Donnerstag, 2. August 2012
6 Jahre Montagsdemos gegen Hartz IV – eine stolze Bilanz
26. Juli 2004:In Magdeburg kommen
800 Menschen zu einer Montagsdemonstration
gegen das von der Regierung
eingebrachte Gesetz „Hartz
IV“ zusammen. Am 16. August 2004
riefen bereits 250.000 Montagsdemonstranten
in über 200 Städten:
„Weg mit Hartz IV! – Das Volk sind
wir!“ Sechs Jahre später sind es zwar
keine Hunderttausende mehr. Aber
in 120 Städten ist diese organisierte
Massenbewegung gegen die volksfeindliche
Regierungspolitik noch immer
quicklebendig und kämpferisch
aktiv.
Das Hartz-IV-Gesetz richtet sich gegen
Arbeitende und Arbeitslose. Es
schuf eine bis dahin beispiellose
Lohnsenkungsspirale, die die deutschen
Arbeiter vom Spitzenplatz ans
Ende der europäischen Lohnskala
drückt und das Heer miserabel entlohnter
Leiharbeiter und Minijobber
sprunghaft vergrößert. Trotz massiver
Hetze gegen angebliche Hartz-IV-
„Schmarotzer“ wurde dieses Gesetz
von der Bevölkerung nie akzeptiert –
über zwei Drittel aller Deutschen lehnen
Hartz IV bis heute ab. Nicht zuletzt
dank der hartnäckigen Proteste
der Montagsdemos.
Auch verschiedene „Nachbesserungen“
verschafften den Regierungspolitikern
keine Ruhe vor dem Widerstand
der Montagsdemonstranten:
„Wir kommen wieder, bis Hartz IV
vollständig vom Tisch ist!“ Hartz-IVPolitiker
scheiterten schon reihenweise,
ob sie nun Hartz, Schröder, Clement,
Müntefering, Koch, Köhler oder
Rüttgers heißen.
Derzeit hat die CDU/FDP-Bundesregierung
den Auftrag der Monopole,
die Krisenlasten rigoroser auf die
Massen abzuwälzen. Sie hat weitere
Angriffe auf die Lebenslage der Hartz-
IV-Betroffenen beschlossen, wie Streichung
des Elterngeldes, des Rentenversicherungsbeitrags,
des Heizkostenzuschusses
und kommunale Kürzungen.
Gleichzeitig debattiert sie
über eine Erhöhung des Regelsatzes,
verbunden mit einer diskriminierenden
teilweisen Umstellung
zweckgebundene Gutscheine.
Es bleibt aber dabei:
Hartz IV muss weg!
Auf der Straße ist in diesen
sechs Jahren etwas Neues entstanden:
Mit dem offenen
Mikrofon als Markenzeichen
der Montagsdemos entwickelte
sich eine Widerstandskultur,
die die Menschen ermutigt, offen
über ihr Schicksal zu sprechen,
den Kampf aufzunehmen,wo die herrschende Politik auseinandergenommen
und über die
richtigen Schritte des Widerstands
solidarisch gestritten wird. Gleichberechtigte
Zusammenarbeit auf der
Grundlage von Überparteilichkeit,
weltanschaulicher Offenheit, finanzieller
Unabhängigkeit und demokratischer
Streitkultur sind „Erfolgsrezepte“
der Montagsdemonstrationen.
Die MLPD als fester Bestandteil
steht dabei für den Kampf für eine
Gesellschaft ohne Ausbeutung und
Unterdrückung – den echten Sozialismus.
Musik, Lieder, Transparente,
Feste, Solidaritätsaktionen verbinden
die Herzen.
Das Vorbild strahlt aus . . .
Milchbauern, kämpfende Arbeiter
(u.a. Bayer-Arbeiter 2006, Siemensianer
2010) und Umweltschützer
wie die Massenbewegung gegen das
S21-Bahnhofs-Projekt in Stuttgart
folgen dem Vorbild und machen eigene
Montagsdemos. In Frankreich
gab es 2004 erste Montagsdemos.
Montagsdemodelegationen unterstützen
andere Kämpfe, auch im Ausland.
Gegenseitige Stärkung und
dauerhafte Verbindungen sind
Trumpf.
Die Montagsdemos sind als stabile
öffentliche Struktur des Widerstands
bekannt und ihre Bedeutung wird zunehmen.
Das zeigen Beispiele, wo sie
plötzlich zum Anlaufpunkt werden.
Wie nach dem israelischen Überfall
auf die Gaza-Hilfsflotte oder als
trauernde und wütende Menschen
nach der Loveparade-Tragödie zur
Duisburger Montagsdemo kamen.
Ein Markenzeichen der Montagsdemos
ist der gemeinsame Kampf von
Arbeitenden und Arbeitslosen. 2004
hat die Montagsdemo schnell bundesweite
Solidarität für den selbständigen
Streik der Bochumer Opelaner
demonstriert. Heute wird auf
den Montagsdemos der Betrug an
den Bergleuten mit bevorstehenden
Massenentlassungen diskutiert.
Wenn die Bergleute gegen die geplanten
Massenentlassungen den Kampf aufnehmen, werden sie die
Montagsdemos hinter sich wissen.
Berlin, Berlin,
wir fahren nach Berlin!
„Von Athen bis Berlin – weg mit der
Abwälzung der Krisenlasten auf den
Rücken der Bevölkerung!“ – heißt es
im Aufruf zur 7. Herbstdemonstration
der Montagsdemos am 16. Oktober
gegen die Regierung in Berlin.
Sie kann zu einem kämpferischen
Auftakt eines heißen Herbstes werden.
Jetzt gilt es, Erstunterzeichner
unter diesen Aufruf zu gewinnen und
die große Demonstration ideenreich
vorzubereiten. Herzlichen Glückwunsch,
Montagsdemos,zum 6. Jahrestag!
Infos unter:
bundesweite-montagsdemo.com
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen