch als solche bekämpft werden müssen.
Dazu heißt es im Koran Sure 9, 29, dass Krieg gegen diejenigen zu führen sei, die „eine Schrift besitzen,, wenn diese „die wahre Glaubenssatzung nicht anerkennen“.
Und in Sure 9, 30-35 wird dies ausführlich begründet:
„ Die Juden sagen, Ezra sei ein Sohn Gottes, die Christen sagen, der Messias sei ein Sohn Gottes. das ist ihre Rede mit ihren Mündern, ähnlich der Rede derer, die vordem ungläubig waren. Gott bekämpft sie, von wo aus sie auch lügen.
31. Sie nahmen ihre Gelehrten und Mönche zu Herren an neben Gott, und den Messias, den Sohn Marias, und doch ist ihnen nichts andres befohlen, als einen einzigen Gott zu verehren. Es gibt keinen Gott außer ihm; erhaben ist er ob dem, was sie ihm beigesellen.
32. Sie wollen das Licht Gottes mit ihren Mündern auslöschen, aber Gott will nicht andres, als sein Licht vollkommen machen, und sollte es zuwider sein den Ungläubigen.
33. Er ist es, der den Gesandten mit der Rechtsleitung gesandt und mit der wahren Religion, sie überwinden zu lassen, die Religionen alle, und sollte es zuwider sein den Götzendienern.“ (15)
Rudi Paret, dessen Koran-Übersetzung noch heute als eine der wissenschaftlich fundiertesten in Deutschland gilt, beurteilt die Beziehung Mohammeds zum Judentum – nicht nur in Medina – weitaus kritischer als der sowjetische Autor Tokarew. In seiner Arbeit „Mohammed und der Koran“ heißt es dazu:
„Die überwiegende Mehrzahl der Juden lehnte seine Botschaft auch nach einer persönlichen Fühlungsnahme … ab. Nur ein paar Einzelgänger, darunter ´Abdallah ibn Sallam, der in der späteren Überlieferung geradezu als Musterkonvertit gefeiert wird, wechselten zu ihm über.“ .
Das medinische Judentum verhielt sich dem Propheten gegenüber äußerst reserviert.
Mohammed rechnete anfänglich damit , „dass es zu einer Einigung oder wenigsten zu einem Ausgleich kommen würde. Der Schwebezustand dauerte bis Anfang 624. … Während dieser Zeit hielt der Prophet an der These fest, dass der Islam im grundsätzlichen mit dem Judentum übereinstimme. … Der Prophet wollte sich im Kultus an das Judentum anlehnen, aber nicht darin aufgehen. Umgekehrt konnte er auch nicht erwarten, dass die Juden ihrerseits einfach zum Islam übertreten würden.. Nur sollten sie eben Mohammed gelten lassen d.h. als den Gesandten Gottes an die Araber anerkennen, so wie es selber bereit war, im Judentum eine wahre Religion zu sehen. …
Die an die Juden gerichtete Aufforderung, seine Verkündigung als eine Bestätigung ihrer eigenen Offenbarung anzuerkennen (2,40), war ernst gemeint.“ (16)
„Die überwiegende Mehrzahl der Juden lehnte seine Botschaft auch nach einer persönlichen Fühlungsnahme … ab. Nur ein paar Einzelgänger, darunter ´Abdallah ibn Sallam, der in der späteren Überlieferung geradezu als Musterkonvertit gefeiert wird, wechselten zu ihm über.“ .
Das medinische Judentum verhielt sich dem Propheten gegenüber äußerst reserviert.
Mohammed rechnete anfänglich damit , „dass es zu einer Einigung oder wenigsten zu einem Ausgleich kommen würde. Der Schwebezustand dauerte bis Anfang 624. … Während dieser Zeit hielt der Prophet an der These fest, dass der Islam im grundsätzlichen mit dem Judentum übereinstimme. … Der Prophet wollte sich im Kultus an das Judentum anlehnen, aber nicht darin aufgehen. Umgekehrt konnte er auch nicht erwarten, dass die Juden ihrerseits einfach zum Islam übertreten würden.. Nur sollten sie eben Mohammed gelten lassen d.h. als den Gesandten Gottes an die Araber anerkennen, so wie es selber bereit war, im Judentum eine wahre Religion zu sehen. …
Die an die Juden gerichtete Aufforderung, seine Verkündigung als eine Bestätigung ihrer eigenen Offenbarung anzuerkennen (2,40), war ernst gemeint.“ (16)
Verfolgung und kriegerische Auseinandersetzung mit den Juden
Diese erste Phase einer Suche nach einem Kompromiss mit dem Judentum, der letztlich aber doch auf eine Anerkennung der besonderen Rolle Mohammeds als des größten aller Propheten herauslief, endete bald und schlug in eine blutige Unterdrückung der in der dortigen Region lebenden jüdischen Stämme um. Paret schreibt:“ Die Auseinandersetzung mit den Juden hatte ein blutiges Nachspiel. Die drei großen jüdischen Stämme der Banu Quainuqa`, Nadir und Quraiza wurden einzeln und nacheinander in ihrem Siedlungsgebiet in Medina regelrecht angegriffen, belagert und nidergekämp0ft, obwohl sie formell mit Mohammed und seiner Gefolgschaft verbunden waren. Die Quainuqa` duften nach ihrer Unterwerfung und der Herausgabe ihrer Besitzungen wenigstens noch emigrieren (624), ebenso die Nadir (625). Dagegen fand der Stamm der Quraiza nach einer Unterwerfung keine Gnade(627). Mohammed traf die Entscheidung allerdings nicht in eigener Person, übertrug sie vielmehr – offensichtlich aus taktischen gründen – dem Sa´d Ibn Mu`ad, einem allerseits hochgeachteten Mann aus dem Stamm der Aus, der ehemaligen Verbündeten der Quraiza .“
Dieser Gefährte Mohammeds war selbst im Kampf gegen die Quraiza schwer verwundet worden. Als „Strafe“ sollten alle Männe des jüdischen Stammes getötet werden. Paret schreibt: „ Etwa 600 Quraiziten wurden im Lauf des folgenden Tages abgeschlachtet. Die Frauen wurden unter die Muslime verteilt.“ (17)
In der einschlägigen Literatur wird die Zugehörigkeit dieser medinischen Stämme zum Judentum in der Regel ausgeblendet. Das Ganze wird als ein innerarabischer Machtkampf dargestellt. Paret stellt dieses Ereignis auch nicht mit der Absicht der Verurteilung, der Denunziation oder einer Parteinahme gegen Mohammed dar. Er signalisiert dafür sogar ein hohes Maß von Verständnis für dieses Massaker:
„Der Prophet musste mit der Möglichkeit rechnen, dass die Juden mit seinen Gegnern gemeinsame Sache machen würden falls sich das Kräfteverhältnis …. zu seinen Ungunsten verschieben sollte. Nachdem die akute Gefahr überstanden war, sollten für die Zukunft eben durch die Ausschaltung jüdischer Bevölkerungsgruppen sichere Verhältnisse geschaffen werden. ..
Was die Massakrierung der Banu Quraiza angeht, so ist zu bedenken, dass die Gepflogenheiten in der damaligen Kriegsführung in mancher Hinsicht brutaler waren, als wir das im Zeitalter der Genfer Konvention gewohnt sind. Mohammed muss aber mit dem Maßstab seiner eigenen Zeit gemessen werden.“ (18)
Es blieb nicht bei diesem einzelnen Massaker. Der Kampf gegen die Juden wurde noch zu Lebzeiten Mohammeds fortgesetzt. Paret schreibt dazu:
„Die Judenfrage als solche war damit noch nicht endgültig geklärt. Vermutlich lebten weiterhin eine Anzahl von Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft in einer Art Diaspora unter den arabischen Stämmen und Sippen der Stadt. Außerdem gab es immer noch geschlossene jüdische Siedlungen in einigen im Norden gelegenen Oasen. In Haibar, der wichtigsten dieser Oasen, waren seinerzeit die vertriebenen Banu Nadir untergekommen (625). Dies hatten in der Folgezeit begreiflicherweise gegen den Propheten intrigiert und sich unmittelbar an der Koalition beteiligt, die 627 zur Belagerung von Medina führte.
Bald nach der Rückkehr von Hudabiya brach Mohammed zum Kriegszug gegen Haibar auf. Die verschiedenen jüdischen Burgen der Oase wurden nacheinander genommen, blieben dann aber – und das ist wichtig – mitsamt den ausgedehnten Landgütern ihren bisherigen Eigentümern überlassen mit der Auflage, dass sie künftig die Hälfte des Ernteertrages an die Muslime abzuführen hätten. Unter ähnlichen Bedingungen nahm Mohammed die Unterwerfung der jüdischen Siedlungen von Fadak, Wadi l-Qura undd Taima an.“ (19)
Dieser Gefährte Mohammeds war selbst im Kampf gegen die Quraiza schwer verwundet worden. Als „Strafe“ sollten alle Männe des jüdischen Stammes getötet werden. Paret schreibt: „ Etwa 600 Quraiziten wurden im Lauf des folgenden Tages abgeschlachtet. Die Frauen wurden unter die Muslime verteilt.“ (17)
In der einschlägigen Literatur wird die Zugehörigkeit dieser medinischen Stämme zum Judentum in der Regel ausgeblendet. Das Ganze wird als ein innerarabischer Machtkampf dargestellt. Paret stellt dieses Ereignis auch nicht mit der Absicht der Verurteilung, der Denunziation oder einer Parteinahme gegen Mohammed dar. Er signalisiert dafür sogar ein hohes Maß von Verständnis für dieses Massaker:
„Der Prophet musste mit der Möglichkeit rechnen, dass die Juden mit seinen Gegnern gemeinsame Sache machen würden falls sich das Kräfteverhältnis …. zu seinen Ungunsten verschieben sollte. Nachdem die akute Gefahr überstanden war, sollten für die Zukunft eben durch die Ausschaltung jüdischer Bevölkerungsgruppen sichere Verhältnisse geschaffen werden. ..
Was die Massakrierung der Banu Quraiza angeht, so ist zu bedenken, dass die Gepflogenheiten in der damaligen Kriegsführung in mancher Hinsicht brutaler waren, als wir das im Zeitalter der Genfer Konvention gewohnt sind. Mohammed muss aber mit dem Maßstab seiner eigenen Zeit gemessen werden.“ (18)
Es blieb nicht bei diesem einzelnen Massaker. Der Kampf gegen die Juden wurde noch zu Lebzeiten Mohammeds fortgesetzt. Paret schreibt dazu:
„Die Judenfrage als solche war damit noch nicht endgültig geklärt. Vermutlich lebten weiterhin eine Anzahl von Angehörigen der jüdischen Glaubensgemeinschaft in einer Art Diaspora unter den arabischen Stämmen und Sippen der Stadt. Außerdem gab es immer noch geschlossene jüdische Siedlungen in einigen im Norden gelegenen Oasen. In Haibar, der wichtigsten dieser Oasen, waren seinerzeit die vertriebenen Banu Nadir untergekommen (625). Dies hatten in der Folgezeit begreiflicherweise gegen den Propheten intrigiert und sich unmittelbar an der Koalition beteiligt, die 627 zur Belagerung von Medina führte.
Bald nach der Rückkehr von Hudabiya brach Mohammed zum Kriegszug gegen Haibar auf. Die verschiedenen jüdischen Burgen der Oase wurden nacheinander genommen, blieben dann aber – und das ist wichtig – mitsamt den ausgedehnten Landgütern ihren bisherigen Eigentümern überlassen mit der Auflage, dass sie künftig die Hälfte des Ernteertrages an die Muslime abzuführen hätten. Unter ähnlichen Bedingungen nahm Mohammed die Unterwerfung der jüdischen Siedlungen von Fadak, Wadi l-Qura undd Taima an.“ (19)
Auch Karl Prenner, Prof. für Religionswissenschaft an der Universität Graz, stellt in seinem Buch „Die Stimme Allahs. Religion und Kultur des Islam“ heraus, dass Mohammed zunächst gehofft hatte, dass die Juden Medinas ihn als einen arabischen Propheten anerkennen würden. Als dies so nicht geschah „kam es 624 zu jenem Ereignis, das man ´Bruch mit den Juden Medinas` nennt, und das auch im Koran anhand eines sogenannten ´Sündenregister` der Juden (7,159ff) seinen Niederschlag gefunden hat.. Die Folge dieses Ereignisses war, dass sich der Prophet von den etablierten Religionen, zuerst von den Juden, später auch von den Christen, abwandte, indem die Gebetsrichtung von Jerusalem zur Kaaba in Mekka geändert wurde.“ (20)
Dass es nicht bei dieser doch nur symbolischen „Abkehr“ von den beiden anderen abrahamitischen Religionen kam, habe ich oben anhand der Darstellung von Paret näher erläutert. Nach der Rückkehr Mohammeds nach Mekka – an der Spitze einer großen Streitmacht – wurden auch dort die Christen und Juden unterworfen. Muslimische Truppen rückten gegen die jüdischen und christlichen Oasensiedlungen vor und unterwarfen sie. Zwischen 630 und 631 ergaben sich auch die meisten heidnischen Stämme Arabiens, indem sie den Islam annahmen, sodass 631 der Prophet den Polytheismus als für abgeschafft erklären konnte. (21)
Dass es nicht bei dieser doch nur symbolischen „Abkehr“ von den beiden anderen abrahamitischen Religionen kam, habe ich oben anhand der Darstellung von Paret näher erläutert. Nach der Rückkehr Mohammeds nach Mekka – an der Spitze einer großen Streitmacht – wurden auch dort die Christen und Juden unterworfen. Muslimische Truppen rückten gegen die jüdischen und christlichen Oasensiedlungen vor und unterwarfen sie. Zwischen 630 und 631 ergaben sich auch die meisten heidnischen Stämme Arabiens, indem sie den Islam annahmen, sodass 631 der Prophet den Polytheismus als für abgeschafft erklären konnte. (21)
Der Koran und die Haltung zu Fremden und „Ungläubigen“
Tokarew schreibt über die generelle Haltung des Islam zu den „Nicht-“. Bzw. „Ungläubigen“:
„ Der Koran äußert ich hierüber unmißverständlich; acht Monate im Jahr (vier Monate gelten als ´verbotene`) soll Krieg geführt werden gegen Polytheisten und Ungläubige, diese sollen ausgerottet und ihr Vermögen beschlagnahmt werden .`(Koran, Kap. 2, 186-190, 212; Kapt.3,5,29,36,74 u.a.)“ Darin offenbare sich „krass der Fanatismus und die Intoleranz des Islam gegenüber Andersgläubigen,“, die ihm sogar „in stärkrem Grade eigen“ sei als den anderen Weltreligionen. (22)
Tatsächlich unterscheidet der Koran zwischen den Anhängern der verschiedenen nicht mohammedanischen Religionen. Alle Formen des Polytheismus werden scharf abgelehnt.. So heißt es in Kapitel 9, Vers 124: „Führt Krieg gegen diejenigen Ungläubigen, die für Euch erreichbar sind! Mögen sie Eure Grausamkeit kennen lernen!“
Tokarew führt weiter aus:
„Praktisch hat der Islam später überhaupt keinen Unterschied zwischen den Anhängern anderer Religionen gemacht und sie stets als Ungläubige (´Giaur`) betrachtet, die ausgerottet oder unterworfen werden müssen. Im Zeichen des Dshihad haben mohammedanische Prediger bis in unsere Tage hinein immer wieder die Gläubigen zum Vernichtungskrieg gegen alle Ungläubigen, zum Beispiel auch gegen die Russen und die Rote Armee, aufgewiegelt.“ (23)
Diese strikte Abgrenzung zwischen der „umma“, der Gemeinschaft der Gläubigen“ und dem Rest der Welt finden wir charakterisiert auch durch die Einschätzungen von K. Marx. In einem Artikel für die„New York Daily Tribune“ vom 15.April 1854 schrieb er:
„Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiednen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ´harby`, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. …
Wie lässt sich das Vorhandensein christlicher Untertanen im Reiche der Pforte mit dem Koran vereinbaren?
´Wenn sich eine Stadt durch Kapitulation ergibt`, sagt die muselmanische Gesetzgebung, ´und ihre Bewohner einwilligen, Rajahs zu werden, das heißt Untertanen eines muselmanischen Herrschers, ohne ihre Glauben aufzugeben, so zahlen sie den Charadsch`(die Kopfsteuer);`damit erlangen sie einen Waffenstillstand mit den Gläubigen, und niemand mehr darf ihre Güter konfiszieren oder ihnen ihre Häuser wegnehmen … In diesem Falle sind ihre alten Kirchen Bestandteil ihres Besitzes; sie dürfen darin Andachten verrichten. Es ihnen jedoch nicht erlaubt, neue Kirchen zu bauen. Sie haben nur das Recht, sie wiederherzustellen und verfallende Teile der Gebäude wiederaufzubauen. Zu bestimmten Zeiten sollen von Gouverneuren der Provinzen abgesandte Kommissare die Kirchen und Heiligtümer der Christen überprüfen, um festzustellen, ob nicht unter dem Vorwand von Ausbesserungsarbeiten neue Gebäude errichtet wurden. Wird eine Stadt gewaltsam erobert, so können die Bewohner ihre Kirchen weiterhin benutzen, jedoch nur als Wohnstätten oder Zufluchtsorte, nicht aber zur Verrichtung von Andachten.
Da Konstantinopel sich durch Kapitulation ergab, wie überhaupt der größte Teil der Europäischen Türkei, so genießen die Christen daselbst das Privileg als Rajahs unter der türkischen Regierung zu leben. Sie besitzen dieses Privileg ausschließlich deshalb, weil sie einwilligten, sich unter muselmanischen Schutz zu stellen. Nur aus diesem Grunde lassen sich die Christen von den Muselmanen nach muselmanischem Gesetz regieren, so dass ihr kirchliches Oberhaupt, der Patriarch von Konstantinopel, gleichzeitig ihr politischer Vertreter und ihr höchster Gerichtsherr ist. … Der Patriarch ist der Pforte für das Betragen seiner Glaubensgenossen verantwortlich. Er hat das Recht über die Rajahs seiner Kirche zu richten, und überträgt dieses Recht den Metropoliten und Bischöfen innerhalb ihrer Diözösen; deren Rechtssprüche müssen von den Exekutivbeamten der Pforte, den Kadis etc. ausgeführt werden.“ (24)
„ Der Koran äußert ich hierüber unmißverständlich; acht Monate im Jahr (vier Monate gelten als ´verbotene`) soll Krieg geführt werden gegen Polytheisten und Ungläubige, diese sollen ausgerottet und ihr Vermögen beschlagnahmt werden .`(Koran, Kap. 2, 186-190, 212; Kapt.3,5,29,36,74 u.a.)“ Darin offenbare sich „krass der Fanatismus und die Intoleranz des Islam gegenüber Andersgläubigen,“, die ihm sogar „in stärkrem Grade eigen“ sei als den anderen Weltreligionen. (22)
Tatsächlich unterscheidet der Koran zwischen den Anhängern der verschiedenen nicht mohammedanischen Religionen. Alle Formen des Polytheismus werden scharf abgelehnt.. So heißt es in Kapitel 9, Vers 124: „Führt Krieg gegen diejenigen Ungläubigen, die für Euch erreichbar sind! Mögen sie Eure Grausamkeit kennen lernen!“
Tokarew führt weiter aus:
„Praktisch hat der Islam später überhaupt keinen Unterschied zwischen den Anhängern anderer Religionen gemacht und sie stets als Ungläubige (´Giaur`) betrachtet, die ausgerottet oder unterworfen werden müssen. Im Zeichen des Dshihad haben mohammedanische Prediger bis in unsere Tage hinein immer wieder die Gläubigen zum Vernichtungskrieg gegen alle Ungläubigen, zum Beispiel auch gegen die Russen und die Rote Armee, aufgewiegelt.“ (23)
Diese strikte Abgrenzung zwischen der „umma“, der Gemeinschaft der Gläubigen“ und dem Rest der Welt finden wir charakterisiert auch durch die Einschätzungen von K. Marx. In einem Artikel für die„New York Daily Tribune“ vom 15.April 1854 schrieb er:
„Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiednen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ´harby`, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. …
Wie lässt sich das Vorhandensein christlicher Untertanen im Reiche der Pforte mit dem Koran vereinbaren?
´Wenn sich eine Stadt durch Kapitulation ergibt`, sagt die muselmanische Gesetzgebung, ´und ihre Bewohner einwilligen, Rajahs zu werden, das heißt Untertanen eines muselmanischen Herrschers, ohne ihre Glauben aufzugeben, so zahlen sie den Charadsch`(die Kopfsteuer);`damit erlangen sie einen Waffenstillstand mit den Gläubigen, und niemand mehr darf ihre Güter konfiszieren oder ihnen ihre Häuser wegnehmen … In diesem Falle sind ihre alten Kirchen Bestandteil ihres Besitzes; sie dürfen darin Andachten verrichten. Es ihnen jedoch nicht erlaubt, neue Kirchen zu bauen. Sie haben nur das Recht, sie wiederherzustellen und verfallende Teile der Gebäude wiederaufzubauen. Zu bestimmten Zeiten sollen von Gouverneuren der Provinzen abgesandte Kommissare die Kirchen und Heiligtümer der Christen überprüfen, um festzustellen, ob nicht unter dem Vorwand von Ausbesserungsarbeiten neue Gebäude errichtet wurden. Wird eine Stadt gewaltsam erobert, so können die Bewohner ihre Kirchen weiterhin benutzen, jedoch nur als Wohnstätten oder Zufluchtsorte, nicht aber zur Verrichtung von Andachten.
Da Konstantinopel sich durch Kapitulation ergab, wie überhaupt der größte Teil der Europäischen Türkei, so genießen die Christen daselbst das Privileg als Rajahs unter der türkischen Regierung zu leben. Sie besitzen dieses Privileg ausschließlich deshalb, weil sie einwilligten, sich unter muselmanischen Schutz zu stellen. Nur aus diesem Grunde lassen sich die Christen von den Muselmanen nach muselmanischem Gesetz regieren, so dass ihr kirchliches Oberhaupt, der Patriarch von Konstantinopel, gleichzeitig ihr politischer Vertreter und ihr höchster Gerichtsherr ist. … Der Patriarch ist der Pforte für das Betragen seiner Glaubensgenossen verantwortlich. Er hat das Recht über die Rajahs seiner Kirche zu richten, und überträgt dieses Recht den Metropoliten und Bischöfen innerhalb ihrer Diözösen; deren Rechtssprüche müssen von den Exekutivbeamten der Pforte, den Kadis etc. ausgeführt werden.“ (24)
Diese Analyse von Marx über die Haltung des Koran gegenüber den „Ungläubigen“ unterscheidet sich deutlich von derjenigen Bebels, in der oben erwähnten Arbeit. Bebel sah die Stellung der Nicht-Muslime in den islamischen Ländern bedeutend positiver:
„Mohammed lehrte, es gelte den neuen Glauben mit allen Mitteln auszubreiten, die Ungläubigen sollten bekämpft oder dem wahren Glauben gewonnen werden. Doch machte er zwischen den Ungläubigen einen Unterschied. So weit es sich um arabische Stammesgenossen handelte, sollten diese, sobald sie besiegt und den neuen Glauben angenommen , als vollständige Gleichberechtigte anerkannt werden. Waren es hingegen Ungläubige fremder Abstammung, so sollten diese, wenn sie sich unterwarfen bevor man sie geschlagen und ihr Land erobert hatte, als Schutzgenossen (Klienten) angesehen werden.. In diesem falle sollten sei ihren Grund und Boden als Eigentum behalten, sie waren aber gehalten, eine bestimmte Kopf- und Grundsteuer zu errichten, die in den Schatz des Propheten und später in den seiner Nachfolger, der Kalifen, floß und von diesen nach bestimmten Regeln unter die Gläubigen und Stammesgenossen verteilt werden musste.“ (25)
„Mohammed lehrte, es gelte den neuen Glauben mit allen Mitteln auszubreiten, die Ungläubigen sollten bekämpft oder dem wahren Glauben gewonnen werden. Doch machte er zwischen den Ungläubigen einen Unterschied. So weit es sich um arabische Stammesgenossen handelte, sollten diese, sobald sie besiegt und den neuen Glauben angenommen , als vollständige Gleichberechtigte anerkannt werden. Waren es hingegen Ungläubige fremder Abstammung, so sollten diese, wenn sie sich unterwarfen bevor man sie geschlagen und ihr Land erobert hatte, als Schutzgenossen (Klienten) angesehen werden.. In diesem falle sollten sei ihren Grund und Boden als Eigentum behalten, sie waren aber gehalten, eine bestimmte Kopf- und Grundsteuer zu errichten, die in den Schatz des Propheten und später in den seiner Nachfolger, der Kalifen, floß und von diesen nach bestimmten Regeln unter die Gläubigen und Stammesgenossen verteilt werden musste.“ (25)
Was ist denn nun von diesen beiden doch sehr divergierenden Ausagen heute noch zutreffend?
Ich verweise auf ein Standardlehrbuch von Werner Ende / Udo Steinach: „Der Islam in der Gegenwart“, das in den letzten 30 Jahren diverse Auflagen erreicht hat. Im Kapitel „Der Islam und die nichtislamischen Minderheiten“ von Albrecht Noth, Prof. für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients an der Universität Hamburg, heißt es:
„Die ansonsten garantierte freie Religionsausübung sollte sich nicht zu demonstrativ vor den Augen einer muslimischen Öffentlichkeit manifestieren. Tätigkeiten oder Berufe, in denen ernsthaft muslimische Konkurrenz besteht, sollten nicht von Angehörigen einer Minderheit beherrscht werden. Eine geradezu typische Reaktion der Minderheiten auf letzteres ist ihr Ausweichen auf von Muslimen weniger frequentierte berufliche ´Freiräume`: in neuerer Zeit z.B. Ingenieurwesen, (bereits traditionell) Medizin, Rechtswesen, (soweit es mit den importierten europäischen Rechtsformen zu tun hat) und (ebenfalls bereits traditionell) Bankwesen. …
Die Fähigkeiten von Angehörigen nichtmuslimischer Minderheiten in bestimmten Bereichen der ´staatlichen` Verwaltung und ihre daraus resultierende Unentbehrlichkeit in der islamischen Geschichte ist ebenso traditionell wie die unterschiedlich starke Opposition und Stimmungsmache gegen die Beschäftigung von Nichtmuslimen in administrativen Funktionen, da hier die Gefahr einer –nicht zu tolerierenden, ja undenkbaren – Beherrschung von Muslimen durch Nichtmuslime gesehen wurde. Aus den gleichen Gründen, wenn sie auch – mit Rücksicht auf den Verbalismus der Gleichheit – anders geäußert werden, haben Nichtmuslime heute ungleich größere Schwierigkeiten als Muslime leitende Positionen in der Hierarchie der Staatbeamten zu bekommen und zu behalten. …
Der misstrauischen Abwehrhaltung der islamischen Majorität gegen ein bestimmendes Auftreten von Minderheiten auf allen Ebenen des inneren Gefüges eines muslimischen Staates korrespondiert die jahrhundertalte und gerade heute wieder sehr lebendige Befürchtung der Muslime, die Minderheiten tendierten zur Kollaboration mit den auswärtigen, nichtmuslimischen, Gegnern islamischer Staaten. … Die nichtislamischen Minderheiten haben in der Regel die Beweislast zu tragen.“ (26)
Ich verweise auf ein Standardlehrbuch von Werner Ende / Udo Steinach: „Der Islam in der Gegenwart“, das in den letzten 30 Jahren diverse Auflagen erreicht hat. Im Kapitel „Der Islam und die nichtislamischen Minderheiten“ von Albrecht Noth, Prof. für Geschichte und Kultur des Vorderen Orients an der Universität Hamburg, heißt es:
„Die ansonsten garantierte freie Religionsausübung sollte sich nicht zu demonstrativ vor den Augen einer muslimischen Öffentlichkeit manifestieren. Tätigkeiten oder Berufe, in denen ernsthaft muslimische Konkurrenz besteht, sollten nicht von Angehörigen einer Minderheit beherrscht werden. Eine geradezu typische Reaktion der Minderheiten auf letzteres ist ihr Ausweichen auf von Muslimen weniger frequentierte berufliche ´Freiräume`: in neuerer Zeit z.B. Ingenieurwesen, (bereits traditionell) Medizin, Rechtswesen, (soweit es mit den importierten europäischen Rechtsformen zu tun hat) und (ebenfalls bereits traditionell) Bankwesen. …
Die Fähigkeiten von Angehörigen nichtmuslimischer Minderheiten in bestimmten Bereichen der ´staatlichen` Verwaltung und ihre daraus resultierende Unentbehrlichkeit in der islamischen Geschichte ist ebenso traditionell wie die unterschiedlich starke Opposition und Stimmungsmache gegen die Beschäftigung von Nichtmuslimen in administrativen Funktionen, da hier die Gefahr einer –nicht zu tolerierenden, ja undenkbaren – Beherrschung von Muslimen durch Nichtmuslime gesehen wurde. Aus den gleichen Gründen, wenn sie auch – mit Rücksicht auf den Verbalismus der Gleichheit – anders geäußert werden, haben Nichtmuslime heute ungleich größere Schwierigkeiten als Muslime leitende Positionen in der Hierarchie der Staatbeamten zu bekommen und zu behalten. …
Der misstrauischen Abwehrhaltung der islamischen Majorität gegen ein bestimmendes Auftreten von Minderheiten auf allen Ebenen des inneren Gefüges eines muslimischen Staates korrespondiert die jahrhundertalte und gerade heute wieder sehr lebendige Befürchtung der Muslime, die Minderheiten tendierten zur Kollaboration mit den auswärtigen, nichtmuslimischen, Gegnern islamischer Staaten. … Die nichtislamischen Minderheiten haben in der Regel die Beweislast zu tragen.“ (26)
Kurzer Exkurs: Die Armenien-Frage
Angesichts des 80.Jahrestags des Massakers an der armenischen , christlichen Bevölkerung in der Türkei stellt sich die Frage, ob die Bagatellisierung, das Verschweigen und Ableugnen dieses Völkermord nicht nur die typische Reaktion eines bürgerlich-kapitalistischen Staates, der glaubt, sich damit seine Eintrittschancen in die imperialistische EU erhalten zu können, oder ob damit sich darin auch die bis heute von Marx bis Prof. Noth beschriebene grundsätzliche Abwehrhaltung des Koran gegenüber den „Ungläubigen“ widerspiegelt.
Die zehnbändige sowjetische „Weltgeschichte“, charakterisierte dieses dramatische Ereignis so:
„Von der Türkei wurde die chauvinistische Ausrottungspolitik gegenüber den unterjochten Nationalitäten äußerst grausam betrieben; besonders schwer hatte die armenische Bevölkerung zu leiden. Im Mai 1915 erließ die türkische Regierung ein Gesetz über die Aussiedlung der Armenier aus der in Frontnähe gelegenen Zone, wobei die Armenier abe gleich aus ganz Anatolien vertrieben wurden. Die Aussiedlung war von Massenprogromen und Mordtaten begleitet. Man nahm den Armeniern den besitz und die Nahrungsmittel, Hunderttausende Menschen starben daraufhin an Hunger und an krankheitren. Insgesamt kamen mehr als eine Million Armenier um. In dieser Periode wurde die Hälfte der in der Türkei lebenden Armenier ausgerottet.“
Doch nicht nur die christlichen Armenier wurden brutal verfolgt:
“Gleichzeitig wurden auch die Repressalien gegen die arabische Bevölkerung verschärft. In den Jahren 1915/16 verfolgten die türkischen Behörden grausam die Teilnehmer der nationalen Bewegung in Syrien. Viele Repräsentanten der arabischen nationalen Bewegung wurden ins Gefängnis geworfen oder sogar hingerichtet.
Großbritannien missbrauchte die Befreiungsbewegung der Araber für sine eigenen Interessen.“ (27)
Die zehnbändige sowjetische „Weltgeschichte“, charakterisierte dieses dramatische Ereignis so:
„Von der Türkei wurde die chauvinistische Ausrottungspolitik gegenüber den unterjochten Nationalitäten äußerst grausam betrieben; besonders schwer hatte die armenische Bevölkerung zu leiden. Im Mai 1915 erließ die türkische Regierung ein Gesetz über die Aussiedlung der Armenier aus der in Frontnähe gelegenen Zone, wobei die Armenier abe gleich aus ganz Anatolien vertrieben wurden. Die Aussiedlung war von Massenprogromen und Mordtaten begleitet. Man nahm den Armeniern den besitz und die Nahrungsmittel, Hunderttausende Menschen starben daraufhin an Hunger und an krankheitren. Insgesamt kamen mehr als eine Million Armenier um. In dieser Periode wurde die Hälfte der in der Türkei lebenden Armenier ausgerottet.“
Doch nicht nur die christlichen Armenier wurden brutal verfolgt:
“Gleichzeitig wurden auch die Repressalien gegen die arabische Bevölkerung verschärft. In den Jahren 1915/16 verfolgten die türkischen Behörden grausam die Teilnehmer der nationalen Bewegung in Syrien. Viele Repräsentanten der arabischen nationalen Bewegung wurden ins Gefängnis geworfen oder sogar hingerichtet.
Großbritannien missbrauchte die Befreiungsbewegung der Araber für sine eigenen Interessen.“ (27)
Das „Alte Testament“ und der Umgang mit den „Nichtgläubigen“
Die Niederkämpfung der jüdisch-christlichen arabischen Stämme durch Mohammed und seine Gefolgschaft erinnert stark an die Phase der Eroberungs- und Vernichtungskriege der aus Ägypten zurück gekehrten Juden unter der Führung von Moses und dessen Nachfolger Josua. Das Alte Testament bringt in den beiden letzten „Büchern Moses“ – dem Pentateuch – ein fast unglaublich Darstellung von Mord- und Ausrottungsfeldzügen des „Auserwählten Volkes Gottes“ gegen die einheimische arabische Bevölkerung.Im Buch „Deuteronomium“ wird diese völkermordähnliche Kriegspolitik als göttlicher Auftrag legitimiert. In Kapitel 7, 1-5 heißt es in brutaler Offenheit:
„Wenn der Herr , dein Gott, dich in das Land geführt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er die viele Völker aus dem Weg räumt – Hetiter, Girgaschiter und Amoriter, Kanaaniter und Peresiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die zahlreicher und mächtiger sind als du -, wenn der Herr , dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen und dich nicht mit ihnen verschwägern….
So sollt ihr gegen sie vorgehen: Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen und ihre Götterbilder im Feuer verbrennen.“
Doch es ging nicht nur um Zerstörung religiöser nicht-jüdischer Symbole und Einrichtungen.
„ Doch wird der Herr, dein Gott, dir diese Völker ausliefern, Er wird sie in auswegslose Verwirrung stürzen, bis sie vernichtet sind. Er wird ihre Könige in deine Gewalt geben. Du wirst ihren Namen unter dem Himmel austilgen. Keiner wird deinem Angriff standhalten können, bis du sie schließlich vernichtet hast.“ (Deuteronomium 7, 22-24)
Es ging also um systematische Ausrottung von Menschen. Die Schilderung der Eroberung von Jericho und die Vernichtung einer Bewohner oder auch der Stadt Ai im Buch Jusua endet dann lapidar so: „Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel.2 (Josua, 6,21).
Oder:
„Als die Israeliten sämtliche Bewohner von Ai, die ihnen nachgejagt waren, ohne Ausnahme auf freiem Feld und in der Wüste mit scharfem Schwert getötet hatten und alle gefallen waren, kehrte ganz Israel nach Ai zurück und machte auch dort alles mit scharfem Schwert nieder. Es gab an jenem Tag insgesamt 12000 Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai.“ (Josua, 8, 24)
Die Vernichtung der fünf Kanaaniter Könige und die Eroberung der sechs Kanaaniter Städte war ein brutale Niedermetzelung im großen Stil. Nach der Erschlagung der 5 Könige, ging die Metzlelei laut Josua 10, 28ff weiter:
„Am gleichen Tag nahm Josua Makkeda ein und erschlug seine Einwohner und seinen König mit scharfem Schwert. Er weihte sie und alles, was in der Stadt lebte, dem Untergang. Niemand ließ er entkommen.“ Und in diesem Stil vernichtete Josua auch die anderen Städte- alles und jeden „mit scharfem Schwert“. Nichts blieb am Leben.“
„Wenn der Herr , dein Gott, dich in das Land geführt hat, in das du jetzt hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, wenn er die viele Völker aus dem Weg räumt – Hetiter, Girgaschiter und Amoriter, Kanaaniter und Peresiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die zahlreicher und mächtiger sind als du -, wenn der Herr , dein Gott, sie dir ausliefert und du sie schlägst, dann sollst du sie der Vernichtung weihen. Du sollst keinen Vertrag mit ihnen schließen, sie nicht verschonen und dich nicht mit ihnen verschwägern….
So sollt ihr gegen sie vorgehen: Ihr sollt ihre Altäre niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen und ihre Götterbilder im Feuer verbrennen.“
Doch es ging nicht nur um Zerstörung religiöser nicht-jüdischer Symbole und Einrichtungen.
„ Doch wird der Herr, dein Gott, dir diese Völker ausliefern, Er wird sie in auswegslose Verwirrung stürzen, bis sie vernichtet sind. Er wird ihre Könige in deine Gewalt geben. Du wirst ihren Namen unter dem Himmel austilgen. Keiner wird deinem Angriff standhalten können, bis du sie schließlich vernichtet hast.“ (Deuteronomium 7, 22-24)
Es ging also um systematische Ausrottung von Menschen. Die Schilderung der Eroberung von Jericho und die Vernichtung einer Bewohner oder auch der Stadt Ai im Buch Jusua endet dann lapidar so: „Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel.2 (Josua, 6,21).
Oder:
„Als die Israeliten sämtliche Bewohner von Ai, die ihnen nachgejagt waren, ohne Ausnahme auf freiem Feld und in der Wüste mit scharfem Schwert getötet hatten und alle gefallen waren, kehrte ganz Israel nach Ai zurück und machte auch dort alles mit scharfem Schwert nieder. Es gab an jenem Tag insgesamt 12000 Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai.“ (Josua, 8, 24)
Die Vernichtung der fünf Kanaaniter Könige und die Eroberung der sechs Kanaaniter Städte war ein brutale Niedermetzelung im großen Stil. Nach der Erschlagung der 5 Könige, ging die Metzlelei laut Josua 10, 28ff weiter:
„Am gleichen Tag nahm Josua Makkeda ein und erschlug seine Einwohner und seinen König mit scharfem Schwert. Er weihte sie und alles, was in der Stadt lebte, dem Untergang. Niemand ließ er entkommen.“ Und in diesem Stil vernichtete Josua auch die anderen Städte- alles und jeden „mit scharfem Schwert“. Nichts blieb am Leben.“
Im Buch „Numeri“ wird über einen von Jahwe befohlenen „Rachefeldzug“ der Israeliten unter Moses an den Midianitern berichtet, in dem nicht nur die übliche Metzelei an den besiegten erfolgte. “Sie zogen gegen Midian zu Feld wie der Herr es Mose befohlen hatte, und brachten alle männlichen Personen um. Als sie die Männern erschlagen hatten, brachten sie auch noch die Könige von Midian um: Ewi, Rekem, Zur, Hur und Reba, die fünf Könige von Midian. Auch Bilean den Sohn Beors, brachten sie mit dem Schwert um. “ (Numeri 31, 7-8).
So weit, so schlecht und üblich. Dann geschah jedoch etwas Unerhörtes: „Die Frauen von Midian und dessen kleine Kindern nahmen die Israeliten als Gefangene mit. Das ganze Vieh und der reiche Besitz der Midianiter wurde ihre Beute… Alle Menschen und das ganze Vieh, das sie erbeutet und geraubt hatten, nahmen sie mit. Sie brachten die Gefangenen und die geraubte Beute zu Mose …“ (31,9-11) Moses bedankte sich jedoch keineswegs für die reiche Beute:
„Mose aber geriet in Zorn über die Befehlshaber, die Hauptleute der Tausendschaften und Hauptleute der Hundertschaften, die vom Kriegszug zurückkamen.
Er sagte zu Ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? Gerade sie haben auf den Rat Bileams hin die Israeliten dazu verführt, vom Herrn abzufallen und dem Pegor zu dienen, so daß die Plage über die Gemeinde des Herrn kam. Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und mit einem Mann geschlafen haben. Aber alle weiblichen Kinder und die Frauen, die noch nicht mit einem Mann geschlafen haben, laßt für euch am Leben. … Mose und der Priester Eleasar taten, was der Herr dem Mose befohlen hatte.“
Und dieBeute war einfach gigantisch: 675ooo Schafe und Ziegen, 72.000 Rinder, 61.000 Esel, 32.000 Menschen, „Frauen, die noch mit keinem Mann geschlafen hatten.“ (31, 35)
„Mose aber geriet in Zorn über die Befehlshaber, die Hauptleute der Tausendschaften und Hauptleute der Hundertschaften, die vom Kriegszug zurückkamen.
Er sagte zu Ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? Gerade sie haben auf den Rat Bileams hin die Israeliten dazu verführt, vom Herrn abzufallen und dem Pegor zu dienen, so daß die Plage über die Gemeinde des Herrn kam. Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und mit einem Mann geschlafen haben. Aber alle weiblichen Kinder und die Frauen, die noch nicht mit einem Mann geschlafen haben, laßt für euch am Leben. … Mose und der Priester Eleasar taten, was der Herr dem Mose befohlen hatte.“
Und dieBeute war einfach gigantisch: 675ooo Schafe und Ziegen, 72.000 Rinder, 61.000 Esel, 32.000 Menschen, „Frauen, die noch mit keinem Mann geschlafen hatten.“ (31, 35)
Der „Dshihad“ – keine Erfindung Mohammeds
Steht also der Islam mit seiner aggressiven Haltung seiner grundlegenden „heiligen Schrift“, dem Koran, im Vergleich zu den anderen beiden abrahamitischen Religionen anders da?
Sind die „heiligen Schriften des Judentums und Christentums“ weniger intolerant gegenüber Nicht- und „Ungläubigen“?
Nein! Das „auserwählte Volk“ des Alten Testaments folgte einem Gottesbild, das in seiner Aggressivität und Unduldsamkeit gegenüber „Ungläubigen“ kaum weniger aggressiv war als der Koranische „Allah“. Und auch der christliche „dreieinige Gott“ ist nicht weniger unduldsam. Auch die zweitälteste der drei abrahamitischen Religionen ist in ihrem Absolutheitsanspruch kaum weniger strikt als ihre beiden Schwesterreligionen.
„Ich bin nicht gekommen den Frieden Euch zu bringen, sondern das Schwert.“ „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“ „Ich bin gekommen die Schrift zu erfüllen und kein Jota soll daran geändert werden.“ Zugegebenermaßen sind diese klaren gegen die Ungläubigen gerichteten Jesu-Sentenzen dünner gesät als die entsprechenden Aussagen des Koran.
In der Praxis der gewaltsamen Durchsetzung des Christentums finden wir jedoch kaum Unterschiede zur gewaltsamen Verbreitung des Judentums oder des Islam. Die Intoleranz des Christentums gegenüber sog. Heiden oder vom „rechten Glauben“ Abgewichenen ist geschichtlich betrachtet nicht weniger brutal als bei seinen beiden Schwesterreligionen.
Die Missionierung Deutschlands durch den „Apostel der Deutschen“, Bonifatius“, begann mit der Ermordung von 5000 Sachsen.
Sind die „heiligen Schriften des Judentums und Christentums“ weniger intolerant gegenüber Nicht- und „Ungläubigen“?
Nein! Das „auserwählte Volk“ des Alten Testaments folgte einem Gottesbild, das in seiner Aggressivität und Unduldsamkeit gegenüber „Ungläubigen“ kaum weniger aggressiv war als der Koranische „Allah“. Und auch der christliche „dreieinige Gott“ ist nicht weniger unduldsam. Auch die zweitälteste der drei abrahamitischen Religionen ist in ihrem Absolutheitsanspruch kaum weniger strikt als ihre beiden Schwesterreligionen.
„Ich bin nicht gekommen den Frieden Euch zu bringen, sondern das Schwert.“ „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“ „Ich bin gekommen die Schrift zu erfüllen und kein Jota soll daran geändert werden.“ Zugegebenermaßen sind diese klaren gegen die Ungläubigen gerichteten Jesu-Sentenzen dünner gesät als die entsprechenden Aussagen des Koran.
In der Praxis der gewaltsamen Durchsetzung des Christentums finden wir jedoch kaum Unterschiede zur gewaltsamen Verbreitung des Judentums oder des Islam. Die Intoleranz des Christentums gegenüber sog. Heiden oder vom „rechten Glauben“ Abgewichenen ist geschichtlich betrachtet nicht weniger brutal als bei seinen beiden Schwesterreligionen.
Die Missionierung Deutschlands durch den „Apostel der Deutschen“, Bonifatius“, begann mit der Ermordung von 5000 Sachsen.
Die Missionierung der von den Wikingern bewohnten skandinawischen Länder war eine Geschichte der Ausrottung. Die barbarischen Kreuzzüge zur Befreiung des „Heiligen Landes“ waren ein Blutbad ohne Ende an der arabisch-türkischen Bevölkerung. Die Missionierung Mittel- und Südamerikas durch die Vertreter der „Heiligen Inquisition“, dessen Nachfolger gerade zum Papst gewählt wurde war eine Kette von Genoziden an der indianischen Urbevölkerung. Und der Antijudäismus der katholischen Kirche, vom Altertum bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts , die antijüdischen Pogrome des Mittelalters in allen von der katholischen oder orthodoxen Kirche beherrschten europäischen Staaten – auch dies waren Wurzeln und Vorläufer des sog. Holocaust unter dem deutschen Faschismus.
Karl-Heinz Deschner schrieb in seinem Buch „Abermals krähte der Hahn“: „Tolerant war die Kirche nur, solange sie eine Minderheit bildete und ihr eine erdrückende Mehrheit gegenüberstand. .. Sobald der Staat aber das Christentum privilegierte, war es mit der Forderung nach Toleranz und Religionsfreiheit vorbei.“ (28)
Das Kreuz wurde tatsächlich, wie Deschner sagt, „über Ruinen und Leichen“ errichtet.
„Solange die Kirche machtlos war, versicherten ihre Führer immer wieder, religiöse Freiheitsberaubung laufe auf Gottlosigkeit hinaus; nur der Herr dürfe mit eiserner Rute weiden und kein Christ sich anmaßen, ´zur Säuberung und Reinigung der Tenne selbst schon die Wurfschaufel zu führen`, kein Christ könne ´Feinde töten und die Übertreter der Gesetzes zum Feuertode oder zur Steinigung verurteilen.´ –so der Kirchenvater Chrysostomos, (Mätthäus Kommentar, 46.Hom.).“ (29)
Das Kreuz wurde tatsächlich, wie Deschner sagt, „über Ruinen und Leichen“ errichtet.
„Solange die Kirche machtlos war, versicherten ihre Führer immer wieder, religiöse Freiheitsberaubung laufe auf Gottlosigkeit hinaus; nur der Herr dürfe mit eiserner Rute weiden und kein Christ sich anmaßen, ´zur Säuberung und Reinigung der Tenne selbst schon die Wurfschaufel zu führen`, kein Christ könne ´Feinde töten und die Übertreter der Gesetzes zum Feuertode oder zur Steinigung verurteilen.´ –so der Kirchenvater Chrysostomos, (Mätthäus Kommentar, 46.Hom.).“ (29)
Doch das Blatt drehte sich bereits im 4.Jahrhundert, Schon der erste christliche Kaiser , Konstantin, begann einen gnadenlosen Kampf gegen „Häretiker“ mit dem Segen der römischen Kirche. Die Jahrhunderte lange Kette der Ausgrenzung und physischen Vernichtung von Millionen „Abweichlern“ (z.B. „Ketzern“ wie den Hugenotten und Katharern in Frankreich) durch die Inquisition wurde vom größten mittelalterlichen Theologen, Thomas von Aquin, geradezu zu einer „göttlichen Pflicht“ erklärt.
„Was die Ketzer anlangt, so haben sie sich einer Sünde schuldig gemacht, die es rechtfertigt, dass sie nicht nur von der Kirche vermittels des Kirchenbannes ausgeschieden, sondern auch durch die Todesstrafe aus dieser Welt entfernt werden., ist es doch ein viel schwereres Verbrechen, den Glauben zu verfälschen, der das Leben der Seele ist, als Geld zu fälschen, das dem weltlichen Leben dient. Wenn also Falschmünzer oder andere Übeltäter rechtmäßigerweise von weltlichen Fürsten sogleich vom Leben zum Tode befördert werden, mit wie viel größerem Recht können Ketzer unmittelbar nach ihrer Überführung wegen Ketzerei nicht nur aus der Kirchgemeinschaft ausgestoßen sondern auch billigerweise hingerichtet werden.“ (30)
„Was die Ketzer anlangt, so haben sie sich einer Sünde schuldig gemacht, die es rechtfertigt, dass sie nicht nur von der Kirche vermittels des Kirchenbannes ausgeschieden, sondern auch durch die Todesstrafe aus dieser Welt entfernt werden., ist es doch ein viel schwereres Verbrechen, den Glauben zu verfälschen, der das Leben der Seele ist, als Geld zu fälschen, das dem weltlichen Leben dient. Wenn also Falschmünzer oder andere Übeltäter rechtmäßigerweise von weltlichen Fürsten sogleich vom Leben zum Tode befördert werden, mit wie viel größerem Recht können Ketzer unmittelbar nach ihrer Überführung wegen Ketzerei nicht nur aus der Kirchgemeinschaft ausgestoßen sondern auch billigerweise hingerichtet werden.“ (30)
Das alles ist nicht einfach nur längst vergangenes „tiefstes Mittelalter“. Natürlich hat die heutige Vatikansspitze sich auch im Umgang mit den „Nicht- oder Ungläubigen“ „angepasst“.
Es ist gerade einmal 52 Jahre her, als der damals mächtigste Kurienkardinal, Alfredo Ottaviani, mit Blick auf die protestantischen Minderheiten in Italien und Spanien sagte: „In den Augen eines wahren Katholiken ist die sogenannte Duldsamkeit nicht am Platz.“ (31)
Und ich erinnere sich an die ja nur wenige Wochen zurück liegende Würdigungen des „historischen“ und demnächst „heiligen“ Johannes Paul II. Die Springer-Zeitung „ Die Welt“ vom 04.04.05 zitiert aus seiner Rede vor dem Brandenburger Tor am 23.6.1996, in welcher der Papst den Sieg der Konterrevolution in den sozialistischen Ländern feierte, u.a. den folgenden Satz: „ Das Brandenburger Tor wurde von zwei deutschen Diktaturen besetzt. .. Gerade an dieser Stelle Berlins … offenbarte sich für alle Welt sichtbar die grausame Fratze des Kommunismus, dem die menschlichen Sehnsüchte nach Freiheit und Frieden suspekt sind. Vor allem fürchtet er die Freiheit des Geistes.“
Es ist gerade einmal 52 Jahre her, als der damals mächtigste Kurienkardinal, Alfredo Ottaviani, mit Blick auf die protestantischen Minderheiten in Italien und Spanien sagte: „In den Augen eines wahren Katholiken ist die sogenannte Duldsamkeit nicht am Platz.“ (31)
Und ich erinnere sich an die ja nur wenige Wochen zurück liegende Würdigungen des „historischen“ und demnächst „heiligen“ Johannes Paul II. Die Springer-Zeitung „ Die Welt“ vom 04.04.05 zitiert aus seiner Rede vor dem Brandenburger Tor am 23.6.1996, in welcher der Papst den Sieg der Konterrevolution in den sozialistischen Ländern feierte, u.a. den folgenden Satz: „ Das Brandenburger Tor wurde von zwei deutschen Diktaturen besetzt. .. Gerade an dieser Stelle Berlins … offenbarte sich für alle Welt sichtbar die grausame Fratze des Kommunismus, dem die menschlichen Sehnsüchte nach Freiheit und Frieden suspekt sind. Vor allem fürchtet er die Freiheit des Geistes.“
Auch darin und im Umgang mit marxistischen und materialistischen Denkansätzen widerspiegelt sich der Jahrtausende alte Geist der Intoleranz der Katholischen Kirche, gegenüber den „Nichtgläubigen“. Im Umgang der katholischen Kirche mit marxistisch inspirierten Theologen Lateinamerikas, die in der Marxschen Kapitalismuskritik ein anerkanntes Mittel zur Erklärung der sozialen Verelend der Massen, sahen, sahen wir in den 90er Jahren die Weiterwirkung des Geistes der Inquisition und des Kampfes gegen das „Ketzertum“.
Und man vergleiche damit den Satz des Noch -_Nicht-Papstes, Josef Ratzinger, der in seiner Predigt zur Eröffnung des Konklave ganz in diesem Sinne vor dem „fundamentalistischen Relativismus“ warnte.
Besäße die katholische Kirche heute in Europa noch die politische Macht wie vor einigen hundert Jahren, dann bliebe es nicht mit der theologischen und rhetorischen Abstrafung von Marxisten.
Nietzsche hatte –auch hier ist Deschner zuzustimmen – recht: „Nicht ihre Menschenliebe, sondern die Ohnmacht ihrer Menschenliebe hindert die Christen von heute, uns – zu verbrennen.“ (32)
Und man vergleiche damit den Satz des Noch -_Nicht-Papstes, Josef Ratzinger, der in seiner Predigt zur Eröffnung des Konklave ganz in diesem Sinne vor dem „fundamentalistischen Relativismus“ warnte.
Besäße die katholische Kirche heute in Europa noch die politische Macht wie vor einigen hundert Jahren, dann bliebe es nicht mit der theologischen und rhetorischen Abstrafung von Marxisten.
Nietzsche hatte –auch hier ist Deschner zuzustimmen – recht: „Nicht ihre Menschenliebe, sondern die Ohnmacht ihrer Menschenliebe hindert die Christen von heute, uns – zu verbrennen.“ (32)
Fazit:
Aus der marxistischen Religionskritik, aus seiner Ablehnung eines mit theologischen Spitzfindigkeiten , historischen Legenden und Irrationalismen gespickten religiösen Aberglaubens, der aus der angeblichen „Botschaft“ seines jeweils „einzigen Gottes“ das Recht auf Unterdrückung, Ausgrenzung und notfalls auch physischer Beseitigung von „Ungläubigen und Ketzern“ ableitet, -aus dieser Kritik einer jeglichen Religion – leitet sich letztlich auch die Ablehnung einer jeden Form religiösen Fundamentalismus´ ab.
Dabei ist es letztlich nicht entscheidend, ob es sich um einen christlichen, jüdischen oder islamischen Fundamentalismus handelt.
In allen der behandelten drei verwandten Religionen finden wir als Dogma die Proklamation der „Einzigartigkeit“ des jeweiligen Gottes. Daraus resultiert gesetzmäßig die Ablehnung und die Ausgrenzung der Anders- oder der Nichtgläubigen. Ob sich dies in gewaltsame, terroristische Aktionen umsetzt, das ist lediglich eine Frage der politischen und militärischen Macht und Opportunität.
Alle drei abrahamitischen Religionen tragen in sich die leicht zu entflammende Potenz des Terrorismus gegen „die Anderen“.
Es hängt von der Stärke der nicht-religiösen Kräfte in der Gesellschaft ab, von der Stärke der Ideen des „Aufklärung“, des wissenschaftlichen Sozialismus und Materialismus und des praktischen Einsatzes für einen laizistischen Staat in einer Gesellschaft, in welcher wirkliche Gedankenfreiheit herrscht, ob sich die fundamentalistischen Tendenzen in solchen Religionen zur dominierenden Strömung entwickeln.
Dabei ist es letztlich nicht entscheidend, ob es sich um einen christlichen, jüdischen oder islamischen Fundamentalismus handelt.
In allen der behandelten drei verwandten Religionen finden wir als Dogma die Proklamation der „Einzigartigkeit“ des jeweiligen Gottes. Daraus resultiert gesetzmäßig die Ablehnung und die Ausgrenzung der Anders- oder der Nichtgläubigen. Ob sich dies in gewaltsame, terroristische Aktionen umsetzt, das ist lediglich eine Frage der politischen und militärischen Macht und Opportunität.
Alle drei abrahamitischen Religionen tragen in sich die leicht zu entflammende Potenz des Terrorismus gegen „die Anderen“.
Es hängt von der Stärke der nicht-religiösen Kräfte in der Gesellschaft ab, von der Stärke der Ideen des „Aufklärung“, des wissenschaftlichen Sozialismus und Materialismus und des praktischen Einsatzes für einen laizistischen Staat in einer Gesellschaft, in welcher wirkliche Gedankenfreiheit herrscht, ob sich die fundamentalistischen Tendenzen in solchen Religionen zur dominierenden Strömung entwickeln.
Literatur:
1) F. Engels:. Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Zit. n.: K. Marx / F. Engels: Marxismus und Religion 1958, S. 118f
2) F. Engels: Brief an C. Schmidt, a.a.O., S. 228
3) S.A. Tokarew. Die Religion in der Geschichte der Völker, Köln 1968, S. 6 ff
4) R. Steigerwald: Marxismus-Religion- Gegenwart, Frankfurt 1973, S. 77
5) ebenda
6) K. Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW 1, S. 378
7) B. Brentjes: Marx und Engels in ihrem Verhältnis zu Asien. In Karl Marx und Friedrich Engels zur Geschichte des Orients. Hrsg.v. B. Brentjes im Auftrag der Martin-Luther-Universität Halle1983, S. 11
8) F. Engels: Brief an Karl Marx, ca. 26.05.1853, MEW 28, S. 246
9) K. Marx: Brief an F. Engels, 2. Juni 1853, MEW 28, S. 251-254
10) F. Engels: Brief an K. Marx, 6.Juni 1853, MEW 28, S. 259
11) A. Schimmel: Der Islam. Eine Einführung. Stuttgart 1990, S. 13
12) F. Engels: Brief an Karl Marx: ca. 24.05.1853. In Marxismus und.Religion, Berlin 19 S. S.95
13) A. Bebel: Die Mohammedanisch Arabische Kulturperiode. Hrsg.und eingeleitet von W. Schwanitz, Berlin 1999, S. 63 f.
14) R. Paret: Mohammed und der Koran, Stuttgart 2001, S. 115
15) Der Koran. Deutsche Fassung von L.Goldschmidt 1916, Neuausgabe Frechen 2002
16) Paret, a.a.O., S. 113-117
17) dito, S. 122
18) dito, S. 123
19) dito, S. 141
20) K. Prenner: Die Stimme Allahs. Religion und Kultur des Islam, Graz 2001, S. 27
21) Vergl. Prenner, a.a.O., S. 28
22) S. Tokarew, a.a.O., S. 686
23) dito: a.a.O., S. 686
24) K. Marx: Die Kriegserklärung –Zur Geschichte der Orientalischen Frage, in MEW 10, 169 – 172:
25) A. Bebel, a.a.O., S. 79
26) A. Noth: „Der Islam und die nichtislamischen Minderheiten. In W. Ende / U. Steinach (Hrsg.): Der Islam in der Gegenwart“, München1996, S. 692f
27) Autorenkollektiv: „Weltgeschichte in 10 Bänden“, Band 7, Berlin1965, S. 620
28) K.-H. Deschner: Abermals krähte der Hahn, Düsseldorf 1980, S. 513f
29) dito, a.a.O., S. 513
30) dito,S. 530
31) dito, S. 534
32) ebenda
1) F. Engels:. Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Zit. n.: K. Marx / F. Engels: Marxismus und Religion 1958, S. 118f
2) F. Engels: Brief an C. Schmidt, a.a.O., S. 228
3) S.A. Tokarew. Die Religion in der Geschichte der Völker, Köln 1968, S. 6 ff
4) R. Steigerwald: Marxismus-Religion- Gegenwart, Frankfurt 1973, S. 77
5) ebenda
6) K. Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW 1, S. 378
7) B. Brentjes: Marx und Engels in ihrem Verhältnis zu Asien. In Karl Marx und Friedrich Engels zur Geschichte des Orients. Hrsg.v. B. Brentjes im Auftrag der Martin-Luther-Universität Halle1983, S. 11
8) F. Engels: Brief an Karl Marx, ca. 26.05.1853, MEW 28, S. 246
9) K. Marx: Brief an F. Engels, 2. Juni 1853, MEW 28, S. 251-254
10) F. Engels: Brief an K. Marx, 6.Juni 1853, MEW 28, S. 259
11) A. Schimmel: Der Islam. Eine Einführung. Stuttgart 1990, S. 13
12) F. Engels: Brief an Karl Marx: ca. 24.05.1853. In Marxismus und.Religion, Berlin 19 S. S.95
13) A. Bebel: Die Mohammedanisch Arabische Kulturperiode. Hrsg.und eingeleitet von W. Schwanitz, Berlin 1999, S. 63 f.
14) R. Paret: Mohammed und der Koran, Stuttgart 2001, S. 115
15) Der Koran. Deutsche Fassung von L.Goldschmidt 1916, Neuausgabe Frechen 2002
16) Paret, a.a.O., S. 113-117
17) dito, S. 122
18) dito, S. 123
19) dito, S. 141
20) K. Prenner: Die Stimme Allahs. Religion und Kultur des Islam, Graz 2001, S. 27
21) Vergl. Prenner, a.a.O., S. 28
22) S. Tokarew, a.a.O., S. 686
23) dito: a.a.O., S. 686
24) K. Marx: Die Kriegserklärung –Zur Geschichte der Orientalischen Frage, in MEW 10, 169 – 172:
25) A. Bebel, a.a.O., S. 79
26) A. Noth: „Der Islam und die nichtislamischen Minderheiten. In W. Ende / U. Steinach (Hrsg.): Der Islam in der Gegenwart“, München1996, S. 692f
27) Autorenkollektiv: „Weltgeschichte in 10 Bänden“, Band 7, Berlin1965, S. 620
28) K.-H. Deschner: Abermals krähte der Hahn, Düsseldorf 1980, S. 513f
29) dito, a.a.O., S. 513
30) dito,S. 530
31) dito, S. 534
32) ebenda


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