Dienstag, 11. Oktober 2016
Der Streik in spanischen Call Centern gewinnt an Kraft
Seit dem 22. September befinden sich zunehmend mehr Beschäftigte
diverser Call Center und Telemarketing-Ketten in Spanien im Streik
(meist mit 2stündigen Warnstreiks an verschiedenen Orten), mit einem
ersten Höhepunkt am landesweiten ganztägigen Streiktag am 6. Oktober.
Ein Schwerpunkt der Auseinandersetzung um einen neuen Tarifvertrag,
über den die Mehrheitsgewerkschaften der Branche 20 Monate lang
ergebnislos verhandelten, sind die Arbeitsbedingungen. In einer
Branche, die von Subunternehmen geprägt ist – wie im ganzen Bereich
„Kundenbetreung“ keineswegs nur von Unternehmen, sondern auch von
Behörden – wächst die Zahl der Beschäftigten, die zu 70 Prozent
weiblich sind. Rund 80.000 Menschen sind in Spanien bei solchen
Unternehmen tätig – wobei auch hier noch eine unbekannte, aber
keineswegs kleine Zahl von LeiharbeiterInnen hinzu kommt. Und die
gesamte Arbeit wird ausschließlich anhand von Zahlen beurteilt: Wer
wie viele Anrufe bearbeitet hat ist der einzige Gradmesser, und oft
genug ist das einzige Werkzeug der gute Wille der Beschäftigten.
„Ausgebrannt“ sind in dieser Branche viele Beschäftigte schon nach
zwei Jahren. Siehe dazu zwei aktuelle und einen Hintergrundbeitrag
http://www.labournet.de/?p=105441
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