Sonntag, 3. Februar 2019

MAKING History #19 - Newsletter des Historischen Zentrums der RLS


MAKING History #19Newsletter des Historischen Zentrums der RLS
Rund um den 100. Jahrestag der Ermordung von Rosa Luxemburg organisierte die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Dutzenden Städten zahlreiche Vorträge, Film- und Theatervorführungen. Berlins Kultur- und Europasenator Klaus Lederer (Die LINKE) sprach bei einer zentralen Veranstaltung im Berliner Kunstquartier Bethanien davon, «mit Luxemburg über Luxemburg hinaus» zu wollen. Mit seiner Rede eröffnete er eine ganztägige «Hommage an Rosa Luxemburg», deren einzelne Programmpunkte hier nachgeschaut werden können. 

Nachzulesen ist ebenfalls unsere Online-Chronik «Rosa Luxemburg in der deutschen Revolution», die bis zum 15. Januar täglich aktualisiert wurde. Wir bedanken uns bei einer großartigen Leser*innenschaft für ihr breites Interesse! Im Rahmen unseres geschichtspolitischen Schwerpunktes blicken wir nun wieder verstärkt nach Bayern und in Richtung der sogenannten «zweiten Revolution». Unsere Veranstaltungssonderseite bleibt weiter geschaltet. 



Veranstaltungen
4. Februar, Podiumsveranstaltung, Weimar
Heimat der Arbeiter*innenbewegung
Anlässlich der konstituierenden Sitzung der Weimarer Nationalversammlung vor 100 Jahren laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung ein. Wie auch schon bei gemeinsamen Podien zuvor wird «Erkämpfte Demokratie - Gefährdete Demokratie» Thema sein, unter anderem in Beiträgen von Annelie Buntenbach (DGB), Heike Taubert (Finanzministerin des Freistaates Thüringen), Bodo Ramelow (Minsterpräsident des Freistaates Thüringen) und Tim Schanetzky (Friedrich-Schiller-Universität Jena).


Noch bis 17. Februar, Ausstellung, Nürnberg
«Meine jüdischen Eltern, meine polnische Eltern»
Über diese, von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gemeinsam mit der Assoziation «Kinder des Holocaust» in Polen erarbeitete Ausstellung haben wir in MAKING History mehrfach berichtet. Anhand von Einzelschicksalen wird beispielhaft die Geschichte von etwa 5.000 jüdischen Kindern erzählt, die von ihren Eltern während der Nazi-Herrschaft in die Obhut polnischer Paare gegeben wurden. Auf ihrer Reise durch die Bundesrepublik ist die Ausstellung nun in Nürnberg angekommen. Mehr Informationen


19. bis 21. Februar, Vorträge, im Osten der Republik
Die Treuhand
Fluch oder Segen im Osten Deutschlands? Mit der ersten tiefer schürfenden zeithistorischen Arbeit über das Wirken der Treuhandanstalt (Idee - Praxis - Erfahrung) sorgt der Historiker Macus Böick (Bochum) aktuell für Furore. Am 19. Februar kommt er nach Chemnitz. Einen Tag später wird mit ihm in Dresden und tags darauf in Leipzig diskutiert.


21. bis 23. Februar, Szenische Lesung, Münster
100 Jahre – 100 Tage Eisner
Anlässlich des 100. Jahrestages der Ermordung Kurt Eisners hat in Münster eine szenische Lesung unter der Regie von Konrad Haller Premiere. In der Ankündigung heißt es, dass Eisners Ideen, die Menschen durch einen Dualismus von Parlamenten und Räten unmittelbar an der Demokratie zu beteiligen, sowie seine ethische Begründung für eine friedliche und sozialistische Entwicklung und nicht zuletzt seine Liebe zu den Menschen Vorbildcharakter bis auf den heutigen Tag haben.



27. Februar, Buchvorstellung, Berlin
Partisanen einer neuen Welt
Die Geschichte der Linken in der Türkei ist hierzulande weitgehend unbekannt. Sehr zu Unrecht, bietet sie doch einen reichhaltigen Erfahrungsschatz an sozialen Kämpfen von Streiks und Fabrikbesetzungen, über den Guerillakampf bis hin zur spontanen Gezi-Park-Rebellion im Jahr 2013 und der Bildung von Volksräten zur Selbstverwaltung in kurdischen Städten. Mit ihrem neuen Buch versuchen Murat Çakır und Nikolas Brauns, diese Lücke zu schließen. In der Reihe «Linke Literatur im Gespräch» sprechen über den Werdegang der türkischen Linken und ihrer Organisationen, den Aufstieg der AKP und über das Verhältnis zur kurdischen und feministischen Bewegung.


Noch bis 28. Februar, Ausstellung, Berlin
Auf der Suche nach der Gegenwart
Erstmals seit Langem wird das künstlerische Werk Max Lingners in einem breiteren Überblick präsentiert. Im Zentrum der Ausstellung stehen sein Schaffen in Frankreich ab 1929 (unter anderem als Pressezeichner) und nach seiner Rückkehr 1949 in die gerade gegründete DDR. Im Institut français Berlin und in Kooperation mit dem Centre Marc Bloch.


2. März, Workshop, Berlin
Die Literatur der Novemberrevolution
«Undercurrents», das Forum für linke Literaturwissenschaft, widmet sich mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung der Literatur der Novemberrevolution. Referent*innen des Workshops sind Eva von Redecker, Christoph Kapp und Bernd Langer.


9. März, Tagung, Berlin
Die zweite Revolution?
In Kooperation mit dem Bezirksmuseum Lichtenberg beleuchtet die Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin mit ihrer Tagung die Umstände und Potentiale der sogenannten «zweiten Revolution» in Deutschland, eingebettet in die europäische Dimension revolutionärer Kämpfe im Frühjar 1919. Anmeldung erforderlich.


6. bis 10. Mai, Bildungsreise, Köln/Paris
Karl Marx & die Pariser Kommune
Das Programm der Bildungsreisen der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird von Jahr zu Jahr vielfältiger. Eine Lese- und Entdeckungsreise geht im Mai auf den Spuren von Karl Marx und Friedrich Engels nach Köln und Paris. Anmeldeschluss ist zum 1. März 2019.




Publikationen
Ich werde seinHeft 3/2018 der Zeitschrift «LuXemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis» erschien als Jubiläumsausgabe zum 100. Jahrestag der Ermordung ihrer Namensgeberin und Patronin. Das von Rosa Luxemburg gelebte Zueinander von Theorie und Praxis, von Analyse und Veränderung, von Strategie und eingreifendem Handeln stehe für die Perspektive der Zeitschrift und für die Entwicklung eines linken Projektes auch, als dessen Teil und Debattenorgan sie sich versteht. Die Schwerpunktheft kann kostenfrei bestellt werden und steht als Download zur Verfügung.

Rosa Luxemburg neu entdecken
Nach Werken zu Karl Polanyi und Wladimir Iljitisch Lenin zuletzt hat Michael Brie in einem weiteren hellblauen Bändchen nun seine persönliche Begegnung mit Rosa Luxemburg dokumentiert. Es geht um Demokratie und Sozialismus. Brie fragt unter anderem, welche Bedeutung Luxemburgs Werk für heutige Versuche hat, linke sozialistische Politik strategisch zu begründen. Zur vollständigen Online-Version des Bändchen hier entlang.


 


Kulturgeschichte der DDR
Jetzt gibt es endlich auch eine umfassende «Kulturgeschichte der DDR»! Der 2010 emeritierte Historiker Gerd Dietrich hat sie verfasst, opulent in drei Bänden, gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Detailliert und differenziert werden die spezifischen Entwicklungen in der Alltags- und Populärkultur, der politischen und der «hohen» Kultur in der ostdeutschen Gesellschaft beschrieben und historisch chronologisch in ihren Zusammenhängen dargestellt. Ein Interview mit dem Autor in «Die Zeit», weitere Besprechungen in «der Freitag» sowie im Fachportal für Historikerinnen und Historiker «HSozKult». 


In eigener Sache
Hans-und-Lea-Grundig-Preis 2019Unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung wird in Erinnerung an Hans Grundig (1901–1958) und Lea Grundig (1906–1977) erneut der gleichnamige Preis für künstlerische, kunsthistorische und kunstvermittelnde Leistungen ausgelobt. Er ist mit insgesamt 10.000 € dotiert und kann in den drei genannten Bereichen vergeben werden. Mit dem Preisgeld sollen bereits realisierte Arbeiten prämiert werden. Einreichungen bitte bis zum 31. März 2019, mehr Informationen.




Mediathek

Unerhört 
Das geplante Berliner Humboldt Forum steht länger schon wegen restaurativer und eurozentristischer Darstellungen außereuropäischer Kulturen in der Kritik. In unserem Podcast kommen postmigrantische Stimmen zu Wort, die zentrale Kritikpunkte am kolonialen Geist des Humboldt Forums zusammenfassen.


Jugoslawien — Aufstieg und Fall
Das Belgrader Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat die wechselvolle und spannungsgeladene Geschichte Jugoslawiens zum Inhalt einer Web-Dokumentation gemacht. Von der Besatzung durch Nazi-Deutschland und das faschistische Italien im Zweiten Weltkrieg zur Befreiung im Volksbefreiungskrieg unter Führung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, vom treuen Verbündeten der Sowjetunion zum Konflikt mit Stalin, vom Versuch des Aufbaus einer selbstverwalteten sozialistischen Gesellschaft zu den blutigen Kriegen der 1990er Jahre: Die Geschichte vom Aufstieg und Fall Jugoslawiens ist reich auch an Anknüpfungspunkte für unsere heutige Gegenwart.




Die historische Bildungsarbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist auf twitter (https://twitter.com/rls_history) und seit Kurzem auch auf facebook vertreten. 

Redaktion
Bernd Hüttner und Uwe Sonnenberg, Historisches Zentrum Demokratischer Sozialismus der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin,
bernd.huettner@rosalux.org, Telefon 030/44310-425 (Sonnenberg), Web: https://www.rosalux.de/themen/geschichte/

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