Dienstag, 11. Oktober 2016

TUIfly: ver.di lehnt Ausverkauf ab – „Beschäftigte haben genug Opfer gebracht“



a) Solidarität mit den Beschäftigten von TUIfly

Die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) zeigt sich 
solidarisch mit den Beschäftigten von TUIfly und hat dazu eine 
Erklärung abgegeben, sie wurde bei ver.di am 07.10.2016 dokumentiert
http://verkehr.verdi.de/branchen/luftverkehr/fluggesellschaften/tuifly/++co++49d7942e-8c8e-11e6-94eb-52540066e5a9

b) Aber es gibt auch Angriffe: Protest bei TUIfly: Kollektives 
Krankfeiern ist asozial

"... Das Theater ließ den Reisekonzern nicht kalt: Schon nach einem 
Tag des zivilen Ungehorsams hat der Reisekonzern eingelenkt und eine 
mindestens dreijährige Standort- und Tarifgarantie gegeben. Außerdem 
hat er die Entscheidung über die geplante Neuordnung auf Mitte 
November verschoben. „Glückwunsch“, mag man da jubeln, doch der Jubel 
bleibt im Hals strecken, selbst wenn man noch so viel Verständnis für 
den Missmut der TUIfly-Mitarbeiter aufbringen kann. Kollektiv 
blauzumachen ist das unwürdigste Mittel des Widerstands. Es ist 
illegal und asozial..." Kommentar von Corinna Budras vom 09.10.2016 
bei der FAZ online
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kritik-an-protestaktion-von-tuifly-mitarbeitern-14472180.html


[Am Beispiel TUI Fly] Krank oder Streik? Krankheit als Kampfmittel?

"Die Gesellschaft TUI Fly strich am 7.10.2016 über 100 ihrer Flüge. 
Damit mußte sie praktisch ihren gesamten Flugbetrieb einstellen. 
Grund: Es hatten sich zu schnell und unerwartet zu viele Mitarbeiter 
krank gemeldet. (...) die vor allem zuständige Gewerkschaft der 
Flugbegleiter UFO hat völlig glaubhaft eine gezielte Organisierung 
dieser Krankmeldungen verneint. In der Tat waren und sind individuelle 
Krankmeldungen kein kollektives Kampfmittel der Beschäftigten und 
ihrer Gewerkschaften. Allerdings sollte dieses Phänomen einmal Anlaß 
für die Unternehmen aber auch und gerade für die "Leitmedien" sein 
über die sonst übliche Hetze gegen Gewerkschaften wie UFO oder GDL bei 
der Durchführung von Streiks nachzudenken und sich künftig mit solchen 
Kampagnen zurückzuhalten: Die Gewerkschaften haben ihre Streiks stets 
rechtzeitig angekündigt sofern es nicht kurzfristige Warnstreiks 
waren. Sie haben auch nie völlig "unerwartet" und fast nie 
flächendeckend gestreikt. Die massenhaften Krankmeldungen aber können 
tatsächlich das bewirken, was man den Gewerkschaften stets zu unrecht 
unterstellt hat: Das beschleunigte "Aus" für das ganze Unternehmen. 
Das ist keine Kritik am Vorgehen der einzelnen Beschäftigten. Im 
Gegenteil. (...) Der Krankenstand in der deutschen Wirtschaft ist seit 
2007 kontinuierlich angestiegen. Er ist in diesem Jahr so hoch wie 
seit 16 Jahren (!) nicht mehr. Eine Zeit lang war der Krankenstand 
gesunken, aber nicht etwa deshalb weil es den Beschäftigten "besser" 
gegangen wäre, sondern weil sie angesichts der Angst um den 
Arbeitsplatz weiter arbeiteten, obwohl sie eigentlich krank waren. 
Diese Art der Reaktion der Beschäftigten auf wachsende 
Arbeitsplatzangst hat jedoch Grenzen. Sie sind da erreicht, wo die 
Arbeitsüberlastung und der psychische Druck am Arbeitsplatz einfach z 
u groß werden, um ihn durch bloße Anpassung und ein einfaches 
"Weitermachen" auffangen zu können..." Kommentar von Rolf Geffken vom 
Oktober 2016 (ohne genaues Datum)
http://www.drgeffken.de/index.php?id=aktuelleinfos&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=403&tx_ttnews[backPid]=1

Siehe dazu einen weiteren Beitrag
http://www.labournet.de/?p=105414

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