Donnerstag, 13. Oktober 2016
Konferenz “Erneuerung durch Streik”
a) Erste Berichte und Fotos der Konferenz mit über 500 TeilnehmerInnen
der RLS auf Twitter (#EdS3)
Berichte und Fotos der Konferenz der RLS gibt es auf Twitter unter #EdS3
https://twitter.com/hashtag/EdS3?src=hash
b) Praktische Solidarität. Auf der Konferenz »Erneuerung durch Streik
III – gemeinsam gewinnen« wurde branchenübergreifend über Formen des
Arbeitskampfes diskutiert
"Zum dritten Mal seit 2013 hatten die Rosa-Luxemburg-Stiftung und
Gewerkschaftsgliederungen zu einer Konferenz unter dem Motto
»Erneuerung durch Streik« eingeladen – der emotionalste Moment der
Veranstaltung am Wochenende in Frankfurt am Main war der Besuch einer
Delegation von Streikenden der Firma Zumtobel. Die etwa 20 Menschen,
die am Samstag mit Transparenten auf der Bühne standen, wurden mit
einem herzlichen und langen Applaus begrüßt, kaum jemanden in dem
Hörsaal hielt es auf seinem Sitz..." Bericht von Claudia Wrobel in
junge Welt vom 04.10.2016
http://www.jungewelt.de/2016/10-04/058.php
Siehe auch: Allgemein? Verbindlich! Kontroverse: Sollen Tarifverträge
per Gesetz für alle gelten? Oder schwächt das letztlich Gewerkschaften?
"Zu Beginn der ersten Podiumsdiskussion bei der Konferenz »Erneuerung
durch Streik III« am Freitag abend in Frankfurt am Main waren sich
noch alle Teilnehmer einig. Michaela Rosenberger, Bundesvorsitzende
der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Bernd Riexinger,
Vorsitzender der Partei Die Linke, und Mathias Venema,
Landesfachbereichsleiter Besondere Dienstleistungen bei ver.di Hessen,
betonten, dass der Kampf gegen Prekarisierung und für Einigkeit in der
Belegschaft wichtig für das Zurückdrängen rassistischen Gedankenguts
innerhalb der Arbeiterschaft sei. Bei der Frage, wie derartigen
Spaltungsversuchen zu begegnen sei, gab es allerdings einen
entscheidenden Unterschied..." Bericht von Claudia Wrobel in junge
Welt vom 04.10.2016 - vorerst nur im Abo
https://www.jungewelt.de/2016/10-04/059.php
c) Erneuerung der Gewerkschaften? Bruch mit der Klassenzusammenarbeit
„Gemeinsam gewinnen“ heißt das Motto der dritten Konferenz „Erneuerung
durch Streik“, die vom 30. September bis zum 2. Oktober in
Frankfurt/Main stattfindet. So gut es ist, dass es diesen Rahmen für
kämpferische, aktive und linke KollegInnen gibt, so groß ist auch
diesmal die Gefahr, in den vielen kleinen Problemen der
gewerkschaftlichen Alltagspraxis stecken zu bleiben und dem Bemühen,
damit fertigzuwerden. Zugespitzt zeigt es sich daran, dass es seit der
letzten Konferenz eine Rechtswende in einem beträchtlichen Teil der
ArbeiterInnenklasse gibt, dass die AfD die höchsten Stimmenanteile bei
denen erhält, die wahlsoziologisch als „ArbeiterInnen“ bezeichnet
werden - und das nicht nur im Osten. Da brauchen die Gewerkschaften
mehr als Argumente gegen Rassismus für „StamtischkämpferInnen“. Wenn
bei sinkender Tendenz nur noch die Hälfte der Klasse durch
Tarifverträge und Betriebs- oder Personalräte erreicht wird, dann
müssen wir über eine „erneuerte Gewerkschaftspraxis“ hinaus Fragen
stellen. (…) Wir brauchen nicht nur eine Erneuerung der
gewerkschaftlichen Praxis, sondern der ganzen Ausrichtung. Das
erfordert eine breite Debatte in den verschiedenen gewerkschaftlichen
Strukturen und gerade auch auf dieser Konferenz. (…) Vor zwei Jahren
hätte das damals aktuelle Thema des Angriffs auf das Streikrecht dazu
dienen können, um eine Bewegung gegen die Kollaboration der
DGB-Spitzen mit Regierung und Kapital zu formieren. Die
Streik-Konferenz in Hannover hatte es damals versäumt, hier einen
entsprechenden Aufruf zu diskutieren und zu einer zentralen Demo in
Berlin aufzurufen. Wir schlagen vor, jetzt das Thema Leiharbeitstarife
auch in diesem Sinne zu nutzen: Nein zur Verlängerung der
Tarifverträge. Zentrale Demo in Berlin oder am Tagungsort der
Verhandlungen, falls der bekannt wird. Massenaufruf ausgehend von
dieser Konferenz zur Verbreitung in Betrieben und
Gewerkschaftsgliederungen...“ Beitrag von Frederik Haber in Neue
Internationale 213 vom Oktober 2016 von und bei Arbeitermacht
http://www.arbeitermacht.de/ni/ni213/erneuerungdurchstreik.htm
Die Bilanz der letzten Jahre im Text: „… Die ganze Zielrichtung der
Agenda 2010, das Lohnniveau dauerhaft zugunsten der Exportfähigkeit zu
senken, wurde ebenso mitgetragen wie die Ausweitung der Leiharbeit.
Sie soll geregelt werden, nicht bekämpft. Statt durch Kündigung der
Tarifverträge für LeiharbeiterInnen diesen das gesetzliche Equal-pay
zu erlauben, sollen diese Abmachungen in Geheimverhandlungen erneut
verlängert werden. Ebenso wenig wurde auch nur ein wichtiger Kampf
gegen Werksschließungen ernsthaft seitens der Organisationen
unterstützt. Wenn, dann nur von den lokalen Strukturen ohne Einsatz
der Kampfkraft der gesamten Organisation. Die Streiks bei der Post,
den ErzieherInnen und im Öffentlichen Dienst wurden ausverkauft. Die
IG Metall schließt trotz größter Mobilisierungen in den Warnstreiks
stets so ab, dass es dem Kapital nicht wirklich weh tut. Die Krönung
dieser Unterordnung unter die Strategie des deutschen Kapitals,
Großmacht in Europa und auf der Welt durch Wirtschaftsmacht zu sein,
war es, den Angriff auf das Streikrecht mitzumachen. (…) Kein Wunder,
dass bei einer solchen Politik auch die internationale Solidarität auf
der Strecke bleibt. Die Erpressungen Griechenlands wurden durch unsere
Vorstände mitgetragen, die französischen Gewerkschaften erhielten
keine Solidarität im Kampf gegen die dortige „Agenda“. Auf dieser
Schiene werden auch Rüstungsexporte, TTIP und CETA gut geheißen - wenn
nur ein paar Standards eingehalten werden…“
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen