Donnerstag, 13. Oktober 2016

Herrenmenschentum, Rassismus und Judenfeindschaft des Nationalsozialistischen Lehrerbundes.

[Buch und Debatte zur GEW] Die ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 
1933–1945.  Eine dokumentarische Analyse des 
Zentralorgans des NSLB

"Der Nationalsozialistische Lehrerbund hatte 97 % der Pädagoginnen und 
Pädagogen organisiert. Anhand seines Zentralorgans wird gezeigt, 
inwiefern der NSLB seit 1933 fester Bestandteil des Nazi-Systems war. 
Der Nationalsozialistische Lehrerbund hatte 97 % der Pädagoginnen und 
Pädagogen organisiert. Ein Drittel davon waren NSDAP-Mitglieder. 
Dennoch hält sich die Verharmlosung des NSLB auch in der 
Erziehungswissenschaft immer noch hartnäckig. Die vorliegende Studie 
weist anhand der Analyse des Zentralorgans des NSLB nach, dass und 
inwiefern der NSLB eben nicht eine harmlose Berufsorganisation war, 
sondern dass er seit 1933 fester Bestandteil des verbrecherischen 
NS-Systems war. Der Verband war Teil des Nazi-Regimes, das die Hetze, 
Rassismus und Judenfeindschaft des NSLB zur Vorbereitung und als 
Begleitung der realen Mordprogramme durchaus benötigte." Verlagsinfo 
zum Buch von Saskia Müller und Benjamin Ortmeyer (206 Seiten, 
ISBN:978-3-7799-3414-1,  19,95 €, erschienen im Beltz-Verlag am 
30.09.2016). Siehe dazu:

a) Info und Bestellung beim Beltz-Verlag
https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/32297-die_ideologische_ausrichtung_der_lehrkraefte_19331945.html

b) Inhaltsverzeichnis und Vorwort (pdf) als exklusive Leseprobe im 
LabourNet Germany - wir danken!
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/10/ideologische_ausrichtung_der_lehrkraefte.pdf

In Reaktion auf die Buchveröffentlichung gibt es einen Offenen Brief 
sowie eine breite Debatte um die GEW:

a) Max Traeger – kein Vorbild! Offener Brief des Bundesausschusses der 
Studentinnen und Studenten der GEW (BASS) an den Hauptvorstand und die 
Mitglieder der GEW

"... schon seit einigen Jahren gab und gibt es Diskussionen über die 
Geschichte des NS-Lehrerbundes (NSLB) und den Umgang der GEW mit ihm. 
Das rührt auch daher, dass der spätere GEW-Vorsitzende, nach dem eine 
Stiftung benannt ist, ausgerechnet ein Mitglied des NSLB war: Max 
Traeger. Dieser Mann, nach 1945 dann aktives FDP-Mitglied, ist zu 
Recht umstritten. Seine Mitgliedschaft im NSLB ist sicherlich kein 
Argument, um ihn als Vorbild zu ehren. Auch die Mitgliedschaft in der 
FDP nach 1945 ist für Mitglieder einer Gewerkschaft nicht unbedingt 
ein Grund, in Jubel auszubrechen.
Aber diese beiden Punkte allein sind es nicht: der entscheidende Punkt 
ist, dass Max Traeger mit großer Energie an der Legende mitgestrickt 
und an der Lebenslüge mitgearbeitet hat, dass die Verbände der 
Lehrkräfte im Jahr 1933 angeblich zwangsenteignet und zwangsweise in 
den NSLB eingegliedert wurden. Das ist für die große Mehrheit der 
alten Organisationen der Lehrkräfte, insbesondere in Hamburg, schlicht 
und einfach gelogen. (...) Als in der GEW aktive Studierende sehen wir 
den Bedarf nach weiterer Forschung zur Frage von personellen und 
materiellen Kontinuitäten des NS in der GEW und nach einer Debatte 
über den Umgang damit in den Nachkriegsjahrzehnten, insbesondere mit 
Blick auch darauf, was das für die heutige gewerkschaftspolitische 
Praxis bedeutet. Unser Vorschlag und unser Anliegen ist es, diese 
Debatte breit und öffentlich zu führen und dann die Umbenennung der 
Max-Traeger-Stiftung zu beschließen..." Offener Brief vom 9.10.2016 
mit Anhang (pdf, 16 S.), einem Auszug aus: Müller/Ortmeyer: Die 
ideologische Ausrichtung der Lehrkräfte 1933–1945, Weinheim 2016, und 
zwar das Kapitel VIII: Was folgte auf den NSLB?
https://keinvorbild.files.wordpress.com/2016/10/offener-brief-des-bass-der-gew-mit-anhang.pdf

b) Auf der Aktionsseite werden weitere Unterschriften gesammelt
https://keinvorbild.wordpress.com/

Siehe dazu im LabourNet-Archiv das Special: GEW debattiert um 
Rothenbaumchaussee in Hamburg: "Normaler Kauf?"
http://archiv.labournet.de/diskussion/geschichte/gewhh.html

Und erste Debattenbeiträge im bereits am Montag Abend veröffentlichten 
neuen Dossier
http://www.labournet.de/?p=105514

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen