In Kalifornien hat das Oberhaus einem Gesetz zugestimmt, das nicht
nur den Arbeitsmarkt in dem US-Bundesstaat kräftig umkrempeln, sondern
das Geschäftsmodell von Internet-Startups wie Uber oder Lyft drastisch
beeinflussen dürfte. Der unter der Abkürzung AB5 (Assembly Bill 5)
firmierende Gesetzentwurf sieht vor, dass die unabhängigen Mitarbeiter
nicht nur von Uber & Co. rechtlich zu Angestellten machen würde. Mit
dem Gesetz wird ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Kalifornien
umgesetzt und erweitert, berichtet der San Francisco Chronicle. Uber,
Lyft und der Lieferdienst DoorDash haben aber weiteren Widerstand
angekündigt und dafür fleißig Geld gesammelt. (...) Schon seit
längerem wird kritisiert, dass Internet-Unternehmen wie Uber, Lyft
oder auch Lieferdienste ihre "freien Partner" nicht anstellen, um
Vorschriften zu Mindestlohn, Versicherungen und Lohnfortzahlungen zu
umgehen. Die Dienste behaupten dagegen, dass sie ihren Fahrern auf
diese Weise Freiheit und Flexibilität ermöglichen, so zu arbeiten, wie
sie wollen. Sie haben nun auch versucht, den Gesetzentwurf auf seinem
Weg durch die Instanzen anzupassen und Ausnahmen für das eigene
Geschäft zu erreichen. Das hat aber nicht geklappt, weswegen sie nun
wohl auf eine Volksabstimmung setzen, wie die US-Zeitung ergänzt.
Dafür liegen demnach bereits 90 Millionen US-Dollar bereit. Unter
Berufung auf Experten schreiben US-Zeitungen nun, dass Anbieter wie
Uber 20 bis 30 Prozent höhere Kosten haben würden, wenn das Gesetz
Realität wird. Gewerkschaften hoffen im Gegenzug auf viele neue
Mitglieder. Insgesamt gehe es um Hunderttausende Stellen, schreibt der
Chronicle. Ein einjähriger Aufschub sei lediglich für
Zeitungszusteller vorgesehen...“ – aus dem Beitrag „Kalifornien:
Gesetz soll aus Uber- und Lyft-Fahrern Angestellte machen“ von Martin
Holland am 11. September 2019 bei telepolis, worin bereits deutlich
wird, dass die Unternehmen nicht entfernt daran denken, sich an Gesetz
und Rechtssprechung zu halten... Siehe dazu vier weitere aktuelle
Beiträge – auch darüber, was die Unternehmen bisher getan haben und
weiterhin tun wollen, um Gesetze zu bekämpfen
http://www.labournet.de/?p=154360
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen