Montag, 12. März 2018

Lieber Kündigung als gleiche Bezahlung. Mogelpackung Gleichbehandlungsgrundsatz? Gekündigte erheben Vorwürfe gegen "real"



"Seit Anfang des Jahres haben Leiharbeiter nach neun Monaten Anspruch 
auf den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft [gilt ab dem 
1.4.2017!]. Das funktioniert nicht immer. SWR-Recherchen ergaben, dass 
zwei Kassiererinnen gekündigt wurde, statt ihren Lohn anzupassen. 
Jahrelang arbeiteten die Leiharbeiterinnen Carmen H. aus Reutlingen 
und Birgit J. aus Tübingen bei der Supermarktkette "real" an der 
Kasse. Seit dem 1. Januar hätten die beiden eigentlich Anspruch auf 
den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft - so steht es im 
Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Doch statt gleicher Bezahlung 
wurde den beiden von ihrer Zeitarbeitsfirma zu Beginn des Jahres 
gekündigt. (...) "real" behauptet, man könne es sich nicht leisten, 
den Kassiererinnen "Equal Pay", also den gleichen Lohn wie der 
Stammbelegschaft, zu zahlen - das geht aus den Gerichtsunterlagen 
hervor, die dem SWR vorliegen (...) Nach Recherchen des SWR hat die 
Methode offenbar System: Auch in Nordrhein-Westfalen geht die 
Supermarktkette auf diese Weise gegen Leiharbeiter vor..." Text und 
Video der Sendung "zur Sache Baden-Württemberg!" vom 8.3.2018 beim SWR 
Fernsehen BW samt einer Stellungnahme von Arbeitsrechtler Wolfgang 
Däubler
https://www.swr.de/swraktuell/bw/equal-pay-funktioniert-haeufig-nicht/-/id=1622/did=21298678/nid=1622/8304pd/index.html

Die real-Klage ist eine Art eng verbundene Parallelkampagne zu 
derjenigen von Anstalt/Däubler/LabourNet ("Gesucht: LeiharbeiterInnen 
für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen 
auch in Deutschland" http://www.labournet.de/?p=116170) weil es ja in 
erster Linie um die Nutzung der Drei-Monats-Frist zur Umgehung von 
Equal Pay geht, doch sind durch die Kampagne weitere solche Fälle bei 
real bekannt, darunter konkrete weitere Klagen in Hessen und NRW

Siehe konkret zu real auch: Real-Subunternehmer Mumme GmbH gegen 
Kassiererin Heike O – Massenhafte Kündigung von Leiharbeiter*innen als 
kriminelle Umgehungsstrategie?
http://www.labournet.de/?p=128166

3. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Groß- 
und Einzelhandel » Real/Metro » Dossier: Tarifflucht von Real

Tarifverhandlungen Real: „Lohnabsenkung um 40 Prozent ist kein 
Zukunftskonzept“ - ver.di warnt Management vor einem „Spiel mit dem 
Feuer“

"Nach der achten ergebnislosen Verhandlungsrunde für die 34.000 
Beschäftigten der real SB-Warenhäuser hat die Gewerkschaft ver.di dem 
Unternehmen „ein durchsichtiges Spiel auf Kosten der Beschäftigten“ 
vorgeworfen. „Was die real-Geschäftsführung will, hat nichts mit einer 
zukunftsfähigen Entgeltstruktur zu tun. Hier sollen Tarife langfristig 
um bis zu 40 Prozent abgesenkt werden, was zum Beispiel bei einer 
Kassiererin in NRW monatlich über 800 Euro weniger Verdienst bedeutet. 
Gleichzeitig will real das Weihnachtsgeld entsprechend kürzen und den 
Besitzstand nicht mehr für alle Beschäftigten gelten lassen. Das 
Zukunftskonzept des real-Managements für die Beschäftigten heißt 
Altersarmut. So ein Konzept kann keine Gewerkschaft unterschreiben, 
weil es keine Zukunft bietet“, erklärte ver.di-Vorstandsmitglied 
Stefanie Nutzenberger..." ver.di-Mitteilung vom 07.03.2018 - wir 
nehmen sie beim Wort, allerdings bietet ver.di-Verhandlungsführerin 
Silke Zimmer im gleichen Text bereits Kompromissbereitschaft an... 
Dabei steht real unter Druck, denn lt. "Zukunftstarifvertrag" gelten 
nach dem 31. März die regionalen Flächentarifverträge wieder. Nächste 
Verhandlungsrunde ist am 28. März
http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++2371dd7e-21f4-11e8-af92-525400940f89

Siehe Hintergründe der jahrelangen Auseinandersetzung im Dossier
http://www.labournet.de/?p=87203

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