Montag, 24. Juni 2019

In Rente, im Gefängnis, in Reha oder der Behindertenwerkstatt: Das Millionenheer der Billigarbeitskräfte und Workcamper in den USA


Es gibt, ganz modern, eine Netzplattform für Workcamper. Also jene  
Zehntausende von Rentnerinnen und Rentnern, die in ihren Wohnwagen den  
Angeboten befristeter Jobs nachfahren, weil sie „den Kindern nicht auf  
der Tasche liegen“ wollen. Es gibt 4.000 Unternehmen, die auf  
Beschäftigung von Gefangenen setzen – die, im Zeitalter der Trumpschen  
Migrantenjagd, nun auch wieder auf den Feldern der USA besonders  
gefragt sind. Es gibt Wohlfahrtsvereinigungen, die Arbeitskräfte – als  
Bestandteil von Rehabilitationsmaßnahmen - zu Jobs vermitteln, bei  
denen sie (die Arbeitskräfte, wohlgemerkt) nichts verdienen, Null.  
Dafür dürfen sie dann auch bei so „renommierten“ Unternehmen wie Exxon  
und Ähnliche arbeiten. Es gibt Behinderte, die so weit von „gleichem  
Lohn für gleiche Arbeit“ weg sind, dass sie in Cent verdienen, was  
andere in Dollar bekommen. Alle zusammen sind sie ein Millionenheer  
von Billigst-Arbeitskräften, die keineswegs eine Randerscheinung des  
Kapitalismus in den USA sind, sondern wachsender Bestandteil - vor  
allem in jenen Branchen, die schon immer Niedriglohn als Voraussetzung  
für ihre Profite hatten, wie etwa nahezu alles, was mit Ernährung zu  
tun hat. „Die Armee der billigen Arbeitskräfte“ ist eine  
Materialsammlung vom 21. Juni 2019 über Arbeits- (und Lebens-)  
Bedingungen, nicht in Bangladesch oder Äthiopien, sondern in den USA.
http://www.labournet.de/?p=150544

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