Dienstag, 6. September 2016
Wir vergessen nicht! Das Schweigen in der sächsischen Provinz brechen!
Demonstration in Heidenau: 21. August 2016
"Am 21. und 22. August jähren sich die pogromartigen Ausschreitungen
von Heidenau zum ersten Mal. Am 18. August wurde bekannt, dass in dem
leerstehenden Praktiker-Baumarkt eine Erstaufnahmeeinrichtung
installiert wird, woraufhin sich die rassistische Stimmung zum
Wochendende hin immer weiter hochschaukelte. Bereits Freitag
nachmittag sammelte sich der wütende Mob auf den umliegenden
Parkplätzen und betrank sich. Im Verlauf der Abende lieferten sich die
"besorgten Bürger*innen" gewalttätige Auseinandersetzungen mit der
Polizei. Die Aggressionen richteten sich nicht nur gegen die
Asylunterkunft, sondern auch gegen die ca. 200 Antifaschist*innen,
welche am 2. Tag zum Schutz angereist waren. Die Polizei war an beiden
Tagen vollkommen überfordert und unterbesetzt. Bezeichnenderweise
richtete sich die Repression durch die Polizei gegen die
antifaschistische Demonstration am Sonntag, die sich mit den
Asylsuchenden solidarisierte und sich gegen die Zustände in Heidenau
aussprach. Diese Ereignisse reihen sich nahtlos in die unzähligen
rassistischen Mobilisierungen und Übergriffe des vergangenen Jahres
ein. Benannt seien in diesem Zusammenhang beispielhaft die Übergriffe
im Zuge der Belegung eines Zeltlagers in der Dresdner Friedrichstadt
oder die Bedrohungen, Übergriffe und Anschläge in Freital und Meissen.
… lasst uns unseren Widerstand kraftvoll und entschlossen auf die
Straßen der dunkeldeutschen Provinz tragen. Kommt am 21. August nach
Heidenau! ..." Aufruf zur Demonstration vom Bahnhof Heidenau,
21.08.2016, 14 Uhr - inklusive Anreiseinfos für Hamburg, Leipzig,
Dresden
https://heidenau-august-2016.tumblr.com/
Siehe dazu: Rechtsextreme Ausschreitungen in Heidenau: Fünf Verfahren
noch offen
"Knapp ein Jahr nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor einem
Aufnahmelager für Flüchtlinge in Heidenau ist die juristische
Aufarbeitung der Vorfälle noch nicht abgeschlossen. Wie der Sprecher
der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein, MDR SACHSEN
sagte, hat es insgesamt 41 Ermittlungsverfahren gegeben. In 22 Fällen
sei Anklage erhoben worden, unter anderem wegen schweren
Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verwendens von
Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Einige wenige
Verfahren seien noch offen, andere mussten eingestellt werden, da die
mutmaßlichen Straftäter vermummt gewesen seien und eine nachträgliche
Identifizierung nicht möglich sei. Klein sagte, es sei schwer, teils
vermummte Personen zu überführen, wenn die Polizei zum Beispiel aus
Eigenschutz keine Personalien vor Ort aufnehmen könne…" Beitrag beim
mdr vom 13. August 2016
http://www.mdr.de/sachsen/dresden/ermittlungen-ein-jahr-nach-heidenau-100.html
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