[Buch und Debatte zur GEW] Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte
1933–1945. Eine dokumentarische Analyse des
Zentralorgans des NSLB
"Der Nationalsozialistische Lehrerbund hatte 97 % der Pädagoginnen und
Pädagogen organisiert. Anhand seines Zentralorgans wird gezeigt,
inwiefern der NSLB seit 1933 fester Bestandteil des Nazi-Systems war.
Der Nationalsozialistische Lehrerbund hatte 97 % der Pädagoginnen und
Pädagogen organisiert. Ein Drittel davon waren NSDAP-Mitglieder.
Dennoch hält sich die Verharmlosung des NSLB auch in der
Erziehungswissenschaft immer noch hartnäckig. Die vorliegende Studie
weist anhand der Analyse des Zentralorgans des NSLB nach, dass und
inwiefern der NSLB eben nicht eine harmlose Berufsorganisation war,
sondern dass er seit 1933 fester Bestandteil des verbrecherischen
NS-Systems war. Der Verband war Teil des Nazi-Regimes, das die Hetze,
Rassismus und Judenfeindschaft des NSLB zur Vorbereitung und als
Begleitung der realen Mordprogramme durchaus benötigte." Verlagsinfo
zum Buch von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer (206 Seiten,
ISBN:978-3-7799-3414-1, 19,95 €, erschienen im Beltz-Verlag am
30.09.2016). Siehe dazu:
a) Info und Bestellung beim Beltz-Verlag
https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/32297-die_ideologische_ausrichtung_der_lehrkraefte_19331945.html
b) Inhaltsverzeichnis und Vorwort (pdf) als exklusive Leseprobe im
LabourNet Germany - wir danken!
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/10/ideologische_ausrichtung_der_lehrkraefte.pdf
In Reaktion auf die Buchveröffentlichung gibt es einen Offenen Brief
sowie eine breite Debatte um die GEW:
a) Max Traeger – kein Vorbild! Offener Brief des Bundesausschusses der
Studentinnen und Studenten der GEW (BASS) an den Hauptvorstand und die
Mitglieder der GEW
"... schon seit einigen Jahren gab und gibt es Diskussionen über die
Geschichte des NS-Lehrerbundes (NSLB) und den Umgang der GEW mit ihm.
Das rührt auch daher, dass der spätere GEW-Vorsitzende, nach dem eine
Stiftung benannt ist, ausgerechnet ein Mitglied des NSLB war: Max
Traeger. Dieser Mann, nach 1945 dann aktives FDP-Mitglied, ist zu
Recht umstritten. Seine Mitgliedschaft im NSLB ist sicherlich kein
Argument, um ihn als Vorbild zu ehren. Auch die Mitgliedschaft in der
FDP nach 1945 ist für Mitglieder einer Gewerkschaft nicht unbedingt
ein Grund, in Jubel auszubrechen.
Aber diese beiden Punkte allein sind es nicht: der entscheidende Punkt
ist, dass Max Traeger mit großer Energie an der Legende mitgestrickt
und an der Lebenslüge mitgearbeitet hat, dass die Verbände der
Lehrkräfte im Jahr 1933 angeblich zwangsenteignet und zwangsweise in
den NSLB eingegliedert wurden. Das ist für die große Mehrheit der
alten Organisationen der Lehrkräfte, insbesondere in Hamburg, schlicht
und einfach gelogen. (...) Als in der GEW aktive Studierende sehen wir
den Bedarf nach weiterer Forschung zur Frage von personellen und
materiellen Kontinuitäten des NS in der GEW und nach einer Debatte
über den Umgang damit in den Nachkriegsjahrzehnten, insbesondere mit
Blick auch darauf, was das für die heutige gewerkschaftspolitische
Praxis bedeutet. Unser Vorschlag und unser Anliegen ist es, diese
Debatte breit und öffentlich zu führen und dann die Umbenennung der
Max-Traeger-Stiftung zu beschließen..." Offener Brief vom 9.10.2016
mit Anhang (pdf, 16 S.), einem Auszug aus: Müller/Ortmeyer: Die
ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933–1945, Weinheim 2016, und
zwar das Kapitel VIII: Was folgte auf den NSLB?
https://keinvorbild.files.wordpress.com/2016/10/offener-brief-des-bass-der-gew-mit-anhang.pdf
b) Auf der Aktionsseite werden weitere Unterschriften gesammelt
https://keinvorbild.wordpress.com/
Siehe dazu im LabourNet-Archiv das Special: GEW debattiert um
Rothenbaumchaussee in Hamburg: "Normaler Kauf?"
http://archiv.labournet.de/diskussion/geschichte/gewhh.html
Und erste Debattenbeiträge im bereits am Montag Abend veröffentlichten
neuen Dossier
http://www.labournet.de/?p=105514
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen