Montag, 17. Oktober 2016
Protest gegen Big Data auf österreichische Art: Gesundheit „under total control“ der Unternehmen?
„Geradezu heimtückisch nutzte das Gesundheitsministerium ein von
Versicherungen angestrengtes Verfassungsgerichtshofurteil, das
generell die Verwendung von Gesundheitsdaten aus gentechnischen Tests
für Versicherungen und Arbeitnehmer verboten hatte, dazu, nun völlig
überschiessend die Verwendung der Ergebnisse von Gentests auch durch
Arbeitnehmer in einer zur Begutachtung ausgeschickten Novelle des
Gentechnikgesetzes vorzusehen. Damit würde nicht nur das Verbot der
Erhebung von Gesundheitsdaten durch Arbeitgeber ausgehebelt, sondern
Tür und Tor zur weiteren Diskriminierung von Arbeit Suchenden und
ArbeitnehmerInnen geöffnet werden. Aufgrund der grossen Zahl an Arbeit
Suchenden (rund 500.000) und der geringen Zahl offener Stellen (ca.
50.000) können Arbeitgeber leicht das massive Machtungleichgewicht
ausnutzen und gentechnische Tests aufzwingen“ – so wird der Aufruf zu
einer Protest-Onlineresolution am 13. Oktober 2016 bei den Aktiven
Arbeitslosen Österreich eingeleitet: „Datenschutzgau verhindern: Keine
Gentests an ArbeitnehmerInnen und Arbeit Suchenden!“ – zu eigentlich
nur zu sagen bleibt: Unterschreiben!
http://www.aktive-arbeitslose.at/datenschutz_arbeit_arbeitslosigkeit/datenschutzgau_verhindern_keine_gentests_an_arbeitnehmerinnen_und_arbeit_suchenden.html
Dazu schrieb Christa Sonnenfeld bereits 2002 (im LabourNet-Archiv):
"... Ausgangspunkt müssen die Grundrechte des Beschäftigten sein. Die
genetische Beschaffenheit gehört zum Kernbereich der menschlichen
Persönlichkeit. Dem bisher bestehenden allgemeinen
Persönlichkeitsrecht müsste deshalb ein "genetisches
Selbstbestimmungsrecht" hinzugefügt werden. Arbeitgeber bzw.
Betriebsärzte dürfen keine genetischen Analysen durchführen. Das
unternehmerische Risiko darf nicht auf die Beschäftigten umgeschichtet
werden..."
http://archiv.labournet.de/diskussion/arbeitsalltag/gh/genanalyse.html
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