
„…
Vor
allem muss aber eine Erfahrung gehört werden, die viele nicht gerne
hören wollen: Rassismus ist eine Kontinuität in Ost und West,
vorgestern, gestern und heute. Er hat fließende Übergänge in den ganz
normalen Nationalismus und wird täglich von staatlichen Institutionen
ins Werk gesetzt und reproduziert. Er ist nicht bloß eine politische
Position von Rechtsradikalen, sondern ein soziales Verhältnis, dass die
Gesellschaft sortiert. Eine Praxis, die an Hand von Staatsbürgerschaft,
Hautfarbe und Herkunft soziale Rechte verteilt, vorenthält, Menschen in
Lager sperrt. »Nazis morden, der Staat schiebt ab..« – Auch diese Parole
verbindet die seit Jahrzehnten, denen jetzt die Mikros gehören sollten.
Ist es die ungelöste soziale Frage, die Menschen zu Nazis
macht? Die Dynamik nach rechts verschlimmert sich in der Krise, soziale
Verunsicherung macht empfänglich für die immer gleiche Leier, dass
Migration ein Verbrechen und an allem Elend Schuld sei. Aber die
einfache Rechnung geht nicht auf, dass soziale Probleme von heute auf
morgen aus normalen Bürger*innen Nazis machen – und es daher nur einer
anderen Sozialpolitik bedarf. In der Krise kommt zum Vorschein, was
schon lange da ist. Der stille Gehorsam und der ganz normale Rassismus
wandeln sich in der Krise in einen aggressiven Zorn. Ein Zorn, der sich
nicht zuletzt in einer Endlosschleife darüber empört, dass Migrant*innen
etwas vom nationalen Kuchen abbekommen…“ – aus dem Artikel
„Yalla Yalla Antifascisti!“ von Newroz Duman und Mario Neumann am 22. August 2019 in neues deutschland online 
über den Beitrag des Kampfes der Migration zum Kampf um Demokratie im Rahmen der nd-Debatte „Bewegt Euch!“
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