01.11.2016
Mexiko-Stadt. Laut einem Bericht der Beobachtungsstelle für multinationale Konzerne in Lateinamerika (Omal [3]) haben die Aktivitäten spanischer Unternehmen erhebliche negative Auswirkungen auf die Menschenrechtslage in Mittelamerika.
Von
Leticia
Hillenbrand [1]
amerika21
Mexiko-Stadt. Laut einem Bericht der Beobachtungsstelle für multinationale Konzerne in Lateinamerika (Omal [3]) haben die Aktivitäten spanischer Unternehmen erhebliche negative Auswirkungen auf die Menschenrechtslage in Mittelamerika.
Spanische Konzerne aus dem Telekommunikations-, Tourismus-
und Energiesektor können demnach ihre Projekte ungeachtet
ihrer Wirkungen auf die Bevölkerung und die Gemeinden leicht
umsetzten, weil regulative Mechanismen der Staaten nicht
wirken und sich Regionen im Zustand eines "nicht erklärten
Krieges" (guerra no declarada) befänden.
Marusia López Cruz, Koordinatorin von "Asociadas por lo Justo" (Jass [4]),
erklärt, dass spanische Konzerne bevorzugt in Mexiko,
Honduras und Guatemala investieren ‒ Länder, die "wenig
demokratisch" seien ‒, da die jeweiligen Regierungen ihre
Interessen mitverfolgen. Darunter leide die Bevölkerung,
besonders die Frauen.
Ein Beispiel dafür ist die Banco Centroamericano de
Intergración Económica (Zentralamerikanische Bank für
Wirtschaftsintegration), in deren Leitung Spanien eine sehr
starke Stimme hat. Mit 24 Millionen US-Dollar war sie eine
der Hauptinvestoren in das Wasserkraftprojekt "Agua Zarca"
in Honduras, das von der honduranischen Regierung ebenso
genehmigt wurde wie die Nutzung des Flusses Gualcarque, der
sich im Gebiet der indigenen Lenca-Gemeinschaft befindet.
Dies führte zu einem langjährigen, bis heute anhaltenden
Konflikt zwischen den Investoren und der Gemeinschaft, die
sich gegen das Projekt stellt. Der Konflikt spitzte sich
weiter zu, als die Lenca-Führerin und Gegnerin des Projekts,
Berta Cáceres, am 3. März dieses Jahres in ihrem Haus
ermordet wurde.
In Honduras wurden zwischen 2010 und 2015 109
[5] Umweltaktivisten
ermordet.
In Mexiko tätigen derzeit die spanischen Konzerne Enel und
Iberdrola große Investitionen in Windenergieprojekte. Die
Windräder werden in der Region Istmo von Tehuantepec, im
Bundesstaat Oaxaca ohne die Zustimmung der indigenen
Bevölkerung gebaut. Die dagegen protestierenden Gemeinden
werden kriminalisiert und gegen ihre Führerin, Bettina Cruz,
wurde kürzlich Haftbefehl erlassen.
Diese Zusammenhänge wurden auch bei dem internationalen
Seminar über den Schutz der Menschenrechtsverteidigerinnen
am 17. und 18. Oktober dieses Jahres in Spanien
thematisiert. Die teilnehmenden
Nichtregierungsorganisationen aus Mittelamerika trafen sich
unter anderem auch mit spanischen Parlamentariern und
Vertretern des Außenministeriums, um ihnen deutlich zu
machen, dass die Investitionen spanischer Konzernen eine
Zunahme der Menschenrechtsverletzungen in der Region
auslösen.
Links:
[1] https://amerika21.de/autor/leticia-hillenbrand
[2] https://copinh.org/article/carecen-denuncia-los-atentados-contra-miembros-del/
[3] http://omal.info/spip.php?rubrique10
[4] http://www.justassociates.org/mesesoamerica
[5] https://justiciaparaberta.org/
[6] https://desinformemonos.org/espana-influye-violaciones-los-derechos-mesoamerica/
[7] https://flattr.com/submit/auto?user_id=amerika21&url=https%3A%2F%2Famerika21.de%2F2016%2F10%2F163345%2Fkonzerne-menschenrechte&title=Spanische%20Konzerne%20mitverantwortlich%20f%C3%BCr%20Menschenrechtsverletzungen%20in%20Mittelamerika&description=Mexiko-Stadt.%20Laut%20einem%20Bericht%20der%20Beobachtungsstelle%20f%C3%BCr%20multinationale%20Konzerne%20in%20Lateinamerika%20%28Omal%29%20haben%20die%20Aktivit%C3%A4ten%20spanischer%20Unternehmen%20erhebliche%20negative%20Auswirkungen%20auf%20die%20Menschenrechtslage%20in%20Mittelamerika.&language=de_DE&category=text
[1] https://amerika21.de/autor/leticia-hillenbrand
[2] https://copinh.org/article/carecen-denuncia-los-atentados-contra-miembros-del/
[3] http://omal.info/spip.php?rubrique10
[4] http://www.justassociates.org/mesesoamerica
[5] https://justiciaparaberta.org/
[6] https://desinformemonos.org/espana-influye-violaciones-los-derechos-mesoamerica/
[7] https://flattr.com/submit/auto?user_id=amerika21&url=https%3A%2F%2Famerika21.de%2F2016%2F10%2F163345%2Fkonzerne-menschenrechte&title=Spanische%20Konzerne%20mitverantwortlich%20f%C3%BCr%20Menschenrechtsverletzungen%20in%20Mittelamerika&description=Mexiko-Stadt.%20Laut%20einem%20Bericht%20der%20Beobachtungsstelle%20f%C3%BCr%20multinationale%20Konzerne%20in%20Lateinamerika%20%28Omal%29%20haben%20die%20Aktivit%C3%A4ten%20spanischer%20Unternehmen%20erhebliche%20negative%20Auswirkungen%20auf%20die%20Menschenrechtslage%20in%20Mittelamerika.&language=de_DE&category=text
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