Mittwoch, 12. Oktober 2016
Atomausstieg: Vattenfall und Deutschland streiten sich vor Schiedsgericht
"... Wenn an diesem Montag in Washington der Fall ARB/12/12 aufgerufen
wird, dann beginnt ein Showdown, den es nach Ansicht vieler
Freihandelsgegner gar nicht geben dürfte. Ein Konzern und ein Staat
treffen sich zur mündlichen Verhandlung. Der Konzern: der schwedische
Energieriese Vattenfall. Der Staat: die Bundesrepublik Deutschland.
Die Deutschen hatten 2011 beschlossen, aus der Atomenergie
auszusteigen - als Reaktion auf das Unglück im japanischen AKW
Fukushima. Vattenfall sieht sich dadurch enteignet (...) Dass der
Streit statt vor einem ordentlichen Gericht vor dem ICSID ausgetragen
wird, jener misstrauisch beäugten Schiedsstelle, die im Streit um das
transatlantische Handelsabkommen TTIP so sehr in Verruf geraten ist,
setzt dem Ganzen die Krone auf. "Diese Anhörung sollte uns eine
Warnung vor TTIP & Co. sein", sagt der Linken-Politiker Hubertus
Zdebel. "Statt einer Anhörung wäre der Abbruch des Verfahrens durch
Vattenfall angesagt."..." Artikel von Michael Bauchmüller und Claus
Hulverscheidt vom 10. Oktober 2016 bei der SZ online
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/atomausstieg-konzern-gegen-staat-1.3197004
Ein Vorgeschmack auf TTIP & CETA - allerdings sind Schiedsgerichte
übrigens mehr verbreitet, als oft angenommen wird, legale Möglichkeit
gibt es sogar immer schon nach §§ 1025 ZPO...
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