Montag, 4. Februar 2019

Erfolgreiche „Ausbildungsoffensive Pflege“ muss mit attraktiven Bedingungen einhergehen



Charite Kampagne „Berlin für mehr Krankenhauspersonal!“Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sieht in der „Ausbildungsoffensive Pflege“ als erstes Ergebnis der Konzertierten Aktion Pflege der Bundesregierung ein wichtiges Signal, um mehr Menschen für die Pflegeberufe zu begeistern. „Angesichts des Pflegenotstandes braucht es gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten, um die Pflegeberufe attraktiv zu machen“, sagte Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied. „Entscheidend ist, dass Auszubildende nicht nur gewonnen, sondern durch attraktive Bedingungen und eine faire Bezahlung nach der Ausbildung auch im Beruf gehalten werden.“ Der Personalmangel mache sich schon in der Ausbildung bemerkbar, so Bühler weiter. Überstunden, Zeitdruck, kurzfristiges Einspringen, Zeitmangel der Praxisanleiterinnen und -anleiter seien in vielen Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen tägliche Realität. „Auszubildende dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Viele leiden darunter, ihrem beruflichen Ethos im Alltag nicht gerecht werden zu können“, so Bühler. „Gute Ausbildung braucht Zeit, eine nachhaltige Stärkung der Praxisanleitung und zusätzliches, gut qualifiziertes Personal.“ Der Schlüssel für eine erfolgreiche Konzertierte Aktion Pflege seien insgesamt spürbare Verbesserungen in der Pflege...” Pressemitteilung vom 28.01.2019 externer Link, siehe weitere Kommentare:
  • Pflegenotstand in der BRD: Löhne statt Werbung
    Das klingt aktiv: Insgesamt 111 Maßnahmen haben die Bundesministerien für Gesundheit, Familien und Arbeit beschlossen, um mehr Menschen für eine Pflegeausbildung zu gewinnen. Konkret beinhaltet die am Montag von den Ministern Jens Spahn (CDU), Franziska Giffey und Hubertus Heil (beide SPD) verkündete »Ausbildungsoffensive Pflege« unter anderem das Versprechen, die Zahl der Pflegeazubis bis 2023 um zehn Prozent zu erhöhen. Das ist gut – aber auch reichlich spät. Denn in der Krankenpflege hatten die Einrichtungen im Zuge des Umbaus zum Wettbewerbssystem zwischen 1998 und 2007 zunächst über 10.000 Ausbildungsstellen gestrichen. Inzwischen ist das alte Niveau wieder erreicht, doch die Zahl und Schwere der Behandlungsfälle sind in den vergangenen zwei Dekaden dramatisch gestiegen. Vor diesem Hintergrund ist der versprochene Zuwachs doch eher mickrig. Vor allem aber ist die Zahl der Ausbildungsverträge nur einer von vielen Aspekten. Was nutzt es, wenn junge Menschen mit viel Enthusiasmus eine Ausbildung zur Pflegekraft beginnen, aber noch vor dem Abschluss frustriert aufhören oder ausgesiebt werden? In der Altenpflege trifft das jeden vierten, in der Krankenpflege fast jeden dritten Auszubildenden. Ein Grund sind die miesen Bedingungen, über die Pflegeazubis in diversen Befragungen klagen: Keine Zeit für praktische Anleitung, unzureichende Verknüpfung von Theorie und Praxis, Missbrauch als billige Arbeitskräfte und Lückenbüßer…” Kommentar von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 29.01.2019 externer Link
  • Ausbildungsoffensive Pflege schnell umsetzen
    Im Sommer 2018 hatte die Bundesregierung die „konzertierte Aktion Pflege“ ins Leben gerufen und damit eine Diskussion mit Gewerkschaften, Arbeitgebern, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Krankenkassen sowie Betroffenenverbänden angestoßen. Zur Zwischenbilanz und zum Start der „Ausbildungsoffensive Pflege“ als erstes Ergebnis sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Montag in Berlin: „Angesichts des Pflegenotstands in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen ist die Ausbildungsoffensive als Ergebnis der ‚konzertierte Aktion Pflege‘ ein unverzichtbares Signal, um die Qualifizierung der Fachkräfte von Morgen voranzubringen und für eine bessere Versorgung alter und kranker Menschen durch mehr Pflegepersonal zu sorgen. Die Ausbildungsoffensive muss jetzt schnell und mit Nachdruck umgesetzt werden. Der Pflegeberuf muss wieder attraktiv werden, um sich in der Konkurrenz um die Fachkräfte der Zukunft durchzusetzen. An diesem Ziel müssen sich alle laufenden und künftigen Maßnahmen messen lassen. Die Gewerkschaften setzen sich deshalb für hervorragende Bedingungen bei der Ausbildung nach hohen Qualitätsstandards ein. Aber Auszubildende müssen nicht nur gewonnen, sondern auch langfristig im Beruf gehalten werden: durch gute Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung…” DGB- PM vom 28.01.2019 externer Link

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