Freitag, 7. Juni 2019

Ein Betriebsrat für Würth. Bei dem schwäbischen Mittelständler soll es erstmals eine echte Mitarbeitervertretung geben


Fight Union Busters!Die IG Metall hofft angesichts der ersten Betriebsratswahl beim Werkzeughändler Würth auf einen Wechsel in der Arbeitnehmervertretung. »Es bringt nichts, wenn der Betriebsrat nur aus Mitgliedern des alten Vertrauensrates bestünde«, sagt Uwe Bauer, erster Bevollmächtigte der IG Metall in Schwäbisch Hall. Die erste Betriebsratswahl bei dem Familienunternehmen aus dem Nordosten Baden-Württembergs sei eine Kehrtwende. Bislang wurden die Mitarbeiter der Kerngesellschaft der Würth-Gruppe durch einen Vertrauensrat ohne jegliche verbriefte Rechte vertreten. (…) Am Montag bestimmten die Beschäftigten bei einer Versammlung mit 2000 Teilnehmern den Wahlvorstand für die erste Betriebsratswahl in der Firmengeschichte. Damit ist unausweichlich, dass die Adolf Würth GmbH & Co KG mit ihren knapp 7200 Beschäftigten erstmals einen Betriebsrat bekommt. (…) Für die gesamte Würth-Gruppe arbeiten weltweit gut 77 000 Menschen, ein knappes Drittel davon in Deutschland. Der Chef der Gruppe, Robert Friedmann, betonte jüngst: In fast allen der 130 deutschen Firmen der Würth-Gruppe gebe es eine Mitarbeitervertretung – allerdings zählt er dazu auch Vertrauensräte. Betriebsräte finden sich nur in einigen Firmen der Gruppe – beispielsweise in übernommenen Unternehmen wie Hahn & Kolb, Uni Elektro, Fega & Schmitt; bei Würth Elektronik wurde 2016 ein Betriebsrat gewählt. In der Firmenzentrale stand das bislang außer Frage – dort gab es nur den Vertrauensrat…”  Artikel von Annika Grah vom 03.06.2019 beim ND online externer Link, siehe weitere Infos:
  • Künzelsau: Faschistoider Aktivist will Betriebsrat bei Würth gründen – IG Metall gegen rechte Bestrebungen New 
    “Johannes Daniel Hurlebaus, Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Ortenau und Aktivist der faschistoiden Gruppe „Zentrum Automobil“, versucht, bei der Adolf Würth GmbH & Co KG in Künzelsau, dem Kernunternehmen der Würth-Gruppe mit rund 7.500 Beschäftigten, einen Betriebsrat zu gründen. (…) Seine Bestrebungen blieben bis jetzt ohne Erfolg: Hurlebaus war bei Würth als Key-Account-Manager beschäftigt und wurde wegen eines „groben datenschutzrechtlichen Verstoßes“ fristlos gekündigt, da er Werbemails für die Betriebsratsinitiative mit Videotrackinglinks verschickt hatte. Sein Dienstwagen wurde abgeschleppt, wogegen er erfolglos Anzeige erstattete. Über die Rechtmäßigkeit der Kündigung wird ein Arbeitsgericht entscheiden. (…) Bei Würth gab es noch nie einen Betriebsrat. Es gibt einen sogenannten Vertrauensrat, der Vorschläge machen kann, aber nicht einmal die wenigen Rechte eines Betriebsrats hat. Hurlebaus geht es allerdings nicht um die Überwindung dieser Rechtlosigkeit und schon gar nicht im Sinne einer kämpferischen Betriebsratsarbeit. Im Gegenteil, das „Zentrum Automobil“ – bisher unter anderem bei Daimler Untertürkheim im Betriebsrat vertreten – verherrlicht die faschistische Betriebsgemeinschaft und Volksgemeinschaft. Und diese ist aufs Engste mit der offenen und brutalsten Unterdrückung der Arbeiterbewegung nach dem Vorbild des Hitler-Faschismus verbunden. (…) Das Politmagazin Monitor berichtete über Verbindungen des „Zentrums“ zur NPD. Die IG Metall Schwäbisch Hall hat sich gegen Bestrebungen von Hurlebaus ausgesprochen, obwohl sie natürlich einen Betriebsrat befürwortet.” Korrespondentenbericht aus Schwäbisch Hall vom 4. Juni 2019 bei Rote Fahne News externer Link, siehe dazu auf der IG Metall-Seite für Würth-Beschäftigte externer Link: “… Die IG Metall stellt sich entschieden gegen rechte Bestrebungen, Betriebsratswahlen für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Deshalb grenzen wir uns klar und in aller Deutlichkeit von dieser Initiative ab…”

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